☰

eLexikon

Bewährtes Wissen in aktueller Form

Main

Hülsengewächse - Hults

Bild 8.784: Hülsengewächse - Hultsch
Seite 8.784.
<
Überblick der Artikel
6 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Hülsengewächse(hülsenfrüchtige Pflanzen), s. v. w. Leguminosen. / 5
Hülsenwurms. Bandwürmer, S. 316. / 5
Hülsenwürmers. Köcherjungfern. / 3
HülßeJulius Ambrosius, Technolog, geb. 2. Mai 1812 zu Leipzig, studierte daselbst und auf der Bergakademi / 197
HulstStadt und ehemals starke Festung in der niederländ. Provinz Zeeland, mit dem Kanal Terneuzen-Gent / 105
HultschFriedrich, Philolog und Altertumsforscher, geb. 22. Juli 1833 zu Dresden, studierte 1851 bis / 146

Seite 8.784

Hülsengewächse - Hultsch


Fortsetzung: Hülsenfrüchte, die Samen vieler Papilionaceen, welche als Nahrungsmittel benutzt werden. Die wichtigsten H.
mehr

die Getreidearten. Die quantitative Zusammensetzung ergibt sich aus folgender Tabelle (vgl. auch die auf der Tafel »Nahrungsmittel« [* 2] gegebene graphische Darstellung derselben):

Ar­ten Legum. und Eiweiß Stärkmehl und Dextrin Fett Cellu­lose Salze Was­ser
Buff- oder Feldboh­nen Mini­mum 13.75 42.80 1.20 4.53 1.80 11.00
Maxi­mum 28.19 53.29 2.80 11.57 4.65 19.70
Mittel 23.66 49.25 1.63 7.47 3.15 14.84
Schminkboh­nen Mini­mum 20.06 45.40 1.06 3.71 3.00 8.33
Maxi­mum 27.50 59.67 3.00 4.34 4.04 19.30
Mittel 23.12 53.63 2.28 3.84 3.53 13.60
Erb­sen Mini­mum 18.56 41.90 0.64 2.22 1.76 11.01
Maxi­mum 27.14 59.38 3.30 10.00 3.49 22.12
Mittel 22.63 53.24 1.72 5.45 2.65 14.31
Lin­sen Mini­mum 22.00 44.00 1.04 3.27 2.20 10.49
Maxi­mum 29.00 59.07 2.50 3.92 2.79 15.40
Mittel 24.81 54.78 1.85 3.58 2.47 12.51
Erdnuß   28.25 7.16 46.37 13.78 3.25 6.50
Sojabohne   38.29 26.20 18.71 5.33 4.56 6.91
Gelbe Lupine   35.32 29.17 4.97 14.15 3.78 12.61

Linsen sind, was den Gehalt an eiweißartigen Bestandteilen betrifft, beinahe so viel wert wie ihr dreifaches Gewicht Weizenbrot und lassen alles Fleisch weit hinter sich. Erbsen sind in dieser Hinsicht so viel wert wie Kalbfleisch und Schminkbohnen beinahe so viel wie Taubenfleisch, welches durch seinen Reichtum an stickstoffhaltigen Nahrungsstoffen alle Fleischarten übertrifft. Dem hohen Nahrungswert der Hülsenfrüchte (sie bilden das konzentrierteste Nahrungsmittel, welches wir besitzen) steht schwerere Verdaulichkeit gegenüber, welche nur durch zweckmäßige Zubereitung einigermaßen gehoben werden kann.

Mehemed Pascha Kibrisl

Bild 11.426: Mehemed Pascha Kibrisli - Mehl
* 3 Mehl.

Zur Brotbereitung eignet sich das Mehl [* 3] der Hülsenfrüchte wenig und wird auch nur an wenigen Orten dazu benutzt. Robustern Konstitutionen sind die Hülsenfrüchte höchst zuträglich, ihrer Kultur wird aber selten diejenige Aufmerksamkeit gewidmet, welche ihnen auch als Ackerfrüchten gebührt. Die große Unsicherheit ihres Gedeihens und ihre geringe Ertragsfähigkeit mögen vornehmlich an dieser Vernachlässigung schuld sein. Ein großer Teil der kultivierten Hülsenfrüchte, besonders Erbsen und Bohnen, wird im unreifen Zustand als schmackhaftes und leichtverdauliches Gemüse (s. d.) genossen; die reifen Samen [* 4] dagegen sind in Mitteleuropa verhältnismäßig wenig beliebt, und es werden daher immer noch bedeutende Mengen aus Deutschland, [* 5] hauptsächlich nach England, Norwegen [* 6] und Schweden, Belgien [* 7] und Dänemark, [* 8] ausgeführt. - Die Benutzung der Hülsenfrüchte ist uralt, und besonders die Ackerbohne diente schon in frühster Zeit als Nahrungsmittel.

