Abstract
In diesem Kapitel geht es darum, einen ersten Teil der Voraussetzungen für eine Führungsethik zu etablieren. Was unterscheidet Führungstätigkeiten von anderen menschlichen Tätigkeiten, in denen ethische Fragen auftauchen? Eine mögliche Antwort lautet: Macht und Einflussnahme. Denn Leadership ohne Macht oder Einflussnahme kann nicht wirklich Führung heißen. Aber vielleicht gibt es ja Fälle von Macht und Einflussnahme, die nicht in einem gängigen Sinn Menschenführung genannt werden können? Um hier Klarheit zu schaffen, muss also das Verhältnis von Macht und Leadership einerseits für sich selbst genommen und andererseits dann in Bezug auf ethische Themen dargestellt werden.Im vorliegenden Kapitel beginnen wir zunächst mit grundlegenden, theoretischen Ansätzen zu Macht und Leadership. Dabei wird auch das Verhältnis von Macht als abstraktem Begriff und konkreten Möglichkeiten der Einflussnahme – als eigentliche Instanzen der Machtausübung – dargestellt. Das führt uns dann zu Kriterien, die ein Unterscheiden von Chancen und Risiken von Macht ermöglichen, was schon erste Konsequenzen für die Führungsethik mit sich bringen wird. Es werden aber auch kritische Aspekte thematisiert, die nur dann auffallen, wenn man sich auf die sozialen Prozesse konzentriert, in denen Macht und Leadership zusammen auftauchen.