☰

eLexikon

Bewährtes Wissen in aktueller Form

Main

Telemikrophon - Teleph

Bild 65.680: Telemikrophon - Telephon
Seite 65.680.
<
Überblick der Artikel
10 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Telemikrophon(grch.), von E. Mercadier in Paris 1886 angegebene Verbindung von Telephon und Mikrophon. An / 89
Telenomus terebransRtzb., Eierwespe, s. Schlupfwespen, sowie die Tafel: Insekten Ⅱ, Fig. 15. / 13
Teleobjektivs. Photographie. / 3
Teleologie(vom grch. telos, Zweck), die Betrachtung der gesamten Natur oder wenigstens gewisser Gebiete / 210
Teleormanlinker Nebenfluß der Vede in Rumänien, in der walach. Tiefebene. Der Distrikt T. mit der Hauptstad / 24
Teleosaurier(Teleosaurus), krokodilähnliche, bis 6 m lang werdende Reptilien der ältern Juraperiode, von / 51
Teleosteis. Knochenfische. / 3
Telepathie(grch.), das angebliche Vermögen mancher Individuen, räumlich oder zeitlich auseinander liegende / 20
Telephanie(grch.), s. Elektrisches Sehen. / 5
Telephon(grch.), Fernsprecher, Apparat zur Übermittelung von Tönen oder Worten auf weite Entfernungen; / 1063

Seite 65.680

Telemikrophon - Telephon



Telemikrophōn

(grch.), von E. Mercadier in Paris [* 2] 1886 angegebene Verbindung von Telephon und Mikrophon. An der Platte des Telephons sind zwei Kohlenstückchen befestigt, die das Mikrophon bilden; sie sind von einer dünnen Eisenröhre umschlossen, und ihr Druck auf die Unterlage wird durch einen kleinen Hilfsmagneten reguliert. Gesprochen wird gegen eine dünne Tafel aus Glas, [* 3] Glimmer, Holz [* 4] u. dgl., welche von der Platte durch eine geschlossene Luftschicht von 1 cm Dicke getrennt ist. Beim Sprechen entsendet das Telemikrophon telephonische und mikrophonische Ströme zugleich, letztere unter Mitwirkung einer Induktorrolle. (S. Mikrotelephon.) [* 5]

Telenŏmus

terĕbrans Rtzb., Eierwespe, s. Schlupfwespen, sowie die Tafel: Insekten [* 6] Ⅱ, [* 1] Fig. 15.

Teleobjektiv,

s. Photographie. ^[= (vom grch. phōs, Licht, und gráphein, schreiben, zeichnen), Lichtbildkunst, Lichtbildnerei, ...]

Teleolŏgie

(vom grch. telos, Zweck), die Betrachtung der gesamten Natur oder wenigstens gewisser Gebiete derselben, besonders der organischen Natur, unter dem Gesichtspunkt des Zwecks, namentlich wenn man dabei den Zweck zur Ursache macht. Der teleologischen Naturauffassung steht gegenüber die kausale oder mechanische, die alle Erscheinungen ausschließlich nach dem Gesetz der Verursachung, insbesondere mechan. Verursachung erklären will. Über Recht und Unrecht der s. Zweck.

Historisch ist die Teleologie eigentlich die älteste Art der Naturauffassung; sie ist dem menschlichen Denken höchst natürlich, weil wir überall geneigt sind, unsere subjektiven Auffassungsweisen in die Dinge hineinzutragen. So behauptet Plato eine letzte Abzweckung der Natur auf das sittlich Gute, so führt Aristoteles die teleologische Auffassung im weitesten Sinne, in seiner Weise großartig, namentlich durch das organische Reich durch, und von daher blieb sie herrschend, bis die Philosophie und Wissenschaft der Neuzeit, am stärksten bei Descartes, Spinoza und deren Anhängern, sich dawider erhob und die kausalische Betrachtungsweise zum Siege brachte. Leibniz strebte einen Ausgleich an; Kant läßt die Teleologie ausschließlich als subjektives Princip der Beurteilung gelten; einige seiner Nachfolger versuchen sie (fast stets in irgend einem Ausgleich mit der Kausalität) zu retten, so z. B. noch Lotze. Die Fortschritte der neuern Naturwissenschaft sind der Teleologie wenig günstig, daher die Frage im Materialismus- und Darwinismusstreit obenan stand.

Teleorman,

Rumänien, Bulgarien, S

Bild 14.24a: Rumänien, Bulgarien, Serbien und Montenegro
* 7 Rumänien.

linker Nebenfluß der Vede in Rumänien, [* 7] in der walach. Tiefebene.

