STANDORTLAZARETT WÜRZBURG

Adresse: Mariannhillstraße 4, Würzburg

Das ehemalige Standortlazarett der Wehrmacht in Würzburg entstand 1936/37, erbaut durch die Heeresbauverwaltung. Das Lazarett gehörte zur Sanitäts-Staffel Würzburg, die zuerst der Sanitätsabteilung 15, später der Sanitätsabteilung 17 in Nürnberg unterstellt war. Ab 1940 dann zur Sanitätsabteilung 40.

Eingangsbereich mit den Wachhäuschen

Die Kapazität von anfänglich 300 Betten, stieg bis zum Ende des Krieges auf 2.000 an. Das Lazarett hatte eine Länge von ca.330m.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Lazarett durch die US-Army bis 2007 als Krankenhaus weiter genutzt. 1992 wurde das Gebäude mit Zusatzbauten erweitert.

Ab 2010 wurde das Gebäude entkernt, die Erweiterungsbauten abgerissen und das ehemalige Lazarett in Wohnungen umgewandelt – es entstand der Mönchberg-Park, der auch einige Neubauten beinhaltet.

Auf dem Gelände befindet sich auch der Aurora-Brunnen, der 1939 von dem Bildhauer Fried Heuler angefertigt wurde. Sie stellt die Göttin der Morgenröte dar. Sie soll die neue, aufgehende Zeit (Nationalsozialismus) symbolisieren.

Direkt angeschlossen war der Hochbunker Salvatorstraße, der heute nicht mehr existiert. In ihm befand sich die Luftschutz-Befehlsstelle des Gauleiters Otto Helmuth. Das Gebäude wurde 1988 abgerissen.

LUFTSCHUTZ-KENNZEICHEN

Ein mittlerweile sehr seltener Anblick an deutschen Hauswänden: Die Luftschutz-Kennzeichen an den Fassaden der Altbauten, zumeist in den Großstädten. Ein wunderbares Beispiel habe ich letzthin in Nürnberg in der Bahnhofstraße gefunden. Neben den Kennzeichen ‚LSR‘ mit den Höhenlinien an der Fassade findet man auch den in Nürnberg eher seltenen Bezeichung ‚MD‘ für Mauerdurchbruch ‚IImL‘ für 2m links (nehme ich zumindest an). Durch die Dämmung vieler Altbauten verschwinden immer mehr dieser Zeitzeugen aus dem 2. Weltkrieg. Das macht eine Dokumentation umso wichtiger.

LAUFERTORBUNKER (1941)

Der ursprüngliche Stadttorturm wurde um 1377 wurde quadratisch gebaut und nach dem Zweiten Markgrafenkrieg 1556 zum heute noch bestehenden Rundturm ummantelt, um einen besseren Schutz gegen Geschosse zu bieten.

1941 wurde der Laufertorturm zu einem der 15 Hochbunker Nürnbergs ausgebaut und bot  für ca. 170 Personen (eine andere Zahl lautet 146 Personen) Schutz. Im Zuge des Umbaus wurde eine 1,40m starke Betondecke unter der Plattform eingezogen.

Ende der 1980iger Jahre wurden noch einmal Baumaßen für den Luftschutz durchgeführt und der Turm wurde noch bis 2007 offiziell als Luftschutzbunker geführt.

2023/24 wurde der Turm komplett saniert und Anfang 2026 für die Öffentlichkeit im Rahmen der Sonderführungen des Vereins Nürnberger Unterwelten zugäugig gemacht.

Aussicht über Nürnberg von der Plattform: