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Zunft, die

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GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Zunft · Nominativ Plural: Zünfte
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Zunft‹ als Erstglied: Zunftbrauch · Zunftbrief · Zunftbruder · Zunftehre · Zunftemblem · Zunftgeist · Zunftgenosse · zunftgerecht · Zunfthaus · zünftig · Zunftlade · Zünftler · Zunftmeister · Zunftordnung · Zunftrolle · Zunftwappen · Zunftwesen · Zunftzeichen · Zunftzwang
 ·  mit ›Zunft‹ als Letztglied: Bäckerzunft · Barbierzunft · Bettlerzunft · Brauerzunft · Fleischerzunft · Handwerkszunft · Narrenzunft · Schneiderzunft

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
umgangssprachlich, scherzhaft Berufsgruppe
Beispiele:
die Zunft der Ärzte, Dichter, Gelehrten
zu welcher Zunft gehört er?
er gehört nicht zu unserer Zunft
er ist auch von der Zunft (= vom Fach)
abwertenddas ist, ihr seid ja eine saubere Zunft! (= Clique, Gruppe!)
2.
historisch Körperschaft, der besonders im Mittelalter alle Handwerker eines bestimmten Handwerks zur Wahrung gemeinsamer Interessen, besonders zur Regelung der Ausbildung, Arbeitszeit, der Qualität der Produkte, der Preise, angehören mussten
Beispiele:
die Zunft der Bäcker, Schneider
die mittelalterlichen Zünfte
die Regeln, Bräuche der Zünfte
die Handwerker organisierten sich in Zünften
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Zunft · zünftig
Zunft f. ‘Zusammenschluß von Handwerkern zur gemeinsamen Interessenwahrung, Innung’, ahd. zumft, gizumft, -zunft ‘Gemeinschaft, Zusammenkunft, Übereinkunft, Vertrag’ (9. Jh.), mhd. zunft, zumft ‘Regel, Schicklichkeit, Würde, nach bestimmten Regeln eingerichtete Gesellschaft, Verein’, mit Wandel von m zu n (s. Kunft und kommen) schwundstufiges ti-Abstraktum zu dem unter ziemen (s. d.) behandelten Verb. Von der alten Verbalbedeutung ‘passen, sich gehören, angemessen sein, gebühren’ und daher ‘innerlich und äußerlich übereinstimmen’ ausgehend, steht das Substantiv zunächst für ‘Vertrag, Regel, nach der eine Gemeinschaft lebt’, danach für ‘Vereinigung (von Handwerkern)’. Zunft ist ein obd. Wort (13. Jh. Basel, bald auch Ulm, Würzburg), begegnet im 14. Jh. am Mittelrhein und wandert weiter nach Osten. Lange Zeit wird es mit bedeutungsverwandten Wörtern verbunden, vgl. Bruoderschaft und Zunft (15. Jh.), Zunft oder Gilde (16. Jh.), Compagnien, Zünfte, Innungen (17. Jh.). – zünftig Adj. ‘zur Zunft gehörend, sie betreffend’, in neuerer Sprache ‘tüchtig, gehörig, ordentlich’, ahd. zumftīg ‘friedlich, ruhig’ (um 900; gizumftīg ‘übereinstimmend’, 9. Jh.), spätmhd. zünftic ‘einer Zunft angehörend’.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Gewerk (Bau) · Gilde · Innung · Zunft
Oberbegriffe
Assoziationen

Amt · Zunft

Berufsstand · Gewerbe · Zunft
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Zunft‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Zunft‹.

Legende: Adjektive Substantive

Verwendungsbeispiele für ›Zunft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie gehörten, soviel bekannt, den Zünften zu gleichem Recht mit an. [Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, Tübingen: Mohr 1920 [1916-1919], S. 387]
Kulturell führend sind die Städte mit ihrer als Zünfte organisierten Ordnung. [Flemming, W.: Reformationszeit. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia 2000 [1961]]
Aber dieses ganze Volk sah mehr nach mittelalterlicher Zunft als nach modernen Arbeitern aus. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1953. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1953], S. 348]
Letztere gehören zur Zunft der Schauspieler, von denen sich im Fernsehen immer noch einige herumtreiben. [Die Zeit, 03.02.2000]
Sonst hätte sich nicht fast die gesamte Zunft gegen ihn gestellt. [Die Zeit, 02.06.1999]
Zitationshilfe
„Zunft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zunft>.

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