Deportation von Juden aus Mainz
Die Deportation von Juden aus Mainz war die systematische Verschleppung Mainzer Jüdinnen und Juden in Ghettos oder Vernichtungslager zur Zeit des Nationalsozialismus. Die Deportation von Juden aus Deutschland fand im Rahmen der „Endlösung der Judenfrage“, wie die seit Mitte 1941 geplante physische Vernichtung des jüdischen Volkes im nationalsozialistischen Deutschland verschleiernd genannt wurde, statt. Diese begannen bei den jüdischen Personen in Mainz im März 1942 mit der ersten und zahlenmäßig umfangreichsten Deportation. Weitere Transporte folgten im Herbst des Jahres und im Februar 1943. Insgesamt wurden circa 1130 Jüdinnen und Juden[1] aus Mainz anfangs in das Zwischenlager Piaski und später nach Theresienstadt oder direkt nach Auschwitz oder Treblinka deportiert. Die meisten Deportierten wurden in einem der Ghettos oder Vernichtungslager entweder ermordet oder starben aufgrund Hunger, Zwangsarbeit oder Krankheit. Auch entzogen sich gerade vor den beiden fast zeitgleich stattfindenden Deportationen im September 1942 viele jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger durch Suizid ihrer Deportation. Von den 1942 bis 1944 deportierten Menschen überlebten nur wenige Personen. Aus Theresienstadt kehrte im Juli 1945 eine Gruppe von 24 Personen nach Mainz zurück. Einer von ihnen, Max Waldmann, wurde später erster Vorsitzender der neu gegründeten jüdischen Gemeinde in Mainz.

Lage der Mainzer Jüdinnen und Juden vor 1942
BearbeitenVor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten bekannten sich 2609 Mainzerinnen und Mainzer zum jüdischen Glauben.[2] Die Restriktionen gegenüber der jüdischen Bevölkerung in Mainz hatten seit 1933 stetig zugenommen. Vor allem die Nürnberger Gesetze 1935, die Ereignisse der Novemberpogrome 1938 und der Beginn des Zweiten Weltkriegs sorgten für drastische Verschlechterungen ihrer Lage.
Von 1933 bis 1941 konnten jüdische Menschen aus Mainz ins Ausland emigrieren. Zwischen 1933 und 1938 waren dies beispielsweise über 200 junge jüdische Männer und Frauen im Alter zwischen 15 und 30, die vornehmlich ins Völkerbundsmandat Palästina oder in die Vereinigten Staaten auswanderten.[3] Neben den eher jüngeren Menschen, denen oft die Perspektive für ihre Zukunft fehlte, waren es auch die politisch und kulturell aktiven Jüdinnen und Juden, die durch ihre Tätigkeit in der Öffentlichkeit stark exponiert waren.[4] Dazu gehörten beispielsweise Hans Gál, Max Tschornicki, Heinrich Rosenhaupt oder Ludwig Epstein und sein Neffe Alfred Epstein. Finanziell besser gestellte und oft schon ältere jüdische Mitbewohnerinnen und Mitbewohner emigrierten oft später und erst nach Arisierungsmaßnahmen.[5] Dies waren unter anderem Eugen Schönberger, der 1938 fast eine Million Reichsmark Reichsfluchtsteuer bezahlen musste oder die Geschäftsleute Eugen Salomon und Julius Lahnstein, Besitzer des Kaufhauses Lahnstein, eines der größten Mainzer Einzelhandelsunternehmen.[6]
Nach den Ereignissen vom 9. auf 10. November 1938, die auch internationale Beachtung fanden, nahmen Länder wie das Vereinigte Königreich, die Schweiz oder die Benelux-Staaten in verstärktem Umfang zumindest jüdische Kinder auf, nicht aber deren Eltern.[7] Ab Dezember 1938 lief die Aktion „Kindertransport“, bei der bis Kriegsbeginn jüdische Kinder in das Ausland verbracht wurden. Aus Mainz wurden zwischen Dezember 1938 und Juli 1939 circa 60 Jungen und Mädchen im Alter von vier bis 17 Jahren verschickt. Mindestens 24 Kinder gelangten nach England, 13 in die Schweiz, 11 in die Niederlande, 4 nach Belgien und 4 nach Frankreich.[8] Zumindest die nach England und in die Schweiz verschickten jüdischen Kinder konnten damit den vier Jahre später folgenden Deportationen entgehen. Es ist auch bekannt, dass mehrere aus Mainz stammende Kinder in den Niederlanden und in Belgien in Verstecken bei Bauern den Krieg und den Holocaust überlebten.[9]
Andere blieben und hofften auf bessere Zeiten oder konnten sich eine Emigration finanziell nicht leisten. Nach 1938 lebten in Mainz hauptsächlich noch Jüdinnen und Juden der mittleren oder älteren Generation, circa 40 % davon waren über 60 Jahre alt.[10] Im Februar 1941 wurde schließlich auch weitestgehend die Ausreise aus dem Deutschen Reich und damit die Möglichkeit einer Emigration verboten. Kurz darauf begannen die ersten Deportationen deutscher Jüdinnen und Juden „in den Osten“. Anfang Februar 1942 zählte die Jüdische Gemeinde in Mainz noch 1336 Menschen.[11]
Grundlage und Organisation der Deportationen
BearbeitenDer Beginn der Deportation Mainzer Jüdinnen und Juden fand im Rahmen einer so genannten „dritten Deportationswelle“ mit insgesamt 43 sicher nachzuweisenden Transporten statt.[12] Vorher erfolgten bereits 52 Transporte an andere Orte im Reichsgebiet, im Generalgouvernement (Ghetto Litzmannstadt) oder in Südfrankreich (Gurs, im Rahmen der Wagner-Bürckel Aktion).[12] Diese hatte zum Ziel, die noch im „Altreich“ vorhandenen 131.800 Juden (sowie die 43.700 in der Ostmark[13] und 74.200 im sogenannten Protektorat Böhmen und Mähren)[12] in die Ostgebiete zu deportieren. Dazu versendete Adolf Eichmann, Leiter des Referats IV B 4 (Judenangelegenheiten, Räumungsangelegenheiten) im Amt IV des Reichssicherheitshauptamts (RSHA), am 31. Januar 1942 ein Rundschreiben an alle Staatspolizeileitstellen/Staatspolizeistellen im Altreich, in Wien sowie an die Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Wien.[14][15] In diesem Schreiben, das bestimmend für die weitere Entwicklung der Deportationen war,[16] wurde die grundlegende Vorgehensweise für die Personenauswahl bei der nächsten großen Deportationswelle präzise dargelegt. Gleichzeitig erstellte das Referat IV B 4 des RSHA genaue „Richtlinien zur technischen Durchführung der Evakuierung von Juden in das Generalgouvernement (Trawniki bei Lublin)“.[17][18]
Geheime Staatspolizei
