Pleß
,
Kreiden - Kreis
* 4 Kreis. 1) Standesherrschaft im preuß. Regierungsbezirk
Oppeln,
[* 2] wurde 1850 vom König von
Preußen
[* 3] zu einem
Fürstentum
erhoben und umfaßt den größten Teil des
Kreises Pleß.
Die Standesherrschaft kam 1542 an die
Grafen von
Promnitz und 1765 an das
Haus
Anhalt-Köthen, von welchem eine
Linie sich danach
Anhalt-Köthen-Pleß nannte. Im
Februar 1846 verkaufte
Herzog
Heinrich von
Anhalt-Köthen (gest. die Standesherrschaft gegen eine
Rente von 30,000 Thlr. an seinen
Neffen,
den nächsten Fideikommißerben, den
Grafen
Hans
Heinrich X. von
Hochberg, der am zum
Fürsten
von Pleß
erhoben wurde. Seit 1861 führt das Familienhaupt den
Titel
»Durchlaucht«. Der gegenwärtige
Fürst (seit 1855) ist
Hans
Heinrich XI. (geb. Mitglied des preußischen
Herrenhauses und des
Reichstags, in welchem er der
deutschen
Reichspartei angehört. Im
Krieg 1870/71 war er
Chef der freiwilligen
Krankenpflege im
Feld. Er residiert abwechselnd
zu Pleß
und auf dem
Schloß
Fürstenstein im
Kreis
[* 4]
Waldenburg.
[* 5] - Die gleichnamige Kreisstadt, zwischen mehreren
Seen und an der
Linie Emanuelsegen-Dzieditz der Preußischen Staatsbahn, 246 m ü. M., hat
eine evangelische und 2 kath.
Kirchen, eine
Synagoge, ein fürstliches Residenzschloß, ein
Gymnasium, ein
Amtsgericht und (1885) mit der
Garnison (2
Eskadr.
Ulanen Nr. 2) 3977 meist kath. Einwohner. - 2)
Kreisstadt im russ.
Gouvernement
Kostroma, in reizender
Lage an der
Wolga, die hier die Plessa
aufnimmt, hat Leinwebereien, Fabrikation
von
Äxten u. (1885) 2461 Einw.