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Thenardit - Theodolit

Bild 65.762: Thenardit - Theodolit
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Überblick der Artikel
9 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
ThenarditMineral, s. Glaubersalz. / 4
Thénards BlauKobaltoxydulthonerde, Kobaltblau, Königsblau, Leidener Blau, Kobaltultramarin, die Verbindung / 51
ThennenbachKlosterruine bei Emmendingen (s. d.) in Baden. / 7
Theobromader Kakaobaum (s. d. und Tafel: Columniferen, Fig. 1). / 9
TheobrominC7H8N4O2, Dimethylxanthin, C5H2(CH3)2N4O2, eine organische Base, die sich in den Kakaobohnen / 89
Theodat(Theodahad), König der Ostgoten aus dem Geschlecht der Amaler, Vetter der Königin Amalasuntha, / 140
Theoderichs. Theodorich. / 3
Theodicee(grch., d. h. Rechtfertigung Gottes), der philos. Versuch, den Glauben an die Vorsehung und / 192
Theodolitdas in der Geodäsie am meisten gebrauchte Instrument zum Messen von Horizontalwinkeln, häufig / 647

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Thenardit - Theodolit


Fortsetzung: Thenard, (spr. -nahr), Louis Jacques de, franz. Chemiker, geb. 4. Mai 1777 zu Louptière bei Nogent-sur-Seine
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sowie seine Studien über die zusammengesetzten Äther oder Ester, über die Galle, die mit Gay-Lussac ausgeführten Untersuchungen zur Elektrolyse, [* 2] über die Alkalimetalle und über die Elementaranalyse organischer Verbindungen. Er schrieb «Recherches physico-chimiques faites sur la pile» (gemeinschaftlich mit Gay-Lussac, 2 Bde., Par. 1811),

Traité de chimie élémentaire, théorique et pratique" (4 Bde., ebd. 1813-16; 6. Aufl., 5 Bde., ebd. 1833-36; deutsch von Fechner, Lpz. 1825-30).

Thenardit,

Mineral, s. Glaubersalz. ^[= Glaubers Wundersalz, schwefelsaures Natrium, Natriumsulfat, Na_{2}SO_{4}, krystallisiert Na_{2}SO_{4 ...]

Thénards

Blau, Kobaltoxydulthonerde, Kobaltblau, Königsblau, Leidener [* 3] Blau, Kobaltultramarin, die Verbindung von Kobaltoxydul mit Thonerde, eine blaue, gegen Säuren vollständig widerstandsfähige Farbe, die aber bei Lampenlicht schmutzigviolett erscheint;

sie entsteht durch Vermischen der Lösungen von 100 Teilen Alaun [* 4] und 5 bis 10 Teilen Kobaltsulfat, Verdampfen zur Trockne und anhaltendes Glühen des Rückstandes.

Thennenbach,

Klosterruine bei Emmendingen (s. d.) ^[= elektrischer, s. Residuum.] in Baden. [* 5]

Theobroma,

der Kakaobaum (s. d. und Tafel: Columniferen, [* 1] Fig. 1).

Theobromin,

Ahnfrau - Ahnung

Bild 1.235: Ahnfrau - Ahnung
* 6 Ähnlichkeit.

C7H8N4O2, Dimethylxanthin, C5H2(CH3)2N4O2, eine organische Base, die sich in den Kakaobohnen (zu etwa 1-2 Proz.) und in gewissen Sorten von Thee findet. Es bildet ein weißes krystallinisches Pulver von schwachbitterlichem Geschmack, das sich nur sehr wenig in heißem Wasser, Alkohol und Äther löst. Mit Silberoxyd geht es eine Verbindung ein. Wird diese Verbindung mit Jodmethyl behandelt, so geht es in Caffeïn über, mit welchem das in chem. und physiol. Hinsicht die größte Ähnlichkeit [* 6] hat. Mit salicylsaurem Natrium verbunden bildet Theobromin das neuerdings viel gebrauchte Arzneimittel Diuretin (s. d.).

Theodat

Neapel (Provinz, Stadt

Bild 12.25: Neapel (Provinz, Stadt)
* 8 Neapel.

(Theodahad), König der Ostgoten aus dem Geschlecht der Amaler, Vetter der Königin Amalasuntha, großer Grundherr in Tuscien, verhandelte heimlich mit dem oström. Kaiser Justinianus I., um diesem Italien [* 7] ohne Schwertstreich in die Hände zu spielen und sich selbst eine große Belohnung zu sichern. Als ihn Amalasuntha 534 zu ihrem Mitregenten erhoben hatte, beeilte er sich, ihre persönlichen Anhänger zu beseitigen, um dann die Königin selbst gefangen nach einer Insel des Bolsener Sees führen und daselbst ermorden zu lassen. Darauf erklärte ihm der Kaiser den Krieg, der 535 durch Belisar eröffnet wurde; Theodat aber zeigte sich unentschlossen und feig. Als dann Belisar im Febr. 536 in Unteritalien landete und Neapel [* 8] eroberte, stürzte eine got. Heeresversammlung Theodat vom Throne und wählte Vitiges zum König. Theodat wurde auf der Flucht von Rom [* 9] nach Ravenna im Dez. 536 durch den Goten Optari getötet.

