☰

eLexikon

Bewährtes Wissen in aktueller Form

Main

Basilienkraut - Basili

Bild 2.425: Basilienkraut - Basilika
Seite 2.425.
<
Überblick der Artikel
2 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Basilienkrauts. Ocimum. / 3
Basilika(griech., lat. vollständig basilica domus), ursprünglicher Name großer, zu Gerichtssitzungen / 1166

Seite 2.425

Basilienkraut - Basilika


Fortsetzung: Basilides, berühmter Gnostiker zu Alexandria, aus Syrien gebürtig, Schüler des Menander, Zeitgenosse
mehr

Abrasax. Die sieben Äonen des untersten Himmelskreises sind die Weltschöpfer; die ursprüngliche Mischung des Göttlichen mit materiellen Elementen und dadurch auch das Böse war eine Folge dieser Schöpfung, die Scheidung dieser Elemente die Aufgabe der Erlösung. Darum sandte der ungewordene Vater seinen Erstgebornen, den Nus, der sich mit Jesus, dem vollkommensten Menschen, vereinigte, sich aber nicht selbst kreuzigen ließ, sondern den Kyrenäer Simon substituierte und ins Pleroma zurückkehrte.

Man muß daher nicht an den Gekreuzigten, vielmehr an den ewigen Geist glauben, der nur anscheinend den Kreuzestod gestorben ist. Die zahlreichen Anhänger des Basilides, die Basilidianer, bildeten bis tief ins 4. Jahrh. hinein eine Art Geheimorden; sie modifizierten sein Religionssystem unter dem Einfluß stoischer Philosophie sehr wesentlich und erregten durch ihre Lehre, [* 2] daß die Geschichte Jesu nur Schein und die Anbetung der Heidengötter gleichgültig sei, vielfach Anstoß.

Vgl.   Uhlhorn, Das Basilidianische System (Götting. 1855);

Jacobi, Basilidis sententiae (Berl. 1852);

Monographien von Baur, Gundert, Hilgenfeld.

Basilienkraut,

s. Ocimum. ^[= Rivin. (Basilikum, Hirnkraut), Gattung aus der Familie der Labiaten, Kräuter, ...]

Basilika

Athen

Bild 1.999a: Athen
* 3 Athen.

[* 1] (griech., lat. vollständig basilica domus), ursprünglicher Name großer, zu Gerichtssitzungen und Handelsgeschäften bestimmter Prachtgebäude. In Athen [* 3] hieß so besonders der Amtssitz des Archon Basileus; doch erhielt Griechenland [* 4] erst durch die Römer [* 5] Basilikenbauten. Die erste Basilika wurde in Rom [* 6] von Cato Censorinus am Forum [* 7] zur Seite der Kurie 185 v. Chr. errichtet und Basilica Porcia genannt. Südlich hinter dem Forum lag die Basilica Sempronia, von Tiberius Sempronius Gracchus erbaut, an der Ostseite des Forums die Basilica Opimii, ein Werk des Konsuls Quintus Opimius von 151 v. Chr. Besonders prachtvoll war die Basilica Aemilia, von Ämilius Paullus auf der Nordseite des Forums neben den Stationes Municipiorum (Gesandtenquartier der Munizipien) aufgeführt.

Dieser gegenüber stand die Basilica Julia an der Südwestecke des Palatin, von Julius Cäsar angefangen, von Augustus vollendet und zu den Sitzungen des Zentumviralgerichts bestimmt. In Pompeji [* 8] stehen drei Basiliken von mäßiger Größe nebeneinander auf einer der schmälern Seiten des Forums [* 1] (Fig. 1). Vitruv beschreibt die in Fano von ihm selbst erbaute Basilika. Jene Basilika des Cato war ein oblonger Raum mit zwei Schmalseiten, deren eine, gegen das Forum gekehrt, die Fronte bildete, deren andre eine Exedra oder Apsisnische hatte.

Der mittlere Raum war an allen vier Seiten mit zweigeschossigen Säulenstellungen umsäumt, jedoch nicht höher als die Umgänge. Vor der Fassade des Gebäudes lag ein flach gedeckter Portikus. Spätere Basilikabauten behielten den Saalbau im Innern, schlossen daran aber mannigfache Zuthaten, so einen doppelten Umgang mit Pfeilerarkaden (Basilika Julia), die Fronte kam oft an die Langseite, und die Apsis fiel weg, was auch an der Basilika des Vitruv und der in Pompeji der Fall war.

Trier (Bistum) - Trier

Bild 15.837: Trier (Bistum) - Trier (Stadt)
* 9 Trier.

