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Appenzellerbahn - Appe

Bild 51.758: Appenzellerbahn - Apperception
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Appenzeller Bahneine Schmalspurbahn (1 m Spurweite), besteht aus der Strecke Winkeln-Herisau (4,36 km, 12. April / 42
Apperception(lat., wörtlich "Auffassung"), als philos. Kunstwort seit Kant die Auffassung einer / 320

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Appenzellerbahn - Apperception


Fortsetzung: Appenzell, 1) Der 13. Kanton der Schweizer Eidgenossenschaft, ganz von dem Gebiete des Kantons St. Gallen
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Ausländer 295. Der Muttersprache nach sind 12 849 Deutsche [* 2] und 28 Italiener. In Innerrhoden hat sich die alte Landestracht noch erhalten; bunte Farben, namentlich Rot, goldene und silberne Spangen und Ketten spielen in dem sehr kleidsamen Kostüm [* 3] der Innerrhödlerinnen die Hauptrolle.

Land - und Forstwirtschaft. Das Hauptgewerbe der Bewohner, die konservativer, bequemer, aber auch minder wohlhabend sind, ist die Alpenwirtschaft. Der Innerrhödler lebt im Sommer auf der Alp, im Winter hilft er bei der Holzarbeit oder beim Sticken, das auch hier überall zu Hause ist. Von der Fläche sind 144,4 qkm, d. i. 90,82 Proz., produktives Land: 18,7 qkm Waldungen, 125,7 Acker-, Garten-, Wiesen- und Weideland. Von dem unproduktiven Lande, 14,6 qkm, d. i. 9,18 Proz., kommen 11,5 qkm auf Felsen und Schutthalden u. s. w. Die Industrie ist vertreten (1884) durch 18 Fabriken, wovon 16 Stickereien, mit 428 Arbeitern und 6 Pferdestärken. Die Straßen betragen 44,5 km.

Verfassung und Verwaltung. Nach der Verfassung (24. Nov. 1872 angenommen und 1883 revidiert) ist Innerrhoden gleichfalls, wie Außerrhoden, ein besonderer selbständiger Freistaat. Die Landesgemeinde ist die höchste Staatsbehörde, hat die gleichen Befugnisse wie im andern Halbkanton und wählt den einzigen Nationalrat sowie den aus 9 Mitgliedern bestehenden Regierungsrat (Standeskommission), an deren Spitze der Landammann steht, und das 13 Mitglieder zählende Kantonsgericht.

Chur - Church

Bild 4.117: Chur - Church
* 4 Chur.

Der die Gesetze vorberatende Große Rat wird von den Bezirken, und zwar 1 Mitglied auf 250 Seelen gewählt, und seine Mitglieder aus jedem Bezirk bilden für diesen die Verwaltungsbehörde. Auch hat jeder Bezirk 1 Bezirksgericht. Das Kantonsgericht (13 Mitglieder, von der Landesgemeinde gewählt) bildet die zweite, der Große Rat die höchste Instanz. Der Halbkanton sendet je 1 Mitglied in den eidgenössischen Stände- und Nationalrat. Eigentümlich ist das Verbot aller Advokatur in Rechtshändeln unter den Kantonsangehörigen. Dasselbe stützt sich auf den Grundsatz, daß jeder Landmann das Landrecht kennen soll; Auswärtigen ist die Annahme von Advokaten erlaubt. Das strengkath. Land steht mit seinen 4 Klöstern unter dem Bischof von Chur. [* 4] Der Volksunterricht ist obligatorisch. Die Staatseinnahmen betrugen 1887: 113 838 Frs., die Ausgaben 109 773 Frs. Das Wappen ist für beide Halbkantone ein aufrecht stehender schwarzer Bär in silbernem Felde.

[* 1] ^[Abb.]

Armenwesen (Statistik)

Bild 18.73: Armenwesen (Statistik)
* 9 Badeanstalt.

