hatte zur Folge, daß ein ital. Anarchist aus
Rache den Ministerpräsidenten
Canovas auf offener
Straße in
Santa Agueda
erschoß. Zu seinem Nachfolger wurde der Kriegsminister Azcarraga ernannt, der das gesamte bisherige Ministerium beibehielt;
da er aber zwischen den verschiedenen Gruppen der Konservativen keine Verständigung herbeizuführen vermochte, so
reichte er schon 30. Sept. seine Entlassung ein, worauf die Königin-Regentin Sagasta von neuem zur Leitung der
Geschäfte berief.
Das liberale
Kabinett, das 4. Okt. unter Sagastas
Führung zusammentrat, sah seine nächste
Aufgabe in der Beruhigung der aufständischen
Kolonien und hatte in der That die Genugthuung, daß sich im Dez. 1897 die Insurgentenführer auf
den Philippinen unterwarfen. Weniger günstig war die
Lage auf
Cuba. Die Erfolglosigkeit des von
General Weyler befolgten
Systems
hatte die
Vereinigten Staaten
[* 2] zu einem Interventionsanerbieten veranlaßt, das allerdings von der span.
Regierung zurückgewiesen wurde, doch sah man sich genötigt, andere Maßregeln zur Pacificierung der
Insel zu
ergreifen. Zunächst wurde
General Weyler abberufen und
GeneralBlanco zu seinem Nachfolger ernannt. Sodann beschloß man,
Cuba
und Portoriko weitgehende
Autonomie mit eigenen Kammern und eigenen Ministern, jedoch unter Aufrechterhaltung der span.
Oberhoheit, zu erteilen.
eine feine Sorte Schnupftabak, die ursprünglich in
Amerika
[* 11] und
Spanien aus rotgefärbten Habanablättern
gemacht wurde. - S. oder
Spanner ist auch die Bezeichnung für die Raupe des Frostschmetterlings (s. d.).
[* 12]Eisenbahnen. Das span.
Eisenbahnnetz umfaßte insgesamt 12 147 km im Betriebe befindlicher Eisenbahnen,
so daß auf 100 qkm Flächenraum 2,4 km und auf 10000 E. 6,9 km Eisenbahnen kamen. Der Eisenbahnbau
[* 14] begann
in
Spanien erst verhältnismäßig spät.
Die erste Lokomotivbahn war die von engl.
Unternehmern mit Unterstützung der Regierung
erbaute und eröffnete Linie von
Barcelona nach
Mataro (28 km); es folgte die
Bahn von Madrid
[* 15] nach
Aranjuez (48 km).
Die ersteTrambahn und zwar die schmalspurige
BergwerksbahnBilbao
[* 16] nach las
Arenas (13 km) wurde Ende 1872 eröffnet.
Von den konzessionierten (und im Betriebe befindlichen) Bahnen hatten 13 315 (10 068) km normale und 3506 (1689)
km schmale Spurweite. Von den Linien der größern Trambahnunternehmungen befanden sich 97 km in der ProvinzBarcelona, 64 km
in Madrid, 60 in Valencia, 45 in Valladolid, 42 in Biscaya, 34 in Gerona und 28 in Castellon.
Die S. E. sind ausschließlich Privatbahnen;
[* 28] sie sind im Besitze von ungefähr 70 Gesellschaften und sind meist durch engl.
und franz. Unternehmer mit Staatsunterstützung hergestellt worden. Bis Ende 1890 betrugen diese Unterstützungen im ganzen
bereits 693 075 618 Pesetas (1 Peseta = 0,80 M.).
Anmerkung: Im J. 1894 wurden auf 11 046 km Bahnen, worüber Angaben vorliegen, 34 046 201 Reisende befördert. Es
verunglückten 519 Personen (166 Reisende), von welchen 144 (27 Reisende) getötet wurden. Die oft wenig abweichenden Angaben
in den Längen gegen die Angaben der Tabelle B beruhen auf anderweiten statist. Berechnungen.