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Südamerika

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Südamerikadie südl. Hälfte Amerikas, hängt mit Centralamerika (s. d.) durch den Isthmus von Panama / 2255

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Südamerika


Fortsetzung: Südafrikanische Republik, (bis 1884 Transvaal), der nördliche der südafrik. Burenfreistaaten, zwischen 22°5' bis 28°40'
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Land-River-Konvention anerkannt und sich selbst überlassen und 1860 von Pretorius in eine einzige Republik vereinigt wurden. Innere Streitigkeiten, fortwährende Klampfe mit Kaffern und Betschuanen im Nordosten und Südwesten hemmten das Gedeihen des Staates. Präsident Krüger hoffte mit dem Bau der Delagoabahn den Wohlstand gründlich zu heben; er verhandelte mit Portugal [* 2] 1875, nahm in Holland ein Anlehen auf u.s. w.; allein ein erneuter langwieriger Krieg mit dem Kaffernhäuptling Secocoeni vereitelte 1876 alle Pläne, zerrüttete vollständig die Finanzen und brachte die ganze Verwaltung des Landes an den Rand des Verfalls. Da kam 1877 der engl. Kommissar Shepstone in das Land und annektierte auf Grund einer zweifelhaften Volksabstimmung, an der sich nur die englisch gesinnten Städter beteiligten, Transvaal als königlich brit. Kolonie.

Rüstungen und Waffen

Bild 14.100a: Rüstungen und Waffen
* 3 Waffen.

Die finanzielle Lage wurde nicht verbessert, die Erbitterung unter dem Volk nahm von Jahr zu Jahr zu. Endlich griffen die Buren 1880 zu den Waffen, [* 3] umzingelten die vereinzelten engl. Garnisonen und schlugen das von Natal heranmarschierende engl. Korps 27. Febr. 1881 am Majubaberg auf das Haupt. Am 4. Aug. 1881 schlossen die kriegführenden Parteien endgültigen Frieden in der Konvention von Pretoria, wonach England die Unabhängigkeit in Bezug auf das innere Staatswesen, Transvaal aber die Abhängigkeit von England in Bezug auf auswärtige Angelegenheiten anerkannte.

Freibeuter aus Transvaal gründeten 1882 zwei kleine Freistaaten, Stellaland und Gosen, im Betschuanaterritorium, wodurch den Engländern die Handelsstraße von Griqualand West nach dem Sambesi verlegt wurde. Diese protestierten dagegen; die Transvaalregierung mußte eine voreilige Anerkennung und Annexion jener Freistaaten zurücknehmen; ein neuer Vertrag kam 27. Febr. 1881 in London [* 4] zu stande. Die Suzeränität Transvaals wurde nicht aufgehoben, aber thatsächlich auf den einen Punkt beschränkt, daß Verträge mit auswärtigen Staaten, ausgenommen mit dem Oranjestaat, der Zustimmung Englands bedürfen sollten.

Südafrikanische Republ

Bild 65.479: Südafrikanische Republik
* 5 Südafrikanische.

Transvaal konnte ungehindert mit Portugal wegen der Delagoabahn in Verhandlung treten und mit dem Deutschen Reiche Handelsverträge abschließen. Stellaland und Gosen wurden zwischen England und Transvaal geteilt. Dem Transvaal ward die offizielle Bezeichnung «Südafrikanische Republik» [* 5] zugestanden. Wie 1880 der Ausbreitungsdrang der Buren durch die Wanderung nach dem fernen Angola zum Ausdruck kam (s. Humpata),

so zeigte er sich auch 1881 thatkräftig, als er zur Gründung der «Nieuwe Republik» im Zululande führte, welche England 1886 anerkannte und Transvaal 1887 seinem Staatswesen einverleibte. Neue Verwicklungen entstanden Mitte der achtziger Jahre wegen Swasiland (s. d.), doch kam es nach mannigfachen Verhandlungen im Dez. 1894 zu einem entgültigen Vertrag. Die S. R. hatte früher schon auf jede territoriale Ausbreitung nach Norden [* 6] verzichtet, d. h. sie hatte sich verpflichtet, jede organisierte Auswanderung von Buren nach Rhodesia, wie eine solche 1890 und 1891, aber vergeblich versucht worden, mit allen Mitteln zu verhindern.

