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Alava - Alba

Bild 1.279: Alava - Alba
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Alava# Michael Richard d', span. General und Diplomat, geb. 1771 zu Vitoria, diente anfangs auf der / 247
Alayrac(spr. (alärack), Nicolas d', franz. Opernkomponist, geb. 10. April 1753 zu Mouret bei Toulouse, / 55
Alb# s. Alp und Elfen. / 5
Alb _2# (Rauhe), s. Jura (Deutscher). / 5
Alb _3# zwei Nebenflüsse des Rheins im Großherzogtum Baden: die südliche A., welche im Schwarzwald / 42
Alba# (lat.), das bis zu den Füßen reichende, um die Hüften gegürtete Chorhemd von weißer Leinwand, / 163
Alba _2# 1) Kreishauptstadt in der oberital. Provinz Cuneo, rechts am Tanaro und an der Eisenbahn Alessandria / 116
Alba _3# Ferdinand Alvarez de Toledo, Herzog von, span. Feldherr und Staatsmann, geb. 1508, stammte aus / 776

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Alava - Alba


Fortsetzung: Alava, # span. Provinz, die südlichste und größte, aber am wenigsten bevölkerte der drei baskischen
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Tierreich liefert besonders Hornvieh, Schafe [* 2] und Ziegen. Die industrielle Thätigkeit ist hier geringer als im übrigen Baskenland; doch sind Eisen-, Blei- und Kupferminen in Betrieb, auch gewähren Salzminen und Asphaltgruben neben den schon genannten Rohprodukten Ausfuhrartikel. Das Land ist von guten Straßen durchzogen; es enthält auch die Hauptlinie der Spanischen Nordbahn und die Linie nach Bilbao. [* 3] Die Provinz umfaßt drei Gerichtsbezirke. Hauptstadt ist Vitoria. Vgl. Basken.

Alăva,

Michael Richard d', span. General und Diplomat, geb. 1771 zu Vitoria, diente anfangs auf der Flotte, dann im Heer, schloß sich 1808 den Franzosen an, verließ aber nach der Schlacht von Albuera 1811 die Sache Joseph Napoleons, trat auf die Seite der Engländer, ward Wellingtons Adjutant und zeichnete sich in den fernern Kämpfen gegen die Franzosen aus. Wellington erhob ihn nach der Erstürmung Vitorias zum General. Nach der Rückkehr Ferdinands VII. wurde er auf Betrieb der Kamarilla wegen liberaler Gesinnung eingekerkert und erst auf Drängen Wellingtons und durch Bestechung der Höflinge seitens der baskischen Städte befreit.

Haag

Bild 7.970: Haag
* 4 Haag.

Auf Wunsch des Prinzen von Oranien wurde er dann spanischer Gesandter im Haag, [* 4] aber 1819 als verdächtig abberufen. Im J. 1820 schloß er sich der Revolution an und wirkte für Wiederaufrichtung der Konstitution von 1812, focht 1822 gegen die königlichen Garden und verhandelte 1823 in Cadiz [* 5] im Namen der Regierung mit Angoulême. Der Rache Ferdinands entzog er sich durch die Flucht nach Gibraltar, [* 6] dann nach England. Dort und in den Niederlanden lebte er mit Unterstützung seiner Freunde, bis er von der Königin Christine zurückgerufen und 1834 zum Pair des Reichs erhoben wurde. Unter dem Ministerium Martinez de la Rosa wurde er Gesandter in London, [* 7] gab diesen Posten aber schon 1835 wieder auf und widmete sich der parlamentarischen Thätigkeit. Nachdem eine neue Revolution der spanischen Regierung die Konstitution von 1812 aufgedrungen, verweigerte Alava, im Widerspruch mit seiner Vergangenheit, deren Annahme, verließ den Staatsdienst und starb 1843 in den Bädern von Barèges.

Alayrac

Toulouse (Stadt)

Bild 65.930: Toulouse (Stadt)
* 8 Toulouse.

(spr. (alärack), Nicolas d', franz. Opernkomponist, geb. 10. April 1753 zu Mouret bei Toulouse, [* 8] lebte seit 1774 in Paris, [* 9] wo ihn seine Kompositionen bald zum Liebling der Nation machten. Er starb 27. Nov. 1809 daselbst.

Viele seiner Operetten, z. B. »Die beiden Savoyarden«, »Dichter und Musiker«, »Raoul von Créqui«, sind auch in Deutschland [* 10] beliebt geworden.

Alb,

s. Alp ^[= # (Alpdrücken, Drula, Mahr, Incŭbus), ein eigentümlicher beängstigender Traumzustand, der ...] und Elfen.

Alb

(Rauhe), s. Jura ^[= # zentraleuropäisches Gebirgssystem, das den Zentralalpen gegenüber aufragt und von diesen durch ...] (Deutscher).

Alb,

zwei Nebenflüsse des Rheins im Großherzogtum Baden: [* 11] die südliche Alb, welche im Schwarzwald nahe dem Feldsee entspringt, ein sehr schönes Thal [* 12] durchfließt und bei Albbruck mündet, und die nördliche Alb, welche aus dem Württembergischen kommt und bei Knielingen den Rhein erreicht.

