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Harzbeulen - Harze

Bild 8.194: Harzbeulen - Harze
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Harze(Resinae), aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff bestehende Pflanzenstoffe, finden sich / 312

Seite 8.194

Harze

312 Wörter, 2'290 Zeichen

Chemie — Klassifikation



Harze

(Resinae), aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff bestehende Pflanzenstoffe, finden sich weitverbreitet im Pflanzenreich, besonders in tropischen Pflanzen, kommen in allen Pflanzenteilen vor, am reichlichsten aber in den Rinden. Sie fließen als Balsame freiwillig aus oder werden durch Einschnitte, Auskochen mit Alkohol etc. gewonnen. Über ihre Entstehung ist nichts Sicheres bekannt. Sie sind stets Gemenge mehrerer harzartiger Körper und enthalten oft auch ätherisches Öl und andre Stoffe. Je nach der Konsistenz unterscheidet man Hart- und Weichharze; erstere sind hart, spröde, meist geruch- und geschmacklos, letztere lassen sich bei gewöhnlicher Temperatur kneten und zeigen oft charakteristischen Geruch und Geschmack. Ihnen schließen sich die Balsame (s. d.) an, den Hartharzen aber die fossilen oder Erdharze, wie der Bernstein. [* 2] Innige Gemische von Harzen mit Gummi und ätherischem Öl bilden die in den Pflanzen vorkommenden Gummiharze (s. d.). Die natürlichen Harze sind meistens gelb oder braun, amorph oder kristallinisch, durchsichtig oder durchscheinend, vom spez. Gew. 0,9-1,3;



Harzessenz - Harzöl

Bild 8.195: Harzessenz - Harzöl
* 3 Seite 8.195.

manche werden ¶

mehr

schon unter 100° weich, andre schmelzen erst über 300°; sie sind unlöslich in Wasser, zum Teil löslich in Alkohol, oft nur in Äther, Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Benzol, ätherischen oder fetten Ölen; manche werden erst durch Schmelzen löslich. Die Harze sind nicht flüchtig, sie brennen mit rußender Flamme [* 4] und geben bei trockner Destillation [* 5] brennbare Gase [* 6] und Öle. [* 7] In ihren physikalischen Eigenschaften stehen sie den Fetten nahe, doch besitzen sie eine vollständig abweichende Konstitution.

Einige verhalten sich gegen Basen indifferent, andre wie Säuren, und diese lösen sich in ätzenden, bisweilen auch in kohlensauren Alkalien. Von den Salzen dieser Harzsäuren (Resinaten) sind die Alkalisalze (Harzseifen) in Wasser und Alkohol löslich. Die wässerige Lösung schäumt, die Harzseife kann aber nicht wie echte Seife ausgesalzen werden. Man benutzt Harze zu Firnissen, Seifen, Kitt, Pflastern, manche als Farbstoffe und Arzneistoffe, aus den billigern werden Leuchtgas, [* 8] Harzessenzen, Harzöle etc. dargestellt.

Vgl.   Wiesner, Die technisch verwendeten Gummiarten, und Balsame (Erlang. 1869);

Thenius, Die und ihre Produkte (Wien [* 9] 1879).

Ende Harze
→ weiter zu Seite 8.195: Harzessenz ⟹ s. Harzöl.
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Quelle: Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 8. Band, Seite 194 im Internet seit 2005; Text geprüft am 24.7.2007; publiziert von Peter Hug; Abruf am 23.8.2026 mit URL:

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* 9 Bilder dazu:

  • 2Bernstein
  • 5Destillation
  • 4Flamme
  • 6Gase
  • 8Leuchtgas
  • 9Wien
  • 1_Seite 8.194
  • 3_Seite 8.195
  • 7Öle
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