BearbeitenDie Organisation der Deportationen von jüdischen Menschen aus dem südlichen Teil des Volksstaats Hessen, zu dem auch Mainz gehörte, oblag der Geheimen Staatspolizei Darmstadt – Staatspolizeistelle Darmstadt. Leiter dort – und damit Hauptverantwortlicher für alle aus Darmstadt abgehenden Deportationstransporte – war von Juni 1940 bis September 1942 Günter Fentz, Regierungsrat und SS-Hauptsturmführer. Er wurde abgelöst von Robert Mohr, Regierungsrat und SS-Sturmbannführer, unter dessen Leitung die Deportationen 1943 und Anfang 1944 stattfanden. Die Staatspolizeistelle Darmstadt übernahm offenbar die Deportationsvorbereitungen für das Stadtgebiet Mainz (das den größten Anteil der Jüdinnen und Juden bei den ersten beiden Deportationen stellen sollte) und das rheinhessische Umland selbst. In einem Bericht über seine Tätigkeit als jüdischer Verbindungsmann zwischen der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland, Bezirksstelle Hessen in Mainz und der hiesigen Gestapo-Außenstelle erklärte Michel Oppenheim im August 1946 ausdrücklich: „Die Durchführung des Transports im März 1942 lag in den Händen der Darmstädter Gestapo.“[19] Wer von dem dortigen Personal[20] für die Leitung zuständig war, ist nicht bekannt. Auch bei der zweiten Deportation am 27. September 1942 nach Theresienstadt war die Gestapo Darmstadt verantwortlich. Hier war der Gestapo-Beamte, Kriminalrat und SS-Sturmbannführer Heinz Hellenbroich für die Planung und Durchführung verantwortlich.[21] Hellenbroich war vor seiner Tätigkeit bei der Gestapo Darmstadt Mitglied beim Sonderkommando SK 4a der Einsatzgruppe C und später der stellvertretende Leiter der Staatspolizeistelle Darmstadt. Nach dem Krieg verurteilte ihn das US-Militärgericht Dachau wegen Beteiligung am Mord dreier amerikanischer Soldaten in Bensheim am 23. März 1945 im Rahmen der Fliegerprozesse zum Tod durch Erhängen. Das Urteil wurde am 15. Oktober 1948 in Landsberg ausgeführt.[22]
Eine Außenstelle der Gestapo Darmstadt, die bei den drei großen Deportationen zuarbeitend tätig war, gab es in Mainz.[23] Ihre Aufgabe war unter anderem die Überwachung und Verfolgung politisch verdächtiger Personen, jüdischer Bürger und ausländischer Zivilarbeiter. Ihre Dienststelle lag in der Kaiserstraße 31/Ecke Leibnizstraße. Dort waren insgesamt 56 Beamte im Einsatz.[24] Namentlich bekannt sind von diesen Peter Eisenhauer (Polizeihauptmeister, Kriminalsekretär und Gestapo-Beamter), Otto Pfeiffer (Kriminalsekretär und Gestapo-Beamter), Albert Sommer und die Herren Schertel, Schwörer und Schmitz. Diese dürften den gleichen oder einen ähnlichen Rang gehabt haben. Michel Oppenheim wurde als jüdischer Verbindungsmann zwischen der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland in Mainz und der hiesigen Gestapo-Außenstelle fast täglich zu Gesprächen mit den Gestapo-Beamten zitiert. Er schrieb nach dem Krieg allerdings Entlastungszeugnisse für Eisenhauer, Sommer und Pfeiffer. Letzterer soll viele interne Akten nicht weitergeleitet oder sogar gefälscht und damit zahlreiche Juden und Nichtjuden vor weiterer Verfolgung geschützt haben.[25] Auch warnte er Michel Oppenheim einige Wochen vor dem Eintreffen amerikanischer Truppen im März 1945 vor geplanten Maßnahmen der Gestapo gegen den Mainzer Bischof Albert Stohr und dem Mainzer Domkapitel. Dieser gab die Warnung an die Betroffenen weiter, woraufhin Bischof Stohr für einige Wochen untertauchte.[26]
Die Außendienststelle wurde bis Mitte 1942 von Kriminalkommissar Adolf Weger geleitet. Dann wurde er nach Darmstadt versetzt. Weger wurde nach dem Krieg wegen der Erschießung dreier amerikanischer Kriegsgefangener in Hanau angeklagt und in erster Instanz zum Tod verurteilt, in zweiter zunächst zu Lebenslänglich, schließlich aber 1954 entlassen.[27][28][29] Ihm folgte der SS-Obersturmführer Wagener (Kommissar). In der Außendienststelle Mainz selbst war die Abteilung IV (Judenfragen) für alle Fragen rund um die Mainzer Jüdinnen und Juden zuständig. Im Mai 1940 wurden von dort zuerst die Deportation aller Mainzer Sinti, ab März 1942 dann die Mitarbeit bei der Deportation der jüdischen Mitbürger organisiert. Michel Oppenheim wurde im Vorfeld seitens der Gestapo in Mainz angewiesen, Personenlisten für diese und den folgenden Deportationen in Frage kommenden Jüdinnen und Juden aus Mainz und dem rheinhessischen Umland zusammenzustellen. Er sagte 1946 dazu: „Der erste große Transport aus unserem Gebiet fand im März 1942 statt. Kurz zuvor mussten besonders viele Listen angefertigt werden. Anhand der vielen von uns angefertigten Listen wurde dann bei der Gestapo in Darmstadt die Liste der Personen aufgestellt, die in den Transport kamen.“[19]
Deutsche Reichsbahn
BearbeitenGenerell war für die Personentransporte im Rahmen der Deportationen die Deutsche Reichsbahn zuständig.[30] Ohne die bedingungslose und effiziente Mitarbeit der Deutschen Reichsbahn wären die Deportationen während der Zeit des Nationalsozialismus nicht möglich gewesen. Heiner Lichtenstein geht davon aus, dass die Deutsche Reichsbahn etwa drei Millionen Menschen in die Vernichtungslager nach Osten transportiert hat.[31] Raul Hilberg schreibt: Die europäischen Juden hätten nicht ohne die Mitarbeit der Reichsbahn vernichtet werden können.[32]
Vor Ort war die Reichsbahn durch die Reichsbahndirektion Mainz unter den Direktionspräsidenten Kurt Tecklenburg (bis 20. Juni 1942) und Wolfgang Schrag (26. Juni 1942 – April 1945) vertreten. Wie bereits bei der Deportation der Sinti aus Mainz im Mai 1940[33] war auch diesmal die Wagen- und Betriebsabteilung der Reichsbahndirektion für die Planung der Sonderzüge mit älteren Personenwagen, später Güterwaggons verantwortlich. In Frage kamen dabei die ins „Altreich“ rollenden und mit Zwangsarbeitern besetzten so genannten Russenzüge/Arbeitertransporte, die dann mit den Deportierten in das Generalgouvernement zurückfuhren.[34]
Gerade für die 1942 durchgeführten Großtransporte mit 1000 Personen pro Transport wurden die Züge lange vorher reserviert und von der Reichsbahn entsprechend eingeplant. Eine genaue Terminierung fand aber erst sechs Tage vor Abfahrtsdatum statt. Eine Warnung der Reichsbahnbeamten, dass die Züge nur für maximal 700 Personen ausgelegt waren, wurde dabei ignoriert.[35] „Die Züge fassen nur 700 Personen, jedoch sind 1.000 Juden darin unterzubringen. Es empfiehlt sich daher, rechtzeitig Güterwagen für das Gepäck bereitzustellen.“[36]
