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Sprachfamilie - Sprach

Bild 65.192: Sprachfamilie - Sprachstamm
Seite 65.192.
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Überblick der Artikel
16 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Sprachfamilies. Sprachstamm. / 3
Sprachfehlers. Sprachorgane und Sprachstörungen. / 5
Sprachgesellschaftenlitterar. Gesellschaften des 17. Jahrh., die sich die Pflege der reinen deutschen Muttersprache / 187
Sprachgewölbes. Echo. / 3
Sprachkundes. Sprachwissenschaft. / 3
Sprachlauts. Laut. / 3
Sprachlehres. Grammatik. / 3
Sprachlinies. Chiffrieren, Chiffrierschrift. / 4
Sprachlosigkeits. Sprachorgane. / 3
Sprachmaschine(Sprechmaschine), ein von Wolfgang von Kempelen (s. d.) konstruierter Sprechautomat. Auch Phonograph / 20
Sprachorganediejenigen Werkzeuge des menschlichen Körpers, welche die Laute bilden, aus denen die Sprache / 283
Sprachphilosophies. Sprachwissenschaft und Allgemeine Grammatik. / 6
Sprachphysiologies. Laut. / 3
Sprachreinigungdas Bestreben, fremde Bestandteile aus der Sprache auszuscheiden und durch entsprechende Ausdrücke / 55
Sprachrohrein von Morland (1670) erfundenes trichterförmiges Rohr, das beim Hineinsprechen die Stärke / 83
Sprachstammoder Sprachfamilie, die Gesamtheit mehrerer aus einer Grundsprache abzuleitender Sprachen, wie / 141

Seite 65.192

Sprachfamilie - Sprachstamm


Fortsetzung: Sprache, der lautliche Ausdruck des Gedankens. Jeder Ausdruck von Gedanken, der nicht durch Laute geschieht,
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wir jetzt bei dem gesamten Menschengeschlecht finden, war, daß man zwei Worte für zwei Dinge in Beziehung zueinander setzte, daß man mehrere Wörter zu einem Satze verband. Erst dadurch wurde dem Menschen auch die Möglichkeit, sich von der unmittelbaren Anschauung loszumachen und über etwas nicht Gegenwärtiges zu berichten. -

Vgl.   Steinthal, Der Ursprung der S. (Berl. 1851; 3. Aufl. 1877);

Lazarus Geiger, Ursprung und Entwicklung der menschlichen S. und Vernunft (2 Bde., Stuttg. 1868-72);

ders., Der Ursprung der S. (ebd. 1869);

A. Marty, Über den Ursprung der S. (Würzb. 1875);

H. Paul, Principien der Sprachgeschichte (2. Aufl., Halle [* 2] 1886): O. Jespersen, Ursprung der S. (in «Tilskueren», udg. af N. Neergaard, 1892, S. 839 fg.);

W. Wundt, Grundzüge der physiol. Psychologie, Bd. 2 (4. Aufl., Lpz. 1893), S. 621 fg.

Sprachfamilie,

s. Sprachstamm. ^[= oder die Gesamtheit mehrerer aus einer Grundsprache abzuleitender Sprachen, wie ...] [* 3]

Sprachfehler,

s. Sprachorgane ^[= diejenigen Werkzeuge des menschlichen Körpers, welche die Laute bilden, aus denen die Sprache ...] und Sprachstörungen.

Sprachgesellschaften,

Ausdehnung (der festen

Bild 2.109: Ausdehnung (der festen und flüssigen Körper)
* 4 Ausdehnung.

litterar. Gesellschaften des 17. Jahrh., die sich die Pflege der reinen deutschen Muttersprache und der edlen deutschen Poesie zur Aufgabe machten. Sie gingen keineswegs in puristischen Bestrebungen auf, sondern bemühten sich, den Sinn für sprachliche Richtigkeit, Würde und Schönheit, für vornehme wohlklingende Form in weitester Ausdehnung [* 4] zu beleben. Sie haben sich dadurch große Verdienste um die feste Ausbildung der neuhochdeutschen Schriftsprache erworben. Da sie, zumal die Fruchtbringende Gesellschaft, auch viele Adlige, ja Fürsten umfaßten, so steigerten sie das Interesse der höchsten Stände an deutscher Dichtung durch das Muster ital. Akademien; von der Accademia della Crusca verführt, verzettelten sie freilich bald ihre Kraft [* 5] in symbolischen Spielereien und poet.

