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Ablaßhahn - Ablegemasc

Bild 51.52: Ablaßhahn - Ablegemaschine
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10 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Ablaßhahnein Hahn, der, gewöhnlich am tiefsten Punkte eines Gefäßes angebracht, zum Entfernen einer / 57
Ablaßjahrs. Jubeljahr. / 3
AblaßtafelnTafeln, auf welchen im Mittelalter die einer Kirche bewilligten Ablässe in dieser angeschlagen / 15
Ablation(lat.). Abwaschung, in der Geographie die Erniedrigung der Erdoberfläche durch stoffablösende / 281
Ablativ(lat. ablatīvus), ein Casus der indogerman. Sprachen, dessen Grundbedeutung die der Richtung / 42
Ablaufarchitektonisches Glied in Form einer Verbindungskehle zweier vertikalen Flächen (s. die beistehend / 21
Ablaufenim Seewesen, s. Laufen. / 5
Ablautin der deutschen Grammatik der regelmäßige Vokalwechsel der Wurzelsilbe, namentlich in der / 148
Abläuterungsapparats. Bier und Bierbrauerei und Tafel: Bierbrauerei Ⅰ, Fig. / 11
Ablegemaschineeine Maschine zum Ablegen (s. d.) des von einer Setzmaschine (s. d.) hergestellten und zum Druck / 126

Seite 51.52

Ablaßhahn - Ablegemaschine


Fortsetzung: Ablaß, oder Indulgenz, eigentlich der Nachlaß einer von der Kirche auferlegten Bußleistung. Die Kirchenst
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Fegefeuerstrafen. Der Ablaß ist entweder ein vollkommener oder ein unvollkommener. Bei jenem werden alle zeitlichen Sündenstrafen nachgelassen, bei diesem nur ein Teil. Das Maß der unvollkommenen Ablaß wird nach der Zeit bestimmt. Wie in der alten Kirche Tage, Quadragenen (die Zeit der vierzigtägigen Fasten) oder Jahre von der Bußzeit nachgelassen wurden, so werden jetzt von einer bestimmten Zahl von Tagen, Quadragenen oder Jahren verliehen. Den Seelen im Fegefeuer können Ablaß direkt nicht verliehen werden; wer aber einen Ablaß gewinnt, kann ihn fürbittweise (per modum suffragii) einem Verstorbenen zuwenden, und diese Fürbitte gilt als immer wirksam.

Die Kirchenversammlung zu Trient [* 2] hat manche Mißbräuche, namentlich die Geldgewinnste beseitigt. Ihre Verordnung aber, bei der Verleihung der Ablaß Maß zu halten, ist in Vergessenheit geraten. Die Ablaß sind jetzt viel zahlreicher und leichter zu gewinnen als früher. Auch kommt noch in neuern päpstl. Erlassen die Formel vor, daß für dieses oder jenes «gute Werk» «vollkommene Sündenvergebung» verheißen wird. –

Vgl.   von röm.-kath. Seite: Beringer, Die Ablaß, ihr Wesen und Gebrauch (9. Aufl., auf Grund der Arbeiten von Ablaß Maurel und J. Schneider, Paderb. 1887);

von prot. Seite: E. Bratke, Luthers 95 Thesen und ihre dogmenhistor.

Voraussetzungen (Gött. 1884); Dieckhoff, Der Ablaßstreit, dogmengeschichtlich dargestellt (Gotha [* 3] 1886).

Ablaßhahn,

Hahn (Vogel) - Hahn (t

Bild 7.1013: Hahn (Vogel) - Hahn (technisch)
* 4 Hahn.

ein Hahn, [* 4] der, gewöhnlich am tiefsten Punkte eines Gefäßes angebracht, zum Entfernen einer darin enthaltenen oder, wie bei Dampfcylindern u. a., sich darin ansammelnden Flüssigkeit dient. Im Kesselbau heißt Ablaßhahn oder Abblasehahn der am tiefsten Punkte des Kessels angebrachte Hahn, der zum teilweisen oder gänzlichen Ablassen (Abblasen bei noch vorhandenem Druck im Kessel) des Kesselwassers benutzt wird.

