☰

eLexikon

Bewährtes Wissen in aktueller Form

Main

Telephonanlagen

Bild 65.681: Telephonanlagen
Seite 65.681.
<
Überblick der Artikel
1 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
TelephonanlagenVerbindungen mehrerer Telephone zu Fernsprechanlagen. Bei den städtischen T. handelt es sich / 2017

Seite 65.681

Telephonanlagen


Fortsetzung: Telephon, (grch.), Fernsprecher, Apparat zur Übermittelung von Tönen oder Worten auf weite Entfernungen;

Geschichtskarten von D

Bild 4.772a: Geschichtskarten von Deutschland V
* 7 Deutschland.
mehr

Stabmagnet o auf die Platte p ausgeübte Anziehung in rascher, regelmäßiger Folge, die Platte des Empfängers gerät daher in ebensolche Schwingungen wie die im Sender, und das Ohr [* 2] vernimmt diese Schwingungen als Töne oder Worte. Mittels der Stellschraube d läßt sich die Entfernung des Magnets S N von der Platte p regulieren. Die Empfindlichkeit dieses Telephon ist eine ganz überraschende und macht es auch als feinen Meßapparat brauchbar. Mit zwei solchen Telephon konnte man sich 1877 auf einer von Leipzig [* 3] nach Dresden [* 4] reichenden Telegraphenlinie (167 km) verständigen; in neuester Zeit spricht man auf weit größere Entfernungen, wobei als Geber das Mikrophon dient (Doppelleitungen aus Kupfer, [* 5] 2500 km). Das 1878 für Siemens & Halske in Berlin [* 6] patentierte Telephon mit Hufeisenmagnet zeigt [* 1] Fig. 4; die wirksamen Teile dieses Telephon sind aus der umschließenden Blechröhre herausgenommen; der Magnet m läßt sich samt den Drahtspulen, welche die auf seinen Polen sitzenden Polschuhe umgeben, mittels einer in seinen Bug eingreifenden Schraube der Platte mehr oder weniger nähern. Der Bügel B dient zum Aufhängen des Apparats. Leichter und handlicher war schon das Adersche Telephon [* 1] (Fig. 7), dessen Magnet kreisrund gebogen ist und auf seinen Polen ebenfalls zwei Spulen trägt. Auch durch die Wahl der Dosenform hat man befonders leichte und bequeme Telephon herzustellen vermocht; in diesen Dosentelephonen [* 1] (Fig. 3) ist der Magnet kreisbogenförmig und wendet seine umgebogenen, die Drahtrollen tragenden Enden der Sprechplatte zu. In Deutschland [* 7] traten an Stelle jener schweren Telephon leichte stabförmige Telephon [* 1] (Fig. 8), entweder mit Stabmagnet (wie in [* 1] Fig. 1) oder ebenfalls mit Hufeisenmagnet, vorwiegend die nach ihrer Form sog. Löffeltelephone [* 1] (Fig. 9), welche teils, wie in [* 1] Fig. 9, am Telephon, teils, wie in [* 1] Fig. 11 (neueres Telephon mit Hufeisenmagnet der deutschen Verwaltung), am Buge des Magneten mit einer Öse zum Aufhängen versehen sind.

Bei den mit Batterieströmen arbeitenden Telephon werden durch die Schwingungen der Telephonplatte teils abwechselnde Schließungen und Unterbrechungen, teils Schwächungen und Verstärkungen des Stroms hervorgebracht. Jetzt wird bei denselben als Geber vorwiegend ein Mikrophon (s. d.) benutzt.

Mit Bitelephon bezeichnet man zwei durch eine (nach Befinden magnetisierte) stählerne Feder miteinander verbundene, sehr kleine und leichte Telephon; von Mercadier 1891 für physik. Versuche hergestellt, eignet es sich auch gut zur Benutzung in Telephonsprechstellen. Diese Telephon sind sehr leicht (50 g); man kann sie mittels geeigneter Hülsen in die Ohren stecken und behält so beide Hände frei, um z. B. das Gehörte sofort niederzuschreiben.

Über die praktische Verwendung des s. Telephonanlagen und Telephonverkehr.

