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Rindfleischholz - Ring

Bild 13.841: Rindfleischholz - Ring
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Ring# ein Reif, meist von edlem Metall, bisweilen auch von Eisen, Horn, Elfenbein etc., der, gewöhnlich / 906
Ring _2# (Annulus), in der Botanik Bezeichnung für die stark verdickten Zellen der Farnsporangien (s. / 31
Ring _3# (engl.), eine für politische oder kommerzielle Zwecke gebildete Vereinigung oder Genossenschaft, / 39
Ring _4# an Mond oder Sonne, s. Hof, S. 604 / 10
Ring _5# 1) tom (zum), Künstlerfamilie des 16. Jahrh. zu Münster in Westfalen. Von dem Haupte derselben, / 360
Ring _6Ferdinand Eduard, dän. Bildhauer, geb. 28. April 1829 zu Kopenhagen, wurde schon 1841 Schüler / 118
RING# (Kt. Luzern, Amt Willisau, Gem. Altbüron). 560 m. Gruppe von 5 Häusern ö. Altbüron, an der / 35
RING _2# (OBER und UNTER) (Kt. Solothurn, Amtei Thierstein, Gem. Klein Lützel). 611 und 578 m. Zwei / 46
Ring# japan. Gewicht, s. Monmeh. / 5
Ring _2# in der Volkswirtschaft, s. Kartell. / 6
Ring _3# Max, Romanschriftsteller, geb. 4. Aug. 1817 in Zauditz (Regierungsbezirk Oppeln), studierte / 140

Seite 13.841

Ring

1'696 Wörter, 11'552 Zeichen

Geschichte — Amerika — Parteinamen



Ring,

Eisen I

Bild 5.406a: Eisen I
* 2 Eisen.

ein Reif, meist von edlem Metall, bisweilen auch von Eisen, [* 2] Horn, Elfenbein etc., der, gewöhnlich an einem Finger getragen, entweder zum bloßen Schmuck dient, oder auch eine symbolische Bedeutung, wie die einer Verbindlichkeit, Verbindung etc., hat. Hinsichtlich ihres Zwecks unterscheidet man Trau-, Verlobungs-, Siegel-, Schlag- und Zauberringe. Außer Fingerringen tragen die zivilisierten Völker Europas nur noch Ohrringe (s. d.), während bei den Morgenländern auch Ringe um den Fußknöchel und die Fußzehen im Gebrauch sind und bei wilden Völkerstämmen und in Indien sogar Ringe, in der durchbohrten Scheidewand der Nase [* 3] angebracht, sich noch vorfinden.

Hals-, Arm- (am Ober- und Unterarm) und Fußringe trugen auch die barbarischen Stämme Europas (Kelten, Germanen, Skandinavier, Slawen etc.), wie schon prähistorische Funde beweisen. Eigentümlich geformte Schläfenringe waren für die Slawen charakteristisch. Gedrehte Halsringe (torques) aus Bronze [* 4] oder Gold [* 5] und Wandelringe (Bronzehalsringe mit wechselnder Torsion) werden in vorgeschichtlichen Fundstätten nicht selten angetroffen (s. Tafeln »Metallzeit [* 6] I u. II«).

Zerhackte Ringe aus Gold, Silber, Bronze galten als eine von den Heerkönigen verteilte Belohnung und im Verkehr als Geld.

Vgl.   Ringgeld und Armband.

In der Bibel [* 7] wird der Ring oft erwähnt. In den Siegelringen (Chotham) der Juden, welche nicht nur an den Fingern, sondern auch an einem Band [* 8] auf der Brust getragen wurden, stand gewöhnlich der Name des Besitzers und ein Spruch aus dem Alten Testament. Auch kannten bereits die Juden sowie die Araber, die Lydier (der Ring des Königs Gyges) u. a. die Zauberringe, welche entweder zur Abwendung irgend eines Übels oder zur Herbeiführung eines Glücks dienten. In dem indischen Drama »Sakuntala« dreht sich die Handlung um einen Ring, welchen König Duschjanta seiner jungen Gemahlin gibt, und an welchem er sie wiedererkennt. Die Ägypter hatten Finger- und Siegelringe von Gold, Silber und Bronze, in welche nicht selten ein Skarabäus eingegraben war. In Arabien und Persien [* 9] werden die Reisepässe durch Ringe mit Smaragden vertreten, da eigentlich bloß Personen von fürstlichem Rang solche Auszeichnungen tragen. In Griechenland [* 10] trug zu Solons Zeiten jeder freie Mann einen Siegelring von Gold, Silber oder Bronze, später auch mit einem geschnittenen Edelstein, wie es der Ring des Polykrates gewesen sein soll. Die Frauen trugen dergleichen von Elfenbein und von Bernstein; [* 11] auch übergaben oft Sterbende den Überlebenden Ringe. So z. B. überreichte Alexander d. Gr. bei seinem Ableben seinen Siegelring dem Perdikkas, woraus man schloß, daß er diesen damit als seinen Nachfolger habe bezeichnen wollen. Die Römer [* 12] trugen in den ältesten Zeiten, nach der von den Etruskern überkommenen Sitte, eiserne Siegelringe; nur die Senatoren und die ihnen an Rang gleichstehenden Magistrate, später auch die Ritter, durften goldene tragen. Dies Recht des goldenen Ringes blieb bis unter den ersten Kaisern eine Auszeichnung des Ritterstandes; erst unter Hadrian hörte dieses Unterscheidungszeichen auf, bis Justinian allen Freigebornen und Freigelassenen das Recht eines goldenen Ringes gestattete, der aber nur ein einfacher Goldreif war. Daß daneben auch in Ringen mit geschnittenen Steinen durch fast alle Schichten der Bevölkerung [* 13] ein großer Luxus getrieben wurde, beweisen die durch die Ausgrabungen zum Vorschein gekommenen zahlreichen Ringsteine, die uns einen klaren Begriff von den Leistungen dieses Kunstzweigs von den glänzendsten Produktionen zur Zeit Alexanders d. Gr. bis auf die Zeit des Verschwindens aller Kunstbildung geben (s. Gemmen, [* 14] mit Tafel).

