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Taufhaus - Tauler

Bild 65.645: Taufhaus - Tauler
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Überblick der Artikel
10 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Taufhauss. Baptisterium. / 3
Taufkapelles. Kapelle und Taufe. / 5
Taufnameder bei der christl. Taufe verliehene Name (s. Personenname). / 10
TaufroschGrasfrosch, Landfrosch, brauner Frosch (Rana temporaria Auct., fusca Rösel), ein in ganz Europa / 148
TaufsteinBerg im Vogelsgebirge (s. d.). / 5
Taufsymboldie in der ältesten Kirche vom Täufling bei der Taufe als sein Glaubensbekenntnis nachzusprechende / 107
Taufzeugens. Pate. / 3
Taugarndas zu den schwersten Seilerarbeiten benutzte grobe Hanfgespinst. / 9
Tauguts. Takelage. / 3
TaulerJoh., Mystiker und Prediger, geb. um 1300 in Straßburg, entsagte seinem bedeutenden Vermögen / 371

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Taufhaus - Tauler


Fortsetzung: Taufgesinnte, (holländ. Doopsgezinden), eine gewöhnlich Mennoniten genannte prot. Kirchenpartei. Ihr Stifter
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durch Besprengung, eine Partei, die Dompelers, durch Untertauchen. Ferner verwerfen sie den Eidschwur und die Ehescheidung, außer im Falle des Ehebruchs, den Krieg und jede Art von Rache; die Bekleidung obrigkeitlicher Ämter wird nicht verboten, aber doch widerraten. Anfangs wurde auch neben dem Abendmahl noch das Sakrament der Fußwaschung beobachtet als Symbol der Reinigung der Seelen durch das Blut Christi. Das Dringen auf sittliche Reinheit führte teils zu einer strengen Kirchenzucht, teils zu kleinlichen Bestimmungen über Kleider-, Bart-, Haartracht und ähnliches. In diesen beiden Punkten wurzeln auch die meisten Spaltungen der Taufgesinnte.

Faksimile von Gutenber

Bild 3.552a: Faksimile von Gutenbergs 42zeiliger lat. Bibel
* 2 Bibel.

Schon 1554 erfolgte die Trennung in Grobe, d. h. Strenge, und in Feine, d. h. Milde. Die Groben, bestehend aus Friesen, Flamlandern und Deutschen, von ihren Gegnern Dreckwagen genannt, forderten, daß jedes Vergehen mit dem Bann bestraft werde ohne vorhergegangene Ermahnung, und daß dieser Bann jede Gemeinschaft aufhebe, selbst diejenige zwischen Ehegatten und Verwandten. Die Feinen oder Waterländer (weil sie im Waterland in Nordholland und bei Franeker ihren Sitz hatten) wollten den Bann nur bei beharrlichem Ungehorsam gegen die Gebote der Bibel [* 2] anwenden, ihm mehrfache Mahnung vorangehen lassen und das häusliche Leben dadurch nicht stören. 1640 veranlaßte Uke Walles die Trennung der Ukewallisten durch Einführung des dreimaligen Untertauchens bei der Taufe (daher auch Dompelers genannt), einer besonders strengen Kirchenzucht und genauer Vorschriften über das Tragen von Schmucksachen, [* 3] Kleidern und Bärten.

Die Einwirkung des Arminianismus führte 1664 zu neuer Parteibildung. Die Anhänger des Arminius hießen nach ihrem Haupte, dem Arzt Galenus Abrahams de Haen, Galenisten, oder nach ihrem Versammlungshaus, einer frühern Brauerei zu Amsterdam, [* 4] welche als Schild [* 5] ein Lamm führte, Lamisten, die Anhänger der Prädestination dagegen nach ihrem Haupte, dem Arzt Samuel Apostool, Apostoolen, oder nach der Sonne [* 6] auf dem Schilde ihres Versammlungshauses zu Amsterdam Sonisten.

Verteilung der Konfess

Bild 4.817a: Verteilung der Konfessionen im Deutschen Reich
* 7 Konfessionen.

Ende des 18. Jahrh. gab es nur noch zweierlei in den Niederlanden, die sich 1800, mit Ausnahme der Gemeinden auf der Insel Ameland und in den Dörfern Aalsmeer und Balk, zu einem Ganzen verbanden. Seit 1811 sind alle Gemeinden durch die Errichtung der allgemeinen Taufgesinntensocietät in Amsterdam, mit Beibehaltung ihrer Eigentümlichkeiten, enger verbunden. Die Partei zählte 1892 ungefähr 127 Gemeinden mit 53 572 Seelen, genießt gleiche Rechte mit den übrigen Konfessionen [* 7] und hat sich durch einen Missionsverein, die Teylersche theol.

