☰

eLexikon

Bewährtes Wissen in aktueller Form

Main

Afrika (Tierwelt. Bevö

Bild 51.183: Afrika (Tierwelt. Bevölkerung)
Seite 51.183.
<
Überblick der Artikel
2 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
TierweltDa A. im Verhältnis zu seiner Raumgröße gering bevölkert und Futter, abgesehen von der nackten / 280
BevölkerungDie Schätzungen der Bewohnerzahl A.s gehen, fast aller sichern Grundlagen entbehrend, sehr / 929

Seite 51.183

t

Afrika (Tierwelt. Bevölkerung)


Fortsetzung: Pflanzenwelt, A. besitzt im Vergleich zu Asien und Amerika die geringste Entfaltung tropischer Fülle, da
mehr

181 harten Gehölzen sich findet. Im Norden [* 2] und Süden des Erdteils sind dem warm-gemäßigten Klima [* 3] mit Winterregen entsprechende, aber höchst verschiedenartige Floren entstanden: die Mittelmeerflora (s. Europa) [* 4] von Marokko [* 5] bis Tunis und spärlicher bis Barka, die südafrik. Buschflora im Kapland. Von Sansibar [* 6] zieht sich südwärts an der Küste im regenreichern Gebiet ein fast durchweg tropischer Streifen bis Natal herab und setzt sich auch noch weiterhin mit subtropischen Waldungen fort. – Nach diesen Hauptgebieten sind die afrik. Charakterpflanzen und die Kulturarten des weiten Kontinents getrennt aufzufassen.

1) In dem tropischen Waldgebiet ist die Ölpalme (Elaesis guineensis Jacq.) die wichtigste; ferner die Palmyrapalme (Borassus flabelliformis L.), die Arecapalme (Areca catechu L.) und die Kautschukliane (Landolphia florida Benth.).

Baumwolle (Kultur; che

Bild 2.520: Baumwolle (Kultur; chemische Beschaffenheit etc.)
* 7 Baumwolle.

2) Das Savannengebiet ist hauptsächlich durch den Baobab oder Affenbrotbaum (Adansonia digitata L.) ausgezeichnet, dessen Früchte zur Bereitung eines kühlenden Getränks dienen und welcher durch knorrigen Wuchs bei riesiger Stammdicke und durch den Laubabfall in der trocknen Jahreszeit eine bemerkenswerte Erscheinung der Landschaft bildet. Außer ihm trifft man Gruppen von Delebpalmen (Borassus aethiopium Mart.) und Dumpalmen (Hyphaene thebaica L.), und an den Küsten die Kokospalme (Cocus nucifera L.); hier ist auch die Heimat der afrik. Baumwolle. [* 7] An den Gewässern wächst in Massen die Papyrusstaude und im Seengebiet von Ostafrika der Kaffeestrauch.

3) Das Saharagebiet ist durch die Dattelpalme (Phoenix dactylifera L.) in den Oasen gekennzeichnet, welche von der Baobabnordgrenze bis zur Mittelmeerküste verbreitet ist.

4) Die atlantische Mittelmeerflora schließt sich an Südeuropa mit immergrünen Eichen, Pistazien, Myrten, Oliven u.s.w. an; auf dem Atlas [* 8] wächst eine Ceder (Cedrus atlantica Manetti).

5) Die Kalahari bildet ein Übergangsgebiet vom tropischen A. zur Kapflora. Diese hat eine Fülle von Stauden und Kräutern, welche als Nutzpflanzen von geringer Bedeutung sind. – Fast überall in A. sind die Akazien verbreitet, sie liefern sowohl aus dem Sahara- als dem südafrik. Gebiete das wohl bekannte Gummiarabikum. Die Kultur hat manche neue Nutzpflanzen eingeführt, wie Bataten, Maniok, Bananen, Zuckerrohr, Mais, Kolanüsse; als altursprüngliche Cerealien hat man die Durrha oder Negerhirse anzusehen. Die Erdnuß (Arachis hypogaea L.), bei ihrer ausgedehnten Verbreitung und bei ihrem Ölreichtum für Europa höchstbedeutend, ist hinsichtlich ihrer ursprünglichen Heimat zweifelhaft; eine andere für A. wichtige Ölpflanze ist der Sesam (Sesamum indicum, orientale L.).

Tierwelt.

Da A. im Verhältnis zu seiner Raumgröße gering bevölkert und Futter, abgesehen von der nackten Wüste, in üppigster Menge vorhanden ist, so sind die weiten Savannen und die dichten Urwälder von einer reichen Tierwelt belebt, doch mehr im Osten als im Westen. Herdenweise treten auf: Elefanten, Büffel, Antilopen in einigen 80 Arten, oft weite Strecken bedeckend, darunter das sonderbar gestaltete Gnu, die große Kudu-Antilope, Zebras, Giraffen, in den Flüssen das Flußpferd, von andern Dickhäutern besonders das Rhinoceros.