Mit dergleichen teils zum Siegeln, teils zum bloßen Schmuck bestimmten Ringen beluden nach dem Bericht des Plinius die Römer und die Römerinnen ihre Finger. Sie hatten sogar je nach der Jahreszeit verschiedene Ringgarnituren, leichtere im Sommer, schwerere im Winter. Wie bei den Heiden und bei den Juden der auch das bedeutungsvolle Symbol der Ehe war, so nahmen auch die ältesten Christen diesen Gebrauch an und statteten den Ring mit christlichen Symbolen aus. Bei den germanischen Völkern kommen die Ringe (vingerlin) als Fingerschmuck und Liebeszeichen sehr frühzeitig vor; auch erhielten Tote Ringe mit ins Grab.

Venedig

Bild 16.74a: Venedig
* 15 Venedig.

Die Ritter des Mittelalters trugen Ringe (aus Eisen, aber auch aus edlem Metall) um den Hals, die Arme und Beine, womit die Ablegung eines Gelübdes bezeichnet war. Mit großer Feierlichkeit wurden sie angelegt und wieder abgenommen. Besonders hochgeschätzt waren die Armringe, auf welche man sogar den Schwur ablegte (Schwurringe). Es war auch Sitte, den Schuldner durch Anlegung eines Ringes um den Arm an seine Verbindlichkeit zu mahnen. Im 15. Jahrh. wurde es Mode, allerlei Devisen auf den Ringen anzubringen, Wortspiele, Rebusse, heraldische Sinnbilder etc. Eine besondere Zeremonie fand in Venedig [* 15] statt, wo der Doge jährlich am Himmelfahrtstag einen Ring ins Meer warf, um die Vermählung der Republik mit der See anzudeuten.

Der vom Papst geführte Ring heißt Fischerring (s. d.); auch erhält jeder Kardinal bei seiner Ernennung vom Papst einen Ring mit einem Saphir. Der Ring gehört auch nachweislich schon seit dem 5. Jahrh. zu den Insignien der Bischöfe als Symbol ihrer der Ehe zu vergleichenden Verbindung mit der Kirche. In der Übergabe von Ring und Stab [* 16] bestand die Investitur (s. d.). Die Verlobungs- und Trauringe sind noch jetzt bei uns allgemein im Gebrauch, die erstern meist mit einem à jour gefaßten Edelstein, die letztern einfache Goldreife.

Sie fanden in die kirchliche Sitte Aufnahme, indem sie mit Rücksicht auf 1. Mos. 38, 18. und 2. Mos. 35, 22. durch den Priester geweiht und an den vierten Finger der linken Hand [* 17] gesteckt zu werden pflegten, weil nach alter Annahme von diesem aus eine Ader gerade nach dem Herzen gehen sollte. Die in Tirol [* 18] und andern Alpenländern üblichen Stoß- oder Schlagringe dienen zum Faustkampf. (S. auch Schmucksachen, [* 19] mit Tafel, [* 1] Fig. 22).

Vgl.   F. Schneider, Die Gestaltung des Ringes vom Mittelalter bis in die Neuzeit (Mainz [* 20] 1878), und »Illustrierte Zeitung« 1879, Bd. 1, S. 285 ff.

