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Thoth - Thouvenin

Bild 65.803: Thoth - Thouvenin
Seite 65.803.
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9 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Thothrichtiger Thout (ägypt. Dhoute), ägypt. Gott, den die Griechen mit ihrem Hermes verglichen. / 172
Thou(spr. tu), Jacques Auguste de, lat. Thuanus, franz. Geschichtschreiber und Staatsmann, geb. / 595
Thouars(spr. tŭahr), Stadt im Arrondissement Bressuire des franz. Depart. Deux-Sèvres in Poitou, / 105
Thouet(spr. tŭeh), linker Nebenfluß der Loire im westl. Frankreich, entspringt am Ostende der Hauteurs / 56
Thouletsche Lösung(spr. tuleh-), s. Petrographie. / 6
Thounefranz. Name von Thun. / 5
Thourout(spr. turuh), Stadt in der belg. Provinz Westflandern, an den Bahnlinien Ostende-Ypern und Brügge-K / 36
Thoutägypt. Gott, s. Thoth. / 5
Thouvenin(spr. tuw'näng), Louis Etienne de, franz. Brigadegeneral, verdient um die Ausbildung des gezogenen / 68

Seite 65.803

Thoth - Thouvenin



Thoth,

Thos - Thouars

Bild 15.672: Thos - Thouars
* 2 Thoth.

[* 2] richtiger Thout (ägypt. Dhoute), ägypt. Gott, den die Griechen mit ihrem Hermes [* 3] verglichen. Sein heiliges Tier ist der Ibis, er wird deshalb gewöhnlich mit einem Ibiskopfe dargestellt. Außerdem ist ihm der Hundskopfaffe heilig. Thoth ist ursprünglich ein Mondgott, und da der Mond [* 4] bei den Ägyptern, wie bei vielen Völkern, der Zeitteiler war, so wurde Thoth zum Gotte des Maßes, der Zeiteinteilung und der Wissenschaft überhaupt. Er gilt als Erfinder der Schrift, als der Gelehrte unter den Göttern, der «Herr der Bibliothek». Thoth war nach dem Mythus der Verteidiger und Rechtfertiger des Osiris [* 5] gegen seine Ankläger. Er wurde besonders in der Stadt Aschmunein (ägypt. Chmunu) in Mittelägypten verehrt, welche daher auch «Thoth-Stadt», Hermopolis, hieß, und zwar magna zur Unterscheidung von Hermopolis parva, in Unterägypten. Ein häufiger hieroglyphischer Beiname des Thoth ist «der zweimal große»; erst in sehr späten Inschriften findet sich die Bezeichnung «der dreimal größte» (trismegistos), unter der er von den griech. Mystikern in den ersten Jahrhunderten n. Chr. viel genannt und als Offenbarer aller Urweisheit hoch verehrt wurde. (S. Hermes Trismegistus.)

Thou

Paris

Bild 12.719a: Paris
* 6 Paris.

(spr. tu), Jacques Auguste de, lat. Thuanus, franz. Geschichtschreiber und Staatsmann, geb. 8. Okt. 1553 zu Paris, [* 6] wo sein strengkath. Vater erster Präsident des Parlaments war, studierte die Rechte in Orléans [* 7] und unter Cujacius in Valence, wo er mit Scaliger Freundschaft schloß. Er war 1572 Zeuge der Bartholomäusnacht und bereiste dann Italien, [* 8] die Niederlande [* 9] und Deutschland. [* 10] Heinrich III. übertrug ihm mehrere Sendungen und machte ihn 1576 zum geistlichen Rat beim Parlament; 1581 mußte er als königl. Kommissar in Guyenne mit den prot.