Die Zusammenarbeit zwischen Geheimer Staatspolizei und der Reichsbahn verlief sehr effizient. Bereits bei der Deportation der Mainzer Sinti 1940 wurde in dem abschließenden Polizeibericht festgehalten: „Das Entgegenkommen der Reichsbahn muß lobend erwähnt werden.“[37]
Übersicht über die Deportationen von Jüdinnen und Juden aus Mainz
BearbeitenDatums- und Zahlenangaben der deportierten Personen sind, je nach Literatur, manchmal unterschiedlich. Wenn nicht anders gekennzeichnet, stammen alle Angaben dieser Tabelle von Gottwaldt und Schuller:
| Nr. | Abfahrt Mainz | Ankunft Darmstadt | Ankunft Zielort | Zielort | Anzahl Deportierte | Personenliste | Bezeichnung (Nummer der Reichsbahn/Transportbezeichnung Theresienstadt) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 20.-21. März 1942[38] | 24. März 1942 | 27. März 1942 | Piaski | 468[39][40] oder 467[11] | Stadtarchiv Mainz, Bestand NL Oppenheim, Nr. 51, 21c | DA 14/- |
| 2 | 20.-23. September 1942[41] | 27. September 1942 | 28. September 1942 | Theresienstadt | 453[42][43] oder 461[44] | Stadtarchiv Mainz, Bestand NL Oppenheim, Nr. 51, 21c | DA 520/XVII/1 |
| 3 | 19.-23. September 1942[45] | vor 30. September | 2. Oktober 1942? | Generalgouvernement Polen (Treblinka?) | 178[46][45] | Stadtarchiv Mainz, Bestand NL Oppenheim, Nr. 51,21c | DA 84/- |
| 4 | 10. Februar 1943 | 10. Februar 1943 | 12. Februar 1943 | Theresienstadt | 13[47] oder 18 Personen[48] | Stadtarchiv Mainz, Bestand NL Oppenheim / 51, 21 e | ?/XVII/2 |
| 6 | vor 10. Januar 1944 | vor 10. Januar 1944 | 10. Januar 1944 | Theresienstadt | 2[47] | Yad Vashem Archives, O.64/270 | ?/XVII/3 |
| 7 | vor 20. September 1944 | ? | 20. September 1944 | Theresienstadt | 1 (Einzeltransport)[47] | Yad Vashem Archives, O.64/270 | ?/XVII/3 Ez |
Transporte
BearbeitenErster Transport März 1942 nach Piaski
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Der erste Abtransport von Jüdinnen und Juden aus Mainz fand am 20. und 21. März 1942 statt. Zwei Tage vor der Deportation erhielten alle vorgesehenen Personen eine auf den 19. März 1942 datierte schriftliche Mitteilung per Vordruck: „Auf Anordnung der Geheimen Staatspolizei teilen wir Ihnen mit, dass Sie ab heute Donnerstag 20.00 Uhr Ausgehverbot haben.“ Unterschrieben war diese Mitteilung von dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Mainz.[49] Alle ausgewählten Personen stammten von einer „Liste aller Juden (einschließlich Rassejuden)“, welche Michel Oppenheim bereits Anfang März erstellen und der Gestapo Mainz am 9. März übergeben musste[50]
Am 19. März wurden alle für die Deportation vorgesehene Personen von Gestapomitarbeitern in Begleitung von Polizisten aufgesucht. Sie legten den Betroffenen eine auf den 18. März 1942 datierte „staatspolizeiliche Verfügung“ vor, in der sie aufgefordert wurden, ihre Wohnungen innerhalb von drei Stunden zu verlassen. Außerdem kündigte man ihnen ihre „vorläufig Festnahme“ und die Überbringung in ein Sammellager an. Gestapo und Polizei überwachten sie dann in den nächsten drei Stunden und stellten die Unterbringung im Sammellager sicher. Obwohl die anstehende Deportation nicht angekündigt war, wussten viele der Betroffenen bereits im Vorfeld Bescheid. Einige Personen wie das Ehepaar Karl und Lilli Ganz oder die Brüder Karl und Siegfried Ladenburg flüchteten (Vermerk in der Deportationsliste: „Verschwunden“), andere wie Martha Horch, Jenny May, Hugo Mayer, Karl Mannsbach, Ernst Bayerthal verübten zwischen dem 18. und 20. März und damit vor ihrer Deportation Selbstmord.[51][39] Andere wie Elfriede Vogel verübten sogar noch während der Deportation im Zug Selbstmord.[51] Dokumentiert sind mindestens sechs Selbstmorde oder Selbstmordversuche, welche die Bezirksstelle der Reichsvereinigung der Juden in Mainz am 30. März 1942 an die Gestapo meldete. Diese hatte schon drei Tage zuvor aufgrund der Anzahl der Selbstmorde kritisch nachgefragt und eine Informationslücke vermutet.[52]
Bis zum 20. März hatten sich alle jüdischen Frauen, Männer und auch Kinder in der Turnhalle der Feldbergschule zu sammeln. Die jüdische Gemeinde Mainz wurde vorher verpflichtet, ein Matratzenlager sowie Verpflegung bereitzustellen. „Halbjuden“ aus Mainz wurden gezwungen, als Helfer vor Ort tätig zu sein.[53]
Mitnehmen durften die angeschriebenen Jüdinnen und Juden lediglich einen Koffer oder Rucksack mit einem Maximalgewicht von 50 kg sowie maximal 50 Reichsmark. Am Tag ihrer Deportation wurden sie angewiesen, ein Schild mit Namen, Geburtsdatum und ihrer Kenn-Nummer um den Hals zu tragen. Ein „Gesellschaftssonderzug zur Beförderung von Arbeitern der Reichsbahn“ (Transportbezeichnung DA14) mit Güterwaggons wartete an der Verladestelle am Güterbahnhof in der Mombacher Straße und gegenüber dem Judensand, dem alten jüdischen Friedhof. Von dort fuhr der Zug mit 466 Mainzer Jüdinnen und Juden weiter nach Worms und schließlich nach Darmstadt. In beiden Städten mussten weitere Jüdinnen und Juden zusteigen, bis die Gesamtzahl bei 1000 Personen (Großtransport) lag. Am 25. März 1942 erfolgte dann die Weiterfahrt des Zuges nach Osten bis Trawniki, einem zentralen Verteilerbahnhof für den Weitertransport zu unterschiedlichen Orten im Generalgouvernement. Da Piaski keinen eigenen Bahnhof hatte, ging es zu Fuß von Trawniki in das circa 12 km entfernte Ghetto Piaski. Dieses lag in der Nähe von Lublin im von den deutschen Truppen besetzten östlichen Polen. Es war erst kurz zuvor von 3000 polnischen Jüdinnen und Juden geräumt worden, die in das Vernichtungslager Belzec deportiert wurden.[54]
In dem Ghetto Piaski herrschten katastrophale hygienische Bedingungen, es gab Cholera- und Typhusepidemien. In Kombination mit harter Zwangsarbeit von arbeitsfähigen Personen sowie genereller Unterernährung durch unzureichende Nahrungsmittelverteilung der Lagerleitung forderte sie zahlreiche Todesopfer bei den Inhaftierten. Bis Anfang Mai 1942 waren noch Postkarten aus dem Lager erlaubt. Meistens baten die Absenderinnen und Absender um Lebensmittelpakete aus ihrer Heimat oder sendeten ein Lebenszeichen. Von Mainzer Jüdinnen und Juden sind drei Postkarten, geschrieben im April 1942, an Michel Oppenheim erhalten geblieben. Danach wurde jede Post aus dem Lager von der Gestapo verboten. Wenige Wochen später wurden die Überlebenden aus Piaski in die Vernichtungslager Belzec und Sobibor transportiert und dort ermordet.[42] Niemand sollte diese erste Deportation überleben.[55]
