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Thracien - Thrazien

Bild 65.804: Thracien - Thrazien
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17 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Thracien(Thracia), s. Thrazien. / 4
ThranFischthran, das aus dem Speck der Bartenwale oder Walfische, der Potfische, der Delphine und / 213
Thränendie von der Thränendrüse (Glandula lacrymalis) abgesonderte klare Flüssigkeit, die zur Befeuchtun / 144
Thränenbeine(Ossa lacrymalis, s. Tafel: Der Schädel des Menschen, Fig. 1,8), zwei dünne Knochenplättchen, / 31
Thränendrüses. Thränen. / 3
ThränenfistelFistel des Thränensacks, dle, meist nach Durchbruch einer eiterigen Thränensackentzündung / 43
Thränengangs. Thränen. / 3
Thränengrass. Coïx. / 3
ThränenkanälchenThränennasengang, Thränenpunkt, Thränensack, s. Thränen. / 6
Thränenschlauchder aus Thränensack und Thränengang sich zusammensetzende Kanal, der zur Sammlung und Abführung / 17
Thränenschwamms. Hausschwamm. / 3
Thränensees. Thränen. / 3
Thränensteins. Augenstein; T. der Hirsche, s. Bezoar. / 8
Thränenwärzchens. Thränen. / 3
ThrasaetusHarpyie, s. Adler nebst Taf. I, Fig. / 9
Thrasybulusder Sohn des Lykon, athen. Heerführer in der letzten Zeit des Peloponnesischen Krieges, zugleich / 218
Thrazien(grch. Thrake; lat. Thracia), im Altertum ein Teil der Balkanhalbinsel, doch hat der Name zu / 722

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Thracien - Thrazien


Fortsetzung: Thouvenin, (spr. tuw'näng), Louis Etienne de, franz. Brigadegeneral, verdient um die Ausbildung des
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des gezogenen Gewehrs, geb. 1791 zu Moyenvic (Depart. Meurthe), gest. 1882, schlug bereits 1810 die Anbringung eines Dorns in der Schwanzschraube des gezogenen Gewehrs vor und legte 1811 ein Dorngewehr (s. d.) mit Langgeschoß vor, das 1816 angenommen und später fast in allen Heeren als Jägerwaffe wie auch im bürgerlichen Leben als Birsch- und Scheibenbüchse Eingang fand.

Thracien

(Thracia), s. Thrazien. ^[= (grch. Thrake; lat. Thracia), im Altertum ein Teil der Balkanhalbinsel, doch hat der Name zu ...]

Thran,

Filtrieren

Bild 6.263: Filtrieren
* 2 Filtrieren.

Fischthran, das aus dem Speck der Bartenwale oder Walfische, der Potfische, der Delphine und hauptsächlich der Flossenfüßler (Seehunde, Seelöwen, Walrosse) gewonnene flüssige, ölige Fett. Der Thran, der am Orte des Fanges von selbst aus dem in unten durchlöcherten Tonnen geschlagenen Speck ausfließt, ist der beste. Später wird der auf dem Transport ranzig und faulig gewordene Speck in großen Pfannen ausgesotten, der hierdurch gewonnene geringere Thran durch Filtrieren [* 2] und Durchgehen durch Wasser gereinigt und der dabei sich bildende Bodensatz (Prutt) als Wagenschmiere, die fleischigen und häutigen Reste aber zur Leimsiederei gebraucht.

Die Thran lassen sich ihrer Abstammung nach in Robbenthran (Walroß- und Robbenthran), Walthran (Potwal-, Dögling- und Walfischthran), Leberthran (s. d.) und Fischthran (Herings-, Sprotten-, Sardinen-, Sardellen-, Pilchard- und Menhadenthran) einteilen, doch sind die Unterschiede der einzelnen Sorten nicht ausgeprägt genug, um genaue Unterscheidungsmerkmale aufstellen zu können. Das spec. Gewicht schwankt zwischen 0,915-0,930, bei 0° scheidet der Thran etwas festes Fett ab; er besteht aus Oleïn, Palmitin und Stearin und kleinen Mengen von Glyceriden der Valeriansäure und ähnlichen flüchtigen fetten Säuren. Alle Thransorten haben einen eigentümlichen Geruch und Fischgeschmack, brennen mit sehr leuchtender, aber rußender Flamme [* 3] und werden zur Beleuchtung, [* 4] Zubereitung des Leders, zur Bereitung der Schmierseife u. s. w. verwendet. Die Haupteinfuhr geht über England und Hamburg; [* 5] die Zufuhr Hamburgs betrug (1896) gegen 100.000 thran.