Ablaßjahr,

s. Jubeljahr. ^[= Erlaßjahr oder heißt bei den Juden das Halljahr (s. d.). Auch die kath. Kirche ...]

Ablaßtafeln,

Tafeln, auf welchen im Mittelalter die einer Kirche bewilligten Ablässe in dieser angeschlagen wurden.

Ablation

Wärmeeffekt - Wärmelei

Bild 16.393: Wärmeeffekt - Wärmeleitung
* 5 Wärme.

(lat.). Abwaschung, in der Geographie die Erniedrigung der Erdoberfläche durch stoffablösende Wirkung des Wassers und der Luft, besonders aber das Abschmelzen der Gletscher. Ursache ist im letztern Falle namentlich die Sonnenstrahlung und die Verdunstung. Außerdem wirken die Wärme [* 5] und die Feuchtigkeit der Luft, besonders der Regen, der auch in den Gletscherregionen der Alpen [* 6] nicht selten fällt, sodann das Schmelzwasser und die Bodenwärme. Die Ablation wird gehemmt durch die auf dem Eise liegenden Fremdkörper, die Moränen, welche die Eisunterlage schützen, während die schuttfreien Umgebungen rasch einsinken.

Thalwärts steigt daher auch aus diesem Grunde die Höhe der Moränen. So besteht die Mittelmoräne des Aargletschers anfangs aus einem nur einige Meter, dann aber 20, 30, ja 50‒60 m hohen, mit gleichmäßiger Schuttschicht bedeckten Eiswall. Ablation rings um vereinzelt liegende, schützende Felsblöcke erzeugt die Gletschertische (s. Gletscher). Als einen Komplex zahlreicher verwachsener Gletschertischpfeiler kann man den Eiswall unter einer Moräne auffassen.

Jahreszeiten - Jaïk [u

Bild 59.836: Jahreszeiten - Jaïk [unkorrigiert]
* 7 Jahreszeiten.

Wie aber dicke Schuttschichten die Ablation verzögern, befördert dieselbe feinverteilter Schutt, der in Gestalt von Schlamm, Sand und Steinchen sogar im Eise selbst eingeschlossen liegt und infolge seiner Wärme absorbierenden Beschaffenheit die Ablation unterstützt. Der Grad der Ablation verändert sich bis zu vollständigem Aufhören nach den Tages- und Jahreszeiten, [* 7] nach der Witterung, und zeigt große Unterschiede je nach den Verhältnissen. Als mittlern Betrag der jährlichen Ablation rechnet man in der Firnmulde 1 m, in den mittlern Gletscherhöhen 2‒2,5 m, für die Gletscherzunge 3‒3,5 m. Während des Sommers übersteigt die Ablation fast überall die Eisneubildung.

In der Chirurgie heißt Ablation die Wegnahme eines Körperteils von einem andern, mit dem er vereinigt war. In neuerer Zeit gebraucht man Ablation gleichbedeutend mit Amputation (s. d.) und Exstirpation (s. d.), während man früher zwischen diesen Ausdrücken noch Unterschiede machte.

Ablativ

(lat. ablatīvus), ein Casus der indogerman.

Sprachen, dessen Grundbedeutung die der Richtung «woher» ist. In lebendigem Gebrauche haben ihn nur Sanskrit, Zend und die italischen Sprachen (Latein, Oskisch, Umbrisch), doch finden sich in den andern Sprachen Spuren des Ablativ (S. Casus.)

Ablauf,

Ablauf - Ableitung

Bild 1.46: Ablauf - Ableitung
* 8 Ablauf.

[* 8] architektonisches Glied [* 9] in Form einer Verbindungskehle zweier vertikalen Flächen (s. die beistehende [* 1] Figur).

Ferner ist Ablauf soviel wie Böschung.