Leopardi - Leopardo

Bild 10.700: Leopardi - Leopardo
* 9 Leopard.

Sehr häufig sind daneben die reißenden Tiere, der Löwe, der Leopard, [* 9] der schwarze Panther, der Schakal, die Hyäne, eine Menge verschiedener Affenarten, darunter der riesige Gorilla an der Westküste und im Innern der Schimpanse. Charakteristische Säugetiere sind noch das zu den Zahnarmen gehörige, von Termiten [* 10] lebende Erdferkel, ferner Lemuren, Halbaffen. [* 11] Die Flüsse [* 12] bewohnt neben dem Nilpferde das Krokodil, den Westen und die großen Seen im Innern der Manati, während an der Ostküste die Sirene [* 13] (Halicore) gefunden wird.

In Schutz nehmen - Ins

Bild 8.975: In Schutz nehmen - Insekten
* 18 Insekten.

In der Welt der Vögel [* 14] ragt der Strauß [* 15] hervor, der namentlich die trocknen Landstriche liebt. Papageien und Spechte sind vorhanden, aber ihre Artenzahl ist gegenüber der der andern tropischen Länder gering, hingegen finden sich zahlreiche Würger (92 Arten) und besonders Webervögel (170). Charakteristische Vogelformen sind der merkwürdige Schuhschnabel (Balaeniceps rex Gould.), die Pisang- oder Bananenfresser (Musophagidae), die Perlhühner, der Sekretär [* 16] (Gypogeranus serpentarius Ill.), ein hochbeiniger, von Schlangen [* 17] lebender Raubvogel. Unter den Insekten [* 18] sind zu nennen die dem Rindvieh verderblichen Tsetsefliegen, die Termiten mit ihren hohen Kegelbauten, Tigerkäfer (Cicindelidae) und Rosenkäfer [* 19] (Cetoniidae) mit dem prachtvollen Goliath. An Schmetterlingen und Landmollusken ist A. sehr arm. Von Haustieren ist das Rind [* 20] am allgemeinsten, daneben der Esel und das Schaf [* 21] und im Norden das aus Asien [* 22] eingeführte einhöckerige Kamel.

Titel
Elemente zu Bevölkerung:

1) die ältesten einheimischen Rassen

[51.233] Bevölkerung Trotz wiederholter Fremdherrschaft und zahlreicher

[51.392] Bevölkerung, Sprachen und Volksstämme. Die Bevölkerung von A.

Bevölkerung.

Bevölkerungsstatistisc

Bild 2.851a: Bevölkerungsstatistische Karten
* 23 Bevölkerung.

[* 23] Die Schätzungen der Bewohnerzahl A.s gehen, fast aller sichern Grundlagen entbehrend, sehr weit auseinander; gewöhnlich findet man 150–180 Millionen angegeben; Supan und Wagner berechnen sie (1891) auf 164 Mill. Seelen (ohne Madagaskar). [* 24] Man kann rund 170 Mill. annehmen. Zwar haben die unberührten Heidenländer in Mittelafrika noch eine starke Bevölkerung, aber in den moslem. Ländern des Nordens ist sie von geringerer Anzahl und in den ganz oder halb von den Mohammedanern unterworfenen Heidenländern sehr geschwächt.

Auf den Grenzen [* 25] zwischen Islam und Heidentum begegnet man gänzlicher Entvölkerung durch die Sklavenjagden (Razzias), und auch an den sonst dicht bevölkerten Küsten der Negerländer hat die Einwohnerzahl durch die Jahrhunderte hindurch betriebene Sklavenausfuhr, die mindestens 50 Mill. Seelen betrug, sehr gelitten. Die Dichtigkeit der Bevölkerung beträgt etwa 5 auf 1 qkm. Am stärksten ist sie in Unterägypten (241 auf 1 qkm), in Abessinien, im Nigerdelta und an der Goldküste; ferner auf Sansibar, am untern Kongo, Kassai und Kuango, endlich im südl. Teil der Kapkolonie und in Natal.



Afrika (Kulturzustand)

Bild 51.184: Afrika (Kulturzustand)
* 27 Seite 51.184.

