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Schleifscheibendienen nicht nur zum Schärfen von Werkzeugen, sondern finden immer mehr und mehr Verwendung / 399

Seite 19.826 Jahres-Supplement 1891-1892

Schleifscheiben

399 Wörter, 2'920 Zeichen



Schleifscheiben

dienen nicht nur zum Schärfen von Werkzeugen, sondern finden immer mehr und mehr Verwendung bei der Oberflächenbearbeitung von Metallgegenständen, namentlich Maschinenbestandteilen, an Stelle der Meißel, [* 2] Feilen, Fräsen und der verschiedensten Werkzeuge [* 3] an Drehbänken, Shapingmaschinen u. dgl., da sich mit denselben eine Menge von Arbeiten höchst vorteilhaft ausführen läßt. Sie werden auf Schleifmaschinen zur Wirkung gebracht, indem sie mittels einer Drehspindel eine außerordentlich schnelle Umdrehung erhalten, und müssen dieser großen Geschwindigkeit entsprechend auf das sorgfältigste hergestellt werden. In einzelnen Fällen bestehen die S. aus Scheiben, welche aus passenden Steinen (Sandsteinen, Thonschiefer u. dgl.) herausgearbeitet werden; überwiegend sind jedoch die künstlichen S. im Gebrauch, weil sie eine viel größere Gleichmäßigkeit in der Masse besitzen.

Glas (Öfen für Holzfeu

Bild 7.385: Glas (Öfen für Holzfeuerung)
* 4 Glas.

Als Rohmaterial zu diesen künstlichen S. kommen in erster Linie Schmirgel, daneben Quarzsand, Glas [* 4] und Feuerstein in Betracht. Der Schmirgel wird zur Anfertigung der S. in Pochwerken zerkleinert und sodann durch sorgfältiges Sieben in eine Anzahl Sorten von gleichmäßiger Korngröße gebracht, die einzeln für sich Verwendung finden und in der Auswahl den einzelnen Arbeiten anzupassen sind. Die Mittel, welche die genannten Pulver zu einer festen Masse vereinigen sollen, müssen nach folgenden Grundsätzen gewählt werden: Sie müssen 1) die Körner so fest binden, daß weder ein Zerspringen der S. noch ein Ausfliegen einzelner Körner während des Gebrauches zu befürchten ist, 2) unveränderlich gegen Feuchtigkeit und in der beim Schleifen entstehenden beträchtlichen Wärme [* 5] sein, 3) eine Härte besitzen, die geringer als die des Körnermaterials ist, damit sie schneller wegschleifen und das letztere stets zum Angriff frei mächen, endlich 4) so beschaffen sein, daß sie die Schleifscheibenoberflächen nicht verschmieren.

Diesen Grundsätzen entsprechend sind folgende Bindemittel in Gebrauch:

1) Zement, in der Regel eine aus Magnesia und Chlormagnesiumlösung zusammengesetzte Masse, die steinhart wird, aber leicht zerbricht;

2) Gummiharz mit Leinöl bindet zwar gut, erweicht aber leicht und verschmiert;

3) Celluloid, gibt sehr gute und feste S., die sich frei halten, weil das Bindemittel wegbrennt;

Festigkeit [unkorrigie

Bild 56.705: Festigkeit [unkorrigiert]
* 6 Festigkeit.

4) Leim mit Tannin, s. Schmirgelscheiben, Bd. 17; 5) Kautschuk mit Schwefel vermengt und nach Beimengung des Schmirgels vulkanisiert, gibt S. von genügender Festigkeit [* 6] und großer Widerstandsfähigkeit, so daß sie vorzüglich brauchbar sind, da sie sich auch nicht verschmieren. Die S. erhalten durchschnittlich eine Oberflächengeschwindigkeit von 26 m in der Sekunde, also eine um so größere Umdrehzahl, je kleiner ihr Durchmesser ist, wie folgende kleine Tabelle zeigt:

Durch­mes­ser in Millim. 150 200 300 350 500 600
Touren in 1 Minute 3100 2550 1750 1650 1000 800
Ende Schleifscheiben
→ weiter zu Seite 19.826: Schlesien ⟹ Die Bevölkerung in der Provinz S. betrug nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1890 4,224,458
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Quelle: Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 19. Band: Jahres-Supplement 1891-1892, Seite 812 [Suche = 19.826] im Internet seit 2005; Text geprüft am 20.10.2011; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

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Siehe auch:

  • 14.368 Sch
  • 14.506 Schlei
  • 21.498 Schleif- und Wetzsteine
  • 44.588 SCHLEIF

* 6 Bilder dazu:

  • 6Festigkeit
  • 4Glas
  • 2Meißel
  • 3Werkzeuge
  • 5Wärme
  • 1_Seite 19.826
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