ihn entdeckt und mit der Befestigung begonnen. Die auswärtigen Verhältnisse, die Kämpfe erst mit
Persien,
[* 2] dann mit
Ägina,
die Streitigkeiten mit seinen polit. Gegnern Megakles, Xanthippus,
Aristides traten der Vollendung seiner Pläne entgegen.
Als aber 483 der letzte Gegner
Aristides durch Ostracismus beseitigt worden war, beherrschte Themistokles wieder dieLage
allein und brachte ein Gesetz durch, daß in den folgenden Jahren aus dem Überschuß der Einkünfte aus den
Bergwerken von
Laurion 100 neue
Kriegsschiffe gebaut werden sollten.
Beim Heranrücken des
Heers von
Xerxes bewog er nach der
Schlacht bei
Thermopylä (480
v. Chr.) die
Athener, ihre Stadt, die gegen
die Übermacht der
Perser nicht zu halten gewesen wäre, preiszugeben und sich, nachdem sie Weiber,
Kinder
und
Greise auf der
InselSalamis und in
Trözen in Sicherheit gebracht, auf die Flotte zurückzuziehen. Er war es auch, der mit
der gewaltigsten Anstrengung und in fortwährendem Widerstreite gegen die engherzigen
Gedanken der Peloponnesier die
griech. Flotte in der
Meerenge von
Salamis zusammenhielt
und sie nötigte, den Kampf mit der persischen hier aufzunehmen (im
Sept. 480
v. Chr.). So ward er der Retter
Griechenlands.
Das zerstörte
Athen
[* 3] wurde dann auf Themistokles'
Rat in weiterm
Umfange aufgebaut und stark befestigt. Die Versuche
Spartas, die Vollendung
des Mauerbaues zu hindern, wußte er mit großem diplomat. Geschick zu vereiteln. Auch die Peiraieusbefestigung
konnte er jetzt vollenden und bei der
Aufrichtung des
Attischen Seebundes mitwirken. Themistokles stand auf dem Gipfel seines Ruhms;
aber sein stolzes Selbstbewußtsein und sein rücksichtsloses Auftreten arbeitete seinen polit. Gegnern, die von
Sparta unterstützt
wurden, in die
Hände, und es gelang diesen 470
v. Chr., durch einen Ostracismus seine Entfernung aus
Athen
durchzusetzen. Er wählte
Argos als Aufenthalt und betrieb von hier aus eine energische Agitation gegen
Sparta.
Dabei trat er in
Verbindung mit dem gleichfalls gegen die lakedämonische Regierung erbitterten Pausanias (s. d.).
Dessen
Verurteilung wegen pers.
Umtriebe zog Themistokles' Fall nach sich. Auf Drängen der Spartaner in
Athen wegen
Hochverrats angeklagt, floh er (467) zunächst nach Korkyra, von hier zum Molosserkönig
Admetos nach
Epirus, endlich zum Perserkönig
(465).
Artaxerxes I., der glaubte in ihm ein geeignetes Werkzeug zur
Rache an den Hellenen zu finden, nahm ihn
freundlich
auf und verlieh ihm die Stadt
Magnesia am Mäander
[* 4] als fürstl. Sitz mit den Einkünften verschiedener anderer kleinasiat.
Städte. Hier lebte Themistokles, bis ihn 459 ein schneller, angeblich nicht natürlicher
Todvor der traurigen
Notwendigkeit rettete,
zusammen mit dem Nationalfeinde seine eigenen Mitbürger zu bekämpfen. Aus dem
Altertum ist eine ausführliche
Lebensbeschreibung des Themistokles, von Plutarch, eine kürzere von
Cornelius Nepos vorhanden. Die unter Themistokles'
Namen auf uns gekommenen 21 griech.
Briefe sind unecht. -
(engl.
Thames; frz.
Tamise; im
AltertumTamĕsis oder Tamĕsa; angelsächs. Taemese), der größte
Fluß Englands
(s. Karte: England und Wales), in seinem obern Laufe bis Oxford
[* 5] von den Gelehrten
Isis
[* 6] benannt, entspringt in einer Höhe von 114
m an der Grenze von Wiltshire und Gloucestershire aus dem im
Sommer wasserarmen
Thames-Head, nicht weit südwestlich von Cirencester. Sie fließt ostwärts über Cricklade nach Oxford,
wo sie links
den Cherwell aufnimmt.