Thränen,

Fernsprecher (zu beson

Bild 18.287: Fernsprecher (zu besondern Zwecken, Bautechnisches)
* 6 Fische.

die von der Thränendrüse (Glandula lacrymalis) abgesonderte klare Flüssigkeit, die zur Befeuchtung der vordern Augapfelfläche dient und neben Kochsalz und Phosphaten hauptsächlich (99 Proz.) Wasser enthält. Beim Menschen besteht die Thränendrüse, die sich auch bei allen Wirbeltieren mit Ausnahme der im Wasser lebenden nackten Amphibien und der Fische [* 6] findet, aus zwei Partien, einer obern und einer untern, die dicht übereinander unter dem äußern Teile der obern Augenhöhlenwand liegen und ihr Sekret durch 8-12 Ausführungsgänge unter das obere Augenlid ergießen.

Von dort gelangen die Thränen durch den Lidschlag in den innern Augenwinkel, um sich hier in dem Thränensee (Lacus lacrymarum) zu sammeln, in den die auf der Spitze der Thränenwärzchen liegenden Mündungen der Thränenkanälchen (die Thränenpunkte) eintauchen, worauf die überschüssigen Thränen durch den Thränensack (Saccus lacrymalis s. Dacrocystis) und den häutigen Thränennasengang (Ductus nasolacrymalis) in die Nase [* 7] gelangen. (S. Auge [* 8] nebst Tafel, [* 1] Fig. 5.)

Thränenbeine

(Ossa lacrymalis, s. Tafel: Der Schädel des Menschen, [* 1] Fig. 1,8), zwei dünne Knochenplättchen, welche die Papierplatten des Riechbeins nach vorn ergänzen und am vordersten Teile der innern Augenhöhlenwand gelegen sind.

Thränendrüse,

s. Thränen. ^[= die von der (Glandula lacrymalis) abgesonderte klare Flüssigkeit, die zur Befeuchtun ...]

Thränenfistel,

Fistel des Thränensacks, dle, meist nach Durchbruch einer eiterigen Thränensackentzündung entstanden und mit Verengerung des Thränengangs kompliziert, in der Haut [* 9] unter dem innern Augenwinkel mündet und Thränen und Eiter entleert.

Nach Beseitigung der Ursachen ist die Thränenfistel leicht zur Verheilung zu bringen.

Thränengang,

s. Thränen. ^[= die von der Thränendrüse (Glandula lacrymalis) abgesonderte klare Flüssigkeit, die zur Befeuchtun ...]

Thränengras,

s. Coïx.

Thränenkanälchen,

Thränennasengang, Thränenpunkt, Thränensack, s. Thränen. ^[= die von der Thränendrüse (Glandula lacrymalis) abgesonderte klare Flüssigkeit, die zur Befeuchtun ...]

Thränenschlauch,

Korinth (Stadt)

Bild 60.635: Korinth (Stadt)
* 10 Kanal.

der aus Thränensack und Thränengang sich zusammensetzende Kanal, [* 10] der zur Sammlung und Abführung der Thränen dient.

Thränenschwamm,

s. Hausschwamm.

Thränensee,

s. Thränen. ^[= die von der Thränendrüse (Glandula lacrymalis) abgesonderte klare Flüssigkeit, die zur Befeuchtun ...]

Thränenstein,

s. Augenstein; ^[= s. Zinksulfat; auch Bezeichnung für den Kupferalaun (Cuprum aluminatum, Lapis divinus), eine ...]

Thränenstein der Hirsche, [* 11] s. Bezoar.

Thränenwärzchen,

s. Thränen. ^[= die von der Thränendrüse (Glandula lacrymalis) abgesonderte klare Flüssigkeit, die zur Befeuchtun ...]

Thrasaetus,

Harpyie, [* 12] s. Adler [* 13] nebst Taf. I, [* 1] Fig. 1.

Thrasybulus,

Athen

Bild 1.999a: Athen
* 14 Athen.

der Sohn des Lykon, athen. Heerführer in der letzten Zeit des Peloponnesischen Krieges, zugleich einer der thatkräftigsten Vorkämpfer der demokratischen Partei in Athen, [* 14] ging nach der Übergabe Athens an Lysander und der Einsetzung der sog. 30 Tyrannen (404 v. Chr.) in die Verbannung. Mit einer Schar entschlossener Patrioten bemächtigte er sich von Theben aus zu Anfang des J. 403 der attischen Grenzfestung Phyle. Die Zahl seiner Anhänger wuchs rasch.

Bald gewann er den Peiraieus und schlug die Dreißig, die ihn zu vertreiben suchten. Auch die von diesen herbeigerufene Hilfe der Spartaner brachte den Oligarchen keinen dauernden Nutzen, da die innern spartan. Parteiverhältnisse lähmend auf die auswärtige Politik einwirkten. Gegen den Willen des streng oligarchisch gesinnten Führers des Exekutionskorps, Lysander, kam es durch Vermittelung des spartan. Königs Pausanias zur Vertreibung der Dreißig und zu einem Ausgleich der streitenden athen. Parteien (Spätsommer 403). Als dann im Korinthischen Kriege (395-386) Athen aufs neue den Kampf mit Sparta aufnahm, befehligte Thrasybulus (389) die erste größere athen. Flotte und suchte mit Glück den athen. Seebund an den kleinasiat.-thraz. Küsten wieder aufzurichten. Die beitretenden Städte wurden zur Zahlung einer fünfprozentigen Steuer auf Ein- und Ausfuhr («Das Zwanzigstel des Thrasybulus») verpflichtet. Bei dieser Einrichtung wurde Thrasybulus, als er von dem pamphylischen Aspendos eine Kontribution gewaltsam eintrieb, durch die erbitterte Bevölkerung [* 15] überfallen und erschlagen (Frühjahr 388).

Thrazien



Thrazische Inseln - Th

Bild 65.805: Thrazische Inseln - Thrombose
* 18 Seite 65.805.

(grch. Thrake; lat. Thracia), im Altertum ein Teil der Balkanhalbinsel, [* 16] doch hat der Name zu verschiedenen Zeiten verschiedene Gebiete umfaßt. In der frühesten Zeit bezeichnete man damit den ganzen Norden [* 17] Europas oberhalb Griechenlands mit Einschluß von Macedonien im Süden und und ^[2. «und» überzählig] Scythien im Norden; Herodot erklärt die Thrazier für das größte Volk der Welt nächst den Indern. Im engern Sinne wurde die am nördl. Fuße des Olympos gelegene zu Macedonien gehörige Landschaft Pieria als der Wohnsitz eines thraz. Stammes, der Pierischen Thraker, bezeichnet, die von dort aus auch in verschiedene Landschaften von Hellas eingedrungen und gewisse orgiastische Kulte und den Musendienst mitgebracht haben sollen. Später beschränkte man den Namen aus das Land zwischen der Nordgrenze Macedoniens und ¶

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dem Ister (Donau), das im O. durch den Pontus Euxinus (das Schwarze Meer) und den thraz. Bosporus [* 19] (Straße von Konstantinopel), im S. durch die Propontis (Marmarameer), den Hellespont (die Dardanellenstraße), das Agäische Meer und das nördl. Grenzgebirge Macedoniens, im W. durch den Fluß Strymon und die Wohnsitze der illyr. Völkerstämme begrenzt wird, ein Gebiet mit einem Flächenraum von etwa 220.000 qkm. In der röm. Kaiserzeit endlich wurde der Name Thracia auf den südöstlichsten Teil des alten Thrazien südlich vom Hämus (Balkan) beschränkt, der nördlichere Teil aber Mösien (s. d.) genannt.

Unter den Gebirgen des Landes ist außer dem Hämus das südlich davon gelegene Rhodopegebirge (jetzt Despoto-Dagh) das bedeutendste. Der im südwestlichsten Teile des Landes, zwischen den Mündungen der Flüsse [* 20] Strymon und Nestos gelegene Pangäos war im Altertum durch seine Gold- und Silberbergwerke berühmt. An den Küsten T.s waren von den Griechen frühzeitig zahlreiche, zum Teil sehr blühende Pflanzstädte angelegt worden; so an der Südküste, zwischen der Mündung des Strymon und dem Golf Melas, die Städte Amphipolis, Abdera, Dikäa, Maroneia, Mesambria, und in der Nähe der Mündung des Hebros, des bedeutendsten aller thraz.

