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Preußische Eisenbahnen

Bild 63.432: Preußische Eisenbahnen
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Preußische Eisenbahnen


Fortsetzung: Preußische Eisenbahnen, Das preuß. Eisenbahnnetz umfaßte 1894/95: 28753 km normalspurige Eisenbahnen. Hiervon
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C.

Laufende Nummer Preußische Provinzen Bah­nen mit nor­maler Spurweite (Kilo­meter)
Hauptbah­nen Bah­nen und Strecken untergeord­neter Bedeu­tung Zusam­men
Staatsbah­nen und auf Rech­nung des Staates verwaltete Privatbah­nen Privatbah­nen unter ei­ge­ner Verwal­tung Staatsbah­nen und auf Rech­nung des Staates verwaltete Privatbah­nen Privatbah­nen unter Staats­verwal­tung Privatbah­nen unter ei­ge­ner Verwal­tung Über­haupt Davon zwei- und mehrgleisig Auf je 100 qkm Grund­fläche entfal­len Auf je 10.000 Ein­woh­ner entfal­len
1 Ostpreußen 590,14 275,40 786,31 - 28,30 1680,15 288,18 4,54 8,53
2 Westpreußen 578,98 110,41 635,30 - 6,35 1331,04 514,16 5,22 9,21
3 Branden­burg (mit Berlin) 2382,86 - 271,33 - 200,38 2854,57 1246,30 7,15 6,71
4 Pommern 735,29 - 616,01 - 154,49 1505,79 222,53 5,00 9,85
5 Po­sen 1002,87 - 738,58 - 12,82 1754,27 506,95 6,06 9,96
6 Schlesien 2580,03 - 760,56 - 49,06 3389,65 856,19 8,41 7,93
7 Sach­sen 1862,37 - 443,30 11,75 77,45 2394,87 1197,86 9,49 9,09
8 Schleswig-­Holstein 708,55 86,50 333,65 23,12 136,31 1288,13 226,48 6,81 10,38
9 Hanno­ver 1806,85 22,05 399,35 23,58 55,76 2307,59 945,22 5,99 9,986
10 Westfa­len 1727,27 96,89 404,49 - 43,08 2271,73 939,54 11,24 9,0
11 Hes­sen-Nassau 957,15 154,16 444,54 - 13,46 1569,31 791,92 10,00 9,28
12 Rhein­provinz 2299,37 51,77 988,49 - 60,86 3400,49 1557,20 12,60 7,04
13 Hohenzollern 65,77 - 24,91 - - 90,68 - - -
König­reich Preußen: 17.297,50 797,18 6846,82 58,45 838,32 25.838,27 9392,53 7,42 8,47

D.

Laufende Nr. Preußische Provinzen und fremde Staatsgebiete Bahnlänge km
a. Preuß. Provinzen
1 Ostpreußen 1523,82
2 Westpreußen 1351,65
3 Branden­burg (mit Berlin) 2665,70
4 Pommern 1382,00
5 Po­sen 1780,18
6 Schlesien 3372,04
7 Sach­sen 2311,01
8 Schleswig-­Holstein 1072,16
9 Hanno­ver 2164,76
10 Westfa­len 2125,52
11 Hes­sen-Nassau 1420,87
12 Rhein­provinz 3273,14
13 Hohenzollern -
Summe a: 24.442,85
b. Fremde Staatsgebiete.
1 Elsaß-Lothrin­gen 0,73
2 König­reich Bayern 21,28
3 " Sach­sen 148,47
4 Großherzogtum Hes­sen 112,76
5 " Meck­len­burg-Schwerin 140,38
6 " Sach­sen-Weimar 161,60
7 " Meck­len­burg-Strelitz 74,41
8 " Olden­burg 66,89
9 " Luxem­burg 6,94
10 Herzogtum Braun­schweig 372,20
11 " Sach­sen-Meinin­gen 34,16
12 " Sach­sen-Alten­burg 0,93
13 " Sach­sen-Co­burg-Gotha 188,41
14 " Anhalt 268,43
15 Fürs­tentum Schwarz­burg-Rudolstadt 26,32
16 " Schwarz­burg-Sondershau­sen 63,14
17 " Waldeck 35,98
18 " Neuß jüngerer Linie 16,86
19 " Schaum­burg-Lippe 31,69
20 " Lippe 29,30
21 Freie und Hansestadt Bre­men 43,20
22 " " " Ham­burg 33,59
23 König­reich der Nieder­lande 23,79
24 Kai­sertum Öster­reich 9,05
Summe b: 1910,51
Summe a und b: 26.353,36

Die Verträge über den Erwerb der größeren Unternehmungen bezweckten zunächst nur die dauernde Überlassung des Betriebes an den Staat, sicherten aber zugleich die Möglichkeit des demnächstigen Eigentumserwerbs zu einem festgesetzten Kaufpreis mit der Maßgabe, daß der Staat die Verpflichtung übernehme, bevor er von dem Ankaufsrechte Gebrauch macht, jedem Aktionär zu einem im voraus bestimmten Preis die Abtretung seines Aktienbesitzes an den Staat anzubieten.

Der letztere Preis war so bemessen, daß er den Aktionären größere Vorteile bot als der Besitz ihrer Aktien, um die Gesamtheit der Aktionäre zu bewegen, daß sie von dem Angebot Gebrauch machten. Der Staat wurde hierdurch bis auf wenige Aktien alleiniger Aktionär der Gesellschaften. Das Liquidationsgeschäft beschränkte sich alsdann auf die Einzahlung des auf die nicht in den Besitz des Staates gelangten Restaktien entfallenden Kaufpreises, da die sämtlichen Schulden der Gesellschaften mit dem Übergange des Eigentums ihrer Unternehmungen auf den Staat von letzterm übernommen wurden. Die Gesellschaften blieben als solche so lange bestehen, bis der Staat von dem Ankaufsrechte Gebrauch machte, ihre Vertreter erhielten jedoch insofern einen wesentlich vereinfachten und beschränkten Wirkungskreis, als der Staat die Verwaltung für eigene Rechnung gegen Gewährung einer festen Rente an die Aktionäre übernommen hatte.



Preußische Eisenbahnen

Bild 63.433: Preußische Eisenbahnen
* 2 Seite 63.433.

Diese Vertragsform war deshalb gewählt worden, um den Staat bei der Liquidation der Gesellschaften nicht der Gefahr der Kündigung der Prioritätsobligationen auszusetzen, wodurch er unter Umständen genötigt gewesen wäre, minderverzinsliche Obligationen, die niedriger als der Parikurs standen, zum vollen Nennwert einzulösen. Andererseits war dem Staate die Möglichkeit geboten, die Konvertierung hochverzinslicher Obligationen zu dem ihm geeignet erscheinenden Zeitpunkt vorzunehmen und dadurch erhebliche Zinsersparnisse herbeizuführen. ¶

mehr

Hiervon hat er auch, wie die Übersicht B ergiebt, umfassenden Gebrauch gemacht. Von den Gesellschaften, deren Unternehmungen verstaatlicht sind, besteht zur Zeit formell nur noch die Braunschweigische Eisenbahngesellschaft, deren Aktien bereits mit dem Erwerb der Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahn (s. d.) und der Bergisch-Märkischen Eisenbahn (s. d.) auf den Staat übergegangen sind.

Übersicht E giebt die in den J. 1878/79 bis 1892/93 in den Eisenbahnen angelegten Kapitalien (nicht zu verwechseln mit der Staatseisenbahnkapitalschuld Übersicht F) an, einschließlich der Aufwendungen für Bahnen nichtöffentlichen Verkehrs (Anschlußgleise), und ihre Verzinsung.

E.

Jahre Anlage­kapital über­haupt M. Von dem Betrage in Spalte 2 entfal­len auf die Bah­nen für nichtöffent­li­chen Verkehr M. Anlage­kapital auf 1 km Bahnlänge M. Zins­fuß des verwende­ten durch­schnittli­chen Anlage­kapitals Proz.
1878/79 1.235.273.218 - 244.373 4,58
1879/80 1.480.705.794 - 244.598 4,35
1880/31 3.306.697.835 - 293.946 4,87
1881/82 3.396.704.801 - 298.017 5,01
1882/83 4.379.770.749 - 312.070 5,22
1883/84 4.603.476.671 - 297.804 4,86
1884/85 5.545.296.117 - 286.104 5,09
1885/86 5.813.559.257 11.752.411 277.923 4,88
1886/87 5.863.081.204 11.757.233 275.522 5,22
1887/88 6.002.490.236 11.757.233 267.901 5,77
1888/89 6.091.801.965 11.757.233 265.306 6,02
1889/90 6.237.570.771 11.757.233 262.827 6,26
1890/91 6.403.889.726 11.925.747 259.181 5,26
1891/92 6.552.735.637 11.839.855 261.994 4,91
1892/93 6.658.580.016 11.646.087 262.155 5,15

Übersicht F giebt die Höbe der Staatseisenbahnkapitalschuld von 1882/83 bis 1894/95 an.