Der Distrikt Teleorman mit der Hauptstadt Turnu-Magurele hat 4685 qkm und 223.447 E.

Teleosaurĭer

(Teleosaurus), krokodilähnliche, bis 6 m lang werdende Reptilien der ältern Juraperiode, von denen man mehrere Arten kennt.

Sie haben ihre ersten Vorläufer in dem triasischen Geschlecht Belodon (s. d.) und nahe, gleichaltrige Verwandte in den Steneosauriern;

im obern Jura werden sie durch Krokodilier aus den Gruppen der Dakosaurier, Machimosaurier u. a. abgelöst.

Teleostĕi,

s. Knochenfische. ^[= oder Grätenfische die größte Ordnung der Fische, mit knöchernem Skelett, am ...]

Telepăthie

(grch.), das angebliche Vermögen mancher Individuen, räumlich oder zeitlich auseinander liegende Vorgänge zu empfinden. (S. Gedankenlesen und Zweites Gesicht.)

Telephănie

(grch.), s. Elektrisches Sehen. ^[= oder Telegraphisches Sehen. Schon 1880 hat A. G. Bell daran gedacht, durch Umkehrung der Anordnung ...] [* 8]

Titel
Elemente zu Telephon:

Telephon und Telephonanlagen. Telephon und Telephonanlagen.

1) oder ebenfalls mit Hufeisenmagnet

Telephōn

Fernsichtigkeit - Fern

Bild 6.153: Fernsichtigkeit - Fernsprecher
* 9 Fernsprecher.

(grch.), Fernsprecher, [* 9] Apparat zur Übermittelung von Tönen oder Worten auf weite Entfernungen; die Telephon gehören zu den Akustischen Telegraphen (s. d.), wenn es sich bei ihnen um die Fortleitung des Schalls in einem Schallleiter handelt, dagegen zu den Elektrischen Telegraphen (s. d.), wenn die an dem einen Orte vorhandenen tönenden Schwingungen zur Veränderung oder zur Erzeugung von elektrischen Strömen verwendet und durch letztere dann an einem andern Orte neue tönende Schwingungen hervorgebracht werden, welche jenen am ersten Orte gleichen.

London

Bild 10.896a: London
* 11 London.

Ⅰ. Akustische Telephon. Nachdem schon mehrere Jahrzehnte vorher unter der Benennung Telephon einige akustisch-telegr. Vorrichtungen in Vorschlag gebracht worden waren, stellte Weinhold 1870 sein Bindfadentelephon, aus zwei Resonanzböden oder Membranen her, welche durch einen straff gespannten Bindfaden oder einen Eisendraht miteinander verbunden sind; man konnte ganz leises Klopfen auf 600 m, auch die Sprache [* 10] mehrere hundert Meter weit deutlich übertragen. Auch in dem 1886 von der Stanhope Company in London [* 11] gelieferten Byng-Telephon vermittelte das Geben und Hören eine Holzplatte. Bei Shavers Telephon, dessen Patentrechte die Consolidated Telephone Company of New York erwarb, war sogar die Möglichkeit der Verbindung verschiedener Leitungen in einer Centralstelle beschafft.

Ⅱ. Elektrische [* 12] Telephon. Das erste elektrische Telephon wurde von Philipp Reis (s. d.) wahrscheinlich 1860 erfunden, aber erst 1861 beschrieben; doch soll sich Meucci schon früher um die Herstellung eines elektrischen Telephon bemüht haben, nachdem er 1849 in Habana [* 13] ein akustisches Telephon hergestellt hatte. Bei dem Telephon von Reis wurde durch eine Membran, gegen welche gesprochen oder gesungen wurde, der Strom einer galvanischen Batterie in rascher Folge abwechselnd geschlossen und unterbrochen; an der Empfangsstelle aber durchlief der Strom eine Drahtspule und versetzte den in letztere eingelegten dünnen Eisenkern in tönende Längsschwingungen, deren Tonhöhe von dem Tempo der Stromschließungen, also von der diese bewirkenden schwingenden Membran abhängig war.

Boston

Bild 3.254: Boston
* 14 Boston.

Verbesserungen dieses Telephon, welche bereits 1863 Legat vorschlug, näherten seine Einrichtung den die gesprochenen Worte ganz deutlich wiedergebenden neuern Telephon, welche sich in Magnettelephone und Batterietelephone einteilen lassen, je nachdem ihre Wirkung auf der Verwendung eines Stahlmagnets oder eines Batteriestromes beruht. Das wichtigste Magnettelephon ist das Telephon von Alex. Graham Bell in Boston [* 14] (s. Tafel: Telephon und Telephonanlagen, [* 1] Fig. 1 und 2), welches sich 1877 auch in Europa [* 15] rasch verbreitete.