Flüsse (jetzt Maritza), Änos; an der Propontis Perinthos und Selymbria; am thraz. Bosporus Byzanz; an der Westküste des Schwarzen Meers bis zu den Donaumündungen Apollonia, Odessos, Kallatis, Tomi und Istros. Die 75 km lange und gegen 15 km breite Halbinsel zwischen dem Golf Melas und dem Hellespont, die von den Alten Thrazischer Chersonesus genannt und als ein Teil T.s betrachtet wurde (gegenwärtig die Halbinsel der Dardanellen oder die Halbinsel von Gallipoli genannt), wurde von Athen aus unter der Führung des Miltiades, eines Oheims des Siegers von Marathon, kolonisiert.

Übersicht der wichtige

Bild 15.180a: Übersicht der wichtigern Sprachstämme
* 21 Sprachstamm.

Abgesehen von den griech. Niederlassungen an der Küste war ganz Thrazien von zahlreichen, meist von Königen beherrschten Stämmen bewohnt, die dem indogerman. Sprachstamm [* 21] angehörten. Megabazus, der Feldherr des Darius, unterwarf sie der pers. Herrschaft (514 v. Chr.); aber nach dem Rückzüge des Xerxes gewannen sie ihre Unabhängigkeit wieder. Um die Mitte des 5. Jahrh. v. Chr. war die Mehrzahl der thraz. Stämme unter der Herrschaft des Teres, des Königs der Odrysen, zu einem Reiche vereinigt, das besonders durch Teres' Sohn Sitalkes zu hoher Blüte [* 22] und Macht erhoben wurde, nach dessen Tode (424 v. Chr.) aber in drei Fürstentümer auseinanderfiel, deren Herrscher sich fortwährend untereinander bekriegten. So wurde es dem macedon.

Romanzement - Römer

Bild 13.922: Romanzement - Römer
* 23 Römer.

König Philipp II., dem Vater Alexanders, leicht, sich in kurzer Zeit die einzelnen Stämme zu unterwerfen und Thrazien dem macedon. Reiche einzuverleiben. Zu diesem gehörte es, bis Macedonien (146) von den Römern endgültig erobert wurde. Für kurze Zeit erhielt Thrazien die Freiheit wieder, kam aber bald (seit 133 v. Chr.) ebenfalls unter die Herrschaft der Römer, [* 23] die 29 v. Chr. den nördlichern Teil als Provinz Mösia, 46 u. Chr. nach Aussterben der odrysischen Dynastie den südlichern Teil als Provinz Thracia konstituierten.

Von Diocletian wurde eine diœcesis Thraciae mit sechs Provinzen eingerichtet. Thrazien trägt geographisch den Charakter eines Durchgangslandes von Europa [* 24] nach Asien, [* 25] es hat deshalb fast regelmäßig als Kampfplatz gedient, so oft seit dem Ende der Republik bei innern Streitigkeiten der Westen und Osten des Römerreichs ihre Kräfte maßen. Auch später in der Völkerwanderung und zu den Zeiten byzant. Herrschaft, die der römischen folgte, ist es arg mitgenommen worden; Germanen, namentlich Goten und Slawen, haben hier nacheinander gehaust, bis das Land im 15. Jahrh. von den Türken besetzt wurde, denen es noch jetzt gehört. Die Bevölkerung gehört gegenwärtig zum größten Teil der südslaw. Völkerfamilie an;

nur in den Küstenplätzen wohnen Griechen in beträchtlicher Anzahl. -

Vgl.   H. Kiepert, Lehrbuch der alten Geographie (Berl. 1878);

B. Skordelis, Meditationes Thraciae (in griech. Sprache, [* 26] Lpz. 1877);

Kalopotakes, De Thracia provincia romana (Berl. 1893);

Tomaschek, Die alten Thraker (Wien [* 27] 1893-95).

Ende Thrazien
→ weiter zu Seite 65.805: Thrazische Inseln ⟹ s. Archipelagus.
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 802 [Suche = 65.804] im Internet seit 2005; Text geprüft am 8.4.2014; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0804

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  • 15.674 Thränensteine

* 27 Bilder dazu:

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