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Barbe du Tlélat nach Ras el-Ma (151 km), von Arzeu über Ain Tisy nach Mosba (238 km), an die sich die ausschließlich militär. Zwecken dienende, vom Staate erbaute Bahn von Mosba nach Mescheria (114 km) anschließt, von Mescheria nach Aïn Sefra (102 km); ferner von Bona über Gelma nach Kroub (203 km), von Duvivier bis zur tunes. Grenze (105 km). (S. Französische Eisenbahnen.) Der franz. Staat hat für fast sämtliche Eisenbahnen einen fünfprozentigen Zins gewährleistet.
Die alger. Eisenbahnen erzielten (1891) bei einer Gesamteinnahme von 25 206 751 Frs. und einer Gesamtausgabe von 21 972 204 Frs. einen Reinüberschuß von 3 234 547 Frs. Befördert wurden 3 072 450 Personen (245 196 116 Personenkilometer) und 1 737 642 t Güter (129 806 812 Tonnenkilometer); 1 Personenkilometer brachte 3,39, 1 Tonnenkilometer 11,25 Cent. Einnahme. Von den vorhandenen 279 Lokomotiven, 653 Personen- und 6150 Gepäck- und Güterwagen wurden 6 560 860 Lokomotivkilometer und 70 928 938 Wagenkilometer zurückgelegt. 1892 wurden 178 km Straßenbahnen genehmigt.
Über das Projekt einer Fortsetzung der alger. Eisenbahnen quer durch die Wüste Sahara in der Richtung auf Timbuktu s. Sahara-Eisenbahn. Zweigbahnen sollen nach dem Tsadsee und dem Niger angelegt werden. Der Karawanenhandel ist ziemlich bedeutend, besonders nach den 1869 eingeführten Erleichterungen. Das Telegraphennetz umfaßte (1892) 7155 km Linien mit 16 603 km Leitungen; Zahl der Bureaus 361, der internen Depeschen 1 380 355, der internationalen 44 526, der Dienstdepeschen 276 843. Die Zahl der Postanstalten betrug 461 und die Einnahme derselben 4 123 834 Frs.
Verfassung und Verwaltung. An der Spitze der Kolonialverwaltung A.s steht (seit 1871) ein Civil-Generalgouverneur, der zugleich Oberkommandant der Land- und Seetruppen in A. ist, dem jedoch für Civilangelegenheiten ein Regierungsconseil beigegeben ist, in dem er den Vorsitz führt. Die Kolonie zerfällt (1891) in drei Provinzen (Chalifate): Algier (170 801 qkm mit 1 468 127 E.), Oran (115 585 qkm mit 942 066 E.) und Constantine (191 527 qkm mit 1 714 539 E.), deren jede ein Departement in civiler Beziehung bildet.
Die Einbeziehung von Gebieten des Territoire de commandement in das Territoire civil nimmt indessen stetigen Fortgang, so daß sich die Zahlen des Areals von Jahr zu Jahr ändern. So umfaßte das Territoire civil 1877: 41 600 qkm mit 1 316 517 E., dagegen 1880 bereits 110 468 qkm mit 2 338 434 E. und (1891) 3 636 967 E. Das Territoire civil zerfällt in drei Provinzen mit folgenden Arrondissements (Aghaliks): im Depart. Algier: Algier, Medea, Miliana und Tisiusu; im Depart. Constantine: Batna, Bona, Bougie, Gelma, Constantine, Philippeville, Serif;
im Depart. Oran: Mascara, Mostaganem, Oran, Sidi bel-Abbes, Tlemsen.
Die Arrondissements zerfallen in Kantone (Kaïdate). Das Territoire de commandement zerfällt, wie die Divisionen in Frankreich, in Subdivisionen und Bezirke (cercles). Es sind in der Provinz Algier die Subdivisionen Medea und Orléansville, zu denen die Bezirke Dschelfa, Laguat und Aumale kommen; in der Provinz Constantine die Subdivisionen Constantine, Batna, Bona und Setif; in der Provinz Oran die Subdivisionen Oran, Mascara und Tlemsen. Die Civilverwaltung eines jeden Departements leitet ein Präfekt.
