Warum es sie nicht gibt
Die Vorstellung einer Frau ist destruktiv, weil die Hintergründe von ihr unbekannt sind. Genau wie die Hintergründe ihres Weiterlebens. Jene Vorstellung müsste immer das tote Abbild einer überraschenden Wirklichkeit sein, deren Ursprung unergründlich bleibt. Sonst nimmt man nicht wahr, sondern tötet die Bewusstwerdung direkt beim sehen.
Gewiss ist der Satz "sie gibt es nicht" in einem niedrigen Bewusstseinszustand falsch, aber wie so oft in der Sprache kann eine zunächst widersprüchlich erscheinende Behauptung wie diese unerwartet viele Wahrheiten enthalten. Durch Erklärung oder durch die Beziehung zur Weisheit. Manch einer quält sich durch das Studium des Wissens ohne je einzusehen, dass jegliche Begabung dazu ein ewiges Talent aus einer Liebe ist, die nie intendiert hat, dem Geliebten jemals abzusprechen, was sie ihm einmal zugesprochen hat. Das Leben. Das Lieben. Die Bewegung. Es mag eine der schwereren Einsichten des Mannes sein, wenn er sehen darf, was die "Nichtexistenz der Frau" in der Erleuchtung bedeutet. Weil es neben dem "Denken an Gott" kein wahrhaftiges Denken im Mann gibt wie das Denken an eine Frau (oder eine देव!). Und dann muss der Mann unweigerlich auf die Frage eine Antwort finden, ob es überhaupt Frauen gibt. Es ist eine göttlichr Erkenntnis und keine, die alleine in einem isolierten Körper entsteht: mulier non cognosco.
Denn alles was die Frau ist, ist sie nicht selbst. Sie ist frei und ein unfassbares Ergebnis der Schöpfung Eine unbeschreibliche Schöpfung. Trotz der Ermangelung einer Erklärung darf ein Teil ihrer Existenz angenommen werden, der allein im Manne liegt. Dieses "Lieben" oder Faszinieren als auch das "Objekt der Faszination" sind (leider) ein Trugbild.
Ohne eine Herkunft kann es nicht da sein. Die Entstehung einer Frau ist aber so vielfältig und undurchschaubar, wodurch ein Realitätsbegriff deshalb auszuschließen ist, wegen der brutalen Folgene der "Du-bist-Sätze". Natürlich könnte der Mann eine Frau dadurch neu erschaffen (oder sich selbst), jedoch würde er damit die Quelle der Anmut ersticken, die jeder Frau eigen ist. Wie erfolgreich er dabei überhaupt sein könnte mal außen vor gelassen. Niemals könnte der Mann ein so gewaltiges Du-bist aussprechen, wie jenes was einem solchen vorausgegangen sein muss, jenes, was die Frau erst vom Schöpfer selbst erschaffen hat. Hier helfen auch keine Ausflüchte wie "Du bist meine Schwester" oder "Ich bin Jesus". Wo ein Mann den Anfang einer Frau nicht sein lassen kann, dort wird er sie beenden. Frauen sind nicht dafür geschaffen so einfach zu enden. Sie sind für ein Weiterleben bestimmt, aus denselben Quellen wie die ihrer ersten Entstehung. Als Mann muss man dich wohl selbst fragen ob man diesen Umstand so ohne Weiteres auf die Frau projizieren will. Was ist ein Mann der sich selbst ernsthaft mit seiner Herkunft beschäftigt, wenn nicht ein Mann mit Beziehung zu Gott? Dies allein zu tun kann aber überfordern und artet wohl in großen Frevel aus. Der Fokus irritiert und die Wahrheit scheint zu verwirren, wenn die Geschichte nicht bei den Eltern beginnt. Die Beschäftigung mit der Quelle kann einen die Quelle übersehen lassen. Verdursten lassen. Weiterleben ist nicht unbedingt ein Denken. Genausowenig ist die Frau zwangsläufig ein Gedanke.