Tempel (kunstgeschicht

Bild 15.581: Tempel (kunstgeschichtlich)
* 9 Tempel.

Auf dem Weg nach Eleusis stand ein dem Bohnengott Kyametes geweihter Tempel; [* 9] den Ägyptern dagegen galt diese Bohne als unrein; schon 2800 v. Chr. wurde sie in China [* 10] eingeführt. Auch Lupinus hirsutus wurde von den alten Griechen kultiviert und diente ärmern Leuten sowie den Cynikern zur Nahrung; die Linse [* 11] wurde von den Griechen, Juden und Ägyptern gebaut; auch die Erbse war im Altertum geschätzt, und in Indien muß ihre Kultur in eine ferne Zeit zurückgehen, während die Linse erst in neuerer Zeit in Bengalen Eingang fand. Bohnen, Erbsen und Kichererbsen fanden sich auf den Musterwirtschaften Karls d. Gr. und sind jetzt beinahe über die ganze Erde verbreitet.

Vgl.   Schertler, Anwendung des spezifischen Gewichts als Mittel zur Wertbestimmung der Kartoffeln, Cerealien und Hülsenfrüchte (Wien [* 12] 1873).

Hülsengewächse

(hülsenfrüchtige Pflanzen), s. v. w. Leguminosen. ^[= (Hülsenfrüchtige), Ordnung im natürlichen Pflanzensystem unter den Dikotyledonen und Polypetalen, ...] [* 13]

Hülsenwurm,

s. Bandwürmer, ^[= (Cestodes Rud.), Ordnung der Platoden (s. d.) oder Plattwürmer, lassen sich als durch den Parasitis ...] S. 316.

Hülsenwürmer,

s. Köcherjungfern. ^[= (Frühlingsfliegen, schmetterlingshafte Wassermotten, Phryganeodea Burm.), Familie aus der Ordnung ...]

Hülße,

Leipzig

Bild 10.662a: Leipzig
* 14 Leipzig.

Julius Ambrosius, Technolog, geb. 2. Mai 1812 zu Leipzig, [* 14] studierte daselbst und auf der Bergakademie in Freiberg [* 15] Mathematik und Naturwissenschaften, ward 1834 Lehrer der Mathematik, Physik und Technologie an der Handelslehranstalt, 1837 Lehrer der Mathematik am Nikolaigymnasium seiner Vaterstadt und 1840 Professor und Direktor der königlichen Gewerbe- und Baugewerkschule zu Chemnitz, [* 16] die unter seiner Leitung auch mit einer landwirtschaftlichen Abteilung versehen ward. 1850 ward er als Direktor der polytechnischen Schule nach Dresden [* 17] berufen.

Seit 1858 war er Mitglied und 1861 Vorsitzender der Normaleichungskommission und dann bei der Bearbeitung der Eichordnung des Norddeutschen Bundes und später des Deutschen Reichs als Mitglied der dazu niedergesetzten Kommission mit thätig. In den Jahren 1849 und 1869 ward er in die Zweite Kammer der sächsischen Ständeversammlung gewählt; 1863 wurde er Vorsitzender der technischen Deputation im Ministerium des Innern. Er starb 26. Juni 1876 in Dresden. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: »Allgemeine Maschinen-Encyklopädie« (Leipz. 1839-44, 2 Bde. mit Atlas); [* 18]

»Sammlung mathematischer Tafeln« (das. 1840, 2. Aufl. 1849);

»Die Kammgarnfabrikation« (Stuttg. 1861);

»Die Technik der Baumwollspinnerei« (2. Aufl., das. 1863);

auch beteiligte er sich 1834-50 an der Herausgabe des »Polytechnischen Zentralblattes« und besorgte die neue Stereotypausgabe der Vegaschen »Logarithmen« (Leipz. 1839 u. öfter).