Unter ihm arbeiten vier Bureaus, für allgemeine und municipale Verwaltung, für Kolonisation und öffentliche Arbeiten, für Rechnungswesen und für die arab. Angelegenheiten. Nicht zu verwechseln mit letztern Bureaus der Civilverwaltung sind die «Arabischen Bureaus», die unter der Direktion und Kontrolle der Militärkommandanten stehen. Sie sind zusammengesetzt aus zwei oder drei Offizieren und einem Dolmetscher und bilden die oberste Behörde für die Eingeborenen, die unter ihren eigenen Häuptlingen (Kaïds, Agbas und Baschaghas) stehen. Die Einnahmen der Kolonie beliefen sich 1892 im Budget auf 44,4 Mill. Frs., darunter indirekte Abgaben 21,8 Mill., die Ausgaben auf 60,4 Mill. Frs., davon für Civilverwaltung 47,4 Mill., darunter für das Ministerium der öffentlichen Arbeiten 26,5 Mill. Frs. Die Armee bestand Ende 1872 mit Inbegriff der Marine aus 73 553 Mann und 15 723 Pferden. (S. Französisches Heerwesen.)
Geistige Kultur. Für das Unterrichtswesen bildet die Kolonie einen Akademiebezirk, dessen Rektor in Algier wohnt. Außer Kursen für das Arabische bestehen von höhern Bildungsanstalten eine Vorbereitungsschule für Ärzte, eine Zeichenschule (Algier), 3 Lyceen (Algier, Constantine und Oran), 7 Collèges und 2 freie Lehranstalten. Ende 1884 gab es außerdem 905 öffentliche Elementar- und 151 freie Schulen mit zusammen 80 840 Schülern; 3531 Schüler besuchten Mittelschulen, 904 genossen höhern Unterricht. Zu Constantine und Algier haben sich Gesellschaften für Altertumskunde gebildet.
Die Katholiken stehen unter einem Erzbischof zu Algier, dem zwei Bischöfe zu Oran und Constantine untergeordnet sind, die Protestanten unter einem Konsistorium zu Algier. Das Justizwesen ist, soweit nicht das einheimische Recht und dessen Formen gelten, nach franz. Weise eingerichtet. A. besitzt ein Appellgericht (Algier), 4 Assisenhöfe (Algier, Bona, Constantine, Oran), 16 Landgerichte, 4 Handels- und 105 Amtsgerichte. Zufolge des Dekrets vom entscheiden die Mahatmas oder Tribunale der Kadi in Streitigkeiten der Muselmanen über Personenstands- und Nachlaßrecht; für alle andern Streitigkeiten der mohammed. Eingeborenen sind die franz. Gerichte zuständig.
Leland Stanford Junior
* 2 Leland Stanford Junior University.Die in A. erscheinenden wichtigsten Zeitungen sind: «Le [* 2] Moniteur de l'Algérie», «La Vigie Algérienne», beide täglich, «Le Petit Colon Algérien» mit illustriertem Wochenblatt, der franz. und arab. «Mebacher» (seit 1848),
der «Akhbar» (seit 1841) und «Le Patriote Algérien» zu Algier. Im ganzen erscheinen hier 25 Zeitungen und Zeitschriften. In ganz A. beträgt die Zahl derselben 92.
Algerien (Geschichte)
* 3 Seite 51.395.Ungeachtet der unsichern Zustände und der großen Opfer, welche die Kolonie bis in die neueste Zeit erforderte, war doch die franz. Regierung bemüht, die Entwicklung des Landes durch mannigfaltige Kulturanstalten zu fördern. Ein Dekret vom erteilte einer Compagnie, an deren Spitze der Graf Branicki und der Bankier Gautier standen, auf 99 Jahre die Genehmigung zur Anlage wichtiger Eisenbahnlinien, zugleich mit der Zusage einer vierjährigen Staatssubvention von 6 Mill. Frs. und einer Anzahl sonstiger Begünstigungen. Außerdem unterstützte die Regierung mannigfach die Anlegung von Banken, Sparkassen, Leihhäusern u. s. w., die freilich nur dem europ. Elemente der Kolonie zu gute kommen können. Die Stadt Algier besitzt ¶
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zwei Kabel, die Legung eines direkten Kabels von Marseille [* 4] nach Bona wurde Ende Juli 1870 vollendet. (S. Sahara.) Große Anstrengungen machte die Regierung im Süden, um durch Artesische Brunnen dem Wassermangel abzuhelfen und die Anpflanzung von Dattelbäumen zu begünstigen; 1887 lieferten die Brunnen [* 5] 286 216 l in der Minute.