England mischte sich neuerdings auch in die innern Angelegenheiten der S. R. Die seit 1887 massenhaft in die Goldfelder Johannesburgs eingewanderten Uitlanders (s. d.) verlangten 1892 und dann energischer 1895 das Bürgerrecht, doch vergebens. Sie empörten sich im Dez. 1895 in der Hoffnung auf Dr. Jameson, der im Auftrag von Cecil Rhodes mit den Truppen der Chartered Company ihnen zu Hilfe eilte, 1. Jan. 1896 aber bei Krügersdorp geschlagen wurde. Trotz dieses völkerrechtswidrigen Gebarens nahm sich die engl. Regierung so zudringlich der Uitlanders an, daß die S. R. befürchten mußte, England suche nur einen Vorwand zum Krieg, um die Alleinherrschaft in Südafrika [* 7] zu erzwingen. Die S. R. schloß deshalb im März 1897 ein Schutz- und Trutzbündnis mit dem Oranjestaat ab.

Litteratur. Jeppe, Die Transvaalsche Republik (Gotha [* 8] 1868);

Nixon, The complete story of the Transvaal (Lond. 1885);

Staats Almanak der Zuid Afrikan Republik for 1894 (Pretoria 1893);

Schmeisser, Vorkommen und Gewinnung der nutzbaren Mineralien [* 9] in der S. R. (Berl. 1895);

Tabbert, Nach den Transvaal-Goldfeldern (ebd. 1896);

Transvaal, die S. R., geschichtliche und wirtschaftliche Entwicklung (ebd. 1896);

Klössel, Die Verfassung und Verwaltung der südafrik.

Freistaaten (Lpz. 1896); Abraham, Die S. R. Eine histor. Skizze (Berl. 1896); Hofmeyr, Die Buren und Jamesons Einfall in Transvaal (Brem. 1897); Seidel, Transvaal, die S. R. historisch, geographisch, wirtschaftlich dargestellt (Berl. 1897).

Karten. Lion Cachet, Kaart von Zuid-Afrika, 1: 3.000.000 (Amsterd. 1883);

Raddatz, The Transvaal and Swaziland Goldfields, 1: 500.000 (Lond. 1886);

Jeppe, Map of the Transvaal, 1:1000000 (4 Bl., Pretoria 1889);

Herrich, Neue Specialkarte der S. R., des Oranje-Freistaates und der angrenzenden Gebiete.

Maß

Bild 11.318: Maß
* 10 Maßstab.

Maßstab [* 10] 1:3000000 (Glogau [* 11] 1896); Map of the Transvaal or S. A. Republic. 6 Bl. in 1:500000 (2. Aufl., Pretoria u. Lond. 1896).

Südamerika,

Süd-Amerika. Fluß- und

Bild 1.457b: Süd-Amerika. Fluß- und Gebirgssysteme
* 12 Südamerika.

[* 12] die südl. Hälfte Amerikas, hängt mit Centralamerika (s. d.) durch den Isthmus von Panama [* 13] zusammen und erstreckt sich von Punta-Gallinas in Columbia [* 14] (12° 25' nördl. Br.) bis Kap Froward oder, wenn man Feuerland hinzurechnet, bis Kap Hoorn (55° 59' südl. Br.), d. i. über 7720 km Länge, und von Punta-Parina (81° 21') bis Punta de Guia (34° 47' westl. L.), d. i. über etwa 5200 km Breite. [* 15] S. bedeckt etwa 17 814.000 qkm. Alles Nähere über Oberflächengestalt, Klima, [* 16] Produkte s. Amerika, [* 17] Kordilleren und die Artikel der einzelnen Staaten sowie die Karten: Physikalische Karte von Amerika (beim Artikel Amerika), Brasilien, [* 18] Columbia u. s. w. und La-Plata-Staaten.

Eine eigentliche Geschichte von S. beginnt, abgesehen von dem Staate der Inka [* 19] (s. d.), erst mit dem Auftreten der Europäer. Drei Jahrhunderte trugen seitdem die verschiedenen span. Kolonien das schwere Joch des europ. Mutterlandes. S. war eingeteilt in das Vicekönigreich Neugranada, das Generalkapitanat Caracas, das Vicekönigreich Peru, [* 20] das Generalkapitanat Chile [* 21] und das Vicekönigreich Buenos-Aires oder Rio [* 22] de la Plata, mit den Provinzen Buenos-Aires, Paraguay und Plata.



Südamerika

Bild 65.481: Südamerika
* 24 Seite 65.481.

