Flamme
,
Flammen - Flammenblume
* 2 Flamme.
[* 2] ein an der
Luft verbrennender
Dampf- oder Gasstrom.
Alle
Körper, welche sich an der
Luft entzünden
lassen und mit Flamme
verbrennen, sind so flüchtig, daß sie bei der Entzündungstemperatur sich in
Dampf
[* 3] verwandeln, oder so
leicht zersetzbar, daß sie bei jener
Temperatur in dampf- oder gasförmige
Körper zerfallen.
Alle
Körper, welche weniger flüchtig
sind oder sich nicht in der angegebenen
Weise zersetzen, liefern keine Flamme
, sondern verbrennen beim Erhitzen
an der
Luft nur unter Erglühen.
Erhitzt man
Holz,
[* 4]
Fett,
Steinkohle etc. bei
Abschluß der
Luft, so entwickeln sich bei bestimmter
Temperatur brennbare
Gase,
[* 5] die
an einen andern
Ort geleitet und dort entzündet werden können
(Leuchtgas).
[* 6] Erhitzt man aber dieselben
Körper auf
dieselbe
Temperatur bei Zutritt der
Luft, so entzündet sich das entwickelte
Gas, sowie es sich bildet, in unmittelbarer
Nähe
der erhitzten
Körper, und es macht den
Eindruck, als ob diese selbst und nicht ihre Zersetzungsprodukte mit Flamme
verbrennen.
Diffusionsverfahren -
* 7 Diffusion. Wird ein Gasstrom entzündet, so erfolgt die
Verbrennung nur an den
Stellen, wo das
Gas mit der
Luft in Berührung
tritt, also an der
Peripherie des Gasstroms, und so bildet die Flamme
einen kegelförmigen
Mantel, welcher einen
Kern von unverbranntem
Gas einschließt. Die Gestalt, welche die Flamme
unter gewöhnlichen Umständen zeigt, hängt ab von der Gestalt
des
Querschnitts und von der
Geschwindigkeit des Gasstroms und ist modifiziert durch den Einfluß der
Diffusion.
[* 7]
Die
Luft dringt von außen in den Gasstrom ein und gelangt um so tiefer hinein, je länger sie auf denselben einwirkt.
Daher
wird der
Querschnitt der Flamme
nach obenhin mit der
Entfernung vom
Docht oder
Brenner immer kleiner, und so
entsteht die kegelförmige an welcher man den innern, nicht leuchtenden
Kern,
aus noch nicht brennenden
Gasen bestehend, den
leuchtenden
Mantel und eine nicht oder sehr wenig leuchtende äußere
Schicht unterscheidet. Zu diesen drei
Schichten kommt
dann noch die blaue, nicht leuchtende
Basis der Flamme
, welche so weit reicht, wie die
Luft frei in die Flamme
einströmen
kann.
Die
Temperatur der Flamme
ist abhängig von der
Natur des verbrennenden
Körpers und der Verbrennungsprodukte. Nicht alle
Körper
liefern nämlich bei vollständiger
Verbrennung dieselbe Wärmemenge, und die verschiedenen Verbrennungsprodukte bedürfen
überdies, um auf eine bestimmte
Temperatur gebracht zu werden, verschiedener Wärmemengen. Mischen sich
dem verbrennenden
Gas nicht brennbare
Gase, wie
Kohlensäure oder
Stickstoff, bei, so kann die
Temperatur der Flamme
so stark herabgedrückt
werden, daß sich kaum noch
Papier darin entzünden läßt.
Licht
* 8 Licht. Je nach der
Natur der in der Flamme
glühenden
Stoffe strahlt dieselbe sehr verschiedenes
Licht
[* 8] aus. Die sehr heiße Wasserstoffflamme
ist kaum sichtbar,
Schwefel brennt mit sehr schwach leuchtender blauer Flamme
, ebenso reiner
Spiritus,
[* 9] während die Flamme
unsrer
Leuchtmaterialien
mehr oder weniger weißes
Licht ausstrahlt. Im allgemeinen sind
Flammen, in welchen sich nur
Gase befinden (wie in der
Wasserstoff-,
Schwefel-, Spiritusflamme
), nicht leuchtend, während in den meisten leuchtenden
Flammen staubförmig verteilte
Körper vorhanden sind.
In der Flamme
unsrer
Leuchtmaterialien befindet sich gasförmiges
Äthylen C2H4 und wenn dieses stark erhitzt
wird, zersetzt es sich in
Methan CH4 und
Kohlenstoff. Das
Methan verbrennt und erhitzt den ausgeschiedenen
Kohlenstoff
zur Weißglut. In der nicht leuchtenden Methanflamme
strahlt also glühender
Kohlenstoff weißes
Licht
aus. Mischt man aber
Leuchtgas, welches ebenfalls
Äthylen enthält, mit
Luft, so brennt es mit blauer, nicht leuchtender Flamme, weil
der
Kohlenstoff im
Moment der Abscheidung aus dem
Äthylen durch reichlich vorhandenen
Sauerstoff verbrannt wird und daher nicht
als glühender
Körper auftreten kann.
Wärmeeffekt - Wärmelei
* 10 Wärme.Aber auch bei der Vermischung mit nicht brennbaren Gasen, wie Kohlensäure oder Stickstoff, wird die Leuchtkraft der Leuchtgasflamme vernichtet, weil die bei der Verbrennung des Gases erzeugte Wärme [* 10] zur Erhitzung der nicht brennbaren Gase verbraucht und durch die Temperatur so stark herabgesetzt wird, daß es gar nicht zur Ausscheidung von Kohlenstoff kommt. Erhitzt man aber dies Gasgemisch vor der Entzündung, so brennt es ebenfalls mit leuchtender Flamme übrigens geben Körper, die an freier Luft mit nicht leuchtender Flamme brennen, in komprimierter Luft eine leuchtende Flamme.