Theoderich,

s. Theodorich. ^[= # oder der Große (got. Thiudareiks, d. i. Volksfürst, in neuhochdeutscher Form Dietrich ...]

Theodicee

(grch., d. h. Rechtfertigung Gottes), der philos. Versuch, den Glauben an die Vorsehung und göttliche Weltregierung gegen die Einwürfe aufrecht zu erhalten, die in dem Vorhandensein des physischen Übels und des moralisch Bösen gegen die Güte und Gerechtigkeit Gottes zu liegen scheinen. Schon Plato, die Stoiker, Augustinus, Thomas von Aquino, Campanella u. a. haben versucht zu zeigen, wie das Sittlich-Böse sich mit der Heiligkeit und Gerechtigkeit des höchsten Wesens vereinigen lasse. Das Wort Theodicee kam erst auf, nachdem Leibniz sein Werk «Essai de Théodicée sur la bonté de Dieu, la liberté de l'homme et l'origine du mal» (2 Bde., Amsterd. 1710; deutsch von Habs, Lpz. 1884) geschrieben hatte.

Die Absicht Leibnizens geht nicht dahin, das physische Übel und das moralische Böse zu leugnen, sondern es als Ausdruck der notwendigen Beschränktheit jeder geschaffenen Welt darzustellen (s. Leibniz). Die kritische Philosophie leistete auf eine Beantwortung der jedem Versuche einer Theodicee zu Grunde liegenden Fragen Verzicht. (Vgl. Kant, Über das Mißlingen aller philos. Versuche in der Theodicee, 1791.) In den spätern idealistischen Systemen trat das Interesse an den Fragen der Theodicee zurück, bis die pessimistische Philosophie Schopenhauers (s. d.) sie wieder in Fluß brachte. (S. auch Optimismus.)

Theodolit,

Theodor - Theodora (by

Bild 65.763: Theodor - Theodora (byzantinische Kaiserin, Gemahlin Instinianus' I.)
* 10 Theodolit.

[* 10] das in der Geodäsie am meisten gebrauchte Instrument zum Messen von Horizontalwinkeln, häufig auch zum Messen von Vertikalwinkeln eingerichtet. Den Hauptbestandteil jedes Theodolit bildet ein auf seinem Rande mit größter Sorgfalt geteilter Horizontalkreis (Limbus), um dessen Mittelpunkt ein mit einem Zeiger (Alhidade) versehenes Fernrohr [* 11] in horizontaler Richtung drehbar ist. Zur genauen Horizontalstellung des Limbus ist eine Libelle an dem Theodolit angebracht.

Zum Gebrauch zu Höhenmessungen ist ein zweiter, vertikal gestellter Kreis [* 12] erforderlich, um dessen Mittelpunkt das Fernrohr sich auf- und abwärts bewegen läßt. Zum Ablesen der Vertikalwinkel muß dann auch eine zweite Alhidade mit dem Fernrohr verbunden sein. Das ganze Instrument ruht auf einem dreibeinigen Fußgestell und kann mittels Stellschrauben beim Gebrauch auf einem Stativ, einem steinernen Pfeiler oder einer andern festen Unterlage horizontal gestellt werden.

Mikroskope

Bild 11.600a: Mikroskope
* 14 Mikroskope.

Zum Ablesen der gemessenen Winkel [* 13] dienen entweder mit der Alhidade verbundene Nomen oder bei den feinern Instrumenten Mikroskope. [* 14] Die Ablesungsvorrichtung ist so angeordnet, daß an zwei oder auch an vier sich einander gegenüber liegenden Stellen des Kreises abgelesen werden kann. Der horizontale Limbuskreis ist bei den einfachen Theodolit fest mit dem Fußgestell verbunden; bei den sog. Repetitionstheodoliten ist er um eine durch seinen Mittelpunkt gehende vertikale Achse drehbar.

Der Vertikalkreis ist bei den meisten Theodolit fest mit dem Fernrohr verbunden und dreht sich mit diesem zugleich; die zugehörige Alhidade ist hier an einem der Fernrohrträger befestigt. Der mit Vertikalkreis ausgerüstete Theodolit, vielfach auch Universalinstrument genannt, kann durch eine am Fernrohr selbst befestigte Libelle zum Nivellieren gebraucht werden. Ebenso kann das Fernrohr unter Mitbenutzung einer Distanzlatte zum Distanzmessen eingerichtet werden. (S. Tachymeter.) Die Genauigkeit der auszuführenden Winkelmessungen hängt besonders von der Größe der angewendeten Limbuskreise ab, daher unterscheidet man die Theodolit nach der Größe des Durchmessers ihres Horizontalkreises.



