☰

eLexikon

Bewährtes Wissen in aktueller Form

Main

Toboso - Tocqueville

Bild 65.879: Toboso - Tocqueville
Seite 65.879.
<
Überblick der Artikel
21 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
TobosoEl, span. Stadt, s. Quintanar de la Orden. / 9
TobsuchtBezeichnung für ein gewisses äußeres Verhalten geistig Gestörter ohne strenge wissenschaftliche / 308
Tocantins(spr. -kangtíngs), einer der großen Ströme Brasiliens, entsteht unter 4° 40' südl. Br. / 220
Toccadegli(spr. -délji), richtiger Toccategli (ital., d. i. berühret sie) geschrieben, in span. Namensform / 45
Toccata(ital., von toccare, d. i. berühren), ein früher sehr gebräuchlicher Tonsatz für Tasteninstrumen / 89
ToccategliSpiel, s. Toccadegli. / 4
Toccato(ital.; frz. toquet), in den Auszügen der Trompeterchöre die vierte Stimme, die in Ermangelung / 20
Toce(spr. -tsche), Fluß in Italien, s. Tosa. / 8
Töchter der heiligen Dreifaltigkeits. Trinitarierorden. / 6
Töchter des heiligen Kreuzess. Kreuzschwestern. / 6
Tochtergemeindes. Filialgemeinde. / 3
Töchterhäusers. Frauenhäuser. / 3
Tochterkirches. Filialkirche. / 3
Tochterloges. Freimaurerei. / 3
Töchter Marienss. Angeliken. / 4
Töchterschulens. Höhere Schulen. / 4
Tochterspraches. Sprachstamm. / 3
Tockierens. Tokkieren. / 3
Tocogonia(grch.), s. Zeugung. / 4
TocopillaOrt, s. Algodonalesbai. / 4
Tocqueville(spr. tock'wil), Alexis Clérel de, franz. Publizist und Staatsmann, geb. 29. Juli 1805 zu Verneuil / 282

Seite 65.879

Toboso - Tocqueville


Fortsetzung: Tobolsk, 1) Russ. Gouvernement im nordwestl. Teil Sibiriens, zu Westsibirien gehörig (s. Karte: Sibirien.
mehr

untere, Überschwemmungen ausgesetzte Stadt zieht, ist Sitz des Gouverneurs und Bischofs von Tobolsk und Sibirien und hat (1897) 20 427 E., 20 Kirchen, darunter die Kathedrale der heil. Sophia, Mönchskloster, Denkmal Jermaks (1839 errichtet), Gymnasium, geistliches Seminar, 4 Zeitungen, 2 Buchdruckereien, 1 Buchhandlung, Stadtgarten, Staatsgefängnis, Filiale der Russischen Reichsbank, 2 Stadtbanken, Flußhafen mit Dampfschiffahrt. Betrieben werden Fischerei, [* 2] Fuhrwesen, Schiffbau, Gerbereien, Talg- und Seifensiedereien, Ziegeleien u. a. Die Handwerke werden meistens von den Verbannten (mit ihren Familienangehörigen etwa 3000) betrieben. Der frühere bedeutende Handel ist zurückgegangen.

Toboso,

El, span. Stadt, s. Quintanar de la Orden.

Tobsucht,

Bezeichnung für ein gewisses äußeres Verhalten geistig Gestörter ohne strenge wissenschaftliche Bedeutung. Tobsucht kann im Verlauf der meisten Formen von Geistesstörung gelegentlich auftreten; bei einzelnen Formen bildet sie eine regelmäßige, das Gesamtbild bestimmende Erscheinung. Die Erscheinungsweise der Tobsucht wechselt vielfach je nach der Art der zu Grunde liegenden Hirnkrankheit; insbesondere kommen in Betracht die Manie, die progressive Paralyse der Irren, die Verrücktheit, die Epilepsie u. s. w. Bei der maniakalischen Tobsucht tritt oft anfangs nur eine mäßige Aufregung hervor, die sich in nutzloser Geschäftigkeit, Schwatzhaftigkeit, ruhelosem Umherirren u. dgl. kundgiebt.

