Empfänglichkeit für die verschiedenen Sinnesempfindungen, besonders aber für solche
psychische Ereignisse, welche sich zunächst an Sinnesempfindungen anschließen, also einerseits die Auffassung der uns umgebenden
Erscheinungswelt nach
Stoff und Form, die
Wahrnehmung und Unterscheidung der außer uns befindlichen
Dinge, ihrer
Eigenschaften
und Veränderungen, anderseits die Gesamtheit derjenigen
Triebe, Begehrungen und
Leidenschaften, welche entweder direkt in
den Bedürfnissen des leiblichen
Organismus, wie
der
Nahrungs- und
Geschlechtstrieb, oder in dem
Gefühl der Lust und Unlust,
das gewisse sinnliche
Empfindungen in uns erregen, begründet sind. Die
S. in letzterm
Sinn steht dem von den
Motiven der Sinnenreize
unabhängigen
Wollen, der
Sittlichkeit, gegenüber.
der Faktor in unserer Erkenntnis, der im Gegebenen der Sinne liegt, im Unterschied vom Verstand oder der
Vernunft, denen die eigentliche Verarbeitung dieses Rohstoffs zu Begriffen zufällt. S. bedeutet besonders bei Kant die Eigentümlichkeit
unserer räumlich-zeitlichen Anschauung der Objekte, daß sie auf einen sinnlichen (im Neben- und Nacheinander
zu ordnenden) Stoff stets angewiesen ist, niemals unabhängig von einem solchen ihr Objekt erfassen kann. S. und Verstand sind
übrigens nach Kant nur in Verbindung miteinander in der Erkenntnis wirksam: Begriffe ohne Anschauungen sind leer, Anschauungen
ohne Begriffe sind blind. In praktischer Hinsicht versteht man unter S. die Empfänglichkeit für sinnliche
Eindrücke und Hingebung an dieselben, meist im tadelnden Sinne der Vernachlässigung alles Höhern.