Mordwa
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s. Mordwinen. ^[= Mordwa, zur wolgaischen Gruppe der finn. Völkerfamilie (s. Finnen) gehöriger Volksstamm, hauptsäc ...]
Mordwa
3 Wörter, 22 Zeichen
Mordwa,
s. Mordwinen. ^[= Mordwa, zur wolgaischen Gruppe der finn. Völkerfamilie (s. Finnen) gehöriger Volksstamm, hauptsäc ...]
Mordant - Mordwinen
* 3 Seite 11.798.More - Moreau
* 5 Seite 11.799. (russ. Mordwa
), finn. Volksstamm, bewohnt die Länder an der mittlern Wolga, östlich bis zum südlichen Uralgebirge,
westlich bis zur Mokscha. Man schätzt sie im ganzen auf 792,000 Seelen, wovon die meisten auf die Gouvernements
Simbirsk, Nishnij Nowgorod, Saratow, Tambow, Pensa und Samara kommen. Die Mordwinen sind stark mit den Russen verschmolzen und haben teilweise
selbst ihre frühere Sprache
[* 4] vergessen. Sie sind sehr kräftige Leute, unter denen häufig 100jährige Greise angetroffen
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werden, und meist blond, mit blauen oder grauen Augen. Ihre Körpergröße ist eine mittlere, das Gesicht [* 6] flach, breit mit etwas vorspringenden Backenknochen und leichtem Prognathismus. Sie tragen gern weiße Kleider mit roten Stickereien und lieben den Ackerbau. Eigentümlich ist, daß bei ihnen die Frauen selten vor dem 30. Jahr heiraten. Die Mordwinen zerfallen in drei Stämme: die Mokschanen, an der Mokscha, die Ersan (Ersjänen) und die Karatajen (Karatai), welch letztere nur noch im Kreise [* 7] Sengilhej (Simbirsk) und im Kreis [* 8] Tetjuschi (Kasan) [* 9] vorkommen. Nur die in Tetjuschi lebenden Mordwinen bekennen sich zum Islam und sind überhaupt in Sprache und Sitte tatarisch geworden; die übrigen gehören der griechisch-katholischen Kirche an. Die mordwinische Sprache gehört zu dem finnisch-ugrischen Zweig des uralaltaischen Sprachstammes.
Vgl. Wiedemann, Grammatik der ersa-mordwinischen Sprache (Petersb. 1865);
Alquist, Versuch einer mokscha-mordwinischen Grammatik (das. 1861).