Bei höhern Graden der Erregung kommt es zu anhaltendem Gehen und Laufen, Singen und Schreien, Lachen oder Weinen, zu gewaltthätigen Handlungen, erhöhtem Geschlechtstrieb, unsittlichen und rücksichtslosen Reden und Handlungen, zu Angriffen auf Personen, Zerstörungen, Sammeln nutzloser Dinge, Zerreißen der Kleider, groben Verstößen gegen Anstand und Sitte. Der Gedankenablauf ist beschleunigt, macht sich in stundenlangem, überstürztem, unzusammenhängendem Reden, Reimen, Singen und Lärmen Luft, während der Kranke äußern Einflüssen, Zureden, völlig unzugänglich ist.

Die Stimmungen wechseln; von Lustigkeit und Übermut fällt er in mutloses, verzagtes Treiben, förmlich triebartig treten Genußsucht, Begehrlichkeit und geschlechtliche Empfindungen auf, schließlich kann es zu sinnlosem blinden Wüten und zur Raserei kommen. Während so die maniakalische Tobsucht im wesentlichen einem excessiv gesteigerten Triebleben entspricht, wird die Tobsucht der sog. Verrückten bedingt durch Wahnvorstellungen und Sinnestäuschungen aufregenden, schrecklichen Inhalts.

Hier suchen sich die Kranken vermeintlicher Gefahren zu erwehren, dringen in blinder Wut auf die Umgebung ein oder äußern laut ihre Verzweiflung u. dgl. m. Ähnliche Zustände von großer unbewußter Aufregung treten in heftigen Fiebern, z. B. im Typhus, vorübergehend auf. Besonders starke Tobsuchtszustände, die ganz plötzlich und vorübergehend eintreten, und in denen oft die schwersten Gewaltthätigkeiten, Mord und Selbstmord, begangen werden, die sog. transitorische Manie, die von Stunden bis zu Tagen dauern, entstehen meist auf epileptischer Grundlage. Diese Art der Tobsucht ist besonders in gerichtlich-mediz. Beziehung von großer Wichtigkeit.

Tocantins

Rio de Janeiro (Provin

Bild 13.845: Rio de Janeiro (Provinz und Stadt)
* 3 Rio de Janeiro (Provinz und Stadt).

(spr. -kangtíngs), einer der großen Ströme Brasiliens, entsteht unter 4° 40' südl. Br. und 49° westl. L. (von Greenwich) bei dem Fort São João de Araguaya aus der Vereinigung des Araguaya (s. d.) und des obern Tocantins. Der obere Tocantins bildet sich im Staate Goyaz aus dem Kleinen Tocantins oder Tocantins-Pequeno und dem Rio [* 3] Maranha. Der vereinigte Strom fließt nach N., zuletzt die Grenze gegen Maranhão bildend. Dann tritt er in Para ein. Etwa 300 km unterhalb der Vereinigung mit den Fluten des stärkern Araguaya erweitert er sich zu einem Ästuar, welches unterhalb Cameta oder Villa Vicoza den Namen Rio Para annimmt.

Dieses 222 km lange und an der Mündung in den Atlantischen Ocean 63,8 km breite Ästuar wird häufig als ein Nebenfluß des Amazonenstroms betrachtet, kann aber nicht einmal als ein Zwillingsstrom desselben angesehen werden, da ihre Wassermassen durch die Insel Marajo geschieden bleiben und nur durch einige schmale, aber tiefe Kanäle miteinander in Verbindung stehen. Die Stromlänge des Tocantins wird zu 2040 km, die schiffbare Strecke zu 1800 km, das ganze Flußgebiet zu 979.000 qkm angegeben. Das letztere wird hauptsächlich durch den Araguay erweitert. Die regelmäßige Benutzung als Wasserstraße fängt erst bei Porto-Imperial unter 10° südl. Br. an. Doch bereiten Riffe, Stromschnellen und Untiefen vielfache Hindernisse, so daß der Tocantins noch schlechter als der Araguaya zu befahren ist.