Die Basilika Ulpia hatte dagegen große Exedren an beiden Schmalseiten; noch mehr variiert ist die des Maxentius (von Konstantin vollendet), sie ist ganz gewölbt, mit zwei Apsiden, einer an der Schmal- und einer an der Langseite. Aus derselben Zeit stammt die seit 1846 hergestellte, für den evangelischen Gottesdienst eingerichtete Basilika zu Trier, [* 9] deren 69 m langer, 31 m breiter und 30,5 m hoher Innenraum nördlich durch eine Apsis geschlossen und durch eine Doppelreihe von Fenstern erleuchtet ist.

Die älteste Gestaltung der Basilika, nämlich die Form aus den Zeiten der Republik, gewann dann eine weitere Fortbildung in der Architektur des Privathauses. Weil die große Anzahl der Schutzbefohlenen und die Parteibesprechungen in den Häusern der Großen umfangreiche Räume erforderten, bestanden Pfeilerbasiliken in den Häusern, welche den Plan der alten Porcia in der Hauptsache festhielten, während die öffentliche in der angegebenen Weise sich erweiterte und umgestaltete. Da nun die ersten Christen ihren Gottesdienst in den Häusern und zwar in deren Basilika abhielten, so kam es, daß nach dem Vorbild der Basiliken die ersten christlichen Kirchen erbaut wurden; doch zeigt sich schon gegen das Ende des 4. Jahrh., seit dessen Beginn der Name Basilika für christliche Kirchen aufkommt, an den christlichen Basiliken eine eigentümliche und bedeutsame Umbildung der ursprünglichen Anlage, die durch die Katakomben- und Cömeterial- (Begräbnis-) Kirchen veranlaßt worden ist, deren charakteristischer Bauteil die halbrunde Apsis war.

Schiff II

Bild 14.454d: Schiff II
* 10 Schiffe.

Der Grundplan der alten Basilika ist beibehalten: ein oblonger Raum, der Länge nach durch zwei Säulenstellungen in drei Schiffe [* 10] geteilt, von denen das mittlere, das Hauptschiff, die größere Breite [* 11] hat und durch das neu hinzutretende Element, die Nische des Altars (jetzt Tribuna, Apsis, Absida, Concha genannt), abgeschlossen wird. Das Mittelschiff ist zugleich nicht nur breiter, sondern auch zu einer bedeutendern Höhe als die Seitenschiffe emporgeführt. Noch eigentümlicher gestaltet sich die Anlage der christlichen Basilika, wenn vor der Altartribüne, nach der Breite des Gebäudes und aus dessen Seitenwänden hervortretend, ein Querschiff von der Höhe und Breite des mittlern Langschiffs angebracht ist, wodurch im Grundriß die Gestalt eines Kreuzes entsteht. In ästhetischer Hinsicht ist die Einführung des Querschiffs aber insofern sehr wirksam, als dadurch der Innenraum des Gebäudes, ehe er in der Altarnische sich abschließt, noch einmal in großartiger Erweiterung erscheint und somit die erhabene Bedeutung des Sanktuariums entschieden hervorhebt. Wo das mittlere Langschiff in das Querschiff mündet, ist eine große Bogenwölbung von der einen Wand zur andern geführt, welche auf vortretenden kolossalen Säulen [* 12] ruht und an den Pfeilern, mit denen die Säulenreihen der Schiffe hier abschließen, sowie an den Seitenwänden des Querschiffs ihr Widerlager findet.

Dieser Bogen [* 13] heißt, indem man einen heidnischen Namen auf die christliche Vorstellung vom Sieg Christi über den Tod, den das Sakrament des Altars feiert, übertrug, der Triumphbogen. Mehrfach haben die großen Basiliken, welche mit einem Querschiff versehen sind, statt jener drei Langschiffe deren fünf, so daß sich dem höhern Mittelschiff auf jeder Seite zwei niedrigere Seitenschiffe anreihen. Das Äußere dieser im Innern mit prachtvollen Mosaiken geschmückten Basiliken war sehr einfach, und nur die in großen Dimensionen ausgeführten Fenster gaben demselben einige Abwechselung. Wirkungsreich aus-



Basiliken - Basilisk

Bild 2.426: Basiliken - Basilisk
* 14 Seite 2.426.

[* 1] ^[Abb.: Fig. 1. Grundriß der Basilika zu Pompeji.] ¶

mehr

gebildet erscheint die Anlage der Fenster, wenn sie von einer vorspringenden Bogenarchitektur umfaßt werden, wodurch die ganze Wand durch eine Stellung von Arkaden auf Pfeilern, in welche die Fenster eingesetzt zu sein scheinen, aufgelöst erscheint. Auch die Fassade hat ähnliche Fensteröffnungen. Zuweilen (meist indes wohl nur in späterer Zeit) ward der obere Teil der Fassade mit Mosaikgemälden geschmückt, während der untere Teil derselben, welchen die Thüren einnahmen, mit einem Portikus versehen war.

