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den Grafen von Barcelona [* 2] regiert wurde.
Hauptstadt war Barcelona.
Spanischer Befreiungsk
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den Grafen von Barcelona [* 2] regiert wurde.
Hauptstadt war Barcelona.
Befreiungskrieg, s. Französisch-Spanisch-Portugiesischer Krieg von 1807 bis 1814.
Bock, [* 3] Folterinstrument, s. Bock, ^[= # Karl Ernst, Anatom und populär-mediz. Schriftsteller, geb. 21. Febr. 1809 zu Leipzig, Sohn ...] polnischer.
Spanischer Ginster - S
* 4 Spanische.[* 4] Reiter, s. Spanischer Reiter. ^[= Friesischer Reiter, ein 5–6 m langer, starker Balken, der kreuzweise mit spitzen Pfählen ...]
Erbfolgekrieg (1701–13 [14]). Da das habsburg. Königshaus in Spanien [* 5] mit dem kinderlosen Karl II. (1665–1700) auszusterben drohte, setzte schon lange vor dessen Tode die span. Erbfolgefrage die Diplomatie der europ. Mächte in Bewegung. Ludwig XIV. von Frankreich wollte die Verzichtleistung seiner Gemahlin Maria Theresia, ältern Schwester Karls II., nicht anerkennen, weil niemand die Rechte seiner Nachkommen veräußern, noch ein Reichsgesetz willkürlich beseitigen könne.
Kaiser Leopold I., Gemahl der jüngern Schwester Karls II., Margaretes, hatte zwar seine Tochter Maria Antonia, Gemahlin des bayr. Kurfürsten Max Emanuel, zum Verzicht auf ihre Erbansprüche bestimmt, aber dieser Verzicht mußte nicht minder anfechtbar erscheinen. Und so schien es eine glückliche Lösung zu sein, als es durch das Betreiben Hollands und Englands zum Haager Teilungsvertrage vom kam, wonach der bayr. Kurprinz Joseph Ferdinand das span. Mutterland und die Kolonien, sein Vater Max Emanuel die Statthalterschaft der Niederlande [* 6] erhalten, Frankreich und Österreich [* 7] die übrigen Länder des span. Erbes unter sich teilen sollten.
Mailand (Stadtteile, P
* 8 Mailand.Erbittert über solche Einmischung fremder Mächte, hatte Karl schon seinen Großneffen Joseph Ferdinand zum Gesamterben eingesetzt, als dieser plötzlich starb (Febr. 1699). Leopold verlangte jetzt die span. Besitzungen für seinen Sohn Erzherzog Karl, spätern Karl VI., und Mailand [* 8] für sich; Ludwig dasselbe für seinen Enkel, Herzog Philipp von Anjou, und für sich eine Art Schutzherrschaft über denselben. Nach langem Ränkespiel siegte der franz. Einfluß. Karl hatte vor seinem Tode in geheimer Urkunde Philipp als Erben eingesetzt.
Ludwig, die frühern Abmachungen mit den Seemächten mißachtend, nahm das Vermächtnis an und entsandte Philipp als König über die span. Grenze. Fast zu gleicher Zeit verdrängte Kurfürst Max Emanuel mit franz. Hilfstruppen die holländ. Besatzungen aus den Grenzstädten, weil jetzt die span. Niederlande nicht mehr gegen Frankreich geschützt zu werden brauchten. Daneben wurde Ludwigs Absicht offenkundig, Engländer und Holländer von den südamerik.
Haag
* 9 Haag.Häfen auszuschließen und statt des Oraniers Wilhelm III. den Stuartprätendenten Jakob Eduard (s. d.) als König von England anzuerkennen. Dieser Gefahr franz. Suprematie gegenüber erklärten die Seestaaten ihre Interessen als gemeinschaftliche und schlossen mit dem Kaiser ein Schutz- und Trutzbündnis im Haag [* 9] ab, welches dank dem Einfluß Marlboroughs und seiner Frau nach Wilhelms III. jähem Tode, auch von Königin Anna aufrecht erhalten wurde.
Inzwischen hatte Kaiser Leopold, dem die meisten Reichsfürsten, besonders Kurfürst Friedrich von Brandenburg, [* 10] zur Seite standen, Prinz Eugen von Savoyen nach Italien [* 11] geschickt, der den Marschall Villeroi bei Chiari schlug und in Cremona gefangen nahm. Markgraf Ludwig von Baden [* 12] verhinderte am Ober- und Niederrhein als Oberbefehlshaber des Reichsheers die Verbindung der Franzosen und Bayern; [* 13] Marlborough (s. d.), an der Spitze von 60000 Mann und mit den übrigen Verbündeten vereinigt, zwang die Franzosen, das Kurfürstentum Köln [* 14] zu räumen.