Toccadegli

(spr. -délji), richtiger Toccategli (ital., d. i. berühret sie) geschrieben, in span. Namensform Toccadille, ein seit dem 16. Jahrh. sehr beliebtes, jetzt fast vergessenes Spiel, das auf dem Puffbrett von zwei Personen gespielt wird und dessen Regeln von denen des Trictrac nur wenig abweichen.

Toccata

(ital., von toccare, d. i. berühren), ein früher sehr gebräuchlicher Tonsatz für Tasteninstrumente (Klavier, Orgel), der ohne festes Form- und Melodiegefüge war und mit dem Präludium und der Etüde, der Phantasie und dem Capriccio ziemlich identisch ist, auch historisch den Ausgangspunkt dieser Formen bildet. Die Toccata blühte im 16., sowie zu Anfang des 17. Jahrh., doch haben noch neuere Komponisten Stücke freiern Charakters zuweilen Toccata genannt. S. Bach hat eine Reihe von solchen großen und effektvollen Orgelsätzen Toccaten genannt, die aus einem oder zwei kurzen Motiven entwickelt sind.

Toccategli,

Spiel, s. Toccadegli. ^[= (spr. -délji), richtiger (ital., d. i. berühret sie) geschrieben, in span. Namensform ...]

Toccato

(ital.; frz. toquet), in den Auszügen der Trompeterchöre die vierte Stimme, die in Ermangelung der Pauken die Grundstimme bildet.

Toce

Italien

Bild 9.53a: Italien
* 4 Italien.

(spr. -tsche), Fluß in Italien, [* 4] s. Tosa. ^[= ital. Toggia, Fluß im nördlichsten Teile der ital. Provinz Novara in Piemont, nach dem ...]

Töchter

der heiligen Dreifaltigkeit, s. Trinitarierorden. ^[= oder Dreifaltigkeitsorden, zwei religiöse Genossenschaften, in Frankreich gestiftet, um christl. ...]

Töchter

des heiligen Kreuzes, s. Kreuzschwestern.

Tochtergemeinde,

s. Filialgemeinde.

Töchterhäuser,

s. Frauenhäuser.

Tochterkirche,

s. Filialkirche.

Tochterloge,

s. Freimaurerei.

Töchter

Mariens, s. Angeliken. ^[= (Angelicae), Engelschwestern, die Mitglieder einer von der Gräfin Luise Torelli von Guastalla ...]

Töchterschulen,

s. Höhere ^[= s. Bludenz.] Schulen.

Tochtersprache,

s. Sprachstamm. ^[= oder Sprachfamilie, die Gesamtheit mehrerer aus einer Grundsprache abzuleitender Sprachen, wie ...] [* 5]

Tockieren,

s. Tokkieren. ^[= (vom ital. toccare, berühren), in der Malerei die Farben in kurzen Pinselstrichen auftragen, ...]

Tocogonia

(grch.), s. Zeugung.

Tocopilla,

Ort, s. Algodonalesbai. ^[= Bucht des Großen Oceans, an der Küste von Chile, ungefähr 40 km nördlich von Cobija, ist ...]

Tocqueville



Tocussa - Tod

Bild 65.880: Tocussa - Tod
* 7 Seite 65.880.