F.

Am Schlusse des Jahres Grund­summe (ohne Abschreibun­gen) M. Verblei­bende Staats­ei­senbahnkapital­schuld nach den bis Ende März des betr. Jahres bewirk­ten Abschreibun­gen M. Zur Verzin­sung der Staats­ei­senbahnkaptial­schuld sind erforder­lich gewe­sen M.
1882/83 2.613.664.452 2.594.846.330 95.756.845
1883/84 3.107.735.185 3.042.748.676 109.848.924
1884/85 3.774.371.277 3.657.914.621 140.543.558
1885/86 4.034.124.714 3.875.054.406 155.982.984
1836/87 4.165.744.615 3.952.617.919 157.618.565
1887/88 4.452.787.946 4.163.756.408 164.376.724
1888/89 4.494.668.803 4.067.074.143 163.763.590
1889/90 4.911.995.110 4.314.966.719 165.462.880
1890/91 5.948.477.554 5.192.482.258 195.904.669
1891/92 6.356.365.411 5.501.288.400 212.646.299
1892/93 6.537.055.810 5.554.095.168 215.191.357
1893/94 6.669.023.772 5.559.663.380 213.612.978 *
1894/95 6.691.908.456 - 209.997.940 *

* Nach dem Etat.

Der Überschuß der preuß. Staatseisenbahnverwaltung (1894/95: 336.163.970 M.) reicht nicht nur zur Verzinsung und Tilgung (1894/95: 258.818.124 M.) der gesamten Staatsschuld (1894/95: 6.356.584.596 M.) aus, sondern läßt noch eine sehr erhebliche Summe zur Befriedigung der allgemeinen Staatsbedürfnisse übrig (1894/95: 77.315.864 M.), welcher Betrag nach den endgültigen Betriebsergebnissen sich noch erheblich erhöhen wird.

Staatsbahnen und Priva

Bild 5.442a: Staatsbahnen und Privatbahnen im Deutschen Reich
* 3 Staatsbahnen.

Die preuß. Staatsbahnen [* 3] werden seit 1. April 1895 von 20 königl. Eisenbahndirektionen verwaltet. Diese befinden sich in Altona, [* 4] Berlin, [* 5] Breslau, [* 6] Bromberg, [* 7] Cassel, Danzig, [* 8] Elberfeld, [* 9] Erfurt, [* 10] Essen [* 11] a. Ruhr, Frankfurt [* 12] a. M., Halle [* 13] a. S., Hannover, [* 14] Kattowitz, [* 15] Köln, [* 16] Königsberg [* 17] i. Pr., Magdeburg, [* 18] Münster [* 19] i. W., Posen, [* 20] St. Johann-Saarbrücken und Stettin [* 21] und führen nach Aufhebung der bisherigen Betriebsämter unmittelbar Verwaltung und Betrieb der unterstellten Strecken. Die Ausführung und Überwachung des Betriebes nach den Anordnungen der Direktionen besorgen 230 Betriebsinspektionen, 72 Maschineninspektionen, 20 Telegraphen- und 82 Verkehrsinspektionen.

An Werkstätten (s. Eisenbahnwerkstätten) waren (1894) 278 vorhanden: 60 Hauptwerkstätten, 19 Nebenwerkstätten und 199 Betriebswerkstätten.

Länge, Anlagekosten, Betriebsergebnisse nebst Verzinsung des Anlagekapitals der Staats- und Privatbahnen in Preußen [* 22] sind im Artikel Deutsche Eisenbahnen [* 23] (Übersicht C und D) aufgeführt.

Seit dem Erwerb der ersten größern Privatbahnen durch den preuß. Staat (1880-94) sind für die Erweiterung, Vervollständigung und bessere Ausrüstung des Staatsbahnnetzes über 1,6 Milliarden M. gesetzlich bewilligt worden. Hiervon entfallen, ungerechnet 99½ Mill. M. für Betriebsmittel, über 687 Mill. M. auf die Herstellung von 7463 km neuer Eisenbahnlinien, darunter 91½ Mill. M. für 457 km Vollbahnen und über 687 Mill. M. für 7006 km Nebenbahnen, so daß der Gesamtumfang der seit 1880 für Staatsrechnung ausgeführten und vorbereiteten neuen Bahnlinien, einschließlich 713 km mit staatlicher Beihilfe von 9 ¾ Mill. M. erbauter Privatbahnen, über 8175 km umfassen wird.

