Abstract
Professionen – im Gesundheitswesen beispielsweise Pflege und Medizin – zeichnen sich durch bestimmte Merkmale wie wissenschaftsbasierte Ausbildung, Selbstverwaltung und ethische Selbstverpflichtung aus. Die je spezifische Professionszugehörigkeit formt das Denken und Handeln. Dies umfasst die eigene, in ethischen Kodizes explizierte, normative Logik, die sich auch auf die Interaktion von Professionen untereinander auswirkt. In diesem komplexen Zusammenspiel können die unterschiedlichen Zugänge zu Behandlungssituationen und das jeweils eigene berufliche Selbstverständnis von Pflege und Medizin zu differierenden Bewertungen und Teamkonflikten über die angemessene Behandlung führen. Der Beitrag plädiert für eine Besinnung auf gemeinsame, zentrale Ziele professionsethischer Kodizes von Pflege und Medizin und deren Reflektion im interprofessionellen Handeln des klinischen Alltags. Hierfür bedarf es der regelhaften und longitudinalen Integration interprofessionellen Lernens – auch zu ethischen Frage- und Problemstellungen.