Telephonanlagen

Bild 65.681: Telephonanlagen
* 18 Seite 65.681.

Das Bellsche Telephon ist Empfänger und Sender in Einem und trägt zugleich auch die Elektricitätsquelle in sich. Spricht man in das Mundstück V hinein, so wird die hinter demselben liegende Eisenplatte p in Schwingungen versetzt, die den durch das Sprechen entstandenen Luftschwingungen konform sind. Da der Eisenkern a an einem in dem Holzrohr C eingelegten Stahlmagnete o anliegt, so ist in ihm Magnetismus [* 16] induziert, welcher durch die Vibrationen der Eisenplatte abwechselnd verstärkt und geschwächt wird; dabei werden in der über den Eisenkern a gesteckten Spule b Induktionsströme erregt und durchlaufen über die Klemmschrauben K₁ und K₂ die Leitung L₁, L₂, sowie die Spule eines zweiten in den Stromkreis L₁, L₂ eingeschalteten, ganz ebenso eingerichteten Telephon, das man aber als Empfänger benutzt, indem man es mit seinem Mundstück V ans Ohr [* 17] legt; die Ströme verstärken und schwächen im Empfänger die vom ¶

Geschichtskarten von D

Bild 4.772a: Geschichtskarten von Deutschland V
* 23 Deutschland.
mehr

Stabmagnet o auf die Platte p ausgeübte Anziehung in rascher, regelmäßiger Folge, die Platte des Empfängers gerät daher in ebensolche Schwingungen wie die im Sender, und das Ohr vernimmt diese Schwingungen als Töne oder Worte. Mittels der Stellschraube d läßt sich die Entfernung des Magnets S N von der Platte p regulieren. Die Empfindlichkeit dieses Telephon ist eine ganz überraschende und macht es auch als feinen Meßapparat brauchbar. Mit zwei solchen Telephon konnte man sich 1877 auf einer von Leipzig [* 19] nach Dresden [* 20] reichenden Telegraphenlinie (167 km) verständigen; in neuester Zeit spricht man auf weit größere Entfernungen, wobei als Geber das Mikrophon dient (Doppelleitungen aus Kupfer, [* 21] 2500 km). Das 1878 für Siemens & Halske in Berlin [* 22] patentierte Telephon mit Hufeisenmagnet zeigt [* 18] Fig. 4; die wirksamen Teile dieses Telephon sind aus der umschließenden Blechröhre herausgenommen; der Magnet m läßt sich samt den Drahtspulen, welche die auf seinen Polen sitzenden Polschuhe umgeben, mittels einer in seinen Bug eingreifenden Schraube der Platte mehr oder weniger nähern. Der Bügel B dient zum Aufhängen des Apparats. Leichter und handlicher war schon das Adersche Telephon [* 18] (Fig. 7), dessen Magnet kreisrund gebogen ist und auf seinen Polen ebenfalls zwei Spulen trägt. Auch durch die Wahl der Dosenform hat man befonders leichte und bequeme Telephon herzustellen vermocht; in diesen Dosentelephonen [* 18] (Fig. 3) ist der Magnet kreisbogenförmig und wendet seine umgebogenen, die Drahtrollen tragenden Enden der Sprechplatte zu. In Deutschland [* 23] traten an Stelle jener schweren Telephon leichte stabförmige Telephon [* 18] (Fig. 8), entweder mit Stabmagnet (wie in [* 18] Fig. 1) oder ebenfalls mit Hufeisenmagnet, vorwiegend die nach ihrer Form sog. Löffeltelephone [* 18] (Fig. 9), welche teils, wie in [* 18] Fig. 9, am Telephon, teils, wie in [* 18] Fig. 11 (neueres Telephon mit Hufeisenmagnet der deutschen Verwaltung), am Buge des Magneten mit einer Öse zum Aufhängen versehen sind.

Bei den mit Batterieströmen arbeitenden Telephon werden durch die Schwingungen der Telephonplatte teils abwechselnde Schließungen und Unterbrechungen, teils Schwächungen und Verstärkungen des Stroms hervorgebracht. Jetzt wird bei denselben als Geber vorwiegend ein Mikrophon (s. d.) benutzt.