Gesellschaft zu Haarlem, [* 8] und namentlich auf praktisch-philanthropischem Gebiete hervorgethan. In Deutschland [* 9] sollen sich gegenwärtig etwa 15000 Mennoniten finden, von denen der größte Teil auf das Königreich Preußen [* 10] kommt, die übrigen auf die Pfalz, Baden [* 11] und Bayern. [* 12] Ihre Militärbefreiung ist in Deutschland aufgehoben. Nicht zu verwechseln mit den Taufgesinnte sind die in neuester Zeit in verschiedenen Gegenden Deutschlands [* 13] aufgetauchten Baptisten (s. d.), die mit ihnen fast nur die Verwerfung der Kindertaufe gemein haben. Überall, wo die Taufgesinnte heimisch sind, gelten sie als stille und fleißige Unterthanen.

Vgl.   Schyn, Historia christianorum qui in Belgio foederato Mennonitae appellantur (Amsterd. 1723);

ders., Historiae Mennonitarum plenior deductio (ebd. 1729);

Blaupet ten Cate, Geschiedenis der Doopsgezinden (5 Bde., ebd. 1839-47);

Brons, Ursprung u. s. w. der Taufgesinnte (2. Aufl., Norden [* 14] 1891);

ten Doornkaat Koolman, Die Verpflichtung der Mennoniten an Eidesstatt (Berl. 1893);

Doopgezinde Bijdragen (Leiden; [* 15] jährlich).

Taufhaus,

s. Baptisterium. ^[= (ital. battistero), seit dem 4. Jahrh. Bezeichnung für ein Gebäude, in dem der Taufakt ...]

Taufkapelle,

s. Kapelle und Taufe. ^[= (grch. baptismós oder báptisma), das Sakrament der Aufnahme in die christl. Kirche. Der Ausdruck ...]

Taufname,

der bei der christl. Taufe verliehene Name (s. Personenname).

Taufrosch,

Europa. Fluß- und Gebi

Bild 5.919a: Europa. Fluß- und Gebirgssysteme
* 16 Europa.

Grasfrosch, Landfrosch, brauner Frosch (Rana temporaria Auct., fusca Rösel), ein in ganz Europa [* 16] gemeiner, bis 10 cm langer Frosch, [* 17] der, trotzdem er in seiner Färbung außerordentlich wechselt, in der Hauptsache braun gefärbt ist und an den Seiten des Kopfes immer einen dreieckigen, vom Ohre bis zur Schulter reichenden, dunkelbraunen Fleck trägt (daher der Name temporaria). Neuerdings hat Steenstrup darauf aufmerksam gemacht, daß unter diesem Namen zwei verschiedene Arten zusammengeworfen werden, die Rana platyrrhinus Steenstr. = Rana fusca Rösel, mit stumpfer, breiter Schnauze und geflecktem Bauche, mehr im Süden heimisch, und die dem Norden angehörige Rana oxyrrhinus Steenstr. = Rana arvalis Nilss., mit sehr langer, spitzer Schnauze und ungeflecktem Bauche. Der Taufrosch laicht im ersten Frühjahr und macht dabei nur selten von seiner Stimme Gebrauch; das Männchen entbehrt der Schallblase. Nach der Paarung gehen die Taufrosch ans Land, um erst im nächsten Frühjahr wieder in das Wasser zurückzukehren.

Taufstein,

Berg im Vogelsgebirge (s. d.). ^[= # vormals ein selbständiges Herzogtum (Ducatus Montensis), jetzt ein Teil der preuß. Rheinprovinz, ...]

Taufsymbol,

die in der ältesten Kirche vom Täufling bei der Taufe als sein Glaubensbekenntnis nachzusprechende Übereinkunftsformel über den gemeinsamen Glauben der Christenheit, die, nach dem Einsetzungswort für die Taufe (Matth. 28,19). gestaltet, auf Vater, Sohn und Geist sich bezog. Seitdem man den Vollzug der Sakramente der engern Versammlung der schon Getauften vorzubehalten begann, wurde auch die Kenntnis des Taufsymbol den Katechumenen (s. d.) noch vorenthalten und blieb geheim, deckte sich aber thatsächlich dem Inhalt nach mit den zahlreichen Formulierungen der Glaubensregel. Das älteste, die Vollständigkeit des Apostolischen Symbolums noch nicht erreichende Taufsymbol war das der röm. Gemeinde, aus der Mitte des 2. Jahrh. stammend. - Litteratur s. Glaubensregel.