Alba

[* 1] (lat.), das bis zu den Füßen reichende, um die Hüften gegürtete Chorhemd von weißer Leinwand, welches als Amtskleid der Geistlichen nach dem Vorbild der jüdischen Priester und als Symbol der Reinheit in der lateinischen Kirche bis in die apostolischen Zeiten hinaufreicht und sich in Form und Schnitt durch das ganze Mittelalter unverändert erhielt (s. Abbildung). Wenn es vorn über dem untern Saume mit einem goldgestickten Besatz versehen war, hieß es Alba parata.

Wien

Bild 16.600a: Wien
* 13 Wien.

In der griechischen Kirche wird es durch das seidene, meist farbige Sticharion vertreten. Die anglikanische Kirche hat die Alba beibehalten, die lutherische hier und da beim Abendmahl. Weil die Täuflinge in der alten Kirche ebenfalls ein weißes Gewand (Taufhemd oder Wasserhemd) mit Beziehung auf Offenb. Joh. 6, 11. trugen, heißt der alte Taufsonntag (Sonntag nach Ostern) Dominica in albis, der weiße Sonntag. Auch zum Krönungsgewand der deutschen Kaiser gehörte eine seidene Alba, wie sie noch jetzt unter den Krönungsinsignien in der Schatzkammer der Hofburg zu Wien [* 13] aufbewahrt wird.

[* 1] ^[Abb.: Alba.]

Titel
Elemente zu Alba:

1) Kreishauptstadt in der oberital. Provinz Cuneo

2) Uralter Ort in der ital. Provinz Aquila, am Fuß des Velino

Alba,

1) Kreishauptstadt in der oberital. Provinz Cuneo, rechts am Tanaro und an der Eisenbahn Alessandria-Cavallermaggiore, Sitz eines Bischofs, mit Kathedrale, Gymnasium, Krankenhaus, [* 14] Wein- und Seidenkultur, Seidenspinnerei, Handel mit Wein, Vieh und Trüffeln und (1881) 8961 Einw. Alba ist das alte Alba Pompeja, Geburtsort des Kaisers Pertinax. -

2) Uralter Ort in der ital. Provinz Aquila, am Fuß des Velino, in der Nähe des ehemaligen Fuciner Sees, mit kaum 200 Einw., das Alba Fucentia der Römer, [* 15] welches als Aufenthaltsort vornehmer Gefangenen (z. B. des Perseus [* 16] von Makedonien und des Syphax) geschichtlich bekannt ist. Noch jetzt sieht man die cyklopischen Mauern der alten Stadt, Reste eines alten Tempels etc.

Vgl.   Promis, Le [* 17] antichità di Alba Fucense (Rom [* 18] 1836).

Alba,

Toledo (in Spanien)

Bild 65.888: Toledo (in Spanien)
* 19 Toledo.

[* 1] Ferdinand Alvarez de Toledo, [* 19] Herzog von, span. Feldherr und Staatsmann, geb. 1508, stammte aus einem der vornehmsten Häuser Spaniens. Schon im 16. Jahr trat er ins Heer. In der Schlacht bei Pavia (1525), in Ungarn, [* 20] in den Kämpfen wider die Türken, auf Karls V. Zügen gegen Tunis [* 21] und Algier und in der Provence vor Marseille [* 22] gab er Proben seiner Tapferkeit wie seiner großen Anlagen zum Feldherrn, stieg von Grad zu Grad, ward, kaum 26 Jahre alt, General und mit dem 30. Jahr Oberfeldherr der kaiserlichen Heere. Er erwarb sich bald das unbeschränkte Vertrauen Karls V. In dessen viertem Kriege gegen Frankreich (1542) gewann er neue Lorbeeren durch die geschickte Verteidigung Kataloniens und Navarras. Im J. 1546 befehligte er im Schmalkaldischen Krieg unter Karl V. das kaiserliche Heer, unterwarf die protestantischen Städte Süddeutschlands, züchtigte den Herzog Ulrich von Württemberg [* 23] und trug zu Karls Sieg bei Mühlberg (1547) das meiste bei.



Albacete - Albanergebi

Bild 1.280: Albacete - Albanergebirge
* 28 Seite 1.280.

