Abstract
Im vorhergehenden Kapitel hat der Begriff der Autonomie sich als plausibler normativer Faktor für eine Führungsethik erwiesen. Es ging um die Relevanz von Authentizität für Führung, wobei die ethische Komponente authentischer Führung als Prozess der Selbst‐Authentisierung ausgelegt wurde, bei der Selbsterkenntnis und Selbstbestimmung intuitiv zusammenfallen. Neben der dadurch entstandenen Möglichkeit, nicht nur Banduras Erkenntnisse über moralisches Abkoppeln, sondern auch psychodynamische Faktoren einzubinden, wurde eine Konzeption der sozialen Dimension von Authentizität ausformuliert, welche Machtmissbrauch entgegenwirkt und so präventives Potenzial verspricht. In diesem Zusammenhang wurde Autonomie nicht als Unabhängigkeit gedeutet, sondern als Selbstbestimmung, die ein entsprechendes Maß an Selbsterkenntnis voraussetzt. Auf diese Weise wurde Autonomie als integraler Bestandteil der Selbst‐Authentisierung verstanden.