Starjesar
Starjesar war eine mittelalterliche Siedlung westlich von Werder (Havel).[1] Die ehemalige Dorfstelle liegt im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.
Geografische Lage
BearbeitenDie Dorfstelle lag nordöstlich von Plötzin, südlich des Kleinen Plessower Sees. Auf die ehemalige Siedlung weist der Flurname Feldmark Sterchesar hin.
Geschichte und Etymologie
Bearbeiten1264 wurde der Ort erstmals als Stargezere erwähnt. 1287 erscheint er als de villa Staregesere nunc distructe. Der Name leitet sich aus dem Slawischen ab und bedeutet „alter See“[2]. Damit bezeichnet er vermutlich den Kleinen Plessower See.
Bis 1264 gehörte Starjesar dem Markgrafen. In diesem Jahr gelangte das Dorf an das Domkapitel Brandenburg, in dessen Besitz es bis 1726 blieb. Anschließend gehörte die Feldmark von 1726 bis 1817 der Familie von Görne auf Gollwitz, von 1817 bis 1831 dem Oberamtmann Bennecke in Aken (Elbe) und von 1831 bis 1872 der Frau Prediger Tiebe und deren Erben.[1]
1264 wird Starjesar als Dorf (villa) mit 30 Hufen genannt. Bereits 1287 war der Ort wüst und dürfte kurz zuvor zerstört worden sein. Die Kirche von Starjesar war Mutterkirche von Plessow. Bereits 1287 wird sie ebenfalls als wüst bezeichnet. 1624 gehörten zur Feldmark von Starjesar 18 Hufen Beiland, die von Plötziner Bauern genutzt wurden und nur zur Hälfte verschossen wurden. 1656 besaßen 14 Bauern einschließlich des Schulzen von Plötzin jeweils eine wüste Hufe auf der Feldmark Starjesar. Die Feldmark ging später in der Gemarkung von Plötzin auf. Auf Teilen der Feldmark wurde Ende des 19. Jahrhunderts die Kolonie Neu Plötzin angelegt.[3]
Literatur
Bearbeiten- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 415 und 416)
Einzelnachweise
Bearbeiten- 1 2 Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 415)
- ↑ Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 162, ISBN 3-937233-17-2.
- ↑ Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 416)
Koordinaten: 52° 23′ N, 12° 52′ O