Künsteleien. Die älteste und vornehmste dieser S. war die 1617 gegründete Fruchtbringende Gesellschaft (s. d.);

es folgten 1633 die Aufrichtige Tannengesellschaft Romplers und Schneubers zu Straßburg, [* 6] 1643 zu Hamburg [* 7] die Deutschgesinnte Genossenschaft (s. d.) Philipp von Zesens, 1644 zu Nürnberg [* 8] der Pegnitzorden (s. d.), 1656 Rists Elbschwanenorden (s. d.);

wenig bekannt sind die Thüringer Liliengesellschaft, der Dresdener Leopoldenorden u. s. w. -

Vgl.   O. Schulz, Die S. des 17. Jahrh. (Berl. 1824);

H. Schultz, Die Bestrebungen der S. für Reinigung der deutschen Sprache [* 9] (Gött. 1888).

Sprachgewölbe,

s. Echo.

Sprachkunde,

s. Sprachwissenschaft. ^[= Linguistik, Glottik, hat zur Aufgabe die Erforschung der menschlichen Sprache. In ihrem allgemeinen ...]

Sprachlaut,

s. Laut. ^[= im allgemeinen jeder bei bestimmter Stellung der Organe des Mundes und Kehlkopfes mit Hilfe ...]

Sprachlehre,

s. Grammatik. ^[= # (grch.) ist die Darstellung des vorhandenen Materials der Sprache, ihres Baues und der Gesetze ...]

Sprachlinie,

s. Chiffrieren, ^[= Chiffrierschrift (spr. schi), eine Art der Geheimschrift (Kryptographie), die Zahlen oder Buchstaben ...] Chiffrierschrift.

Sprachlosigkeit,

s. Sprachorgane. ^[= diejenigen Werkzeuge des menschlichen Körpers, welche die Laute bilden, aus denen die Sprache ...]

Sprachmaschine

(Sprechmaschine), ein von Wolfgang von Kempelen (s. d.) konstruierter Sprechautomat.

Phönixöl - Phonolith

Bild 13.7: Phönixöl - Phonolith
* 10 Phonograph.

Auch Phonograph [* 10] (s. d.), Graphophon (s. d.) und Grammophon (s. d.) sind S.

Sprachorgane,

diejenigen Werkzeuge [* 11] des menschlichen Körpers, welche die Laute bilden, aus denen die Sprache zusammengesetzt ist, also zum Teil dieselben, welche die musikalisch bestimmbaren Töne, deren Inbegriff die Stimme genannt wird, hervorbringen. Die musikalisch bestimmbaren Töne liefern indes nur einen Bestandteil der Sprache, nämlich die Vokale (s. d.), die entweder nur aus einem einzigen Tone bestehen oder aus einem starken Grundtone, dem durch mitklingende Nebentöne die eigentümliche Klangfarbe erteilt wird, die ihn als den bestimmten Vokal erscheinen lassen.

Zahnausschlag - Zähne

Bild 16.817: Zahnausschlag - Zähne
* 13 Zähne.

Durch die Stellung der Stimmbänder, als des tonerzeugenden Instruments, und die Stellung der Mundhöhle, [* 12] als des mitschwingenden Schallraums, werden dieser Grundton und die Nebentöne hervorgebracht. Neben den Vokalen bilden die Konsonanten (s. d.) den zweiten Bestandteil der Sprache, die jedoch keine Töne, sondern nur tonlose Geräusche sind. Bei ihrer Bildung sind die Stimmbänder unbeteiligt; sie entstehen nur im Schallraume (der Mund- und der Nasenhöhle), und ihre Mannigfaltigkeit wird erzeugt durch die gegenseitige Stellung des Gaumens, der Zunge und der Zähne. [* 13]

Man kann demnach die Sprache als ein musikalisches Verständigungsmittel auffassen. (S. Sprache.) Über die Bildung der Sprachlaute durch die S. s. Laut. Fehlerhafte Bildung der S., abnorme Innervation der betreffenden Muskulatur sowie Mangel an Intelligenz oder Willenskraft sind die Ursachen der verschiedenen Sprachfehler, unter denen das Stammeln (s. d.) und Stottern am häufigsten sind. (S. Sprachstörungen.) Hochgradige Verstümmelung der artikulierenden S., angeborener oder frühzeitig erworbener Defekt des Gehörs und gewisse Erkrankungen des nervösen Centralorgans führen zur Sprachlosigkeit oder Stummheit (Alalie), die nur selten heilbar ist. Als häufigste Form der Stummheit ist die auf angeborener Taubheit beruhende Taubstummheit (s. Taubstumm) zu bezeichnen. -

Vgl.   Merkel, Anatomie und Physiologie des menschlichen Stimm- und Sprachorgans (2.Aufl.,Lpz. 1863);

ders., Physiologie der menschlichen Sprache (ebd. 1866).