Deportierte Mainzer Jüdinnen dieser ersten Welle waren beispielsweise die Lehrerin Johanna Sichel (Kennnummer 881) oder Hedwig Reiling (Kennnummer 856), die Mutter von Netti Reiling, die sich später Anna Seghers nannte. Von Johanna Sichel gab es noch im Oktober 1942 ein Lebenszeichen, danach verliert sich ihre Spur.[56] Es gibt Hinweise, dass die Auswahl der Personen unter anderem aufgrund deren Vermögensverhältnisse vorgenommen wurde. Bereits im Oktober 1941 musste die Bezirksstelle Hessen der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland eine Liste der Juden, die ein beschränkt verfügbares Sicherheitskonto haben müssen … erstellen[57], die der Geheimen Staatspolizei Einblick in deren Vermögensverhältnisse gab. Da die deportierten Jüdinnen und Juden durch die unter Zwang erfolgte Überschreitung der Reichsgrenze gemäß der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 25. November 1941[58] automatisch ihre deutsche Staatsbürgerschaft verloren, fiel ihr Vermögen und ihr Besitz dem Deutschen Reich zu.[55]
Neben der Einziehung von Bargeld – wobei die deportierten Jüdinnen und Juden ihre Deportationskosten selbst tragen mussten – wurden Wohnungs- und Hauseinrichtungen, Kunst- und Wertgegenstände, Elektrogeräte usw. abtransportiert und für einen weiteren Verkauf zentral gesammelt. In Mainz trafen sich wenige Tage nach der erfolgten ersten Deportation der Vorsteher des Finanzamtes Mainz-Stadt und Vertreter dreier großer Mainzer Auktionshäuser und besprachen den weiteren Ablauf. Alleine der Finanzamtsbezirk Mainz-Stadt konnte nach Abzug aller Verbindlichkeiten einen Reinerlös von fast 1 Million Reichsmark aus der Liquidierung des beweglichen Vermögens der deportierten Jüdinnen und Juden erzielen. Als Reinerlös dieser ersten großen Deportation aus dem Volksstaat Hessen nannte der Oberfinanzpräsident Hessen im Oktober 1942 die Summe von 1.929.343, 82 Reichsmark.[55]
Zweiter Transport September 1942 nach Theresienstadt
BearbeitenDie Planungen der Geheimem Staatspolizei in Darmstadt für die Deportation älterer oder kriegsversehrter Jüdinnen und Juden aus Mainz begannen bereits im August des Jahres. Michel Oppenheim musste für die Gestapo-Außenstelle Mainz bis zum 15. September 1942 Listen über Jüdinnen und Juden über 65 Jahre (569 Personen), gebrechliche Juden von 55 bis 63 Jahre (38) Schwerkriegsbeschädigte mit Abzeichen (12), Träger des Eisernen Kreuzes 1. Klasse und weiteren Kriterien erstellen.[59] Besonderer Augenmerk wurde auch auf deren Ehepartner und Kinder unter 14 Jahren gelegt.
Aus diesen Listen wurden die Personen zur zweiten Deportation ausgewählt. Sie wurden diesmal vorab über die Deportation informiert: „Auf Anordnung der Geheimen Staatspolizei - Staatspolizeistelle Darmstadt benachrichtigen wir Sie, dass Sie zur Umsiedlung vorgesehen sind. Der Tag der Abwanderung wird Ihnen noch bekanntgegeben.[...]“.[60] Das Schreiben stammte von der Bezirksstelle Hessen der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland mit Sitz in Mainz; Unterzeichner war der Vorsitzende Fritz Löwensberg. Befürchtet wurde eine weitere Deportation schon seit Frühjahr. Auch diesmal nahm die Suizidrate wieder sprunghaft zu. Mindestens 16 Menschen nahmen sich das Leben.[61] Das Ehepaar Hilde und Jacob Liebenstein, Jacob Liebenstein war im Vorstand der Jüdischen Gemeinde Mainz, vergiftete sich mit Zyankali. Berta ‚Bertel‘ Bamberger, Tochter des Privatbankiers Rudolf Bamberger und Besitzer des Bankhauses Bamberger, Verwandte von Ludwig Bamberger, Tante von Ludwig Berger und mütterlicherseits direkte Nachfahrin der Glikl bas Judah Leib, vergiftete sich ebenfalls und auch im Israelitischen Krankenhaus nahmen sich mehrere ältere Menschen mit Schlafmittel das Leben. Andere erhängten sich oder begingen im Rhein Selbstmord. Man kann generell davon ausgehen, dass sich von den 1942 verstorbenen und auf dem neuen jüdischen Friedhof begrabenen 77 Jüdinnen und Juden vermutlich ein erheblicher Teil das Leben aus Furcht vor den Deportationen nahm.[62]
Ab dem 19. September mussten sich alle für die Deportation vorgesehene Mainzer Jüdinnen und Juden im Sammellager für Mainz und Rheinhessen einfinden. Dazu diente diesmal die Turnhalle der Goetheschule, die näher zum Güterbahnhof lag. Die Deportationsmaßnahmen, die bis ins Detail der ersten Deportation im März 1942 glichen, leitete Kriminalrat Hellenbroich aus Darmstadt, der dafür nach Mainz kam.[21] Er organisierte die Vorbereitung zur Zusammentreibung der zu deportierenden Personen, deren Unterkunft, Verpflegung und – in Verhandlung mit der Reichsbahndirektion Mainz – auch die Bereitstellung der Waggons der Reichsbahn. Gemischte Kommandos aus Kriminalpolizei, uniformierter Ordnungspolizei und Gestapo in Dreiergruppen holten gemäß den ihnen vorab gegebenen Listen einzelne jüdischen Frauen, Männer oder ganze Familien aus ihren Wohnungen und eskortierten sie in die Turnhalle der Goetheschule.[63] Am Eingang zur Turnhalle der Goetheschule war auf einem Podest ein schussbereites Maschinengewehr mit eingezogenem Patronengurt aufgebaut neben dem sich ein Wachposten befand.[64] Das Israelitische Krankenhaus in der Gonsenheimer Straße 11 (heute: Fritz-Kohl-Straße) beherbergte nach den Novemberpogromen 1938 circa 100, zumeist ältere, jüdische Personen und fungierte schon seit geraumer Zeit nur noch als Altersheim. Im Zuge der Planungen der zweiten Deportation wurden alle Patienten, einschließlich des medizinischen Personals, für die Deportation nach Theresienstadt vorgesehen und das Krankenhaus anschließend geschlossen.[65][66]