Dem Kriegsgericht, welches den in der Schlacht gefangenen Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen [* 24] zum Tod verurteilte, präsidierte Alba und riet dem Kaiser, das Urteil sofort vollziehen zu lassen. Dagegen gelang es ihm 1552 nicht, den Franzosen Metz [* 25] wieder zu entreißen. Glücklicher focht er als Oberbefehlshaber und Vizekönig in Italien [* 26] gegen die vereinigte päpstliche und französische Armee, die er 1555 wiederholt schlug. Nach Karls V. Abdankung (1556) besetzte er, als Philipp II. mit Papst Paul IV. in Streit geriet, den Kirchenstaat, mußte jedoch auf Befehl des Königs mit dem Papst Frieden schließen und ihm alles Eroberte zurückgeben. Als der Bildersturm in den Niederlanden die Ohnmacht der Regentin Margareta bewies, ward Alba 1567 zum Generalkapitän der Niederlande [* 27] mit königlicher ¶

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Vollmacht ernannt und trat von Italien aus mit 12,000 Mann Kerntruppen den Marsch nach Brüssel [* 29] an. Er hatte den Auftrag, die Rebellion und Ketzerei mit blutigster Strenge zu unterdrücken und durch Erhebung hoher Steuern den Wohlstand und die Widerstandskraft der Provinzen zu lähmen, und entwickelte in dessen Ausführung die ganze Furchtbarkeit seines Charakters. Zur Bestrafung der Teilnehmer an den Unruhen setzte er einen sogen. Aufruhrrat ein, welcher über allen Gerichten und Gesetzen stand. Alba führte anfangs selbst darin den Vorsitz, später that dies in seinem Namen der Spanier Juan de Vargas.

Tausende wurden durch jenes Gericht, von dessen Urteil keine Appellation galt, zum Tod verurteilt, unter ihnen als die vornehmsten Häupter des Adels die Grafen Egmont und Hoorn. Alba selbst rühmte sich, 18,000 Menschen in den Niederlanden dem Henker überliefert zu haben. Die Befreiungsversuche der Flüchtlinge hatten anfangs keinen Erfolg. Alba schlug das Heer Ludwigs von Nassau bei Jemmingen in Friesland und zwang auch den mit einem andern Heerhaufen in Brabant eingedrungenen Wilhelm von Oranien ohne Schlacht zum Rückzug.

Norddeutscher Lloyd -

Bild 62.415: Norddeutscher Lloyd - Nordenberg [unkorrigiert]
* 30 Norden.

Nun legte er dem wehrlosen Land unerschwingliche Abgaben auf. Als die härteste derselben wurde der zehnte Pfennig betrachtet, d. h. die Forderung, daß der zehnte Teil von dem Kaufpreis aller beweglichen Güter an den Staat bezahlt werden sollte. Die Strenge, mit der die Durchführung dieser Maßregel versucht wurde, bewog selbst die katholischen Bewohner der südlichen Niederlande, sich dem aufs neue in Empörung begriffenen Norden [* 30] anzuschließen. Die Spanier mußten sich in die festen Plätze zurückziehen, und bald waren mit Hilfe der Prinzen von Oranien ganz Zeeland und Holland bis auf die Städte Middelburg und Amsterdam [* 31] von den Spaniern befreit.

Wilhelm von Oranien drang mit 20,000 Mann durch Geldern bis nach Löwen [* 32] in Brabant vor und eroberte die Städte Mecheln, [* 33] Dendermonde, Audenarde, mußte sich aber vor Mons [* 34] zurückziehen, worauf ganz Brabant wieder in Albas und die Städte Zütphen, Naarden und Haarlem [* 35] in die Hände von Albas Sohn Friedrich von Toledo fielen. Indessen wurden die weitern Unternehmungen Albas durch den Geldmangel der spanischen Regierung sehr erschwert, auch schmolz Albas Heer auf dem sumpfigen Boden Hollands durch tägliche kleine Verluste sowie durch Hunger, Kälte und Krankheit immer mehr zusammen; schon fingen die Soldaten an zu murren und den Gehorsam zu verweigern. Alba forderte deshalb von Philipp Verstärkungen.

Hof (meteorologisch) -

Bild 59.246: Hof (meteorologisch) - Hofburgwache
* 36 Hof (meteorologisch) - Hofburgwache.

Dieser aber rief ihn zurück (1573) und ersetzte ihn durch den mildern Don Luis de Requesens. Alba wurde vom König sehr kalt empfangen und mußte längere Zeit den Hof [* 36] meiden. Im J. 1580 ward er aber beauftragt, Portugal, [* 37] auf welches Land Philipp Erbansprüche erhob, zu erobern. Auch diesen Auftrag führte er in rascher und glänzender Weise aus, machte sich aber auch hier durch seine Gewaltthätigkeiten so verhaßt, daß Philipp sich bald veranlaßt sah, ihn abzuberufen. Kurz darauf, 12. Jan. 1582, starb in Thomar. Noch im Alter von 74 Jahren besaß er die Rüstigkeit eines jungen Mannes. Sein Wuchs war groß, seine Haltung stolz, selbst dem König gegenüber, der Ausdruck des Gesichts finster und zurückstoßend, der Ton der Stimme hart; schon sein Äußeres verkündete den Fanatiker. Grausamkeit und Heuchelei, Habgier und Bigotterie waren die Grundzüge seines Charakters.

Ende Alba
→ weiter zu Seite 1.280: Albacete ⟹ span. Provinz im ehemaligen Königreich Murcia, grenzt im N. an die Provinz Cuenca, im O. an
Quelle: Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 1. Band, Seite 279 im Internet seit 2005; Text geprüft am 3.3.2008; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//01_0279

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