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Franzholz - Kaffee

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19 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Franzholzs. Faßdauben. / 3
FruchtätherIn dem Handel mit F. wird viel Betrug durch Verfälschung der Essenzen getrieben, namentlich / 166
Gagatvergl. Bernstein, schwarzer. / 4
Galläpfelvergl. Mu-shi-tse. / 3
GardinenstoffeDie sogen. englischen G., Tüllgardinen, werden in neuerer Zeit in derselben Güte und zu demselben / 88
GetreideZoll s. Tarif Nr. 9 a und b. / 9
Granatvergl. Alabandine. / 3
Hamatsukieine japanesische Seidensorte. - Zoll s. Seide, S. 517. / 10
Handrottings. Bindrotting. / 3
Harzölvergl. Codöl. / 3
Hatschoji-Hankseine japanesische Seidensorte. / 4
Henequenfaserkommt von einer in Mittelamerika heimischen Agavenpflanze und bildet einen Haupthandelsartikel / 111
Heringvergl. Bartholomäibrand. / 3
Hessians. Baggings. / 3
IndigoIn neuerer Zeit ist es dem Münchener Professor Baeyer gelungen, I. auf künstlichem Wege aus / 52
Injureeine venezuelanische Baumwollensorte, die über Hamburg in den Handel kommt und nach 100 Pfd. / 38
Jakobibrands. Bartholomäibrand. / 3
JuteNeuester Zeit ist in Ungarn ein Verfahren patentiert worden, nach welchem die sonst so spröde / 82
KaffeeTrotz der großartigen Ausdehnung, welche die Produktion von K. zur Zeit gewonnen hat, genügt / 636

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Franzholz - Kaffee


Fortsetzung: Fleischzwieback, (Fleischbrot, Fleischbiskuit), ein von Berlin aus in den Handel kommendes haltbares mit Fleischextra
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Sieden mit Wasser alle nährenden Bestandteile entzogen werden; diese Flüssigkeit wird dann bis zur Extraktdicke eingedampft und hierauf mit feinem Weizenmehl zu einem Teige angerührt, der in Form von Biskuits geschnitten und leicht gebacken wird. - Zoll s. Tarif Nr. 25 g 1.

Franzholz,

s. Faßdauben. ^[= werden aus dem sogen. Spalt- oder Stab- auch Staffholz (vergl. Holz, S. 207) gefertigt und können ...]

Fruchtäther.

In dem Handel mit F. wird viel Betrug durch Verfälschung der Essenzen getrieben, namentlich wird das sehr viel wohlfeilere Terpentinöl zur Verfälschung gebraucht, und es ist nachgewiesen, daß z. B. unter den von Italien und Sizilien aus in den Handel kommenden Essenzen nur der dritte Teil rein ist, die zwei anderen Drittel aber durch verschiedene assimilierbare Surrogate hergestellt werden. Es ist aber bisher noch nicht gelungen, ein chemisches Verfahren zu finden, durch welches fremdartige Bestandteile in den Essenzen nachgewiesen werden können.

Der einzige Schutz dagegen ist, mit als gut bekannten Firmen in Verbindung zu treten und hohe Preise anzulegen, da die teueren Sorten meist rein sind. Deutschland und Frankreich beziehen beste italienische und sizilianische Sorten, während England und Amerika geringere, also verfälschte Sorten abnehmen und dafür natürlich nur kleine Preise geben. Einer der bedeutendsten Fabrikationsorte für F. ist Messina, das jährlich etwa 150.000 kg Zitronenessenz, 60000 kg Bergamottessenz und 30000 kg Orangenessenz im Gesamtwerte von 5½-6 Mill. Lire ausführt. - Zoll s. Tarif Nr. 5 a.

Gagat,

vergl. Bernstein, schwarzer.

Galläpfel,

vergl. Mu-shi-tse. ^[= eine chinesische sorte, die nicht wie die als „chinesische oder japanesische Gallen“ ...]

Gardinenstoffe.

Die sogen. englischen G., Tüllgardinen, werden in neuerer Zeit in derselben Güte und zu demselben Preise in großen Mengen auch im sächsischen Vogtlande, namentlich in Plauen, Auerbach, Falkenstein, Ölsnitz u. s. w. hergestellt und haben die englische Ware stark vom deutschen Markte verdrängt. Das Garn zu diesen G.n muß allerdings von England bezogen werden, da die Versuche mit deutschem Fabrikat überall mißglückt sind, auch werden vielfach rohe G. von England bezogen, die dann im Vogtlande appretiert werden. - Zoll: Baumwollene Tüllgardinen s. Tarif Nr. 2 d 4 und 5.

Getreide.

Zoll s. Tarif Nr. 9 a und b.

Granat,

vergl. Alabandine. ^[= s. v. w. Almandin oder orientalischer (vergl. S. 171).]