Dazu kam das portug. Brasilien. (S. Karte: Geschichtliche Entwicklung der Staaten Amerikas, beim Artikel Amerika.) Infolge des unklugen span. Kolonialsystems begann die Bewegung für die Befreiung, hauptsächlich im Zusammenhang mit den Napoleonischen Kriegen in Europa. [* 23] 1809-10 bildeten sich Junten in Caracas, Quito, Bogotá u. s. w.; es folgten heiße Kämpfe mit den span. Truppen, die erst 1824 ihr Ende fanden. (S. die Einzelartikel.) über die frühere Entdeckungsgeschichte s. Amerika. ¶

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Entdeckungsgeschichte des 19. Jahrh. Mit der Reise A. von Humboldts, der 16. Juli 1799 in Cumana landete, beginnt eine erfreulichere Epoche. Aber fast alles, was seitdem für die weitere Kenntnis geleistet ist, ging nicht von den Staaten aus, vielleicht mit Ausnahme von Chile und Argentinien, sondern von Privatleuten. Brasilien wurde bereist von Eschwege 1810, vom Prinzen Max von Neuwied 1815-17, von St. Hilaire 1816-22, von Em. Pohl 1817-21, Martius und Spix 1817-20, d'Orbigny 1827-32, Castelnau 1843-47, Wallace 1848-52, Bates 1848-59, Herndon und Gibbon 1850-56, Burmeister 1850-52, Urbano 1860-61, da Costa Azevedo 1862-64, Agassiz 1865-66, Chandleß 1867 fg., Orton 1867 und 1873, Keller-Leuzinger 1869, Crevaux 1878-79, J. J. von Tschudi 1866-69. Robert und Rich. Schomburgk erforschten 1835-44, Crevaux 1876-77 Guayana; in Venezuela und am Orinoco waren thätig: Appun 1849-68, Sachs 1878. Die hervorragendsten Forscher, welche die Länder der Andes bereisten, waren Pöppig 1827-32, Tschudi 1838-42, Markham 1852-54 und 1861-62, R. A. Philippi 1853-62, M. Wagner 1857-59, Pissis 1867, Reiß und Stübel 1868-76, Bastian 1875-76. Argentinien und Patagonien wurden erforscht von Darwin 1833, Burmeister seit 1857, M. de Moussy 1855-59, Musters 1869, Moreno 1873-80 u. a.

Quelle

Bild 13.510: Quelle
* 25 Quelle.

In Venezuela ermittelte Aveledo 1884 die Höhe des Gipfels der Silla de Caracas zu 2665 m. Die Cordillere von Merida wird seit Ende 1884 durch W. Sievers in topogr. und geolog. Hinsicht untersucht. Den Orinoco und seine Nebenflüsse nahm von 1886 bis 1887 der Franzose Chaffanjon bis zur Quelle [* 25] auf. Das bisher als Sierra Parima bekannte Quellgebirge des Orinoco benannte Chaffanjon Monts Ferdinand de Lesseps. 1882 und 1883 sowie 1892 und 1893 bereiste W. Sievers das Land.

In Columbia erforschte zum erstenmal 1878-81 F. A. A. Simons die Sierra Nevada de Sta. Marta und die Halbinsel Goajira. Genauere Untersuchungen machte daselbst 1886 Sievers. A. Hettner durchstreifte 1883-84 von Bogotá aus die Cordillere von Bogotá. 1893 wurden die von Reiß und Stübel gemachten astron. Ortsbestimmungen veröffentlicht, und 1896 erforschte Regel das Gebiet zwischen Cauca und Magdalenenfluß. Der Geologe Th. Wolf bereiste Ecuador jahrelang und entwarf dann in einem großen Werke («Geografia y geologia del Ecuador», Lpz. 1892) eine zusammenfassende Darstellung des Landes; Ed. Whymper erstieg 1880 eine Anzahl der höchsten Andesgipfel.

In Peru war während der letzten Jahre besonders das Stromgebiet des Ucayali Gegenstand der Forschungen Richard Payers. Die Resultate der Höhenmessungen, welche Reiß und Stübel 1875 ausführten, wurden erst 1887 bekannt. A. Hettner bereiste das Hochgebirge bis zum Ostabhang der Cordilleren und bis La Paz 1888-89.

Orton - Ortsbestimmung

Bild 62.664: Orton - Ortsbestimmung
* 26 Ortsbestimmung.