2) Dorf und Lehn, Hauptort des schweiz. Halbkantons Appenzell-Innerrhoden, in 781 m Höhe, anmutig in dem offenen Thale der Sitter gelegen, an der Appenzeller Bahn, mit alten hölzernen Häusern, ist Sitz der Kantonsregierung sowie Versammlungsort der Landesgemeinde und hat mit Einschluß seiner großen Gemarkung (Vorderlehn, Hinterlehn u. a.) (1888) 4472 E., darunter 183 Evangelische, Post, Telegraph, [* 5] große Mutterkirche des Ländchens (1826 erbaut) mit Schädelsammlung, altertümliches Rathaus, Landesarchiv mit Urkunden, Bannern u. s. w., neues Krankenhaus, [* 6] ein Kapuzinerkloster, einst Landsitz der Äbte von St. Gallen, Nonnenkloster, sowie Handel mit Stickereien, Leinen- und Baumwollwaren, die im Kanton [* 7] verfertigt werden. Appenzell ist eine der ältesten Molkenkurorte der Schweiz [* 8] und sendet noch jetzt Senner zur Bereitung von Ziegenmolken in verschiedene Badeorte; es wird als Höhenkurort viel besucht und hat eine neue Badeanstalt. [* 9] - Appenzell, bis 1597 Hauptort des ungetrennten Kantons, hat als Mittelpunkt der Kurorte Gonten (900 m), Gais (938 m) und Weißbad (820 m), sowie Ausgangspunkt der Ausflüge nach dem Säntis lebhaften Fremdenverkehr.

Geschichte. Appenzell kam seit dem 8. Jahrh. nach und nach durch Kauf und Schenkung an die Abtei St. Gallen, die hier eine landesfürstliche Gewalt begründete, und hat seinen Namen von der angeblich durch Abt Nortbert von St. Gallen im 11. Jahrh. dort gegründeten ersten Kirche (Abbatis cella genannt) des Landes. Der Druck der Äbte erzeugte zu Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrh. einen Aufstand, und die Siege der Bergbewohner beim Dorfe Speicher an der Vögeliseck (1403) und am Stoß (1405) gaben Appenzell Unabhängigkeit und demokratische Regierungsform.

Das Land verband sich schon 1452 mit sieben Kantonen, ward aber erst 1513 förmlich in die Eidgenossenschaft aufgenommen. Nach langen Zwistigkeiten infolge der Reformation ward Appenzell 1597 durch eidgenössisches Schiedsgericht in die beiden politisch und konfessionell geschiedenen und voneinander völlig unabhängigen Landesteile Innerrhoden (katholisch) und Außerrhoden (reformiert) getrennt. Im 18. Jahrh. erzeugte die oligarchische Richtung in beiden Kantonen Unruhen. 1798 teilten sie das Schicksal der andern Kantone. (S. Schweiz.) Die Neugestaltung der Eidgenossenschaft durch die Bundesverträge von 1815 und 1848 wurde in Auherrhoden gern, in Innerrhoden nur mit Widerstreben angenommen. Bei der Abstimmung über die Bundesrevision der Schweiz 1872 verwarfen beide Halbkantone die neue Verfassung; 1874 lehnte Innerrhoden das veränderte Revisionsprojekt wieder ab, während Außerrhoden es mit bedeutender Mehrheit annahm.

Litteratur. Hahn, [* 10] Beschreibung des Kantons Appenzell (Heilbr. 1827);

Rüsch, Der Kanton Appenzell historisch-geographisch und statistisch (neue Aufl., St. Gallen 1859);

Zellweger, Geschichte des appenzellischen Volks nebst Urkunden (6 Bde., Trogen 1830-40);

ders., Der Kanton Appenzell (ebd. 1867);

Henne am Rhyn, Das Appenzeller Land (3. Aufl., Linz [* 11] 1893);

Appenzellische Jahrbücher, hg. von der appenzellischen Gemeinnützigen Gesellschaft (Trogen, seit 1854).

