Schleifsch
eiben
dienen nicht nur zum Schärfen von Werkzeugen, sondern finden immer mehr und mehr Verwendung bei der Oberflächenbearbeitung von Metallgegenständen, namentlich Maschinenbestandteilen, an Stelle der Meißel, [* 2] Feilen, Fräsen und der verschiedensten Werkzeuge [* 3] an Drehbänken, Shapingmaschinen u. dgl., da sich mit denselben eine Menge von Arbeiten höchst vorteilhaft ausführen läßt. Sie werden auf Schleifmaschinen zur Wirkung gebracht, indem sie mittels einer Drehspindel eine außerordentlich schnelle Umdrehung erhalten, und müssen dieser großen Geschwindigkeit entsprechend auf das sorgfältigste hergestellt werden. In einzelnen Fällen bestehen die S. aus Scheiben, welche aus passenden Steinen (Sandsteinen, Thonschiefer u. dgl.) herausgearbeitet werden; überwiegend sind jedoch die künstlichen S. im Gebrauch, weil sie eine viel größere Gleichmäßigkeit in der Masse besitzen.
Glas (Öfen für Holzfeu
* 4 Glas.
Als Rohmaterial zu diesen künstlichen S. kommen in erster
Linie
Schmirgel, daneben Quarzsand,
Glas
[* 4] und
Feuerstein in Betracht. Der
Schmirgel wird zur Anfertigung der
S. in
Pochwerken zerkleinert und sodann durch sorgfältiges
Sieben
in eine Anzahl
Sorten von gleichmäßiger Korngröße gebracht, die einzeln für sich Verwendung finden und in der Auswahl
den einzelnen
Arbeiten anzupassen sind. Die
Mittel, welche die genannten
Pulver zu einer festen
Masse vereinigen
sollen, müssen nach folgenden
Grundsätzen gewählt werden: Sie müssen 1) die
Körner so fest binden, daß weder ein Zerspringen
der S. noch ein Ausfliegen einzelner
Körner während des
Gebrauches zu befürchten ist, 2) unveränderlich gegen
Feuchtigkeit
und in der beim
Schleifen entstehenden beträchtlichen
Wärme
[* 5] sein, 3) eine
Härte besitzen, die geringer
als die des Körnermaterials ist, damit sie schneller wegschleifen und das letztere stets zum
Angriff frei mächen, endlich
4) so beschaffen sein, daß sie die Schleifsch
eibenoberflächen nicht verschmieren.
Diesen Grundsätzen entsprechend sind folgende Bindemittel in Gebrauch:
1) Zement, in der Regel eine aus Magnesia und Chlormagnesiumlösung zusammengesetzte Masse, die steinhart wird, aber leicht zerbricht;
2) Gummiharz mit Leinöl bindet zwar gut, erweicht aber leicht und verschmiert;
3) Celluloid, gibt sehr gute und feste S., die sich frei halten, weil das Bindemittel wegbrennt;
Festigkeit [unkorrigie
* 6 Festigkeit.4) Leim mit Tannin, s. Schmirgelscheiben, Bd. 17; 5) Kautschuk mit Schwefel vermengt und nach Beimengung des Schmirgels vulkanisiert, gibt S. von genügender Festigkeit [* 6] und großer Widerstandsfähigkeit, so daß sie vorzüglich brauchbar sind, da sie sich auch nicht verschmieren. Die S. erhalten durchschnittlich eine Oberflächengeschwindigkeit von 26 m in der Sekunde, also eine um so größere Umdrehzahl, je kleiner ihr Durchmesser ist, wie folgende kleine Tabelle zeigt:
| Durchmesser in Millim. | 150 | 200 | 300 | 350 | 500 | 600 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Touren in 1 Minute | 3100 | 2550 | 1750 | 1650 | 1000 | 800 |