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Ratabaum - Ratibor

Bild 13.588: Ratabaum - Ratibor
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Ratibor# ehemals reichsunmittelbares Fürstentum in Oberschlesien, zählte auf 991 qkm (18 QM.) 32,000 / 127
Ratibor _2# Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Oppeln, am linken Ufer der hier schiffbar werdenden Oder, / 209
Ratibor _3# Viktor Moritz Karl, Herzog von R., Fürst von Korvei, Prinz zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst / 124

Seite 13.588

Ratibor

460 Wörter, 3'556 Zeichen

Geschichte — Staatsmänner, Politiker, Abgeordnete etc



Ratĭbor,



Ratibor - Rätien

Bild 13.589: Ratibor - Rätien
* 6 Seite 13.589.

ehemals reichsunmittelbares Fürstentum in Oberschlesien, zählte auf 991 qkm (18 QM.) 32,000 Einw., stand von 1288 bis 1532 unter eignen Herzögen, kam dann an Österreich, [* 3] durch den Frieden von Breslau [* 4] 1742 an die Krone Preußen [* 5] und wurde 1821 als Mediatfürstentum dem Landgrafen Viktor Amadeus von Hessen-Rotenburg als Entschädigung für seine 1815 an Preußen abgetretenen Besitzungen in der niedern Grafschaft Katzenelnbogen gegeben. Nach dem Erlöschen der Linie Hessen-Rotenburg 1834 fiel es durch Testament dem Prinzen Viktor von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst zu, der indes erst nach einem Prozeß mit der kurhessischen Regierung zum Besitz desselben gelangte. Das jetzige Mediatherzogtum Ratibor [* 6] liegt zerstreut in den Kreisen Ratibor, Rybnik und Leobschütz [* 7] des Regierungsbezirks ¶

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Oppeln, [* 9] ist 1821 aus der Herrschaft Ratibor und mehreren ehemaligen geistlichen Besitzungen zusammengesetzt und hat meist polnisch redende Bewohner.

Ratibor,

[* 6] Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Oppeln, am linken Ufer der hier schiffbar werdenden Oder, Knotenpunkt der Linien Kosel-Oderberg und Ratibor-Leobschütz der Preußischen Staatsbahn, 190 m ü. M., hat eine evangelische und 2 kath. Kirchen, eine Synagoge, ein öffentliches Schlachthaus, ein Wasserhebewerk und (1885) mit der Garnison (2 Eskadrons Ulanen Nr. 2 und 2 Infanteriebataillone Nr. 62) 19,524 Einw., darunter 3075 Evangelische, 15,131 Katholiken und 1317 Juden.

Krankenhaus zu Stettin

Bild 10.148a: Krankenhaus zu Stettin
* 11 Krankenhaus.

Die Stadt besitzt große Eisengießereien und Maschinenbauanstalten, eine Eisenbahnnebenwerkstätte, eine große Schmiede- und Schlosserwerkstätte, bedeutende Zigarren- u. Tabaks-, Schuh- u. Hufnägel-, Schuhwaren-, Schokoladen-, Papier- und Pappe-, Korbwaren- und Glasfabrikation, [* 10] eine Zuckerfabrik, Möbelfabriken, Konservenfabriken, lithographische Anstalten, Dampfsäge-, -Mahl- und -Ölmühlen, Brennereien etc. Der Handel, unterstützt durch eine Reichsbanknebenstelle, durch die Oberschlesische Fürstentums-Landschaft und durch den Oberschlesischen Kreditverein, ist besonders bedeutend in Landesprodukten. ist Sitz eines Landgerichts, eines Hauptsteueramtes, eines Bergreviers, hat ein Gymnasium, ein Realprogymnasium, eine Taubstummenanstalt, ein Krankenhaus, [* 11] eine Strafanstalt etc. -

Ratibor erhielt 1217 deutsches Stadtrecht. Unmittelbar bei der Stadt liegen die Dörfer Bosatz mit 907 Einw. und dem Schloß des Herzogs von Ratibor, Ostrog mit 2491, Altendorf mit 3582, Plania mit 2589 Einw. Zum Landgerichtsbezirk Ratibor gehören die neun Amtsgerichte zu Bauerwitz, Hultschin, Katscher, Kosel, [* 12] Leobschütz, Loslau, Ratibor, Rybnik und Sohrau.

Vgl.   Weltzel, Geschichte der Stadt und Herrschaft Ratibor (2. Aufl., Ratib. 1882).

Ratibor,

Vereinigte Staaten von

Bild 66.246: Vereinigte Staaten von Amerika (Finanzwesen. Geldwesen. Öffentliches Leben)
* 17 Vereinigten.

[* 6] Viktor Moritz Karl, Herzog von Ratibor, Fürst von Korvei, Prinz zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst, geb. 10. Febr. 1818 zu Rotenburg a. d. Fulda, [* 13] studierte in Göttingen, [* 14] Bonn [* 15] und Heidelberg, [* 16] machte öftere weite Reisen, überließ durch Vertrag vom 15. Okt. 1845 seinem jüngern Bruder, Chlodwig (s. Hohenlohe 6), die Herrschaft Schillingsfürst und übernahm die Verwaltung der 1834 vom Landgrafen von Hessen-Rheinfels-Rotenburg ererbten Besitzungen Ratibor und Korvei, welche 1840 zu einem Herzog-, bez. Fürstentum erhoben worden waren. 1847 war er Mitglied der Herrenkurie des Vereinigten [* 17] Landtags, 1849 der preußischen Zweiten Kammer, 1850 des Erfurter Parlaments, wurde dann erbliches Mitglied des Herrenhauses, dessen erster Präsident er seit 1877 ist. Seit 1867 ist er Mitglied des norddeutschen, seit 1871 des deutschen Reichstags, in dem er sich der deutschen Reichspartei anschloß.

Ende Ratibor
→ weiter zu Seite 13.589: Ratiborhammer ⟹ (Hammer bei Ratibor), Dorf im preuß. Regierungsbezirk Oppeln, Kreis Ratibor, an der Ruda und
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Quelle: Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 13. Band, Seite 588 im Internet seit 2005; Text geprüft am 16.12.2007; publiziert von Peter Hug; Abruf am 23.8.2026 mit URL:

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Siehe auch:

  • 13.587 Rat
  • 13.589 Ratibor
  • 13.589 Ratiborhammer
  • 63.631 Rat

* 17 Bilder dazu:

  • 15Bonn
  • 4Breslau
  • 13Fulda
  • 10Glasfabrikation
  • 14Göttingen
  • 16Heidelberg
  • 12Kosel
  • 11Krankenhaus
  • 7Leobschütz
  • 9Oppeln
  • 5Preußen
  • 17Vereinigten
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  • 8_Seite 13.589
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