[* 1] ^[Abb.]

Ablaufen,

im Seewesen, s. Laufen.

Ablaut,

in der deutschen Grammatik der regelmäßige Vokalwechsel der Wurzelsilbe, namentlich in der Konjugation. Die Zusammenstellung der möglichen Vokalveränderungen einer bestimmten Wurzelsilbe heißt die Ablautsreihe, die zwei- bis viergliedrig sein kann; man erhält sie, wenn man von einem ablautenden Verbum zusammenstellt: Präsens 1. Pers. Sing., Perfektum (Imperfektum) 1. Pers. Sing., Perfektum (Imperfektum) 1. Pers. Plur., Participium Passivi, z. B. im Gotischen nima (ich nehme), nam (ich nahm), nēmum (wir nahmen), numans (genommen), oder binda (ich binde), band (ich band), bundum (wir banden), bundans (gebunden) u. s. w. Im Neuhochdeutschen sind die Ablautsreihen häufig durch Ausgleichung der verschiedenen Formen gestört, wie z. B. ich band, wir banden (im Gotischen band, bundum). In neuerer Zeit wird oft auch in der Grammatik der andern indogerman. Sprachen der Ausdruck in gleichem oder ähnlichem Sinne angewendet, z. B. zur Bezeichnung des Vokalwechsels der Wurzelsilbe im griech. Präsens λείπω leipō, Perfekt λέλοιπα lé-loipa, Aorist ἔλιπον é-lipon. (S. Vokalsteigerung.)

Abläuterungsapparat,

s. Bier und Bierbrauerei [* 10] und Tafel: Bierbrauerei Ⅰ, [* 1] Fig. 6.

Ablegemaschine,

Mas a Fuera - Maschine

Bild 61.646: Mas a Fuera - Maschine
* 11 Maschine.

eine Maschine [* 11] zum Ablegen (s. d.) des von einer Setzmaschine [* 12] (s. d.) hergestellten und zum Druck verwendeten Letternsatzes; sie befördert die Lettern mechanisch entweder direkt in die einzelnen Reservoirs der Setzmaschine und bildet dann einen Teil der letztern, oder sie ordnet als selbständige Maschine die Lettern derart, daß ein Einfügen derselben in die Setzmaschine auf einmal erfolgen kann. Übrigens hat man neuerdings angefangen, bei dem Zeitungsdrucke von Stereotypplatten auf Rotationsmaschinen (s. Schnellpresse) [* 13] von dem Ablegen und von der Wiederbenutzung der Lettern abzusehen, indem man dieselben sofort nach Herstellung von Matrizen für die Stereotypie einschmilzt und das Metall zum Neuguß von Lettern auf der schnell und vorteilhaft arbeitenden sog. Komplett-Gießmaschine (s. Schriftgießerei) benutzt; diese führt auf einer Schiene die Lettern in zur Einfügung in die Setzmaschine bestimmte Metallröhren. ¶

Ende Ablegemaschine
→ weiter zu Seite 51.53: Ablegen ⟹ in der Buchdruckerei das Auseinandernehmen der Schriftformen nach erfolgtem Druck und das Zurückleg
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 1. Band, Seite 50 [Suche = 51.52] im Internet seit 2005; Text geprüft am 8.1.2017; publiziert von Peter Hug; Abruf am 22.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//51_0052

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Siehe auch:

  • 1.45 Ablaßjahr
  • 17.6 Ablation
  • 1.45 Ablativ
  • 1.45 Ablauf
  • 1.46 Ablauf_2
  • 35.785 Ablauf_3
  • 1.46 Abläufer
  • 1.46 Ablaut

* 13 Bilder dazu:

  • 8Ablauf
  • 6Alpen
  • 10Bierbrauerei
  • 9Glied
  • 3Gotha
  • 4Hahn
  • 7Jahreszeiten
  • 11Maschine
  • 13Schnellpresse
  • 12Setzmaschine
  • 2Trient
  • 5Wärme
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