Litteratur. Reis, Das Telephon und sein Anrufapparat (Mainz [* 8] 1878);

Grawinkel, Lehrbuch der Telephonie und Mikrophonie (Berl. 1884);

Wietlisbach, Die Technik des Fernsprechwesens (Wien [* 9] 1886);

Schormaier und Baumann, Telegraph [* 10] und in Bayern [* 11] (3. Aufl., Münch. 1893);

Haßler, Die Staatstelephonie in Württemberg [* 12] (2. Aufl., Stuttg. 1897);

Mourlon, Les téléphones usuels (2. Aufl., Brüss. und Par. 1887);

Mix und Genest, Anleitung zum Bau elektrischer Haustelearaphen, Telephon- und Blitzableiteranlagen (2. Aufl., Berl. 1891);

W. E. Fein, Elektrische [* 13] Apparate, Maschinen und Einrichtungen (Stuttg. 1888);

E. Buels, Téléphonie

et télégraphie simultanées (Brüss. 1885);

Prescott, Bell's electric speaking Telephone (Neuyork [* 14] 1884);

Baur, Die Entwicklung der Fernsprechkunst (Bas. 1887);

Brault, Histoire de la téléphonie (3. Aufl., Par. 1890);

Ducret, L'exploitation des téléphones (ebd. 1888);

Maier und Preece, Das Telephon (Stuttg. 1889);

Meili, Das Telephonrecht (Lpz. 1885);

Sack, Der Telephonbetrieb mit Klappschränken mit Vielfachumschalter (Berl. 1894);

Canter, Die Technik des Fernsprechwesens in der deutschen Reichs-Post- und Telegraphenverwaltung (2. Aufl., Bresl. 1896);

Bennett, The telephone systems of the continent of Europe (Lond. 1895).

Telephonanlagen,

Verbindungen mehrerer Telephone zu Fernsprechanlagen. Bei den städtischen Telephonanlagen handelt es sich darum, Personen, welche in derselben Stadt oder in verschiedenen Städten wohnen, durch ein Telegraphenleitungsnetz (s. Telephonverkehr II) für den telephonischen Verkehr miteinander zu verbinden. Zur Verbindung zwei oder mehrerer städtischer Telephonanlagen dienen die Verbindungsleitungen, Überlandleitungen, Fernleitungen. Bei den Haustelephonanlagen liegen die in gleicher Weise zu verbindenden Arbeitszimmer und Geschäftsräume von kaufmännischen, gewerblichen oder dergleichen Betriebsanlagen in demselben Hause oder in einer zu einem Ganzen vereinigten Häusergruppe.

I. Die städtischen (s. Telephonverkehr) ermöglichen den Verkehr der Teilnehmer untereinander durch ein Leitungsnetz, und zwar wird von jedem einzelnen Teilnehmer eine Leitung nach einem sog. Vermittelungsamte (Centralamte) geführt, und in diesem kann jede Leitung mit jeder andern verbunden werden. In großen Städten werden zweckmäßig mehrere Vermittlungsämter angelegt und die Teilnehmer unter diese verteilt.

Der Dienst im Vermittelungsamt ist wesentlich nur ein Umschaltedienst. Das Vermittelungsamt muß zunächst im stande sein, jeden Ruf aus einer der in dasselbe einmündenden Leitungen zu vernehmen, in jede dieser Leitungen zu rufen und sich zum Sprechen in dieselbe einzuschalten, endlich je zwei der Leitungen zu verbinden, bei Beendigung des Gesprächs aber den Auftrag zur Trennung der beiden Leitungen entgegenzunehmen. Alle Leitungen werden zu diesem Zwecke an einen schrankartigen Rahmen, den Klappenschrank, geführt.

Anker - Anklagejury

Bild 1.597: Anker - Anklagejury
* 15 Anker.

In den deutschen Vermittelungsämtern läuft z. B. jede Leitung y eines Teilnehmers nach [* 1] Fig. 5 der Tafel: Telephon und Telephonanlagen zunächst durch einen Elektromagnet E mit Fallscheibe K. Im Ruhezustande liegt die Klappe K vor der Fläche p und wird von dem Häkchen h festgehalten; der vom Teilnehmer gesandte Rufstrom bewegt den Anker [* 15] a des Elektromagnets E mit dem Häkchen h herab, so daß die Klappe K fällt; ein Nummerschildchen unterhalb der Klappe k und eine größere Nummer auf dem Eisenplättchen p, das an die Schienen n, n angeschraubt ist, geben die Nummer der Leitung an, woraus der Ruf ertönte.



Telephonanlagen

Bild 65.682: Telephonanlagen
* 16 Seite 65.682.

