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Vorsicht rein kommerzielle Interessen

Seit Ende 2013 wirbt "Wildbiene und Partner" mit ihren "Beehomes" bei Privatpersonen dafür, Ihre kommerzielle Mauerbienen-Vermehrung zu unterstützen:
Privatpersonen sollen künstliche Nisthilfen kaufen – die sogenannten Beehomes» – in denen dann die Mauerbienen der natürlichen Umgebung/Gärten dieser Paten/Göttis nisten. Im September sollen dann die Nester entnommen und mit den lebenden Wildtieren darin an die Firma per Post eingeschickt werden, die sie "sammelt", "erntet", "pflegt" und den grössten Teil der Kokons dann in die Landwirtschaft per Post verschickt und verkauft . Die Beehomes der Paten werden mit neuen, leeren Nestern bestückt, zurückgeschickt und von März bis Juni eine kleine "Startpopulation" mit lebenden Bienen wiederum per Post verschickt, welche in die Beehomes eingesetzt werden. Darin nisten wiederum weitere, natürlich vorkommende Mauerbienen, die wiederum der Natur entnommen und an die Firma gesandt werden etc.
 

Wir erhalten dazu so viele Anfragen, dass sie schon seit Jahren unsere ehrenamtliche Organisation administrativ belasten. Deshalb nehmen wir hier öffentlich Stellung und erklären, weshalb wir das Angebot nicht empfehlen. 

Dank ausgewogener Information können Interessierte abwägen, ob sie das Geschäftsmodell unterstützungswürdig finden oder nicht.

Die Beehomes dienen der rein kommerziellen Vermehrung von 2 Arten von Mauerbienen, die bereits sehr häufig sind und keine Förderung brauchen. Den vielen bedrohten Wildbienen-Arten, die dringend Hilfe brauchen, bringen die Beehomes nichts.

Zur Verkaufsförderung greift die Firma deshalb zu einigen Marketing-Kunstgriffen, welche bei den Kunden ein falsches Bild des Angebots fördern. Wer kritischer hinschaut, entdeckt bald, dass das Angebot nicht so sympathisch, unterstützungswürdig oder nachhaltig ist, wie es sich gibt.

 

Die Problematik des Geschäftsmodells in einem Satz zusammengefasst:

Es entnimmt Wildtiere der Natur
und zwingt 2 häufige Arten
in die Landwirtschaft mit naturfernen Monokulturen und Pestiziden,
in welchen sich diese Wildbienen aus gutem Grund
nicht mehr freiwillig einfinden würden.

 

Unser Argumentarium im Detail:

 

Wem die "Patenschaften" "helfen:

Wem die "Patenschaften" nicht helfen:


Was gegen das Angebot spricht:

 

Seit 2017 hat die Firma neu auch eine deutsche Tochtergesellschaft gegründet, Pollinature. Ausgerechnet mit Sitz in Konstanz, wo sich ein langjährigen Mitbewerber befindet. Auf der neuen Webpräsenz sucht man Hinweise rund ums Thema Pestizide vergeblich.

 

Am 19.1.2018 schockierte die Firma ihre Paten mit einem Newsletter, in dem sie informierte, dass entgegen früherer Kommunikation die "Pflege" neu 25 CHF kosten werde. Damit will sie sich offensichtlich von den Privatpersonen trennen, die den "Rohstoff" Mauerbienen geliefert haben und für die Firma nicht mehr relevant sind, da der Stock nun gross genug ist.
Entlarvend ist dabei, dass den Paten nur die Kosten vorgerechnet werden, nicht aber den Verdienst an den Mauerbienen, die durch die Einsendung "geerntet" und an Landwirte weiterverkauft werden.
Die Götti und Paten sind für die Firma nicht mehr relevant und werden nun auf den einseitigen Beehomes sitzengelassen.

 

Was Sie tun können:

 

Unterstützen Sie uns dabei, ECHTEN Wildbienenschutz zu leisten –
denn Wildbienen brauchen ganz dringend echte Hilfe.