Die Sahara, namentlich die Libysche Wüste, und Südwestafrika sind am schwächsten bevölkert, ja streckenweise ganz menschenleer. Zur genauern anthropolog.-ethnogr. Gruppierung der afrik. Völkerstämme und Sprachen (s. Afrikanische Sprachen) fehlt es noch an einer vollständigen Kenntnis derselben. Die Unterscheidung nach Farbe und sonstiger Körperbeschaffenheit erweist sich im einzelnen ebensowenig stichhaltig als die nach der Sprache. [* 26] Viele Völkerstämme, besonders im Nordosten, haben ihre ursprüngliche Sprache gegen eine fremde, namentlich die arabische, vertauscht; außerdem haben die großartigen Völkerwanderungen und staatlichen Umwälzungen, die seit den ältesten Zeiten in A. vor sich gegangen, eine starke Vermischung und gegenseitige Einwirkung mehrerer Sprachen aufeinander zur Folge gehabt, die nun dadurch als verwandt erscheinen, während sie es von Haus aus nicht waren. Nur eine gleichmäßige Berücksichtigung der körperlichen Beschaffenheit, der Sprache und Geschichte kann zur richtigen Einteilung afrik. ¶

mehr

182 Völker führen. In allgemeinen Umrissen aufgefaßt, unterscheidet man jetzt zweierlei Arten in der Negerrasse. Die Sudanneger nehmen einen verhältnismäßig schmalen Gürtel [* 28] ein, der etwa zwischen 5° und 15° nördl. Br. von der Westküste bis zum Nil reicht, während die Bantuneger den größten Teil des äquatorialen und südlichen A. bewohnen. Daneben sind namentlich an den Grenzen starke Vermischungen mit hellern Völkern asiat. Ursprungs eingetreten, so daß ein schwer zu entwirrendes Gemisch entsteht, dessen Dunkel auch durch Sprachvergleichung schwer zu lichten ist. Nach den neuesten Untersuchungen sind für die Bevölkerung A.s fünf Schichten anzunehmen.

1) die ältesten einheimischen Rassen, 2) die Bantu- und 3) die Sudanneger, 4) die seit grauer Vorzeit eingewanderten hamitischen Völker, 5) die in histor. Zeit vom Nordosten her gekommenen Semiten. Zu den ältesten ursprünglichen Rassen gehören die Hottentotten (Nama- und Korana-) und die Buschmänner (Sān) im Süden des Kontinents bis über den 20. Breitengrad. An die Buschmänner dürften einige Zwergvölker im Innern des Kontinents anzuschließen sein, wie die Batua am Sankuru, die «Zwerge» (Wambutti) Stanleys am Ituri, die Akka südlich des Uëlle, die Abongo am Gabun, Doko südlich von Kaffa u.s.w. Im Norden der Hottentotten und Buschmänner wohnen bis jenseit des Äquators die Bantuvölker, zu denen die Kaffern mit den Zulu (Ama-zulu), Betschuanen und den Matabele, ferner die Bewohner von Angola, Lunda und des ganzen innerafrik.

Seengebietes und der daran stoßenden Bänder der Ostküste, ferner die sämtlichen Bewohner des Kongo-, Ogowe- und Kamerungebietes gehören. Der Westen und das Centrum des nördl. Teils des Kontinents, der sog. Sudan, wird bis gegen den Nil und seine Zuflüsse von den Sudannegern eingenommen, von denen jedoch die unter ihnen wohnenden Fulbe, wahrscheinlich ein Mischstamm, ausgesondert werden müssen. Die Sudanneger zerfallen in eine Menge sprachlich gesonderter Stämme.

Die bekanntesten derselben sind: die Wolof, die Mandingo, Bambara und Vei, die Timne mit den Bullom, die Kru und Grebo, die Odschi oder Tschwi (an der Goldküste), die Joruba, die Songhay, die Haussa, die Kanuri (Bornu), die Bewohner von Bagirmi und Wadai, die Bewohner von Darfur, und die Stämme am Nil und seinen Zuflüssen (Bari, Dinka, Nuer u.a.). Die in grauer Vorzeit, vielleicht schon vom 8. Jahrtausend v.Chr. an, aus dem südwestl. Asien eingewanderten Hamiten umfassen alle jene Völker, die seit dem Beginn histor.

Kunde den Norden A.s innehaben. Dazu gehören die alten Ägypter, im W. von ihnen alle Stämme, die jetzt in den sog. Berbern (Tuareg und Tibbu) fortleben, und im S. die sog. äthiop. Völker, unter denen die Nubier und Bischarin, die Danakil, die Galla und Somal die bekanntesten sind. Die in histor. Zeit in A. eingewanderten Semiten gehören dem arab. Stamme an. Die erste Einwanderung derselben ging von dem westl. Südarabien (dem Lande der Himjariten) aus; derselben verdankt das christl. Volk der Abessinier seine Entstehung.