Geschichte. In den ältesten Zeiten finden sich im östl. Teile der heutigen Kolonie A. die Numidier (s. Numidien), die Vorfahren der jetzigen Kabylen, im westlichen die Mauren. Nach der Auflösung des Numidischen Reichs durch Cäsar (46 v. Chr.) wurden diese Gebiete von den Römern dauernd besetzt. Der östl. Teil zwischen den Flüssen Rummel und Zaine (damals Ampsaga und Tusca) bildete einen Teil der röm. Provinz Afrika, [* 6] seit Konstantin d. Gr. die Provinz Numidia, der westliche die Provinz Mauretania Cäsariensis, später die beiden Provinzen Mauretania Cäsariensis und Mauretania Sitifensis.
Blutbewegung (chemisch
* 7 Blüte.Das Land zählte viele Städte, war trefflich angebaut und eine der fruchtbarsten Provinzen des Reichs. Allein der Einbruch der Vandalen (s. d.) und später der Araber stürzte es im Laufe von drittehalb Jahrhunderten wieder in die Barbarei zurück. Zwar erhob es sich, nachdem die Araber ihre Herrschaft befestigt hatten, von neuem, doch nicht zu der frühern Blüte. [* 7] Um 935 soll von dem Fürsten Zori vom Stamme der Beni Mesghanna die Stadt El-Dschesaïr (span. Argel), das heutige Algier, erbaut sein.
Seine Nachkommen herrschten über A. bis 1148, nach ihnen die Almohaden (s. Almoraviden) bis 1269; dann zerfiel es in mehrere kleine Gebiete. In Tlemsen bildete sich ein eigenes Königreich unter den Zijjaniden, während sich die Städte Algier, Oran, Bugia, Tenes zu unabhängigen Staaten erhoben, die jedoch in der Folge dem Königreiche Tlemsen zinspflichtig wurden. Die in den letzten Jahren des 15. Jahrh. (1492) aus Spanien [* 8] vertriebenen Morisken (s. Mauren) ließen sich auch in A. nieder und nahmen durch Seeräuberei Rache an den Christen.
Ferdinand der Katholische griff sie an, eroberte 1506 Bugia, 1509 Oran, 1510 die Stadt Algier. Als die Spanier von hier aus selbst den Emir der Metidscha, Selim Eutemi, bedrohten, lud dieser den Renegaten Arudsch (Horuk, s. d.) Barbarossa ein, ihn von den Spaniern zu befreien. Horuk erschien 1515, wandte sich aber bald mit seinem Korsarenhaufen gegen Selim Eutemi selbst, brachte ihn ums Leben und machte sich selbst zum Sultan von A. Gegen ihn brach 1517 ein span. Heer unter Marquis Gomarez von dem damals span. Oran auf und schloß ihn in Tlemsen ein; als er von hier zu entfliehen versuchte, ward er von den Spaniern eingeholt und 1518 enthauptet.
Verstand - Versteigeru
* 9 Verstärkung.Die in A. zurückgebliebenen türk. Seeräuber riefen nun Horuks Bruder, Cheir eddin (s. d.), zum Sultan aus. Dieser stellte 1519 sein Reich unter die Oberherrschaft des türk. Sultans Selim I., der ihn zum Pascha ernannte und bedeutende Verstärkung [* 9] schickte, mit deren Hilfe er die Spanier vertrieb und Tunis [* 10] eroberte, von wo er 1533 den Usurpator Mulei Hassan verjagte. Cheir eddin gründete das System der Militärdespotie und des Seeraubes, das bis 1830 in A. seinen Mittelpunkt hatte.