Tirol
* 16 Tirol.Der abgefallene Kurfürst Joseph Clemens mußte nach Frankreich fliehen. Doch gelang es dem franz. Feldherrn Villars, Okt. 1702 Kehl zu besetzen, nach Schwaben vorzudringen und dem Kurfürsten von Bayern Ulm [* 15] zu nehmen. Letzterer brach im Juni 1703 mit einem bayr.-franz. Heere nach Tirol [* 16] auf, zu dessen Eroberung sich Vendôme mit ihm verbinden sollte. Allein dies wurde durch einen blutigen Volksaufstand der Tiroler verhindert. Doch behauptete Max Emanuel Kufstein und Regensburg [* 17] und eroberte Augsburg [* 18] und Passau, [* 19] während Vauban Altbreisach nahm, Marschall Tallard die Rückgabe Landaus erzwang und Vendôme den größten Teil Piemonts besetzte.
In Spanien war inzwischen die althabsburg. Anhänglichkeit des Adels wieder erwacht; ein engl.-holländ. Geschwader landete in Cadiz; [* 20] König Dom Pedro II. von Portugal schloß sich den Verbündeten an, und landete Erzherzog Karl als König Karl III. mit einem engl.-holländ. Geschwader in Lissabon. [* 21] Die nächsten großen Entscheidungen fielen aber auf deutschem Boden. Tallard, Marsin und Max Emanuel waren im Mai 1704 bei Villingen vereinigt, Mitte Juni Marlborough und Prinz Eugen bei Großheppach.
Orléans (Stadt)
* 22 Orléans.Die Bayern wurden 2. Juli am Schellenberg geschlagen, und bei Hochstädt (Blenheim) erfochten Eugen und Marlborough 13. Aug. einen Sieg, der Frankreichs Kriegsmacht den empfindlichsten Stoß versetzte. Marlborough, nach Leopolds I. Tode vom Kaiser Joseph I. zum Fürsten des Reichs erhoben, ging nach den Niederlanden, erfocht bei Ramillies einen glänzenden Sieg über Max Emanuel und Villeroi und ließ überall den span. König Karl III. als Herrn der Niederlande ausrufen. Einen nicht minder wichtigen Sieg erfocht Prinz Eugen über das 80000 Mann starke Heer des Herzogs von Orléans [* 22] und Marsins 7. Sept. bei Turin, [* 23] wo sich besonders die Preußen [* 24] unter Leopold von Dessau [* 25] auszeichneten. Piemont und das Mailändische waren jetzt von den Franzosen gesäubert, und das ganze span. Italien, auch Sicilien und Sardinien, [* 26] huldigte im nächsten Jahre dem Hause Habsburg.
Am war Ludwig von Baden, der so lange die Linien von Stollhofen und Bühl gegen die Franzosen verteidigt hatte, gestorben, und nun rückte Marschall Villars, die Linien durchbrechend, bis Schwaben und Franken vor. Die Franzosen wurden erst wieder zurückgedrängt, als der Kurfürst von Hannover [* 27] Oberbefehlshaber wurde. In Spanien blieb die Entscheidung zwischen Philipp V. und Karl III. lange zweifelhaft. Nach den Kämpfen an der Sierra Estrella zog sich das span. Heer unter Berwick, von den Portugiesen verfolgt, wieder über die Grenze zurück.
Die Engländer benutzten die Kriegswirren, um unter Führung des Landgrafen Georg von Hessen-Darmstadt sich Gibraltars, das Franzosen und Spanier dann vergebens belagerten, durch einen Handstreich zu bemächtigen. Ein Jahr darauf fuhr Lord Peterborough von Gibraltar [* 28] aus mit Georg von Hessen [* 29] und Karl nach Catalonien, dessen Bevölkerung [* 30] durch den Habsburger ihre alten Freiheiten wiederzuerlangen hoffte. Georg fiel bei der Erstürmung Montjuichs,der Burg von Barcelona, und diese Stadt huldigte 24. Okt. König Karl III. (VI.). ¶
Spanien schien für Philipp V. verloren, als derselbe im Mai 1706 nach dem gescheiterten Angriff seiner und der franz. Truppen auf Barcelona sich zunächst nach Madrid [* 32] und dann vor dem Anmarsche des portug. Heers von dort nach Burgos hatte zurückziehen müssen. Allein Karl III. versäumte die kostbare Zeit bis zum Herbst und mußte, von dem Heere Berwicks und den castil. Freischaren bedroht, auf den Vormarsch nach Madrid verzichten, wo Philipp 27. Okt. mit Begeisterung begrüßt wurde. Nach der Niederlage der Verbündeten bei Almanza blieb Karls III. Herrschaft auf Catalonien beschränkt. Auch die Belagerung Toulons durch eine engl. Flotte und die kaiserl.-ital. Landtruppen mußte aufgegeben werden.