Häuptern verhandeln. 1581 wurde er, indem er in die rein weltliche Laufbahn übertrat, Requetenmeister, 1588 Staatsrat. In den Unruhen der kath. Liga (s. d.) stand er zu Heinrich III., dem er wertvolle Dienste [* 11] als Unterhändler leistete, indem er ihn 1589 mit Heinrich von Navarra zusammenführen half; dann hielt er, nachdem der letztere als Heinrich IV. den Thron [* 12] bestiegen hatte, getreu zu diesem, dessen Vertrauen er sich durch seine Offenheit, Rechtschaffenheit und Kenntnisse erwarb. Er erhielt die Vicepräsidentschaft des Parlaments und zugleich das Amt eines Großmeisters der königl. Bibliothek.

Nan-Hai - Nantes [unko

Bild 62.167: Nan-Hai - Nantes [unkorrigiert]
* 13 Nantes.

Ein aufrichtiger Katholik, aber von der staatsgesinnten Richtung der Politiker (s. d.), suchte er den innern Frieden zu befestigen. Thou wirkte mit bei der Abfassung des Edikts von Nantes [* 13] und stand, solange Heinrich lebte, in reicher polit. Beschäftigung. Nach der Ermordung des Königs ernannte ihn die Regentin Maria von Medici zu einem der Finanzdirektoren. Doch zog er sich schließlich von den öffentlichen Geschäften zurück und lebte den Wissenschaften. Er starb 7. Mai 1617 zu Paris.

Thou hinterließ ein berühmtes Geschichtswerk, die «Historiae sui temporis», die vom Tode Franz' I. bis zur Ermordung Heinrichs IV., 1547-1610, reichen sollten. Er teilte die ganze Arbeit in 143 Bücher, von denen er die 18 ersten 1604 veröffentlichte. Eine neue Ausgabe, die bis zum 49. Buche reichte, veranstaltete er 1606. Im J. 1614 erschien das Werk bis zum 80. Buche, das die Ereignisse bis 1584 erzählt. Die päpstl. Censur hatte 1609 das Buch auf den Index gesetzt, weshalb Thou viele Stellen milderte.

Amsdorf - Amsterdam

Bild 1.508: Amsdorf - Amsterdam
* 14 Amsterdam.

Der Tod überraschte ihn, nachdem er sein Werk (in 138 Büchern) bis 1607 geführt, bei Veranstaltung einer neuen Ausgabe, die erst 1620 durch Dupuy und Nic. Rigault zu stande kam. Später erschien diese Ausgabe mit dem ursprünglichen Texte u. d. T. «Thuanus restitutus» in Amsterdam [* 14] (1663). Rigault setzte die Arbeit aus den Materialien T.s bis zu dem gesteckten Ziele fort. Endlich erschien das Werk vollständig in sieben Foliobänden (Lond. 1733). Thou erzählt die Geschichte, die er nach authentischen Stoffen hergestellt hatte, oder deren Augenzeuge er selber war, mit Genauigkeit, Wahrheitsliebe und Freimut, im Stil Livius nachahmend, gerecht, aber ganz annalistisch und somit ohne histor.

Tiefe; sein Werk spiegelt den polit. und versöhnenden Geist der Epoche Heinrichs IV. Zu seiner Rechtfertigung schrieb Thou seit 1614 u. d. T. «Thuani commentarius de vita sua, libri VI» (Orléans 1620; deutsch in Seybolds «Selbstbiographien berühmter Männer») Memoiren, die ebenfalls wohl von Rigault beendet, vielleicht überhaupt nicht ganz von Thou redigiert wurden. Eine Sammlung seiner Poesien in lat. Sprache [* 15] kam u. d. T. «Posteritati; poematum opus notis perpetuis illustratum a. D. Melanchtone» (Amsterd. 1678) heraus. -

Vgl.   Düntzer, De T.s Leben, Schriften und histor.

Kunst (Darmst. 1837).

Der älteste Sohn François Auguste de Thou, geb. 1607 zu Paris, war Parlamentsrat und erhielt nach dem Tode des Vaters auch die Stelle des Großmeisters der königl. Bibliothek. Thou war ein Freund des Herzogs von Orléans, der Herzogin von Chevreuse sowie des jungen Cinq-Mars (s. d.), und diese Verbindungen zogen ihn in den Gegensatz zu Richelieu hinein. Als die Verschwörung Cinq-Mars' an das Licht [* 16] trat, ließ der Minister auch Thou verhaften, der mit seinem Freunde 12. Sept. 1642 zu Lyon [* 17] das Schafott besteigen mußte.