Dem immer mehr überhandnehmenden Seeraub suchte Kaiser Karl Verkehrswesen ein Ende zu machen. Nachdem er 1535 gegen Tunis gezogen war, wandte er sich 1541 gegen A. Am traf eine kaiserl. Flotte von 370 Segeln mit etwa 30000 Mann beim Vorgebirge Metafuz in der Bai von Algier ein; allein ein Sturm zerstörte 25. Okt. den größten Teil der Flotte und des Lagers. Das Landheer mußte ohne Lebensmittel, Obdach und Verschanzungen mehrere Tage an der feindlichen Küste lagern und konnte sich nur mit der äußersten Anstrengung der fanatischen Moslems erwehren.
Mit großen Verlusten gelang es dem Kaiser, sich 27. Okt. einzuschiffen; doch wurde die Flotte durch einen neuen Sturm zerstreut, Karl mußte in Bugia Schutz suchen und traf erst 25. Nov.in Cartagena ein. Bald hatten sich die Beglerbegs (s. Beg) von A. das ganze westl. Land bis zur Grenze von Marokko, mit Ausnahme Orans, unterworfen. Bugia, 35 Jahre lang spanisch, wurde 1554 erobert, und im Süden dehnten sie ihr Gebiet bis an die Wüste aus. Wiederholte Versuche der Spanier gegen die westl. Provinzen des Raubstaates fielen unglücklich aus; 1561 wurde ein span. Heer vernichtet.
Konstantinopel
* 11 Konstantinopel.Damals war von A. auch die Eroberung Marokkos und die Gründung eines großen nordafrik. Reichs schon geplant; doch machten die Spanier den Sultan von Marokko auf die Gefahr aufmerksam, und den Franzosen gelang es, den Großherrn in Konstantinopel [* 11] so eifersüchtig auf die Beglerbegs zu machen, daß er sie 1587 durch Paschas mit dreijähriger Amtsdauer ersetzte. In jener Zeit verfügten die Korsaren A.s über mehr als 200 Schiffe, [* 12] mit denen sie bis in den Atlantischen Ocean hinausstreiften. 1600 wirkte sich die türk. Janitscharenmiliz von A. in Konstantinopel das Recht aus, einen Dei (s. d.) aus ihrer Mitte zu erwählen, der mit dem Pascha die Gewalt teilen und insbesondere ihr Befehlshaber sein sollte.
Die Folge dieser Doppelgewalt waren häufige innere Kämpfe; trotzdem widerstand A. den Angriffen der Engländer und Holländer im 17. Jahrh. Die Engländer schlossen sogar seit 1662 mit den Deis Verträge, nachdem diese sich 1659 von der Gewalt der Paschas frei gemacht hatten. Eine ernstere Gefahr drohte ihnen von Frankreich her. Als die Algierer sogar die Küsten der Provence anfielen, unternahm es Ludwig XIV. sie zu züchtigen. Doch hatte ein dreimaliges Bombardement von Algier durch die franz. Flotte (1682, 1683, 1687) keine nachhaltige Wirkung.
Der Dei Ibrahim bemächtigte sich 1708 des bis dahin span. Orans. Sein Nachfolger, Baba Ali, machte sich unabhängig vom Sultan und entrichtete der Pforte keinen Tribut mehr. A. bildete fortan eine Art Soldatenrepublik, an deren Spitze der von den Janitscharen gewählte Dei stand, den ein Diwan (s. d.) von 60 Beamten beriet. Die Spanier, die 1732 Oran und Mers el-Kebir wieder erobert hatten, unternahmen 1775 die letzte große Expedition gegen A. mit einer bedeutenden Flotte und 25000 Mann Landtruppen; allein das Unternehmen war so schlecht vorbereitet, daß sich die Spanier mit Zurücklassung von 1800 Verwundeten und ihres sämtlichen Geschützes wieder einschiffen mußten. So trotzte A. fortwährend den christl. Mächten und machte sich die schwächern tributpflichtig. 1791 traten die Spanier Oran wieder an A. ab. Erst die Anwesenheit großer Kriegsflotten im Mittelmeere während der franz. Revolutions- und Kaiserzeit that der Seeräuberei Abbruch. Als nach Wiederherstellung des europ. Friedens 1814 jene Flotten abgerüstet wurden, vermehrten sich die Räubereien wieder, so daß die christl. Mächte zu Gewaltmaßregeln gezwungen wurden. Die Vereinigten Staaten [* 13] von Nordamerika [* 14] gingen hierin voran. Am bestand der Kommodore Decatur ¶