Hamatsuki,

eine japanesische Seidensorte. - Zoll s. Seide, S. 517.

Handrotting,

s. Bindrotting. ^[= heißt im holländischen Handel das „weibliche“ spanische Rohr (s. d., S. 463), das in 1,8-2,4 ...]

Harzöl,

vergl. Codöl. ^[= s. v. w. Patentöl (s. ).]

Hatschoji-Hanks,

eine japanesische Seidensorte.

Henequenfaser

kommt von einer in Mittelamerika heimischen Agavenpflanze und bildet einen Haupthandelsartikel mittelamerikanischer Staaten, namentlich Yucatans, welches im Jahre 1880 für 1,8 Mill. Doll. und 1881 für 2,8 Mill. Doll. H. ausführte. Hauptabnehmer ist Newyork. Deutschland bezieht über Hamburg geringe Mengen. Die H. kommt in Ballen von 175 bis 300 kg in den Handel; ihre Verwendung ist wie die des Aloëhanfes (s. d.), doch ist die H. wohlfeiler, hält sich in kaltem Klima biegsamer und liefert bei gleichem Gewichte ein längeres Kabel als Aloë- oder Manilahanf. Aus dem Hafen Progreso (Yucatan) gehen auch aus H. gearbeitete Stricke, Säcke, Fäden u. s. w. nach Havana und einigen mexikanischen Häfen. - Zoll s. Aloëhanf, S. 12.

Hering,

vergl. Bartholomäibrand. ^[= heißen die vom August bis zum 24. September gefangenen e, Jakobibrand oder Vollheringe ...]

Hessian,

s. Baggings. ^[= sind die groben, aus Jute hergestellten Emballagesäcke für Zucker, Mehl, Getreide u. s. w., ...]

Indigo.

In neuerer Zeit ist es dem Münchener Professor Baeyer gelungen, I. auf künstlichem Wege aus der Zimtsäure (aus der Nitrobromverbindung derselben) durch Reduktion zu gewinnen.

Die Fabrikation künstlichen I.s wird bereits in Mannheim im großen betrieben, und die dort hergestellte Ware soll alle Eigenschaften des besten natürlichen I.s besitzen. - Zollfrei.

Injure,

eine venezuelanische Baumwollensorte, die über Hamburg in den Handel kommt und nach 100 Pfd. spanisch notiert wird. I. kommt ebenso wie eine andere Sorte, Valles genannt, über Puerto Cabello nach Hamburg. - Zoll s. Baumwolle, S. 39.

Jakobibrand,

s. Bartholomäibrand. ^[= heißen die vom August bis zum 24. September gefangenen Heringe oder Vollheringe ...]

Jute.

Neuester Zeit ist in Ungarn ein Verfahren patentiert worden, nach welchem die sonst so spröde und ungefügige Faser der J. derartig verändert und verfeinert werden soll, daß sie ein der Schafwolle ähnliches, feines, besonders starkes und dauerhaftes Material liefert, welches sich schön und gut färben läßt und an Tragfähigkeit und Stärke nur von Leinen übertroffen werden soll. Das Verfahren soll sehr billig sein, während der Wert der J. um das Fünffache dadurch erhöht wird. (Vergl. Baggings) - Zoll s. S. 234.

Kaffee.

Trotz der großartigen Ausdehnung, welche die Produktion von K. zur Zeit gewonnen hat, genügt dieselbe dem Verbrauch nur gerade, und aus den nachfolgenden Tabellen erhellt, daß von einer Überproduktion in K. nicht die Rede sein kann, doch hält die Produktion mit der stetigen Zunahme des Konsums gleichen Schritt.

Export aus den Produktionsländern in 1881/82:

Ton­nen Sack (à 60 kg)
Brasilien 344.500 5.741.666
Mittelamerika 111.500 1.858.330
Hol­län­disch-Indien 96.000 1.600.000
Ceylon 25.000 416.666
Bri­tisch-Indien 18.000 300.000
Manila 5000 83.333
Afrika einschließ­lich Mokka 8500 141.666
Insge­s­amt 608.500 10.141.661

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Kaffee - Knöpfe

Bild 22.660: Kaffee - Knöpfe
* 2 Seite 22.660.
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Verbrauch in 1881/82:

Vereinigte Staa­ten einschließ­lich Kanada und Ton­nen Sack
Pacific-­Küste 200.000 3.333.333
Deutsch­land 106.500 1.775.900
Frank­reich 65.000 1.083.333
Öster­reich-Ungarn 40.000 666.666
Belgien und Hol­land 50.000 833.333
Norwe­gen, Schweden und Däne­mark 32.500 541.666
Ruß­land und Po­len 8750 145.833
Schweiz 9500 158.333
Eng­land 14.750 245.833
Italien, Spanien und Portu­gal 20.000 333.333
Türkei, Rumänien und Levante 30.000 500.000
Tunis, Algier und übr. Nordafrika 10.000 166.666
Cap, La Plata und Australien 15.000 250.000
Insge­s­amt 602.000 10.034.229