Jeder Klappenschrank enthält in fünf Reihen untereinander 50 Klappen. Um zwei an denselben Klappenschrank geführte Leitungen zu verbinden, steckt man zwei an den Enden einer Leitungsschnur angebrachte Stöpsel in die unter den beiden Klappen K der beiden Leitungen vorhandenen Löcher der Klinkenumschalter ein; hierdurch werden beide Leitungen von der Erdleitung getrennt und über die Stöpselschnur miteinander verbunden. Der eine Stöpsel schaltet zugleich auch den ¶

mehr

Elektromagnet E seiner Klappe durch Herstellung einer Kurzschließung aus der Leitungsverbindung aus.

Übersteigt die Zahl der Leitungen 50, so müssen mehrere Schränke aufgestellt werden und dann wird die Verbindung nicht nur umständlicher und aufhältlicher, sondern sie macht, da sie nicht mehr unmittelbar bloß in demselben Schranke und zwischen den zwei Leitungen, sondern in beiden Schränken zugleich und zwar unter Mitbenutzung der zu diesem Zwecke zwischen den Schränken anzuordnenden Verbindungsdrähte hergestellt werden muß, den mündlichen Verkehr der Beamten, ein Anfragen über das Freisein der gewünschten Leitung, den Auftrag zur Verbindung in dem Schranke dieser Leitung u. s. w. nötig. Deshalb hat man für große Ämter sog. Vielfachumschalter (s. d.) oder Multiplexumschalter für 1000 und mehr Leitungen gebaut, in denen jede Leitung mit jeder andern unmittelbar verbunden werden kann.

Den Umschalter [* 17] für ein kleines amerik. Vermittelungsamt zeigt [* 16] Fig. 6 der Tafel. An einem Wandbrettchen ist oben rechts eine elektrische Klingel für Wechselströme nebst dem zugehörigen Magnetinduktor untergebracht, welche hier zum Rufen gebraucht werden. Links oben befindet sich das Mikrophon (s. d.), aus dessen Kästchen eine Gabel bervorsteht, die beim Aus- und Einhängen des Telephons selbstthätig die Umschaltungen besorgt; zuunterst sieht man unter einem Schreibpulte das Mikrophonelement. Über dem Pulte befinden sich zunächst eine Anzahl Stöpsellöcher; mittels zweier durch eine Leitungsschnur verbundener Metallstöpsel, welche in zwei Löcher eingesteckt werden, lassen sich die zu diesen Löchern gehörigen Teilnehmerleitungen verbinden. Über den Löchern sind eine gleiche Anzahl von Elektromagneten mit Fallscheiben (vgl. K in [* 16] Fig. 5) angebracht, deren jeder zu einer Teilnehmerleituug gehört und als Rufzeichen für den Beamten seine Klappe herabfallen läßt, wenn der Teilnehmer durch Entsenden elektrischer, zugleich auf die Klingel wirkender Ströme das Vermittelungsamt ruft; bei Beendigung des Gesprächs mnß der eine Teilnehmer wieder Ströme senden, damit die Klingel wieder ertönt und zugleich die vorher wieder gebobene Klappe als sichtbares Schlußzeichen abermals herabfällt.

Die Anordnung der Sprechstelle eines Teilnehmers in einem Netze mit Batterierufbetrieb und ohne Benutzung von Mikrophonen ist in nachstebender [* 16] Fig. 1 skizziert. Die sämtlichen Apparate sind in

[* 16] ^[Abb.: Fig. 1.]

Fernsichtigkeit - Fern

Bild 6.153: Fernsichtigkeit - Fernsprecher
* 18 Fernsprecher.

einem Kästchen oder Gehäuse mit zwei verschließbaren Seitenthüren untergebracht. In die Vorderwand des Kastens ist ein Fernsprecher [* 18] F1 eingesetzt, so daß sein Mundstück frei vorsteht und bequem gegen dasselbe gesprochen werden kann. Ein zweiter Fernsprecher F2 hängt an dem aus dem Kästchen vorstehenden hakenförmigen Ende q des Umschalthebels h und ist

mittels einer Leitungsschnur in den Stromkreis eingeschaltet. Endlich steht aus dem Kästchen noch der Knopf k einer Läutetaste f vor. Der eine Pol der Rufbatterie B ist mit der Erdleitung E, der andere durch den Draht [* 19] d mit dem Amboß n der Taste f verbunden, von deren Kontakt i ein Draht nach der Achse x des Hebels K geführt ist. Eine Fortsetzung der Rückwand des Kästchens endlich trägt die Klingel W. Aus der Schaltungsskizze ist ersichtlich, daß ein Druck auf k jederzeit einen Strom der Batterie B über n, f, y in die Leitung L nach dem Vermittelungsamt befördert. So lange F2 an q hängt und deshalb h an der Schraube e liegt, nimmt ein ankommender Rufstrom seinen Weg aus L durch einen Spindelblitzableiter bei S über y, f, i, x, e, z und durch W zur Erde E; W ertönt also und giebt das Rufzeichen. Der so gerufene Teilnehmer nimmt F2 von q ab und an das eine Ohr und legt beim Hören das andere Ohr nach Befinden zugleich an das Mundstück von F1; die Spiralfeder an h zieht h auf s herab, und dadurch wird W ausgeschaltet, F1 und F2 zum Sprechen und Hören eingeschaltet; der Stromweg ist jetzt: L, S, y, f, i, x, s, v, F1, t, F2, r, E.