Mit Polizeilastwagen wurden dann alle versammelten Jüdinnen und Juden über vier Tage verteilt jeweils frühmorgens zu dem Güterbahnhof gebracht[67] von wo aus der Weitertransport nach Darmstadt erfolgte. Am 27. September 1942 rollte der Zug (Zugnummer DA 520, 20 Personenwagen) mit insgesamt 1288 Personen dann von Darmstadt nach Theresienstadt. Die 453 Jüdinnen und Juden aus Mainz waren damit auch zumeist ältere Menschen, Frontkämpfer des Ersten Weltkriegs oder Schwerkriegsbeschädigte. Man hatte ihnen einen „Altersruhesitz“ für ältere jüdische Menschen im „Vorzeigeghetto Theresienstadt“ versprochen, den sich die Nationalsozialisten entsprechend mit einem „Heimeinkaufsvertrag“ bezahlen ließen.[68] Das Lager Theresienstadt war allerdings, genauso wie andere Lager dieser Art, massiv überfüllt und wies schlimmste hygienische Bedingungen auf. Die Menschen dort mussten auf engstem Raum zusammenleben. Viele starben an Krankheiten oder Unterernährung, auch wurde immer wieder durch Abtransporte in Vernichtungslager wie Auschwitz Platz für Neuankömmlinge geschaffen.[69]
Von den insgesamt 1288 deportierten Jüdinnen und Juden dieses Transportes starben bis Ende des Jahres bereits 387 zumeist ältere Menschen, die vorher oft in den geräumten Altersheimen Mainz und Bad Nauheim gewohnt hatten. Darunter war beispielsweise der Mainzer Carl Frank, der 84-jährig aus seinem Mainzer Alterswohnsitz verschleppt wurde. 1943 starben weitere 441 Menschen dieses Transportes, in den ersten Monaten des Jahres nochmal 106 Personen. Weitertransporte der Überlebenden nach Treblinka (55 Personen, September 1942) und Auschwitz (256 Personen, 1943-1944) sorgten für eine weitere Dezimierung der deportierten Mainzer und hessischen Jüdinnen und Juden. Nur 89 Deportierte, darunter zwei junge Frauen aus Auschwitz, überlebten.[69]
Der Transport DA 520 war der letzte große Transport von Jüdinnen und Juden aus dem Volksstaat Hessen. Aufgrund der massiven Überbelegung der Wagen konnte ein weiterer geplanter Transport im Oktober 1942 nach Theresienstadt (Zugnummer DA 524) gestrichen werden.[70]
Dritter Transport September 1942 nach Treblinka oder Auschwitz
BearbeitenDie ursprünglich geplante zweite Deportation für Mainzer Jüdinnen und Juden unter 65 Jahren sollte bereits am 30. Juni 1942 stattfinden. Der Zug mit der vorgesehenen Nummer DA 15 hatte als Zielort das Ghetto Izbica, wie Piaski ein Durchgangslager oder Transit-Ghetto nach Belzec oder Sobibor. Aufgrund einer Transportsperre musste diese Deportation allerdings verschoben werden. Am 11. Juni wurde der Gestapo in Darmstadt und den beteiligten Reichsbahndirektionen mitgeteilt, dass der Transport am 30. Juni nicht stattfinden wird und Deportation sowie Transport zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden muss.[71][72]
Am 8. August 1942 finden sich in dem Fahrplanprogramm der Generalbetriebsleitung Ost die ersten Hinweise auf einen Ersatztransport mit der nun neuen Zugnummer DA 84.[73] Dieser sollte am 21. August 1942 stattfinden und hatte das Ziel Parczew bei Lublin, wo bis Ende des Jahres 1942 ein weiteres Ghetto gleicher Art wie Piaski oder Izbica existierte. Auch dieser Transport konnte an dem geplanten Termin nicht stattfinden und wurde letztendlich erst am 30. September 1942 durchgeführt.[74] Durch die mehrfache Verschiebung dieser, ursprünglich chronologisch gesehen zweiten, Deportation fand diese nun nur drei Tage nach dem vorherigen Transport von Mainzer Jüdinnen und Juden in das Ghetto Theresienstadt statt. Das führte dazu, dass zeitgleich beide Deportationen vorbereitet werden mussten und fast parallel verliefen. Für die Deportation vorgesehene Frauen und Männer wurden zeitgleich aus ihren Wohnungen geholt und nach Darmstadt verbracht, wo das zentrale Sammellager fast drei Wochen in der Liebigschule bestand. Erst dort wurden die circa 2200 Jüdinnen und Juden nach den von der Gestapo erstellten Listen in zwei Gruppen eingeteilt: Transport A nach Theresienstadt, Transport B in die „Ostgebiete“.[75]
Im zentralen Sammellager Darmstadt befanden sich nach dem Transport nach Theresienstadt noch zahlreiche Menschen, die teilweise schon seit längerer Zeit hier ausharren mussten. Am 30. September 1942 wurden schließlich von Darmstadt aus dann weitere 883 hessische Jüdinnen und Juden deportiert, darunter nochmals 178 Personen aus Mainz. Diesmal wurden alle Deportierten gleich in eines der Vernichtungslager verbracht. Das wahrscheinlich ursprünglich geplante Ziel Sobibor war zu diesem Zeitpunkt per Bahn wegen Schäden der Bahnanlage zwischen Lublin und Cholm nicht mehr erreichbar.[76] Eine Umleitung nach Treblinka gilt als wahrscheinlich, da auch zehn Transporte aus Theresienstadt – die im gleichen Zeitraum (19. September bis 22. Oktober 1942) und mit dem gleichen ursprünglichen Ziel nach Treblinka umgeleitet wurden. Auch der Augenzeugenbericht eines zu dieser Zeit in Treblinka inhaftierten Juden spricht von einem Transport aus Darmstadt.[76] Auch Auschwitz kommt als Ziel in Frage[77]. In Treblinka wurden in dem genannten Zeitraum 19. September bis 22. Oktober circa 18.000 Menschen vergast. Sollte der Deportationstransport DA 84 aus Darmstadt tatsächlich zu dieser Zeit die Menschen nach Treblinka gebracht haben, fiel ihre Ankunft dort genau in diese Vernichtungsphase.[76] Höchstwahrscheinlich wurden alle Deportierten umgehend nach ihrer Ankunft ermordet.[42] Auch Michel Oppenheim berichtete 1949 rückblickend zu den Verschleppten dieses Transportes: „Von diesen Leuten hat nicht ein Einziger ein Wort nach Hessen berichtet.“.[78]
Vierter und Fünfter Transport Februar/Frühjahr 1943 nach Theresienstadt
BearbeitenDie Zahl der in Mainz lebenden Jüdinnen und Juden betrug Ende 1942 gerade mal noch 170 Personen.[79] Weitere Deportation innerhalb der Jüdischen Gemeinde Mainz umfassten nun eine deutlich geringere Personenanzahl.
Anfang Februar 1943 wurden weitere 18 jüdische Frauen, Männer und Kinder aus Mainz und dem rheinhessischen Umland deportiert.[80] Aus Mainz waren dies Personen, die aus unterschiedlichen Gründen im Herbst 1942 zurückgestellt wurden. Das Ehepaar Walter und Irma Kahn aus Weisenau wurde nun mitsamt der am 21. September 1942 geborenen Tochter Chana Kahn und ihrem 3 Jahre alten Bruder Gideon deportiert[81], ebenso das Ärzte-Ehepaar Ernst-Josef Mayer und Elisabeth Mayer. Diese hatten ihre Aufgabe, das Israelitische Krankenhaus endgültig abzuwickeln, beendet und wurden nun nicht mehr gebraucht. Auch die Familie Max und Ruth Waldmann mit ihrem zweijährigen Sohn Jona war in dieser Gruppe. Zusammen mit anderen Jüdinnen und Juden aus dem Volksstaat Hessen wurde am 10. Februar 1943 eine Gruppe von insgesamt 53 Personen von Darmstadt aus nach Theresienstadt deportiert.