Bei der preuß. Landesaufnahme sind 10-, 8- und 5zöllige Theodolit im Gebrauch zur Triangulation [* 15] erster, zweiter oder dritter Ordnung. Die Winkelmessung selbst geschieht folgendermaßen: Man richtet zur Ermittelung eines Horizontalwinkels das Fernrohr des genau im Scheitelpunkt des zu messenden Winkels horizontal aufgestellten Instruments auf das eine der beiden in den Winkelschenkeln liegenden Objekte und liest den Winkelgrad ab, den der Inder des Alhidadenkreises am Horizontalkreis anzeigt. Dann stellt man das Fernrohr auf das zweite Objekt ein, liest ¶

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761

Textfigur:

wieder den Winkel ab und hat in der Differenz beider Ablesungen den gesuchten Winkel. Zur Erhöhung der Genauigkeit wird das Verfahren beliebig oft wiederholt. Bei einem Repetitionstheodoliten verfährt man in folgender Art: Man stellt den Horizontalkreis fest und richtet das Fernrohr auf das eine der beiden Objekte (z. B. das links gelegene) und liest den Winkel ab. Ohne den Horizontalkreis zu verschieben, führt man nun das Fernrohr auf das zweite (rechtsliegende) Objekt und hat dadurch den zu messenden Winkel eingestellt.

Bogen (Baukunst)

Bild 3.125: Bogen (Baukunst)
* 17 Bogen.

Man führt nun, nachdem der Alhidadenkreis fest an den Horizontalkreis geklemmt, die Klemmung des letztern aber gelöst ist, das Fernrohr nach dem ersten Objekt zurück und stellt es scharf ein; nun stellt man den Horizontalkreis wieder fest und führt das Fernrohr mit dem gelösten Alhidadenkreis von neuem auf das zweite (rechtsgelegene) Objekt und stellt dies wiederum genau ein. Dieses Verfahren läßt sich beliebig oft wiederholen; am Schlusse liest man den zuletzt erhaltenen Winkel ab und dividiert nun den ganzen von der Alhidade auf dem Limbus durchlaufenen Bogen [* 17] durch die Anzahl der Einstellungen.

Dieses Verfahren, welches den Einfluß der Beobachtungsfehler auf den gemessenen Winkel wesentlich vermindert, wurde zuerst 1752 von Tobias Mayer angegeben und durch Borda in die astron. Praxis eingeführt. Bei der preuß. Landestriangulation wird dasselbe nicht mehr angewendet, vielmehr findet die wiederholte Winkelmessung bei jedesmal beliebig verschobenem Horizontalkreis statt. Bei dem in vorstehender [* 10] Figur dargestellten, von L. Tesdorpf in Stuttgart [* 18] gefertigten Repetitionstheodoliten ist H der Horizontalkreis, V der Vertikalkreis, F Fernrohr, L Libelle, B eine Orientierungsbussole mit mikroskopischer Ablesung. (S. auch Grubentheodolit.) – Über den Phototheodolit s. Photographie (photogr. Apparate) und Photogrammetrie. [* 19] –

Vgl.   von Bauernfeind, Elemente der Vermessungskunde (7. Aufl., Stuttg. 1890);

Fuhrmann, Die Theodolit, ihre Einrichtung, Anwendung, Prüfung und Berichtigung (Lpz. 1896).

Ende Theodolít
→ weiter zu Seite 65.763: Theodor ⟹ Name von zwei Päpsten: T. I. (642–649), Sohn eines Bischofs, aus Jerusalem gebürtig, war
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 760 [Suche = 65.762] im Internet seit 2005; Text geprüft am 26.2.2014; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0762

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Siehe auch:

  • 15.633 Thenardit
  • 15.633 Thénardsblau
  • 15.634 Theobroma
  • 15.634 Theobromin
  • 15.634 Theodat
  • 15.634 Theoderich
  • 15.634 Theodicee
  • 15.634 Theodolít

* 19 Bilder dazu:

  • 4Alaun
  • 5Baden
  • 17Bogen
  • 2Elektrolyse
  • 11Fernrohr
  • 7Italien
  • 12Kreis
  • 3Leidener
  • 14Mikroskope
  • 8Neapel
  • 19Photogrammetrie
  • 9Rom
  • 18Stuttgart
  • 15Triangulation
  • 13Winkel
  • 1_Seite 65.762
  • 16_Seite 65.763
  • 6Ähnlichkeit
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