Die Schaltungsskizze für eine Sprechstelle bei Batterierufbetrieb und unter Benutzung von Mikrophonen in der jetzt in Deutschland üblichen Anordnung ist in nachstehender [* 16] Fig. 3 gegeben. Hier sind in einem Kästchen der selbstthätige Umschalter U, die Ruftaste f mit Knopf K und die Rufklingel W, der Induktor J und das Mikrophon M untergebracht, letzteres an der Rückwand der Thür des Kästchens. F1 und F2 sind Löffeltelephone; F1 hängt an einem festen Haken rechts am Kästchen; F2 an dem links aus letzterm vortretenden Haken q des Umschalterhebels h. Unten am Kästchen steht aus dessen Thür der Knopf k der Ruftaste f vor, in der Mitte der

[* 16] ^[Abb.: Fig. 2]

Thür das Mundstück des rückwärts an der Thür befestigten Mikrophons mit Dämpfung. Wird F2 von q abgenommen, so drückt h hier zugleich die Kontaktfeder u auf den Kontakt c und schließt so die Mikrophonbatterie d durch M und die primäre Rolle des Induktors J. Bei angehängtem Telephon F2 finden ankommende Rufströme einen Weg aus L durch den Blitzableiter S über y, f, i, d, x, h, e, z nach dem Wecker W und zur Erde E; ein Druck auf den Knopf k legt f an n und entsendet den Rufstrom von B in L. Ist F2 abgenommen, so wird für die Telephonströme aus L der Weg über y, f, i, d, x, h, s, die sekundäre Rolle von J, v, F1, t, F2, r zur Erde E geschlossen; zwischen r und E ist dabei ein Element der Rufbatterie B eingeschaltet, weil dieses als Kontrollelement dienen soll. Wird bei abgenommenem Telephon F2, gegen die Platte des Mikrophons M gesprochen, so wechselt in der primären Rolle von J den Tonschwingungen entsprechend die Stromstärke, wodurch in dessen sekundärer Rolle Induktionsströme erregt werden und das Gesprochene in allen in L eingeschalteten Telephonen hörbar machen. ¶

Fortsetzung Telephonanlagen:
→ weiter zu Seite 65.683 || In den städtischen T. werden meist auch öffentliche Sprechstellen eingerichtet, in denen jedermann
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 679 [Suche = 65.681] im Internet seit 2005; Text geprüft am 22.4.2009; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0681

◄◄ .     ►►

Menü
map
  • ⁝ Home
  • 🗁 öffne ...
  • > 🗍 Seite 65.681
  • ? Seite
  • Aalmutter
  • ? Artikel
  • (kurz)
  • ∫ Portal
  • ☛ A – Z
  • ⮺ Bilder
  • ⚟ Blättern
  • ⛬ Index
  • ⣿ Inhalt
  • 📅 Datum
  • ∑ Übersicht
  • ♛ Werke
  • ✈ Themen
  • ⭳ Download
  • 📉 Statistik
  • Ω Symbol
  • ⌥ Option
  • © Original
  • + Ergänzung
  • ? Hilfe
  • ⁇ FAQ Fragen
  • ⛭ Technik
  • @ Kontakt
  • ⛉ Datenschutz
  • § Impressum

* 19 Bilder dazu:

  • 15Anker
  • 11Bayern
  • 6Berlin
  • 7Deutschland
  • 19Draht
  • 4Dresden
  • 13Elektrische
  • 18Fernsprecher
  • 5Kupfer
  • 3Leipzig
  • 8Mainz
  • 14Neuyork
  • 2Ohr
  • 10Telegraph
  • 17Umschalter
  • 9Wien
  • 12Württemberg
  • 1_Seite 65.681
  • 16_Seite 65.682
Sie sind hier: eLexikon > Brockhaus > Band 65 > Seite 65.681
-A     +A