Dann läuft sie bis Reading südostwärts, wird bei Dorchester durch die schiffbare
Thame verstärkt, aus deren und der sog.
Isis
Namen die Benennung Themse korrumpiert sein soll. Weiterhin bespült der
Fluß den westl. Rand der kreidigen Chiltern-Hills.
Von Reading an fließt die in mehrern
Bogen
[* 7] wieder gegenOsten, zunächst durch das Waldthal von Henlev,
Marlow und Maidenhead nach Windsor und
Eton. Bei
Staines betritt sie
Groß-London (s. die drei Karten zum
ArtikelLondon),
[* 8] das
sie bei Erith wieder verläßt, berührt Gravesend und mündet zwischen Sheerneß und dem
Kap Shoeburyneß in Essex, 75 km
unterhalb
London in die Nordsee.
Bei Sheerneß nimmt sie den
Namen Nore, weiterhin, bis zu ihrer meerbusenartigen Erweiterung, den
NamenSwin an. Vom Norelight,
dem schwimmenden
Leuchtfeuer im Nore, beträgt der direkte Abstand bis zur
Quelle
[* 9] 202 km, die ganze
Stromentwicklung 349,8 km,
wovon 316,5 km (bis Lechlade) schiffbar sind. Die
Breite
[* 10] beträgt bei Greenwich zur Ebbezeit 550 m, bei
London-Bridge 243, von hier bis zu den Westindia-Docks, wo sie von den Schiffern «Pool»
genannt wird, zwischen 210 und 440 m. Bei Woolwick steigt die
Breite auf 447, bei Gravesend auf 731 und 5 km abwärts auf 1179 m.
Von
London aufwärts aber wird sie sehr schmal.
Mit Ausnahme einiger
Untiefen (shoals) hat die Themse bis zur
London-Bridge aufwärts 3,6 bis 4,3 m
Tiefe. Die
Flut steigt alle 12
Stunden
4-7 m senkrechter Höhe mit einer Schnelligkeit von 3 bis 4 km auf die
Stunde. Bis Deptford ist der
Fluß für die größten
Seeschiffe, wie
Ostindienfahrer und
Kriegsschiffe, fahrbar, bis
Blackwall für Schiffe
[* 11] von 1400 t, bis
London-Bridge
für Schiffe von 300 themse.
IhrerTiefe und der Gunst der Meeresflut verdankt sie und namentlich
London einen Verkehr, wie ihn kein
Strom der Welt aufzuweisen hat.
Von
London aufwärts bis Lechlade (240 km oberhalb
London-Bridge) kann die Themse nur mit
Barken vermittelst
mehrerer Schleusen (im ganzen 34) befahren werden. Mit dem Innern des
Landes ist sie durch viele
Kanäle in
Verbindung gesetzt,
darunter der
Grand-Junction-, Oxford-,
Paddington-,
Regent-,
Thames- und Severnkanal. Der gewöhnliche Wasserweg zwischen
London
und
Bristol ist jedoch der
Kennet- und Avonkanal, welcher, 11 km lang, von Reading nach
Bath am
Avon führt.
Das
Flußgebiet der Themse gehört 12
Grafschaften an und umfaßt 13 370 qkm. Von links münden der Windrush, der Colne
bei
Staines, der Brent bei
Brentford und der Lea bei
Blackwall; von der rechten Seite der
Kennet bei Reading, der Wey
oder Wye bei Weybridge, und der Darent. Nur Lea,
Kennet, Wey und Darent sind für die Schiffahrt von Bedeutung. Außerdem
gilt als Nebenfluß der
Medway (s. d.), der wichtigste von allen.
(spr. -nahr),LouisJacques de, franz. Chemiker,
geb. zu Louptière bei Nogent-sur-Seine, war erst Repetent und dann
bis 1837 Professor der
Chemie an der Polytechnischen Schule zu
Paris,
[* 13] zugleich bis 1840 Professor der
Chemie am Collège de
France und an der Faculté des Sciences, seit 1810 Mitglied des
Instituts, wurde 1824 baronisiert und war von 1833 bis 1848 Pair
von
Frankreich. Er starb zu
Paris. Unter seinen
Arbeiten sind hervorzuheben die Entdeckung des
Wasserstoffsuperoxyds und des nach ihm genannten
Blaus (s.
Thénards Blau),
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