Eine weitere, für das Frühjahr 1943 datierte, Deportation von mehr als 80 Mainzer Jüdinnen und Juden[42] lässt sich in der Literatur nicht genau fassen. Nach anderen Quellen waren es circa 20 Halbjüdinnen und -juden. Diese wurden nach ihrer Verhaftung vier Wochen lang im Polizeigefängnis in der Klarastraße festgehalten und dann deportiert.[82] Die Deportation, die in den erhaltenen Unterlagen (Personenlisten, Zugnummer, Notizen usw.) nicht erwähnt wird, soll nach Theresienstadt oder nach Auschwitz-Birkenau erfolgt sein.[42] Einige wenige Personen wie beispielsweise Max Grünfeld (nach dem Krieg Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Mainz) wurden auch in das „Arbeitserziehungslager“ Frankfurt-Heddernheim eingewiesen.[42]
Ab Ende 1943 wurden auch jüdische Ehegatten aus durch Tod oder Scheidung beendeten „Mischehen“ nach Theresienstadt gebracht, meist in kleineren Transporten mit planmäßigen Reisezügen.[83] Zu Beginn des Jahres 1944 wurden auch zwei Mainzer Jüdinnen oder Juden nach Theresienstadt deportiert. Eine der beiden Deportierten, Alice Therese Stahn, überlebte Theresienstadt und kehrte als eine von 24 (nach anderen Angaben 25) Überlebenden im Sommer 1945 nach Mainz zurück.[84]
Nach dem Kriegsende in Mainz
BearbeitenAls die amerikanischen Truppen am 22. März 1945 in Mainz einmarschierten, lebten von der jüdischen Gemeinde noch um die 60 jüdische Mainzerinnen und Mainzer. Diese waren fast alle so genannte „Halbjuden“, die in einer „privilegierten Mischehe“ mit einem arischen Partner lebten und meistens auch Kinder hatten. Darunter waren beispielsweise Michel Oppenheim, Klaus Mayer oder Helmut Grünfeld, der als 17-Jähriger überlebte. Einige hatten sich in den letzten Kriegswochen im Umland versteckt gehalten, mindestens eine „volljüdische“ Person überlebte in Mainz in einem Versteck und dank der Unterstützung von vier nichtjüdischen Familien.[85]
Einige wenige Überlebende der deportierten jüdischen Bevölkerung von Mainz gab es in Theresienstadt. 24 zumeist ältere Jüdinnen und Juden wurden am 10. Juli 1945 mit einem Bus in ihre Heimatstadt zurückgebracht.[85] Darunter war auch die Familie Waldmann: Ruth und Max Waldmann und ihr vierjähriger Sohn Jona. Max Waldmann und seine Familie blieben trotz aller schrecklichen Erlebnisse in Mainz, während andere Überlebende der Stadt den Rücken kehrten und auswanderten. Max Waldmann übernahm bei der Neugründung der Jüdischen Gemeinde Mainz durch rund 20 Überlebende am 5. November 1945 das Amt des ersten Vorsitzenden. Die Jüdische Gemeinde erreichte nie mehr ihre frühere Größe zurück und blieb die ersten Jahre im mittleren zweistelligen, später im niedrigen dreistelligen Bereich. Alfred Epstein, von 1962 bis 1978 Vorsitzender der jüdischen Gemeinde, berichtet am 1. April 1963 von nur noch 167 jüdischen Bürgern.[85] Erst durch die politischen Veränderungen ab 1990 sorgte ein Zuzug von Jüdinnen und Juden aus der ehemaligen Sowjetunion wieder für ein deutliches Wachstum der Gemeinde.
Gedenkstätte für die deportierten Mainzer Jüdinnen und Juden
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Ein Teil des Geländes des Güterbahnhofs in der Mombacher Straße wurde 2013 von dem privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen vlexx GmbH gekauft. Bei Vorarbeiten zu neuen Werkstattgebäuden wurden Reste einer alten Verladerampe des Mainzer Güterbahnhofs gefunden und sichergestellt.[86] Schnell bestand Konsens, hier einen Gedenkort an die Deportationen der Mainzer Sinti und Roma 1940 sowie der Mainzer Jüdinnen und Juden zwischen 1942 und 1944 einzurichten.
Im November 2014 startete das Stadtplanungsamt in Mainz einen Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Gedenkortes, der auf einem von vlexx bereitgestellten 300 m² großen Areal errichtet werden soll. Der erste Preis des Wettbewerbs ging an das Büro „Atelier . Schmelzer . Weber“ aus Dresden und den Bildhauer Andreas Theurer aus Berlin. Nach Schaffung der baulichen Voraussetzungen auf dem Gelände und der Erteilung der Baugenehmigung wurde im Juli 2025 mit den Bauarbeiten begonnen.[87] Mit einer Fertigstellung im Laufe des Jahres 2026 ist zu rechnen.
Quellen
BearbeitenEine wichtige Quelle zu den Deportationen aus Mainz sind die dem Stadtarchiv Mainz hinterlassenen Aufzeichnungen von Michel Oppenheim aus dieser Zeit. Dieser wurde 1941 von der Geheimen Staatspolizei Mainz gezwungen, Rabbiner Sali Levi als Verbindungsmann der Jüdischen Gemeinde Mainz zur Außenstelle der Geheimen Staatspolizei in Mainz nachzufolgen. Seine Aktennotizen über Besprechungen mit der Geheimen Staatspolizei blieben erhalten und sind heute unter der Bestandsbezeichnung „NL Oppenheim“ Bestandteil des Stadtarchivs Mainz.[88] Eine Aufarbeitung und Rezipierung dieser Archivalien wird teilweise in Monica Kingreens 2023 postum erschienenem Werk Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. und in Beate Meyers Werk über die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland – mit einem eigenen Kapitel zu der Hessischen Geschäftsstelle in Mainz und dem Wirken des dortigen Verbindungsmannes Michel Oppenheim – vorgenommen.
Originallisten der deportierten Jüdinnen und Juden sowie andere zeitgenössische Unterlagen befinden sich im Besitz der jüdischen Gemeinde Mainz. Dieses wurden von Anton Maria Keim, Historiker und Bürgermeister der Stadt Mainz, im Auftrag der jüdischen Gemeinde gesichtet und bearbeitet sowie in Form einer Chronologie publiziert.[89] Durch Kriegseinwirkung oder eigene Vernichtung sind fast keine Dokumente zu den Mainzer Deportationen bei der Geheimen Staatspolizei Darmstadt – Staatspolizeistelle Darmstadt und der Außenstelle in Mainz erhalten geblieben. Dies gilt in gleicher Weise für die Reichsbahndirektion Mainz.
Literatur
Bearbeiten- Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich 1941–1945. Eine kommentierte Chronologie. Marix, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-059-5.
- Hans Berkessel, Hedwig Brüchert, Wolfgang Dobras, Ralph Erbar und Frank Teske (Hrsg.): Leuchte des Exils. Zeugnisse jüdischen Lebens in Mainz und Bingen. Beiträge zur Geschichte der Juden in Rheinland-Pfalz, Band 1, S. 110–113, Nünnerich-Asmus Verlag, Mainz, ISBN 978-3-945751-69-5.