In der Regel war vor den Kirchen, wenigstens var den größern, ein Vorhof (Atrium oder Paradisus) mit einem Brunnen [* 15] in der Mitte, der zum Reinigen der Hände, als Sinnbild der Reinigung der Seele, ehe man die Kirche betrat, bestimmt war [* 14] (Fig. 2). Unter dem Hauptaltar, welcher vor der Tribüne stand, befand sich in der Regel eine kleine unterirdische Kapelle, in welcher die Gebeine des Heiligen ruhten, von dem die Kirche den Namen führte. Die Form dieser Kapelle (Krypte, Confessio, Memoria) war verschieden, bald ein einfaches Gruftgewölbe, bald ein architektonisch ausgebildeter Raum.

Baukunst VII

Bild 2.481g: Baukunst VII
* 17 Baukunst VII.

Kirchen dieser oder ähnlicher Art waren und sind zu Rom: Johann im Lateran und Paul außer den Mauern (jetzt nach dem zerstörenden Brand von 1823 nicht geschickt und willkürlich wiederhergestellt; Innenansicht [vor der Restauration], Grundriß und Querschnitt der alten Kirche s. Tafel »Baukunst [* 16] VII«, [* 17] Fig. 1-3), Santa Maria Maggiore, San Elemente, San Pietro in Vincoli, Santa Sabina auf dem Aventin, Santa Maria und San Crisogono jenseit des Tiber; zu Ravenna: Sant' Apollinare, von Justinian I. erbaut und sehr gut erhalten. In neuester Zeit hat König Ludwig von Bayern [* 18] durch Ziebland eine Basilika (des heil. Bonifacius) im alten Stil zu München [* 19] aufführen lassen.

Auch die Jakobikirche in Berlin [* 20] von Stüler ist in diesem Stil erbaut.

Vgl.   »Die christlichen Basiliken Roms« (50 Tafeln von Gutensohn und Knapp mit Text von Bunsen; neue Ausg., Münch. 1864);

Zestermann, Die antiken und christlichen Basiliken (Leipz. 1847);

Quast, Die Basilika der Alten (Berl. 1845);

Meßmer, Ursprung der Basilika (Leipz. 1854);

Weingärtner, Ursprung des christlichen Kirchengebäudes (das. 1857);

Hübsch, Die altchristlichen Kirchen (Karlsr. 1861-63, 63 Tafeln mit Text);

Reber, Die Urform der römischen Basilika (»Mitteilungen der k. k. Zentralkommission«, Wien [* 21] 1869);

Derselbe, Kunstgeschichte des Altertums (Leipz. 1872);

Kraus, Die christliche Kunst in ihren frühsten Anfängen (das. 1872);

Stockbauer, Der christliche Kirchenbau in den ersten sechs Jahrhunderten (Regensb. 1874);

Dehio, Die Genesis der christl. Basilika (Münch. 1883);

Lange, Haus und Halle [* 22] (Leipz. 1885).

[* 14] ^[Abb.: Fig. 2. Grundriß einer altchristlichen Basilika.]

Ende Basilika
→ weiter zu Seite 2.426: Basiliken ⟹ das von Kaiser Basilius I. (s. d.) angefangene, durch seinen Sohn Leo Philosophus vollendete,
Quelle: Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 2. Band, Seite 425 im Internet seit 2005; Text geprüft am 9.2.2006; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//02_0425

◄◄ .     ►►

Menü
map
  • ⁝ Home
  • 🗁 öffne ...
  • > 🗍 Seite 2.425
  • ? Seite
  • Aalmutter
  • ? Artikel
  • (kurz)
  • ∫ Portal
  • ☛ A – Z
  • ⮺ Bilder
  • ⚟ Blättern
  • ⛬ Index
  • ⣿ Inhalt
  • 📅 Datum
  • ∑ Übersicht
  • ♛ Werke
  • ✈ Themen
  • ⭳ Download
  • 📉 Statistik
  • Ω Symbol
  • ⌥ Option
  • © Original
  • + Ergänzung
  • ? Hilfe
  • ⁇ FAQ Fragen
  • ⛭ Technik
  • @ Kontakt
  • ⛉ Datenschutz
  • § Impressum

Siehe auch:

  • 52.468 Basilienkraut
  • 35.785 Basilika
  • 52.468 Basilika_2
  • 52.469 Basilika_3

* 22 Bilder dazu:

  • 3Athen
  • 16Baukunst
  • 17Baukunst
  • 18Bayern
  • 20Berlin
  • 13Bogen
  • 11Breite
  • 15Brunnen
  • 7Forum
  • 4Griechenland
  • 22Halle
  • 2Lehre
  • 19München
  • 8Pompeji
  • 6Rom
  • 5Römer
  • 10Schiffe
  • 12Säulen
  • 9Trier
  • 21Wien
  • 1_Seite 2.425
  • 14_Seite 2.426
Sie sind hier: eLexikon > Meyers > Band 2 > Seite 2.425
-A     +A