Hulst,

Festung (Allgemeines;

Bild 6.180: Festung (Allgemeines; Festungsbau, Geschichtliches)
* 19 Festung.

Stadt und ehemals starke Festung [* 19] in der niederländ. Provinz Zeeland, mit dem Kanal [* 20] Terneuzen-Gent durch einen Seitenkanal verbunden und an der Eisenbahn Mecheln-Terneuzen, hat eine schöne, zur Hälfte zwischen den Reformierten und den Katholiken geteilte Kirche (beide Teile sind durch eine dicke Mauer getrennt) und (1883) 2390 Einw. -

Die Stadt wurde 1578 von den Holländern den Spaniern abgenommen, 1583 vom Herzog von Parma [* 21] wieder für Spanien, [* 22] 1591 von Moritz von Oranien für die Generalstaaten, 1596 von dem Erzherzog Albert, 1615 aber von Friedrich Heinrich von Oranien definitiv für die Holländer erobert. Eine Belagerung der Festung durch die Franzosen 1702, von Vauban geleitet, blieb erfolglos.

Hultsch,

Friedrich, Philolog und Altertumsforscher, geb. 22. Juli 1833 zu Dresden, studierte 1851 bis 1855 in Leipzig, wurde 1857 Adjunkt an der Nikolaischule daselbst, 1858 Lehrer in Zwickau [* 23] und 1861 an der Kreuzschule zu Dresden, der er seit 1868 als Rektor vorsteht. Hultsch hat sich bisher vorzugsweise um die antike Metrologie und die Texteskritik der alten Mathematiker verdient gemacht. Seine Hauptwerke sind: »Griechische und römische Metrologie« (Berl. 1862, 2. Bearbeitung 1882) und die Ausgabe der »Scriptores metrologici graeci et romani« (Leipz. 1864-66, 2 Bde.);

ferner die kritischen Bearbeitungen der Geometrie und Stereometrie des Heron (Berl. 1864),

der mathematischen Sammlung des Pappos (das. 1875-78, 3 Bde.) und der Schriften des Autolykos über »die sich bewegende Sphäre« und den Auf- und Untergang der Fixsterne [* 24] (Leipz. 1885).

Außerdem lieferte er Textausgaben des Werkes »De die natali« von Censorinus (Leipz. 1867) und des Geschichtswerkes des Polybios (Berl. 1867-1872, 4 Bde.). ¶

Ende Hultsch
→ weiter zu Seite 8.785: Hultschin ⟹ Stadt im preuß. Regierungsbezirk Oppeln, Kreis Ratibor, unweit der Oppa und der österreichischen
Quelle: Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 8. Band, Seite 784 im Internet seit 2005; Text geprüft am 24.7.2007; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//08_0784

◄◄ .     ►►

Menü
map
  • ⁝ Home
  • 🗁 öffne ...
  • > 🗍 Seite 8.784
  • ? Seite
  • Aalmutter
  • ? Artikel
  • (kurz)
  • ∫ Portal
  • ☛ A – Z
  • ⮺ Bilder
  • ⚟ Blättern
  • ⛬ Index
  • ⣿ Inhalt
  • 📅 Datum
  • ∑ Übersicht
  • ♛ Werke
  • ✈ Themen
  • ⭳ Download
  • 📉 Statistik
  • Ω Symbol
  • ⌥ Option
  • © Original
  • + Ergänzung
  • ? Hilfe
  • ⁇ FAQ Fragen
  • ⛭ Technik
  • @ Kontakt
  • ⛉ Datenschutz
  • § Impressum

Siehe auch:

  • 8.785 Hultschin
  • 59.417 Hultschin_2

* 24 Bilder dazu:

  • 18Atlas
  • 7Belgien
  • 16Chemnitz
  • 10China
  • 5Deutschland
  • 17Dresden
  • 8Dänemark
  • 19Festung
  • 24Fixsterne
  • 15Freiberg
  • 20Kanal
  • 13Leguminosen
  • 14Leipzig
  • 11Linse
  • 3Mehl
  • 2Nahrungsmittel
  • 6Norwegen
  • 21Parma
  • 4Samen
  • 22Spanien
  • 9Tempel
  • 12Wien
  • 23Zwickau
  • 1_Seite 8.784
Sie sind hier: eLexikon > Meyers > Band 8 > Seite 8.784
-A     +A