Nach Prozenten ausgedrückt führten in dem Jahre 1881/82 ein:

Vereinigte Staa­ten einschließ­lich Kanada und Pacific-­Küste 33,3%
Deutsch­land 17,7"
Frank­reich 10,8"
Öster­reich-Ungarn 6,7 "
Belgien und Hol­land 8,3 "
Skandinavien 5,4 "
Türkei, Rumänien und Levante 5,0 "
Italien, Spanien und Portu­gal 3,3 "
Eng­land 2,4 "
Schweiz 1,6 "
Nordafrika 1,6 "
Ruß­land 1,4 "

An der Ausfuhr beteiligten sich in demselben Jahre (ebenfalls in Prozenten ausgedrückt):

Brasilien 57,0 %
Mittelamerika 18,4 "
Hol­län­disch-Indien 15,6 "
Ceylon 4,0 "
Bri­tisch-Indien 3,0 "
Afrika einschließ­lich Mokka 1,3 "
Manila 0,7 "

Es sei hierbei bemerkt, daß gerade in dem Jahre, nach dessen Ergebnissen die obigen Berechnungen aufgestellt sind, also 1882, die Kaffeepreise seit 25 Jahren die niedrigsten waren und am Ende dieses Jahres den tiefsten Stand während seiner Dauer erreicht hatten, von da ab jedoch wieder sich erholten.

Die Verfälschungen des K.s sind zahlreich und treten sowohl bei den grünen Bohnen, als bei den gerösteten und namentlich bei den gemahlenen Sorten auf. Für das Auffärben grüner Bohnen, um geringeren Sorten derselben das Ansehen besserer Qualität zu verleihen, gibt es in manchen Seestädten mit Kaffeeeinfuhr sogar große Fabriken. Diese künstlich gefärbte Ware kommt zum Teil, wo es der Händler reell mit seiner Kundschaft nimmt, als gestrichener oder Fabrikskaffee in den Handel.

Erkennungszeichen für diese Sorte ist, daß die Bohnen beim Reiben zwischen den Händen abfärben. Gebrannter K. wird häufig durch Untermengen des Abfalles und schlechter Bohnen verfälscht. Am meisten ist aber der namentlich im Detailhandel vertriebene gemahlene K. schlechten Künsten ausgesetzt, und die billigeren Sorten vorzugsweise werden durch allerlei Zusätze verfälscht. Das Pariser Munizipallaboratorium fand bei der Untersuchung von 91 Kaffeesorten nur 13 als reinen K. Die teueren Sorten wiesen größere oder geringere Zusätze von Zichorie auf (und selbst diese nicht einmal rein, sondern zum Teil auch verfälscht), die geringeren aber enthielten merkwürdige Substanzen, wie Sägespäne, rote Erde, Mehl, Kaffeesatz, gebrannten Zucker, Talk, Bleistaub, Nudeln- und Sagopulver, Bohnenstaub, Erbsen, Lupinen, Brotkrusten, Eicheln, gedörrte Feigen, Rüben, Karotten, Ziegelstaub, Asche, Sand u. s. w. u. s. w. Diese Verfälschungen sind um so schlimmer, als sie meist die ärmeren Klassen treffen.

Man soll daher nur in ganz reellen Handlungen gemahlenen K. kaufen oder besser noch stets nur grünen, da es nur chemischer Analyse möglich ist, diese geschickt verborgenen Fälschungen festzustellen. Neuerer Zeit kommt von Kassel aus komprimierter K. in den Handel. Derselbe wird gebrannt, gemahlen und dann einem Drucke von 40 bis 70 Atmosphären ausgesetzt, nachdem er in fein polierte Metallformen gebracht ist, die mittels eines Deckels geschlossen sind. Hierdurch werden tafelförmige Kaffeeplatten hergestellt, deren harte und glatte Kruste das Entweichen der ätherischen Öle aus dem Innern der Tafeln verhindert. Das Volumen des K.s wird durch das Pressen auf etwa ein Drittel vermindert und der K. soll an Güte nichts verlieren. Die Tafeln werden in Stanniol oder Ölpapier verpackt aufbewahrt und sollen sich lange Zeit gut halten. - Zoll s. S. 239.

Ende Kaffee
→ weiter zu Seite 22.660: Kakeda ⟹ eine japanesische Seidensorte, die im deutschen Handel hoch im Preise steht. - Zoll s. S. 517
Quelle: Merck`s Warenlexikon, 1884; Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884; Seite 659; Anhang im Internet seit 2005; Text geprüft am 8.4.2009; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//22_0659

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