Thouars

Staatsbahnen und Priva

Bild 5.442a: Staatsbahnen und Privatbahnen im Deutschen Reich
* 18 Staatsbahnen.

(spr. tŭahr), Stadt im Arrondissement Bressuire des franz. Depart. Deux-Sèvres in Poitou, rechts am Thouet, über den eine 27 m hohe Hängebrücke führt, an den Linien Tours-Sables d'Olonne und Saumur-Niort der Staatsbahnen, [* 18] die beide unterhalb Thouars auf einem über 38 m hohen Viadukt den Fluß überschreiten, hat (1896) 3992, als Gemeinde 5033 E.; die Kirchen St. Medard mit prächtigem roman. Portal und St. Laon (12. und 15. Jahrh.), Reste alter Befestigungen, sowie ein auf dem Felsen über dem Flusse im 16. Jahrh. erbautes großes Schloß (jetzt Gefängnis) mit schöner got. Kapelle (1514) und in Felsen gehauener Krypta; Handel mit Getreide, [* 19] Branntwein, Vieh und Nüssen.

Thouet

(spr. tŭeh), linker Nebenfluß der Loire im westl. Frankreich, entspringt am Ostende [* 20] der Hauteurs de la Gâtine im Depart. Deur-Sevres, fließt in romantischem Thale nach Parthenay, wendet sich nach N., erhält links den Thouaret und den Argent und geht im Depart. Maine-et-Loire an Montreuil-Bellay vorüber, vereinigt sich rechts mit der Dive und mündet unterhalb Saumur.

Thouletsche

Lösung (spr. tuleh-), s. Petrographie.

Thoune,

franz. Name von Thun. ^[= # und Hohenstein, Leo, Graf von, österr. Staatsmann, geb. 7. April 1811 zu Tetschen, studierte ...]

Thourout

(spr. turuh), Stadt in der belg. Provinz Westflandern, an den Bahnlinien Ostende-Ypern und Brügge-Kortrijk, hat (1897) 9680 E., ein bischöfl.

Lehrerseminar;

Leinenweberei, Gerberei, Landwirtschaft und Pferdemärkte.

In der Nähe die restaurierten Ruinen des Schlosses Wynendaele.

Thout,

ägypt. Gott, s. Thoth. ^[= richtiger (ägypt. Dhoute), ägypt. Gott, den die Griechen mit ihrem Hermes verglichen. ...]

Thouvenin



Thracien - Thrazien

Bild 65.804: Thracien - Thrazien
* 21 Seite 65.804.

(spr. tuw'näng), Louis Etienne de, franz. Brigadegeneral, verdient um die Ausbildung ¶

mehr

des gezogenen Gewehrs, geb. 1791 zu Moyenvic (Depart. Meurthe), gest. 1882, schlug bereits 1810 die Anbringung eines Dorns in der Schwanzschraube des gezogenen Gewehrs vor und legte 1811 ein Dorngewehr (s. d.) mit Langgeschoß vor, das 1816 angenommen und später fast in allen Heeren als Jägerwaffe wie auch im bürgerlichen Leben als Birsch- und Scheibenbüchse Eingang fand.

Ende Thouvenin
→ weiter zu Seite 65.804: Thracien ⟹ (Thracia), s. Thrazien.
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 801 [Suche = 65.803] im Internet seit 2005; Text geprüft am 8.4.2014; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0803

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Siehe auch:

  • 15.672 Thoth
  • 15.672 Thou
  • 15.672 Thouars
  • 15.673 Thouars, auch P. Th
  • 46.79 THOUMALEY
  • 15.673 Thourout
  • 15.673 Thouvenel
  • 15.673 Thouvenin

* 21 Bilder dazu:

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