 

Herzlichen Dank!

 

 

 

 

Unlautere Werbung:
"Welt ohne Bienen" oder "Mit einer Wildbienen-Patenschaft erhöhst du die Bestäubung in deiner Umgebung und kannst zudem bei der Erhaltung der Ökosysteme in der ganzen Schweiz selbst aktiv mitwirken." so wird beispielsweise für das Konzept geworben.
Doch die Bestäubung wird nicht erhöht in der Umgebung, im Gegenteil werden ja die natürlich vorkommenden Bestäuber abtransportiert.
Man trägt nicht zur Erhaltung der Ökosysteme bei, denn die Tiere landen isoliert in der industriellen Landwirtschaft.
Es hilft nicht gegen die drohende "Welt ohne Bienen", im Gegenteil werden die Landwirte darin unterstützt, genau so weiter zu machen, wie bisher.

Für alle, die sich wirksam engagieren wollen, damit eine Welt ohne Bienen nicht Wirklichkeit wird, finden hier echte Tipps und Ideen

 

Kein Wildbienen-Freund möchte, dass "seine" Wildbienen hier landen. Deshalb sollte man die Produkte nicht mit dem Kauf unterstützen und die Nester von schon gekauften Homes nicht zurückschicken: Echter Wildbienenschutz ist etwas völlig anderes

 

 

 

Richtlinien im biozyklisch-veganen Anbau

Nachhaltig und vorbildlich nehmen die Richtlinien des biozyklisch-veganen Anbaus wegweisend Stellung zur Bestäubung:

"Die Bestäubung hat auf natürlichem Wege zu geschehen, d h dass sie spontan durch wilde Spezies ohne menschliche Einschränkung erfolgt.
Die Haltung von Insekten, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Hummeln und (Honig-)Bienen in künstlichen Nistvorrichtungen, sei es zum Zweck der Bestäubung oder der kommerziellen Ausnutzung, oder die Nutzung von Dienstleistungen Dritter, die diesen Zweck verfolgen, ist verboten.
Wilde Bestäuber sind durch ein ausreichendes Angebot an Blühpflanzen und Nistmaterial anzusiedeln und zu fördern." 

 

 

Unsere Vorbehalte gegenüber dem Geschäftsmodell der «BeeHomes» haben wir den Inhabern schon direkt nach der Firmengründung 2013 dargelegt.

Wir erhalten seither regelmässig so viele Anfragen dazu, dass sie unsere ehrenamtliche Organisation administrativ enorm belasten. Deshalb nehmen wir hier seit 2015 öffentlich Stellung und erklären, weshalb wir das Angebot nicht empfehlen.

Bilden Sie sich bitte selbst eine Meinung, ob Sie die Angebote unterstützungswürdig finden, oder nicht.

 

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Gemäss Journalismus-Richtlinien sind redaktionelle Beiträge klar von kommerzieller Werbung zu trennen.


Am 5.6.2018 erschien in der Printausgabe von 20min ein Artikel. Wir haben an diesem Bericht nicht mitgewirkt und auch kein Interview gegeben, wie man dort darstellte, die Zitate wurden von der Redakteurin selbst zusammengestellt. Wir möchten in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass eine Werbekooperation zwischen Wildbiene+Partner besteht (die jeweils nicht als Sponsered Content ausgewiesen wird) und es sich beim Artikel aus unserer Sicht um einseitige Werbung handelt, für die wildBee als Aufhänger herhalten sollte. Es gab unseres Wissens auch keinerlei Anlass oder Aktualitätsbezug der das Erscheinen dieses Artikel nötig gemacht hätte.

 

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Ebenfalls als Aufhänger für die Werbeaktion von Wildbiene+Partner nutze der Beobachter im März 2019 unsere Informationen. Auch an diesem Artikel haben wir nicht mitgewirkt und distanzieren uns davon.