Abstract
. Die Bedeutung von Frieden als Grundwert steht außer Frage. Krieg wird seit jeher als eines der größten, von Menschen verursachtes Übel angesehen. Es ist daher überraschend, dass eher Theorien und Anschauungen vorzuherrschen scheinen, welche dauerhaften Frieden für unmöglich halten, sogar Gewalt als Mittel für die Durchsetzung politischer Ziele ansehen, den Krieg als „Vater aller Dinge“ betrachten, Pazifismus weithin diskriminiert wird. Als Gegenpol zu diesen Anschauungen wird Kants Theorie des Ewigen Friedens dargestellt. Sie ist denkbar einfach und stark: an Krieg sind vor allem (militärische, wirtschaftliche und politische) Eliten interessiert, das Volk hat nur die Kosten von Kriegen zu tragen. Demokratien werden daher untereinander keine Kriege mehr führen; wenn es auch noch eine Völkerbund zur Schlichtung von zwischenstaatlichen Konflikten gäbe, würde ein dauerhafter Frieden auf der Welt möglich. Im Kapitel werden Argumente dafür vorgebracht, die belegen, dass Kants Theorie kein weltfremder Idealismus ist, sondern einige der von ihm geforderte Neuerungen bereits eingeführt haben. Die Gründung der Vereinten Nationen war ein entscheidender Schritt in dieser Hinsicht. Aber auch die Friedensbewegungen, Formen des gewaltlosen Widerstands, die internationale wirtschaftliche Verflechtung und die atomare Bedrohung sind Kräfte, welche der Idee des Weltfriedens Realitätsgehalt verleihen.