Ring

(Annulus), in der Botanik Bezeichnung für die stark verdickten Zellen der Farnsporangien (s. Farne, [* 21] S. 52);



Ring - Ringelkrebse

Bild 13.842: Ring - Ringelkrebse
* 23 Seite 13.842.

die manschettenartigen häutigen Gebilde an den Stielen mancher Pilze, [* 22] z. B. beim Champignon, Fliegenpilz etc. ¶


Ring

(engl.), eine für politische oder kommerzielle Zwecke gebildete Vereinigung oder Genossenschaft, namentlich in Nordamerika. [* 24]

Berüchtigt ist der Tammany-Ring von Tweed, Fisk u. a., der mehrere Jahre die Stadtverwaltung von New York beherrschte und zu schamloser Bereicherung seiner Mitglieder ausbeutete.

Ring

an Mond [* 25] oder Sonne, [* 26] s. Hof, [* 27] S. 604 f.

Titel
Elemente zu Ring:

1) tom

2) Max, Romanschriftsteller

Ring,

Berlin

Bild 2.752a: Berlin
* 30 Berlin.

1) tom (zum), Künstlerfamilie des 16. Jahrh. zu Münster [* 28] in Westfalen. [* 29] Von dem Haupte derselben, Ludger dem ältern (1496-1547), Maler, Architekt und Buchdrucker, haben sich ein Votivbild und mehrere Bildnisse in Münster und im Museum zu Berlin [* 30] erhalten. Sein Sohn Hermann (geb. 1521, gestorben um 1597) hat zahlreiche religiöse Bilder gemalt, welche sowohl den Einfluß Michelangelos als denjenigen Dürers zeigen. Hervorzuheben sind: die Auferweckung des Lazarus und die Kreuzigung (Dom zu Münster), Kreuzigung (Museum des Kunstvereins daselbst) und das Jüngste Gericht (Utrecht). [* 31] Sein jüngerer Bruder, Ludger der jüngere (geboren nach 1521, gestorben um 1583 in Braunschweig), [* 32] hat meist Porträte [* 33] gemalt. Das Berliner [* 34] Museum besitzt von ihm eine Hochzeit zu Kana.

2) Max, Romanschriftsteller, geb. 22. Juli 1817 zu Zauditz bei Ratibor, [* 35] studierte in Breslau [* 36] und Berlin Medizin, lebte dann als praktischer Arzt in Pleß, später zu Gleiwitz, [* 37] gab 1848 die Praxis auf und widmete sich erst zu Breslau, seit 1850 in Berlin der litterarischen Thätigkeit. Es gelang ihm, eine Tragödie: »Die Genfer«, kleine Lustspiele, wie »Scarrons Liebe«, »Alle spekulieren«, »Unsre Freunde« etc., auf die Hofbühne zu bringen, die beifällige Aufnahme fanden;

indessen war er durch sein Talent vorzugsweise auf den Roman und die Novelle hingewiesen.

Wir erwähnen von seinen zahlreichen Werken dieser Art: »Die Kinder Gottes« (Bresl. 1852);

»Der Große Kurfürst und der Schöppenmeister« (das. 1852, 3 Bde.);

»Stadtgeschichten« (Leipz. 1852, 4 Bde.);

»Verirrt und erlöst« (Gotha [* 38] 1855, 2 Bde.);

»Aus dem Tagebuch eines Berliner Arztes« (Berl. 1856);

»John Milton und seine Zeit« (Frankf. 1857);

»Rosenkreuzer und Illuminaten« (Berl. 1861, 4 Bde.);

»Ein verlornes Geschlecht« (das. 1867, 6 Bde.);

»Götter und Götzen« (2. Aufl., das. 1871, 4 Bde.);

»Eine unversorgte Tochter« (Jena [* 39] 1876, 2 Bde.);

»Die Lügner« (Stuttg. 1878, 3 Bde.);

»Goldene Ketten« (Bresl. 1880, 4 Bde.);

»Berliner Kinder«, Roman (Berl. 1883, 3 Bde.);

»Berliner Leben«, Kulturstudien (Leipz. 1882),

u. a. Ring liebt es, in seinen Romanen soziale Fragen der Gegenwart zu behandeln, und zeichnet sich durch einen gewissen Ernst der Tendenz und scharfe Beobachtung des menschlichen Lebens aus.

Württemberg und Hohenz

Bild 16.772a: Württemberg und Hohenzollern
* 40 Hohenzollern.

Auch gab er »Lorbeer und Cypresse, Litteraturbilder« (3. Aufl., Berl. 1873) und die illustrierten Werke: »Die deutsche Kaiserstadt Berlin« (Leipz. 1882-84, 2 Bde.) und »Das Buch der Hohenzollern« [* 40] (das. 1888) heraus.

Ende Ring (0)
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Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Quelle: Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 13. Band, Seite 841 im Internet seit 2005; Text geprüft am 23.6.2006; publiziert von Peter Hug; Abruf am 23.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//ring/13_0841

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