- Hedwig Brüchert (Hrsg.): Magenza. 1000 Jahre jüdisches Mainz. Katalog zur Dauerausstellung im Stadthistorischen Museum Mainz. Im Auftrag des Fördervereins Stadthistorisches Museum Mainz e. V. (= Schriftenreihe des Stadthistorischen Museums, Band 9), Eigenverlag Mainz 2015.
- Stadt Mainz (Hrsg.): Der Nationalsozialismus in Mainz 1933–45. Terror und Alltag. Redaktion Wolfgang Dobras, Eigenverlag Stadt Mainz, 2008 (= Beiträge zur Geschichte der Stadt Mainz, Band 36).
- Hedwig Brüchert: Nationalsozialistischer Rassenwahn Entrechtung, Verschleppung und Ermordung der Mainzer Juden, Sinti und geistig behinderten Menschen. S. 79-92.
- Hermann-Josef Braun: Die katholische Kirche während des Nationalsozialismus in Mainz. S. 49-57.
- Anton Maria Keim: Tagebuch einer jüdischen Gemeinde 1941/43. Herausgegeben im Auftrag der jüdischen Gemeinde Mainz, Hase & Koehler Mainz, 1968.
- Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. Aus dem Nachlass herausgegeben und bearbeitet von Volker Eichler, Schriften der Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen 32, Wiesbaden 2023, ISBN 978-3-921434-37-6.
- Beate Meyer: Tödliche Gratwanderung. Die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland zwischen Hoffnung, Zwang, Selbstbehauptung und Verstrickung (1939-1945). Wallstein Göttingen, 2011. ISBN 978-3-8353-0933-3
Weblinks
Bearbeiten- Beginn der Deportationen Mainzer Jüdinnen und Juden nach Piaski – Haus des Erinnerns, Mainz.
- Statistik zur jüdischen Bevölkerung und Deportation – Bereich Hessen/Hessen-Nassau
Einzelnachweise
Bearbeiten- ↑ Die Stadt Mainz spricht in ihrer Pressemeldung vom Juli 2025 zum Baubeginn des Gedenkortes für die Deportationen von genau 1131 deportierten Personen, es gibt aber bei einigen Deportationen unterschiedliche Zahlenangaben.
- ↑ Heinz Leiwig: Von der Machtergreifung bis zur Währungsreform. Mainz 1933 bis 1948. Hermann Schmidt, Mainz, 2. Auflage 1987, S. 30
- ↑ Hedwig Brüchert: Nationalsozialistischer Rassenwahn. Entrechtung, Verschleppung und Ermordung der Mainzer Juden, Sinti und geistig behinderten Menschen. S. 6.
- ↑ Hedwig Brüchert-Schunk : In alle Winde zerstreut - Mainzer Juden in der Emigration bei auswanderung-rlp.de
- ↑ Mainz im Nationalsozialismus 1933-1945 - regionalgeschichte.net
- ↑ Stadt Mainz (Hrsg.): Magenza. 1000 Jahre jüdisches Leben am Rhein. Eigenverlag Stadt Mainz, 2020.
- ↑ In den meisten Ländern herrschte in den späten 1930er Jahren eine Einreisebeschränkung für erwachsene jüdische Flüchtlinge oder zumindest eine strenge Kontingentierung
- ↑ Hedwig Brüchert: Nationalsozialistischer Rassenwahn. Entrechtung, Verschleppung und Ermordung der Mainzer Juden, Sinti und geistig behinderten Menschen. S. 7.
- ↑ Hedwig Brüchert: Nationalsozialistischer Rassenwahn. Entrechtung, Verschleppung und Ermordung der Mainzer Juden, Sinti und geistig behinderten Menschen. S. 9
- ↑ Hedwig Brüchert (Hrsg.): Magenza. 1000 Jahre jüdisches Mainz. S. 89
- 1 2 Webseite: Statistik des Holocausts – Mainz/Darmstadt nach Piaski (Aufruf: 29. Januar 2026)
- 1 2 3 Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich von 1941–1945. Eine kommentierte Chronologie. S. 138.
- ↑ Der Begriff „Ostmark“ wird in der nationalsozialistischen Zeit teilweise für unterschiedliche geographische Regionen verwendet. Im Kontext ist hier das 1937 angeschlossene Österreich gemeint, das bis einschließlich 1942 so genannt wurde.
- ↑ Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich von 1941–1945. Eine kommentierte Chronologie. S. 140 ff.
- ↑ Geheimer Schnellbrief Reichssicherheitshauptamt betr. Evakuierung von Juden, Az. IV B 4-2093/42g (391) vom 31. Januar 1942. - Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz (PDF, 1,57 MB).
- ↑ Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich von 1941–1945. Eine kommentierte Chronologie. S. 139.
- ↑ Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich von 1941–1945. Eine kommentierte Chronologie. S. 146
- ↑ Reichssicherheitshauptamt: „Richtlinien zur technischen Durchführung der Evakuierung von Juden in das Generalgouvernement (Trawniki bei Lublin)“, Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Gestapo-Akten, Mikrofilm Nr. A28/2, Blatt 15-20.
- 1 2 Michel Oppenheim: Bericht über meine Tätigkeit als Verbindungsmann zwischen der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland, Bezirksstelle Hessen in Mainz, und der Geheimen Staatspolizei. vom 17. August 1946, S. 7., Stadtarchiv Mainz, NL Oppenheim, zitiert in: Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 295.
- ↑ Geheime Staatspolizei Darmstadt – Staatspolizeistelle Darmstadt
- 1 2 Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 330 f.
- ↑ Eintrag Ehemalige hessische Gestapozentrale in Bensheim
- ↑ Mainz im Nationalsozialismus 1933–1945 – regionalgeschichte.net
- ↑ Heinz Leiwig: Von der Machtergreifung bis zur Währungsreform. Mainz 1933 bis 1948. S. 32
- ↑ Beate Meyer: Tödliche Gratwanderung.Die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland zwischen Hoffnung, Zwang, Selbstbehauptung und Verstrickung (1939-1945). S. 320 f.
- ↑ Hermann-Josef Braun: Die katholische Kirche während des Nationalsozialismus in Mainz. S. 55.
- ↑ Case No. 12-926 (US vs. Adolf Weger and Julius Schulze)
- ↑ aircrewremembered.com – 17. Februar 1945, Hanau
- ↑ roll 12, 12-926 – German Documents Among the War Crimes Records of the Judge Advocate Division, Headquarters, United States Army, Europe.
- ↑ Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich von 1941–1945. Eine kommentierte Chronologie. S. 17
- ↑ Heiner Lichtenstein: Mit der Reichsbahn in den Tod. Massentransporte in den Holocaust. S. 9, Bund, Köln 1985, ISBN 3-7663-0809-2.
- ↑ Raul Hilberg: Sonderzüge nach Auschwitz. S. 19, Dokumente zur Eisenbahngeschichte Band 18, Dumjahn, Mainz 1981, ISBN 3-921426-18-9.
- ↑ Der Abtransport ging glatt vonstatten. – Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma (PDF; 405 kB)
- ↑ Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich von 1941–1945. Eine kommentierte Chronologie. S. 160.
- ↑ Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich von 1941–1945. Eine kommentierte Chronologie. S. 163.