Die zweite Einwanderung fällt mit der Ausbreitung des Islam zusammen; sie bevölkerte die ganze Nordküste und große Strecken des Nilthals mit Araberstämmen (Beduinen). Zwischen den Hamiten, Semiten und Negern haben zahlreiche Mischungen stattgefunden. Auf diese ist mit Sicherheit die Entstehung der Mischvölker an den Grenzen des Sudan- und Bantuneger- und des Hamitengebietes zurückzuführen, nämlich die der Reschiat, Suk, Turkana, der Wahuma und Massai.

Ethnographische Karte.

Bild 11.476a: Ethnographische Karte. Verbreitung der Menschenrassen
* 29 Ethnographie.

Endlich seien noch die Howa, die herrschende Bevölkerung Madagaskars, erwähnt, welche der malaiischen Rasse angehören und wahrscheinlich von Sumatra in den ersten Jahrhunderten n.Chr. eingewandert sind. Sie nehmen den Osten Madagaskars ein, während der Westen von den negerähnlichen Sakalawa bewohnt wird. (Hierzu Afrikanische Völkerkarte und die Tafel: Afrikanische Völkertypen.) Unter den zahlreichen Werken über die Bevölkerung sind hervorzuheben: F. Müller, Allgemeine Ethnographie [* 29] (2. Aufl., Wien [* 30] 1879): Th. Waitz, Anthropologie der Naturvölker, Bd. 2: Die Negervölker (Lpz. 1860);

G. Fritsch, Die Eingeborenen Südafrikas (Bresl. 1873);

Rob. Hartmann, Die Nigritier, Tl. 1 (Berl. 1876);

ders., Die Völker A.s (Lpz. 1879);

Lepsius, Nub. Grammatik mit einer Einleitung über die Völker und Sprache A.s (Berl. 1880);

Ratzel, Völkerkunde, Bd. 1 (2. Aufl., Lpz. 1894).

Ende Bevölkerung
→ weiter zu Seite 51.184: Kulturzustand ⟹ Das Bild, welches die Kultur A.s darbietet, ist ungemein mannigfaltig, so daß es schwierig
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 1. Band, Seite 181 [Suche = 51.183] im Internet seit 2005; Text geprüft am 6.10.2015; publiziert von Peter Hug; Abruf am 22.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//51_0183

◄◄ .     ►►

Menü
map
  • ⁝ Home
  • 🗁 öffne ...
  • > 🗍 Seite 51.183
  • ? Seite
  • Aalmutter
  • ? Artikel
  • (kurz)
  • ∫ Portal
  • ☛ A – Z
  • ⮺ Bilder
  • ⚟ Blättern
  • ⛬ Index
  • ⣿ Inhalt
  • 📅 Datum
  • ∑ Übersicht
  • ♛ Werke
  • ✈ Themen
  • ⭳ Download
  • 📉 Statistik
  • Ω Symbol
  • ⌥ Option
  • © Original
  • + Ergänzung
  • ? Hilfe
  • ⁇ FAQ Fragen
  • ⛭ Technik
  • @ Kontakt
  • ⛉ Datenschutz
  • § Impressum

Siehe auch:

  • 2.850 Bevölkerung
  • 17.133 Bevölkerung_2
  • 19.116 Bevölkerung_3
  • 51.233 Bevölkerung_4
  • 52.927 Bevölkerung_5
  • 56.776 Bevölkerung_6
  • 59.859 Bevölkerung_7
  • 51.392 Bevölkerung, Sprachen
  • 18.122 Bevölkerungsgeschichte
  • 52.931 Bevölkerungslehre
  • 2.856 Bevölkerungspolitik
  • 52.931 Bevölkerungspolitik_2
  • 2.856 Bevölkerungsstatistik
  • 52.932 Bevölkerungsstatistik_2
  • 52.932 Bevölkerungstheorie
  • 99.213 Bevölkerungswissenschaft

* 30 Bilder dazu:

  • 22Asien
  • 8Atlas
  • 7Baumwolle
  • 23Bevölkerung
  • 29Ethnographie
  • 4Europa
  • 12Flüsse
  • 25Grenzen
  • 28Gürtel
  • 11Halbaffen
  • 18Insekten
  • 3Klima
  • 9Leopard
  • 24Madagaskar
  • 5Marokko
  • 2Norden
  • 20Rind
  • 19Rosenkäfer
  • 6Sansibar
  • 21Schaf
  • 17Schlangen
  • 16Sekretär
  • 13Sirene
  • 26Sprache
  • 15Strauß
  • 10Termiten
  • 14Vögel
  • 30Wien
  • 1_Seite 51.183
  • 27_Seite 51.184
Sie sind hier: eLexikon > Brockhaus > Band 51 > Seite 51.183
-A     +A