(spr. tock'wil), Alexis Clérel de, franz. Publizist und Staatsmann, geb. 29. Juli 1805 zu Verneuil (Seine-et-Oise), wurde nach Beendigung seiner jurist. Studien 1826 zum Instruktionsrichter in Versailles [* 6] ernannt und 1831 von der Regierung beauftragt, das Strafsystem in den ¶

mehr

Vereinigten [* 8] Staaten von Amerika [* 9] zu studieren. Tocqueville brachte von da sein Hauptwerk zurück: «La démocratie en Amérique» (2 Bde., Par. 1835 u. d.),

das man Montesquieus «Espit des lois» an die Seite gestellt hat. Das Buch erhielt 1836 den Preis Montyon von der Akademie, deren Mitglied Tocqueville 1841 wurde. 1839 wurde Tocqueville Deputierter und gehörte bis 1848 zur gemäßigten Opposition. Nach der Februarrevolution in die Konstituierende Nationalversammlung abgeordnet, bekämpfte er den Socialismus und stimmte mit der monarchischen Rechten. Als Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung übernahm er 1849 das Portefeuille des Auswärtigen, trat aber aus dem Ministerium, als Ludwig Napoleon in der Botschaft vom 31. Okt. sein eigenes Regierungssystem schärfer betonte.

Als einfacher Volksrepräsentant opponierte er seitdem gegen die persönliche Politik des Präsidenten der Republik und erwies sich als einen der letzten Verteidiger des parlamentarischen Regiments. Beim Staatsstreich wurde er 2. Dez. 1851 verhaftet, aber bald wieder in Freiheit gesetzt, zog sich dann ins Privatleben zurück und starb 16. April 1859 zu Cannes. Außer dem genannten Hauptwerk T.s sind noch zu nennen seine «Histoire philosophique du règne de Louis XV» (2 Bde., Par. 1846; 2. Aufl. 1847, deutsch von Boscowitz, Lpz. 1857),

sein «Coup d'œil sur le règne de Louis XVI» (1850) und «L'ancien régime et la révolution» (1856). Von diesem Buch sind die spätern Taineschen Arbeiten stark beeinflußt. Seine «Œvres complétes» erschienen in 9 Bänden (Par. 1860-66). -

Vgl.   Jaques, Alexis de Tocqueville (Wien [* 10] 1876);

Tocqueville, Souvenirs de Alexis de Tocqueville (Par. 1893).

Ende Tocqueville
→ weiter zu Seite 65.880: Tocussa ⟹ Pflanze, s. Eleusine.
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 877 [Suche = 65.879] im Internet seit 2005; Text geprüft am 17.4.2017; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0879

◄◄ .     ►►

Menü
map
  • ⁝ Home
  • 🗁 öffne ...
  • > 🗍 Seite 65.879
  • ? Seite
  • Aalmutter
  • ? Artikel
  • (kurz)
  • ∫ Portal
  • ☛ A – Z
  • ⮺ Bilder
  • ⚟ Blättern
  • ⛬ Index
  • ⣿ Inhalt
  • 📅 Datum
  • ∑ Übersicht
  • ♛ Werke
  • ✈ Themen
  • ⭳ Download
  • 📉 Statistik
  • Ω Symbol
  • ⌥ Option
  • © Original
  • + Ergänzung
  • ? Hilfe
  • ⁇ FAQ Fragen
  • ⛭ Technik
  • @ Kontakt
  • ⛉ Datenschutz
  • § Impressum

Siehe auch:

  • 15.734 Toboso
  • 15.734 Tobsucht
  • 15.734 Tocantins
  • 15.734 Toccata
  • 15.734 Toccato
  • 15.734 Toce
  • 15.735 Tockieren
  • 15.735 Tocopilla
  • 15.735 Tocqueville

* 10 Bilder dazu:

  • 9Amerika
  • 2Fischerei
  • 4Italien
  • 3Rio
  • 5Sprachstamm
  • 8Vereinigten
  • 6Versailles
  • 10Wien
  • 1_Seite 65.879
  • 7_Seite 65.880
Sie sind hier: eLexikon > Brockhaus > Band 65 > Seite 65.879
-A     +A