S. auch die Litteratur zum Artikel Laut.

Sprachphilosophie,

s. Sprachwissenschaft ^[= Linguistik, Glottik, hat zur Aufgabe die Erforschung der menschlichen Sprache. In ihrem allgemeinen ...] und Allgemeine Grammatik.

Sprachphysiologie,

s. Laut. ^[= im allgemeinen jeder bei bestimmter Stellung der Organe des Mundes und Kehlkopfes mit Hilfe ...]

Sprachreinigung,

das Bestreben, fremde Bestandteile aus der Sprache auszuscheiden und durch entsprechende Ausdrücke der eigenen Sprache zu ersetzen.

Wird dieses Bestreben übertrieben, so nennt man es Purismus.

Die Puristen oder «Sprachfeger» wollen alles Fremde unterschiedslos verbannt wissen.

Die besonnene S. richtet sich im Deutschen nur gegen die ersetzbaren Fremdwörter. (Näheres s. Fremdwörter und Deutscher Sprachverein.)

Sprachrohr,

Stärke (natürliches Vo

Bild 15.236: Stärke (natürliches Vorkommen, Chemisches; Gewinnung)
* 14 Stärke.

ein von Morland (1670) erfundenes trichterförmiges Rohr, das beim Hineinsprechen die Stärke [* 14] und Tragweite der menschlichen Stimme beträchtlich erhöht. Lambert stellte eine Theorie des S. auf, die sich auf die unzutreffende Annahme gründet, daß die Schallwellen genau wie die Lichtwellen reflektiert werden. Schon Newton war darüber besser unterrichtet. Die Wirkung des S. beruht wahrscheinlich vorzugsweise auf Beugung [* 15] und Resonanz. Von diesem S. verschieden sind die ebenfalls S. genannten Kommunikationsrohre, wie sie in ausgedehnten Geschäften dem mündlichen Verkehr zwischen getrennt liegenden Zimmern dienen.

Sprachstamm



Sprachstörungen - Spra

Bild 65.193: Sprachstörungen - Sprachunterricht
* 16 Seite 65.193.

[* 3] oder Sprachfamilie, die Gesamtheit mehrerer aus einer Grundsprache abzuleitender Sprachen, wie man z. B. von dem indogerman. und dem semitischen S. spricht. Die einzelnen, zusammen den Stamm bildenden Sprachen nennt man miteinander verwandt und bezeichnet dem entsprechend z. B. die griech. und lat. Sprache, die beide zur indogerman. Familie gehören, als Schwestersprachen. Eine von einer ältern Sprachfamilie abstammende jüngere Form heißt Tochtersprache, z. B. das Italienische im Verhältnis zum Latein. Bisweilen unterscheidet man Sprachfamilie als eine enger zusammengehörige ¶

mehr

Gruppe eines ganzen S., z. B. indogermanischer S., dazu gehörig german., slaw. u. s. w. Sprachfamilie. Über die wissenschaftliche Behandlung des S. und die Versuche, die Sprachen der Erde zu klassifizieren, s. Sprachwissenschaft. - Sprachverwandtschaft zweier oder mehrerer Völker, ihre Zugehörigkeit zu einem bestimmten S. bedingt nicht notwendig deren nähere physiol. Verwandtschaft, da es oft vorgekommen ist, daß ein Volk die Sprache eines andern, ihm stammfremden, angenommen hat.

Ende Sprachstamm
→ weiter zu Seite 65.193: Sprachstörungen ⟹ im engern Sinne die Störungen des Vermögens, sich in Wort und Schrift korrekt zu äußern;
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 190 [Suche = 65.192] im Internet seit 2005; Text geprüft am 18.8.2012; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//65_0192

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Siehe auch:

  • 15.182 Sprachfehler
  • 15.182 Sprachgewölbe
  • 15.182 Sprachlehre
  • 15.182 Sprachreinigung
  • 15.183 Sprachrohr

* 16 Bilder dazu:

  • 4Ausdehnung
  • 15Beugung
  • 2Halle
  • 7Hamburg
  • 5Kraft
  • 12Mundhöhle
  • 8Nürnberg
  • 10Phonograph
  • 9Sprache
  • 3Sprachstamm
  • 6Straßburg
  • 14Stärke
  • 11Werkzeuge
  • 13Zähne
  • 1_Seite 65.192
  • 16_Seite 65.193
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