Appenzeller

Bahn, eine Schmalspurbahn (1 m Spurweite), besteht aus der Strecke Winkeln-Herisau (4,36 km, 12. April 1875 eröffnet), Herisau-Urnäsch (10,30 km, 21. Sept. 1875 eröffnet), Urnäsch-Appenzell (10,77 km, 1886 eröffnet) und ist von der schweiz. Gesellschaft für Lokalbahnen erbaut (s. schweizerische Eisenbahnen).

Apperception

(lat., wörtlich «Auffassung»),



Appert - Appetit

Bild 51.759: Appert - Appetit
* 12 Seite 51.759.

als philos. Kunstwort seit Kant die Auffassung einer Mannigfaltigkeit sinnlicher (in Raum und Zeit gegebener) Inhalte in einer gedanklichen Einheit, welche die des Bewußtseins selbst ist. Transcendentale Apperception oder transcendentale Einheit der Apperception nennt Kant die Einheit des Bewußtseins, sofern sie der wirklichen (empirischen) Apperception als Gesetz zu Grunde liegt. In einem allgemeinen Sinne unterschied Leibniz zwischen Perception und Apperception so, daß die erstere die Aufnahme eines sinnlichen Inhalts in die Sinnesthätigkeit, die letztere ihre Aufnahme in das Bewußtsein bedeutet. Wundt versteht unter Apperception ¶

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die in der Aufmerksamkeit und dem Willensimpuls sich äußernde innere Thätigkeit, die der Einheitlichkeit unsers Selbstbewußtseins ebenso zu Grunde liegt, wie aller Bewegung des Gemütslebens und der höhern Geistesarbeit. «Besonders wichtig ist der Begriff Apperception für die Herbartianer (Steinthal, Lazarus); hier bedeutet er die Gesamtheit aller seelischen Vorgänge, die gemeinsam eine Erkenntnis herstellen. Neue Erkenntnisse werden danach in jedem Falle unter Mitwirkung ganz bestimmter schon vorhandener Vorstellungen geschaffen, und Aufgabe der Psychologie ist es, festzustellen, welche vorhandenen Vorstellungen in jedem Fall wirksam werden und wie die Wirkung erfolgt. Beispiel: Wird eine Mineraliensammlung von einem Fachmann und einem Laien gleich lange besichtigt, so kann der Laie nachher nur wenige Stücke, der Fachmann dagegen die meisten beschreiben. Da sind also die meisten Sinneswahrnehmungen von der Seele des Laien spurlos abgeglitten, in die des Fachmannes dagegen ihrem ganzen Inhalt nach aufgenommen (appercipiert) worden. Da sich nun in Beziehung auf die Sammlung der Fachmann vom Laien lediglich durch die bessere Ausbildung der mineralog. Vorstellungen unterscheidet, so ist anzunehmen, daß in diesem Falle gerade diese Vorstellungen die Sinneswahrnehmungen aufzunehmen, die Apperception zu vollziehen haben. Da nun ähnliche Verhältnisse bei allen seelischen Vorgängen nachweisbar sind, so ist der Hauptbegriff der Psychologie. Als die physiol. Begleiterscheinung der Apperception werden Erregungen in den Stirnregionen des Großhirns angenommen, die durch Leitungsbahnen mit den sensorischen und den motorischen Centren in Verbindung stehen. -

Vgl.   Kodis, Zur Analyse des Apperceptionsbegriffes (Berl. 1893).

Ende Apperception
→ weiter zu Seite 51.759: Appert ⟹ (spr. appähr), Benjamin Nicolas Marie, philanthropischer Schriftsteller, geb. 10. Sept. 1797
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 1. Band, Seite 756 [Suche = 51.758] im Internet seit 2005; Text geprüft am 2.2.2009; publiziert von Peter Hug; Abruf am 22.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//51_0758

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Siehe auch:

  • 1.698 Appenzeller Alpen

* 12 Bilder dazu:

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