Neben der Herstellung neuer Bahnlinien ist zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit bestehender Bahnstrecken auf einer Gesamtlänge von 3310 km das zweite, zum Teil das dritte und vierte Gleis gelegt worden mit einem Kostenaufwande von nahezu 148 Mill. M.

Ascotan - Asiatische T

Bild 18.76: Ascotan - Asiatische Türkei
* 24 Bahnhöfe.

Zur Anlegung großer Rangier- und Sammelbahnhöfe, zur Erweiterung und Umgestaltung bestehender größerer Bahnhöfe [* 24] (s. d.) sind ebenfalls aus Kreditgesetzen über 170½ Mill. M. aufgewendet, so für Bremen [* 25] 9½ Mill. M., Breslau nahezu 20 Mill. M., Danzig 5 Mill. M., Düsseldorf [* 26] über 16 Mill. M., Frintrop über 6 Mill. M., Köln 31,4 Mill. M., Hamburg [* 27] und Altona bis jetzt nahezu 16 Mill. M. Für sonstige Verbesserungen, wie Bahnhofsumbauten, Erweiterung der Werkstätten u. s. w. sind über 122 Mill. M. bewilligt.

Zur Beschaffung von Betriebsmitteln sind, ohne die Betriebsmittel anläßlich des Baues neuer Bahnen, nahezu 173 Mill. M. verwendet. Außer diesen Beträgen sind aus Mitteln der laufenden Etats aufgewendet oder bereits bewilligt:

1) für den Ausbau des zweiten, dritten und vierten Gleises auf Bahnen von 282 km Länge: 11.163.000 M.; 2) für größere Bahnhofsum- oder -Neubauten über 55 Mill. M., darunter für Frankfurt a. M. 22½ Mill., für Halle a. S. 9 Mill. M. u. s. w.;

3) für Bahnhofsbauten und sonstige Bauausführungen über 85 Mill. M.; 4) für Herstellung von elektrischen Sicherungsanlagen, für Ausrüstung der Betriebsmittel mit durchgehenden Bremsen, [* 28] für Herstellung von Weichen- und Signalstellwerken u. s. w. nahezu 26 Mill. M.

Litteratur. Die preuß. Eisenbahnpolitik des J. 1848; von der Leyen, Die Entstehung der ¶

Fortsetzung Preußische Eisenbahnen:
→ weiter zu Seite 63.434 || burg-Leipziger Eisenbahn; Gleim, zum 3. Nov. 1838 (im "Archiv für Eisenbahnwesen",
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 13. Band, Seite 430 [Suche = 63.432] im Internet seit 2005; Text geprüft am 26.6.2010; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//63_0432

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  • ⛉ Datenschutz
  • § Impressum
Titel
Elemente zu
Preußische Eisenbahnen:

1) für den Ausbau des zweiten

[63.428] Preußische Befestigungsmanier s. Altpreußische Befestigungsmanier

[63.428] Preußische Bodenkredit-Aktienbank Bankinstitut mit dem Sitz in Berlin und

[63.428] Preußische Central-Bodenkredit-Aktiengesellschaft Bankinstitut mit dem Sitz in Berlin und

[63.434] Preußische Jahrbücher zu Berlin im Verlag von Hermann Walther

[63.434] Preußische konsolidierte Anleihen Die P. k. A. zerfallen in 4-

[63.434] Preußische Hypotheken-Aktienbank Sitz in Berlin

* 28 Bilder dazu:

  • 4Altona
  • 24Bahnhöfe
  • 5Berlin
  • 25Bremen
  • 28Bremsen
  • 6Breslau
  • 7Bromberg
  • 8Danzig
  • 23Deutsche
  • 26Düsseldorf
  • 9Elberfeld
  • 10Erfurt
  • 11Essen
  • 12Frankfurt
  • 13Halle
  • 27Hamburg
  • 14Hannover
  • 15Kattowitz
  • 16Köln
  • 17Königsberg
  • 18Magdeburg
  • 19Münster
  • 20Posen
  • 22Preußen
  • 3Staatsbahnen
  • 21Stettin
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