Taufzeugen,

s. Pate. ^[= (vom lat. pater, Vater; lat. sponsor, fidejussor), der Taufzeuge. Die P. sollen auf die Frage ...]

Taugarn,

das zu den schwersten Seilerarbeiten benutzte grobe Hanfgespinst.

Taugut,

s. Takelage. ^[= (spr. -ahsche), Takelung, Takelwerk oder Gut das gesamte Tauwerk (s. d.), das zu den ...]

Tauler,

Straßburg

Bild 15.371b: Straßburg
* 18 Straßburg.

Joh., Mystiker und Prediger, geb. um 1300 in Straßburg, [* 18] entsagte seinem bedeutenden Vermögen und trat um 1318 in den Dominikanerorden. Er beschäftigte sich besonders mit dem Studium der Schriften der ältern und neuern Mystik, namentlich Meister Eckardts, zog um 1327 nach Köln, [* 19] vielleicht auch noch nach Paris [* 20] und wirkte dann in Straßburg als angesehener Prediger. Trotz des Interdikts, das Johann XXII. über Straßburg verhängt hatte, fuhr Tauler mit andern Dominikanern fort, zu predigen und Seelsorge zu treiben und mußte infolgedessen 1339 nach Basel [* 21] übersiedeln, wo er mit den Gottesfreunden (s. d.) in engen Verkehr trat. Ende der vierziger Jahre war Tauler wieder in Straßburg, und hier besuchte ihn nach dem «Meisterbuche» der Gottesfreund aus dem Oberlande, unter dessen Einflüssen er sich zwei Jahre lang schweren ¶



Taumelkäfer - Taunus

Bild 65.646: Taumelkäfer - Taunus
* 22 Seite 65.646.
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ascetischen Übungen hingab; doch wird sowohl diese sog. Bekehrung T.s als auch seine Thätigkeit während des Interdikts nicht ohne Grund angezweifelt. 1352 fing er wieder an zu predigen und setzte seine Thätigkeit in Straßburg und auch außerhalb, z. B. in Köln, bis zu seinem 16. Juni 1361 in Straßburg erfolgten Tode fort. Als Mystiker unterscheidet sich Tauler von Meister Eckardt dadurch, daß er spekulativen, zum Pantheismus hinführenden Gedanken weit weniger nachgeht, vielmehr mit allem Nachdruck die praktische Bethätigung des Christentums fordert. Er dringt auf einfachen Glauben, praktisches Leben, thatsächliche Äußerungen eines gotterfüllten Gemüts. Tauler war der größte Prediger seiner Zeit; voll sittlichen Ernstes tadelte er schonungslos die Gebrechen der Kirche, Habsucht, Prunk, Härte und andere Laster der Weltlichen wie der Geistlichen. Von seinen Schriften und Predigten ist vieles ungedruckt in Handschriften erhalten. Seine «Predigten» (Lpz. 1498) bearbeitete Hamberger neuhochdeutsch (2. Aufl., Prag [* 23] 1872),

in einer Auswahl Langdorff (Lpz. 1892). T.s Autorschaft der «Nachfolgung des armen Lebens Christi» (Franks. 1833) wird von Denifle in seiner Ausgabe des «Buches von der geistlichen Armut» (Münch. 1877) bestritten. Auch die Echtheit der Tauler zugeschriebenen geistlichen Lieder ist zweifelhaft. -

Vgl.   Karl Schmidt, Johann Tauler von Straßburg (Hamb. 1841);

Nikolaus von Basel, Bericht von der Bekehrung T.s, hg. von Karl Schmidt (Straßb. 1875);

Jundt, Les amis de Dieu au 14e siècle (Par. 1879);

Denifle, T.s Bekehrung (in den «Quellen und Forschungen zur Sprach- und Kulturgeschichte der german. Völker», 36. Heft, Straßb. 1879);

Preger, Geschichte der deutschen Mystik, Bd. 3 (Lpz. 1893).

Ende Tauler
→ weiter zu Seite 65.646: Taumelkäfer ⟹ eine kleine kosmopolitisch verbreitete Käferfamilie, s. Gyrinidae.
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 643 [Suche = 65.645] im Internet seit 2005; Text geprüft am 6.11.2013; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0645

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Siehe auch:

  • 15.546 Taufname
  • 15.546 Taufstein
  • 45.776 TAUFSTEIN
  • 15.546 Taufzeugen
  • 15.546 Taugarn
  • 15.546 Tauler

* 23 Bilder dazu:

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