Mit Bitelephon bezeichnet man zwei durch eine (nach Befinden magnetisierte) stählerne Feder miteinander verbundene, sehr kleine und leichte Telephon; von Mercadier 1891 für physik. Versuche hergestellt, eignet es sich auch gut zur Benutzung in Telephonsprechstellen. Diese Telephon sind sehr leicht (50 g); man kann sie mittels geeigneter Hülsen in die Ohren stecken und behält so beide Hände frei, um z. B. das Gehörte sofort niederzuschreiben.

Über die praktische Verwendung des s. Telephonanlagen und Telephonverkehr.

Litteratur. Reis, Das Telephon und sein Anrufapparat (Mainz [* 24] 1878);

Grawinkel, Lehrbuch der Telephonie und Mikrophonie (Berl. 1884);

Wietlisbach, Die Technik des Fernsprechwesens (Wien [* 25] 1886);

Schormaier und Baumann, Telegraph [* 26] und in Bayern [* 27] (3. Aufl., Münch. 1893);

Haßler, Die Staatstelephonie in Württemberg [* 28] (2. Aufl., Stuttg. 1897);

Mourlon, Les téléphones usuels (2. Aufl., Brüss. und Par. 1887);

Mix und Genest, Anleitung zum Bau elektrischer Haustelearaphen, Telephon- und Blitzableiteranlagen (2. Aufl., Berl. 1891);

W. E. Fein, Elektrische Apparate, Maschinen und Einrichtungen (Stuttg. 1888);

E. Buels, Téléphonie

et télégraphie simultanées (Brüss. 1885);

Prescott, Bell's electric speaking Telephone (Neuyork [* 29] 1884);

Baur, Die Entwicklung der Fernsprechkunst (Bas. 1887);

Brault, Histoire de la téléphonie (3. Aufl., Par. 1890);

Ducret, L'exploitation des téléphones (ebd. 1888);

Maier und Preece, Das Telephon (Stuttg. 1889);

Meili, Das Telephonrecht (Lpz. 1885);

Sack, Der Telephonbetrieb mit Klappschränken mit Vielfachumschalter (Berl. 1894);

Canter, Die Technik des Fernsprechwesens in der deutschen Reichs-Post- und Telegraphenverwaltung (2. Aufl., Bresl. 1896);

Bennett, The telephone systems of the continent of Europe (Lond. 1895).

Ende Telephon
→ weiter zu Seite 65.681: Telephonanlagen ⟹ Verbindungen mehrerer Telephone zu Fernsprechanlagen. Bei den städtischen T. handelt es sich
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 678 [Suche = 65.680] im Internet seit 2005; Text geprüft am 30.12.2015; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0680

◄◄ .     ►►

Menü
map
  • ⁝ Home
  • 🗁 öffne ...
  • > 🗍 Seite 65.680
  • ? Seite
  • Aalmutter
  • ? Artikel
  • (kurz)
  • ∫ Portal
  • ☛ A – Z
  • ⮺ Bilder
  • ⚟ Blättern
  • ⛬ Index
  • ⣿ Inhalt
  • 📅 Datum
  • ∑ Übersicht
  • ♛ Werke
  • ✈ Themen
  • ⭳ Download
  • 📉 Statistik
  • Ω Symbol
  • ⌥ Option
  • © Original
  • + Ergänzung
  • ? Hilfe
  • ⁇ FAQ Fragen
  • ⛭ Technik
  • @ Kontakt
  • ⛉ Datenschutz
  • § Impressum

Siehe auch:

  • 15.575 Teleologie
  • 15.575 Teleorman
  • 15.575 Teleosaurier
  • 15.575 Teleostei
  • 15.575 Telepathie
  • 15.575 Telephon
  • 65.681 Telephonanlagen
  • 18.929 Telephonbrücke
  • 65.683 Telephonkabel
  • 65.683 Telephonverkehr

* 29 Bilder dazu:

  • 27Bayern
  • 22Berlin
  • 14Boston
  • 23Deutschland
  • 20Dresden
  • 12Elektrische
  • 8Elektrisches
  • 15Europa
  • 9Fernsprecher
  • 3Glas
  • 13Habana
  • 4Holz
  • 6Insekten
  • 21Kupfer
  • 19Leipzig
  • 11London
  • 16Magnetismus
  • 24Mainz
  • 5Mikrotelephon
  • 29Neuyork
  • 17Ohr
  • 2Paris
  • 7Rumänien
  • 10Sprache
  • 26Telegraph
  • 25Wien
  • 28Württemberg
  • 1_Seite 65.680
  • 18_Seite 65.681
Sie sind hier: eLexikon > Brockhaus > Band 65 > Seite 65.680
-A     +A