- ↑ Zitat aus dem Bericht vom 9. März 1942 über die Besprechung am 6. März 1942 im RSHA, Amt IV B 4. Abgedruckt bei Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 295
- ↑ Hartmut Bohrer: „Lobenswertes Entgegenkommen der Reichsbahn“ -Die Deportation der Familie Lehmann. – regionalgeschichte.net
- ↑ Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 435 nennt nur den 21. März 1942.
- 1 2 Hedwig Brüchert (Hrsg.): Magenza. 1000 Jahre jüdisches Mainz. S. 92
- ↑ Landeshauptstadt Mainz (Hrsg.), Hedwig Brüchert, Ralph Erbar, Joachim Schulte: Pfad der Erinnerung. Orte der NS-Diktatur in Mainz 1933 bis 1945. S. 25.
- ↑ Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 439.
- 1 2 3 4 5 6 Hedwig Brüchert (Hrsg.): Magenza. 1000 Jahre jüdisches Mainz. S. 94
- ↑ Landeshauptstadt Mainz (Hrsg.), Hedwig Brüchert, Ralph Erbar, Joachim Schulte: Pfad der Erinnerung. Orte der NS-Diktatur in Mainz 1933 bis 1945. S. 26.
- ↑ Webseite: Statistik des Holocausts – Mainz/Darmstadt nach Theresienstadt (Aufruf am 29. Januar 2026)
- 1 2 Webseite: Statistik des Holocausts – Mainz/Darmstadt nach Unbekannt (Aufruf am 29. Januar 2026)
- ↑ Hans Berkessel, Hedwig Brüchert, Wolfgang Dobras, Ralph Erbar und Frank Teske (Hrsg.): Leuchte des Exils. Zeugnisse jüdischen Lebens in Mainz und Bingen. S. 126.
- 1 2 3 Webseite: Statistik des Holocausts – Mainz/Darmstadt nach Theresienstadt (Aufruf am 29. Januar 2026)
- ↑ Hans Berkessel, Hedwig Brüchert, Wolfgang Dobras, Ralph Erbar und Frank Teske (Hrsg.): Leuchte des Exils. Zeugnisse jüdischen Lebens in Mainz und Bingen. S. 87. Zählung der deportieren Personen aus Mainz und Umland.
- ↑ Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 297.
- ↑ Anton Maria Keim: Tagebuch einer jüdischen Gemeinde : 1941–1943. S. 69.
- 1 2 Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 292.
- ↑ Anton Maria Keim: Tagebuch einer jüdischen Gemeinde : 1941–1943. S. 72.
- ↑ Der damals 13-jährige Helmut Grünfeld beschreibt 1996 in seinen Erinnerungen die Vorgänge am 20. März 1942 und Ende September 1942 als Augenzeuge: Helmut Grünfeld: Gerechte gab es nicht viele – Ein deutsch-jüdisches Überlebensschicksal in Mainz 1928–1945. Herausgegeben von Erhard Roy Wiehn, Hartung-Gorre Verlag, Konstanz 1996, ISBN 3-89191-993-X.
- ↑ Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich von 1941–1945. Eine kommentierte Chronologie. S. 187.
- 1 2 3 Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 320.
- ↑ Hans Berkessel, Hedwig Brüchert, Wolfgang Dobras, Ralph Erbar und Frank Teske (Hrsg.): Leuchte des Exils. Zeugnisse jüdischen Lebens in Mainz und Bingen. S. 119.
- ↑ Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 296.
- ↑ Elfte Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 25. November 1941. In: Reichsgesetzblatt, Teil I Nr. 133 vom 26. November 1941, S. 722 ff., Digitalisat (ALEX).
- ↑ Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich von 1941–1945. Eine kommentierte Chronologie. S. 334.
- ↑ Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 332.
- ↑ Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 326.
- ↑ Hedwig Brüchert: Nationalsozialistischer Rassenwahn. Entrechtung, Verschleppung und Ermordung der Mainzer Juden, Sinti und geistig behinderten Menschen. S. 8 f.
- ↑ Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 331.
- ↑ Helmut Grünfeld: Gerechte gab es nicht viele – Ein deutsch-jüdisches Überlebensschicksal in Mainz 1928–1945.
- ↑ Landeshauptstadt Mainz (Hrsg.), Hedwig Brüchert, Ralph Erbar, Joachim Schulte: Pfad der Erinnerung. Orte der NS-Diktatur in Mainz 1933 bis 1945. S. 13.
- ↑ Stolpersteine Mainz – Biographie Jenny Metzger
- ↑ Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 440, Anmerkung 5.
- ↑ Landeshauptstadt Mainz (Hrsg.), Hedwig Brüchert, Ralph Erbar, Joachim Schulte: Pfad der Erinnerung. Orte der NS-Diktatur in Mainz 1933 bis 1945. S. 26.
- 1 2 Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 354.
- ↑ Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich von 1941–1945. Eine kommentierte Chronologie. S. 334.
- ↑ Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich von 1941–1945. Eine kommentierte Chronologie. S. 220.
- ↑ Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 321.
- ↑ Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich von 1941–1945. Eine kommentierte Chronologie. S. 228.
- ↑ Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich von 1941–1945. Eine kommentierte Chronologie. S. 228.
- ↑ Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 350.
- 1 2 3 Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 357.
- ↑ Hans Berkessel, Hedwig Brüchert, Wolfgang Dobras, Ralph Erbar und Frank Teske (Hrsg.): Leuchte des Exils. Zeugnisse jüdischen Lebens in Mainz und Bingen. S. 126.
- ↑ Zitiert in: Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 359.
- ↑ Landeshauptstadt Mainz (Hrsg.), Hedwig Brüchert, Ralph Erbar, Joachim Schulte: Pfad der Erinnerung. Orte der NS-Diktatur in Mainz 1933 bis 1945. S. 26.
- ↑ Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse • Fotos • Dokumente. S. 360.
- ↑ Chana, ihr Bruder und ihre Mutter starben 1944 in Theresienstadt, der Vater 1945 in Dachau, siehe Stolpersteine in Mainz-Weisenau
- ↑ Landeshauptstadt Mainz (Hrsg.), Hedwig Brüchert, Ralph Erbar, Joachim Schulte: Pfad der Erinnerung. Orte der NS-Diktatur in Mainz 1933 bis 1945. Mainz 2017. S. 27
- ↑ Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich von 1941–1945. Eine kommentierte Chronologie. S. 364
- ↑ Stolpersteine – Biographie Alice Therese Stahn
- 1 2 3 Heinz Leiwig: Von der Machtergreifung bis zur Währungsreform. Mainz 1933 bis 1948. S. 34.
- ↑ Gedenkort Deportationsrampe am alten Güterbahnhof in Mainz soll Anfang 2026 fertig sein – mainzund.de, 18. Juli 2025
- ↑ „Die Baumaßnahmen zur Errichtung des Gedenkortes Deportationsrampe haben nun offiziell begonnen.“ – Pressemeldung der Stadt Mainz, 17. Juli 2025
- ↑ NL Oppenheim / 49, 3 Beginnend mit NL Oppenheim / Nr. 49, 2. [ab 21. August 1940], für die Zeit der ersten Deportationen vor allem 51, 21c
- ↑ Anton Maria Keim: Tagebuch einer jüdischen Gemeinde : 1941–1943. v. Hase & Koehler Verlag, Mainz 1968.