Aber umsonst suchte Ludwig die Verstimmung der Engländer über solche Mißerfolge und die Eifersucht Hollands auf das durch die Union Schottlands und Englands geschaffene Großbritannien [* 33] zur Anknüpfung von Friedensunterhandlungen zu verwerten. Marlborough wußte seine Regierung neuerdings zur Fortsetzung des Krieges zu bewegen, der sich ihnen auch alsbald durch die Wegnahme Menorcas und einen vorteilhaften Handelsvertrag mit Karl III. lohnte. Der Plan Ludwigs, den Prätendenten Jakob Eduard mit einem Heer nach Schottland zu schicken, scheiterte an der Wachsamkeit der engl. Flotte, und trugen Eugen und Marlborough bei Oudenaarde einen Sieg über die Franzosen unter Vendôme davon, in dessen Folge dieselben auf Flandern und Brabant verzichten mußten.
Als aber dem jetzt wiederum Frieden suchenden franz. König zugemutet wurde, nicht bloß die gesamte span. Monarchie Karl III. zu überlassen, Elsaß, die Freigrafschaft, die lothr. Bistümer herauszugeben, sondern auch zur Vertreibung seines Enkels aus Spanien mitzuwirken, beschloß er nochmals den Krieg fortzusetzen. Zunächst freilich wurde sein Feldherr Villars in der blutigen Schlacht von Malplaquet geschlagen, und Ludwig selbst glaubte seinem Enkel raten zu sollen, auf Spanien zu verzichten und sich mit Sicilien und Sardinien zu begnügen. Aber letzterer blieb, auf die Anhänglichkeit der Castilier bauend, standhaft und zog mit Marschall Vendôme gegen Karl III., der sich schon wieder in Madrid sicher gefühlt hatte, zu Felde. Bei Brisunga wurde der engl. Befehlshaber Stanhope gefangen, Starhemberg bei Villa-Viciosa geschlagen; Karl III. verblieb wieder weiter nichts als Barcelona.
London
* 34 London.In London [* 34] fielen zu gleicher Zeit Marlboroughs Anhänger als Opfer von Hofränken, und die Tories ließen in Versailles [* 35] unter der Hand [* 36] wissen, daß man zum Frieden geneigt sei. Kaiser Joseph I. starb und die Aussicht, die Kronen [* 37] Spaniens und Österreichs auf einem Haupte vereinigt zu sehen, war für die andern Mächte nicht erfreulich.
Die engl. Politik war nur noch darauf bedacht, in Spanien die neuen Erwerbungen, Gibraltar und Port-Mahon festzuhalten. Marlborough, des Unterschleifs überwiesen, wurde im Oberbefehl durch den Jakobiten Herzog von Ormonde ersetzt, der den Krieg nur noch zum Schein fortsetzte, so daß Villars bei Denain an der Schelde Vorteile über Eugen und die Holländer erringen konnte. Als nun vollends Philipp V. sein Recht auf die Thronfolge in Frankreich für erloschen erklärte und Ludwig XIV. dieser Entsagung staatsrechtliche Geltung verlieh, kam es zum Waffenstillstand zwischen England und Frankreich, dem Holland notgedrungen beitrat. Den langen Friedensunterhandlungen in Utrecht, [* 38] denen durch die geheimen Abmachungen zwischen Marlboroughs Gegner, Lord Bolingbroke, und dem franz. Gesandten Torcy vorgearbeitet war, folgte der Utrechter Friede (s. d.).
Landak - Landbanken
* 39 Landau.Kaiser Karl VI. ermächtigte nach längerm Sträuben, als Landau [* 39] und Freiburg [* 40] in die Hände der Franzosen gefallen waren, und weil Norddeutschland im Kriege mit Schweden [* 41] war, den Prinzen Eugen zum Waffenstillstand mit Villars und genehmigte dann den Frieden von Rastatt [* 42] (s. d.) vom März 1714, dem das Deutsche Reich [* 43] zu Baden (Aargau) 7. Sept. beitrat. In Spanien hatte Barcelona ein Jahr lang dem span.-franz. Heere unter Marschall Berwick tapfer widerstanden, bis es erstürmt wurde. Unter den Trümmern Barcelonas blieben auch die alten Sonderrechte Cataloniens, Aragoniens und Valencias begraben.
Litteratur. Mahon, History of the war of succession in Spain (Lond. 1832);
Kriegs- und Staatsschriften des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden über den S. E. (2 Bde., Karlsr. 1850);
von Noorden, Europ. Geschichte, Tl. 1 (3 Bde., Düsseld. 1870–82);
de Reynald, Louis XIV et Guillaume III (2 Bde., Par. 1882);
Courcy, La coalition de 1701 contre la France (2 Bde., ebd. 1886);
Parnell, The war of succession in Spain 1702–11 (Lond. 1888);
Legrelle, La diplomatie française et la succession d’Espagne (4 Bde., Par. 1895).
–
Vgl. ferner die Litteratur unter Eugen, Prinz von Savoyen.