☰

eLexikon

Bewährtes Wissen in aktueller Form

Main

Numeros - Numismatik

Bild 62.477: Numeros - Numismatik
Seite 62.477.
<
Überblick der Artikel
2 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Numidienim Altertum ein Reich in Nordafrika, das heutige Algerien begreifend, grenzte gegen Norden an / 462
Numidien _2hieß im Altertum nach den Hirtenvölkern, die die Griechen Nomades, die Römer danach Numidae / 511

Seite 62.477

Numidien

2 Seiten, 973 Wörter, 6'600 Zeichen

Geographie — Alte Geographie — Afrika



Numidĭen

hieß im Altertum nach den Hirtenvölkern, die die Griechen Nomades, die Römer [* 2] danach Numidae nannten, ursprünglich das ganze Hinterland der Westhälfte der nordafrik. Küste, ohne scharfe Grenzen. [* 3] Diese in den heutigen Berbern fortlebenden Stämme waren freiheitliebende, kriegerische, unstete Reitervölker, die überwiegend von ihren Herden, von Jagd und Krieg lebten; besonders mächtig unter ihnen waren die Massylier in der Mitte und die Massäsylier im W. des Gebietes.

Kartellschiff - Kartha

Bild 9.565: Kartellschiff - Karthago
* 4 Karthago.

Sie kamen in den Punischen Kriegen mit den Römern in Beziehung und unterstützten sie zum Teil gegen Karthago. [* 4] Zum Dank wurde 201 v.Chr. Masinissa (s. d.), der Fürst der Massylier, mit dem früher unter Karthagos Herrschaft stehenden Küstengebiet von der Großen Syrte bis zum Flusse Muluchat (heute Mulaja) unter Ausschluß des eigentlich karthagischen Gebietes (vom Tuscafluß zur Kleinen Syrte) belohnt; er gründete zuerst ein Reich Numidien mit der Hauptstadt Hippo (Hippo Regius, heute Sebus), später Cirta (heute Constantine).

Nach der Zerstörung Karthagos, 146 v.Chr., wurde das damals noch vorhandene Gebiet Karthagos zur röm. Provinz mit dem Namen Afrika [* 5] gemacht, das Reich Numidien blieb bestehen, nur wurde es etwas verkleinert; so scheint spätestens nach dem Jugurthinischen Krieg 104 v.Chr. der Osten, von der Kleinen Syrte an, der röm. Herrschaft unterstellt worden zu sein, im Westen löste sich Mauretanien (s. d.) los. Röm. Provinz wurde Numidien erst nach der Schlacht von Thapsus (46 v.Chr.) und erhielt den Namen Africa nova, im Gegensatz zu der alten Provinz Afrika (Africa vetus); die Grenzen waren im N. das Meer, im O. der Tuscafluß (heute Oned el-Kebir), im S. ungefähr der 34.° südl. Br., im W. der Ampsagafluß (heute Wadi Kebir). 30 v.Chr. machte Augustus diese Provinz wieder zu einem selbständigen Königreich unter Juba II. (s. d.), aber 25 v.Chr. teilte er Juba Mauretanien zu und verschmolz Numidien mit Africa vetus zu einer Provinz Afrika.

Als Verwaltungsbezirk dieser Provinz hat Numidien bis um 200 n.Chr. bestanden, hat aber mehr und mehr an Selbständigkeit gewonnen als Sitz des seit 37 n.Chr. neben dem senatorischen Prokonsul vom Kaiser ernannten Truppenbefehlshabers (Legaten). Unter Septimius Severus (193–211) wurde Numidien abermals als selbständige Provinz eingerichtet und ist es in der Diocletianisch-Konstantinischen Monarchie geblieben. Konstantin gewährte ihr seine besondere Gunst, deshalb nannte sich die Provinz Numidia Constantina.

Blutbewegung (chemisch

Bild 3.61: Blutbewegung (chemische Einflüsse auf die Herzarbeit; die B. in den Gefäßen)
* 6 Blüte.

Das Land gelangte in der Kaiserzeit wie das benachbarte Africa vetus zu hoher Blüte; [* 6] im 4. Jahrh. n.Chr. zählte man 123 Bischofssitze. Von Städten sind außer den genannten Residenzen namentlich Lambäse (jetzt franz. Strafkolonie Lambese) und Theveste (jetzt Tebessa) zu nennen. Im 5. Jahrh. gründeten auch in Numidien die Vandalen (s. d.) ihr Reich, unter Justinian wurde es zurückgewonnen, geriet später aber unter die Herrschaft der Araber.

Vgl.   Davis, Ruined cities within Numidian and Carthaginian territories (Lond. 1862);

Boissiere, Esquisse d'une histoire de la conquête et de l'administration romaines dans le Nord de l'Afrique et particulièrement dans la province de Numidie (Par. 1878);

ders., L'Algérie romaine (2 Tle., 2. Aufl., ebd. 1883);

Corpus inscriptionum latinarum, Bd. 8 (Berl. 1881–91);

Tissot, Exploration scientifique de la Tunisie.

Géographie comparée de la province romaine d'Afrique (2 Bde., Par. 1884–88); ders., Fastes de la province romaine d'Afrique (ebd. 1885); ders., L'Algérie romaine (2 Bde., 2. Aufl., ebd. 1885).

Ende Numidien (0)
→ weiter zu Seite 62.477: Numismatik ⟹ (vom griech. nómisma, lat. numisma, Münze), Münzkunde, die Wissenschaft, welche das Studium
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 12. Band, Seite 475 [Suche = 62.477] im Internet seit 2005; Text geprüft am 21.10.2016; publiziert von Peter Hug; Abruf am 25.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//numidien/62_0477

◄◄ .     ►►

Menü
map
  • ⁝ Home
  • 🗁 öffne ...
  • 🗍 Seite 62.477
  • ? Seite
  • > Numidien
  • ? Artikel
  • (kurz)
  • ∫ Portal
  • ☛ A – Z
  • ⮺ Bilder
  • ⚟ Blättern
  • ⛬ Index
  • ⣿ Inhalt
  • 📅 Datum
  • ∑ Übersicht
  • ♛ Werke
  • ✈ Themen
  • ⭳ Download
  • 📉 Statistik
  • Ω Symbol
  • ⌥ Option
  • © Original
  • + Ergänzung
  • ? Hilfe
  • ⁇ FAQ Fragen
  • ⛭ Technik
  • @ Kontakt
  • ⛉ Datenschutz
  • § Impressum

Siehe auch:

  • 12.279 Numidien

* 6 Bilder dazu:

  • 5Afrika
  • 6Blüte
  • 3Grenzen
  • 4Karthago
  • 2Römer
  • 1_Seite 62.477
Sie sind hier: eLexikon > Brockhaus > Band 62 > Seite 62.477 > Numidien
-A     +A