In Bolivia fuhr Ende Sept. 1880 der Amerikaner Heath den Rio Madidi abwärts, hierauf den Rio Beni bis zu seiner Vereinigung mit dem Rio Madre de Dios. An diesem Punkte machte Heath die astron. Ortsbestimmung [* 26] und stellte die Breite der beiden Ströme fest. Dann lief er in den Rio Mamore und in einen linken Nebenfluß desselben, den Jacuma, ein und erreichte von Santa Ana Reyes unweit rechts vom Beni. 1881 verfolgte Heath den obern Lauf des Beni sowie den Rio de la Paz bis zur Stadt La Paz. Von 1875 bis 1882 machte der Ingenieur J. B. Minchin zahlreiche astron. Ortsbestimmungen und Höhenmessungen, anfangs gemeinschaftlich mit dem Commandeur G. C. Musters, dem Erforscher Patagoniens. Armentia befuhr 1881-85 den Madre de Dios. Pereira-Labre bahnte 1887 einen Weg vom Madre de Dios zum Acquiry. Pando erforschte 1892-94 den nördl. Teil des Landes.

Die Regierung der Republik Chile ließ es sich nach Beendigung des Krieges mit Bolivia und Peru sofort angelegen sein, die neu gewonnenen Landesteile topographisch aufzunehmen. Der Ingenieur Villanueva bereiste 1883 die Provinz Tacna. Ende 1884 wurde von der chilen. Regierung eine Expedition unter der Leitung Philippis ausgesandt, die 1885 von Copiapó über Antofagasta, San Pedro de Atacama und Pica nach Iquique ging, wo man sich mit reichen zoolog. und botan. Sammlung einschiffte.

Der 5950 m hohe Vulkan Licancaur wurde im März 1886 von José Sanfelice erstiegen. In den J. 1882 und 1883 erforschte Güßfeldt den mittlern Teil der auf der Grenze von Chile und Argentinien befindlichen Cordilleren, wobei er den Kraterrand des Vulkans Maipo (5384 m) und den Aconcagua, den höchsten Berg Amerikas (6970 m), bis zu einer Meereshöhe von 6400 m erstieg. Den Gipfel dieses Berges erreichte Jan. 1897 der Führer Zurbriggen von der Expedition Fitzgeralds. Im Sommer 1886 erforschte Plagemann das Cordillerengebiet von Colchagua.

Der stürmische Charakter des südl. Großen Oceans und die Zunahme des Schiffahrtsverkehrs veranlaßten die deutsche Admiralität, eine genauere Untersuchung des Inselgewirrs an der westl. Seite Patagoniens in Angriff nehmen zu lassen. Gleich anfangs glückte es Korvettenkapitän Plüddemann, mit dem Albatroß 1883 in dem Stosch- und dem Falloskanal, welche die bisherige Wellingtoninsel in zwei Inselgruppen zerlegen, eine Wasserstraße zu entdecken, deren Fahrwasser weit sicherer als der seit 1879 benutzte Messierkanal ist. A. Hettner bereiste 1890 Chile bis nach Puerto-Montt und ging dann über die Cordilleren nach Buenos-Aires und Südbrasilien.

Professor Steffen in Santiago veröffentlichte Berichte über seine in den letzten Jahren nach dem Süden Chiles, nach dem Vulkan Calbuco, dem Llanquihue und dem Rio Palena bis März 1894 unternommenen Forschungsreisen, ebenso R. Lenz seine bis 1897 fortgesetzten araukanischen Studien. Die Insel Juan Fernandez besuchte 1894 L. Plate. Sehr ergebnisreich waren auch die zahlreichen, infolge des chilen.-argentin. Grenzstreites gemachten Expeditionen.

Ein für die Kenntnis des Feuerlandes höchst bedeutsames Unternehmen war die argentin.-ital. Expedition unter Führung des ital. Marinelieutenants Bove, der von der chilen. Kolonie Punta-Arenas aus 1882 zunächst die Stateninsel eingehend untersuchte, dann vom 3. bis 7. Mai Aufnahmen im Magdalenensund vornahm, während Lovissato den Versuch machte, die mächtigen Gletschermassen des Monte-Sarmiento zu ersteigen. Hierauf wurden die Wasserstraßen zwischen den Inselgruppen an der Südküste Feuerlands durchfahren. In der ersten Hälfte des J. 1884 durchkreuzte Bove das Feuerland. Im Auftrage der argentin. Regierung untersuchte von Okt. bis Dez. 1886 Ramon Lista die östliche, argentin. Hälfte des Feuerlandes zwischen der Bucht San Sebastian und der Le [* 27] Mairestraße. Ingenieur Scheltze und Lista bereisten 1887 den chilen. Teil, ¶

Fortsetzung Südamerika:
→ weiter zu Seite 65.482 || J. Popper den argentinischen des Feuerlandes. O. Nordenskjöld drang 1896 von Osten und Westen
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 478 [Suche = 65.480] im Internet seit 2005; Text geprüft am 14.5.2013; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0480

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