How things happen: Divine-natural law in spinoza
Abstract
Niemand bezweifelt, daß nach Spinoza der Lauf der Dinge nicht auf übernatürliche Weise, d. h. durch irgend etwas außerhalb der Natur erklärt werden kann. Aber weniger klar ist, wie radikal seine Sicht der Naturgesetze zu verstehen ist und wie sein Erklärungsapparat arbeiten soll. Können wir zum Beispiel von einem göttlichen Gesetzgeber absehen und doch die Naturgesetze als herrschende Regeln akzeptieren - vielleicht in Verbindung mit den unendlichen Modi? Dieser Aufsatz legt eine andere Sicht dar. Spinoza schrieb von » Gesetzen oder der Natur'. Nicht Gesetze sind es für ihn, die die Dinge geschehen lassen, sondern Ursachen; sie sollten somit bei der Erklärung, warum etwas geschieht, Berücksichtigung finden. Von Naturgesetzen können wir sprechen, sofern wir nicht der Vorstellung erliegen, sie seien getrennt vom Lauf der Dinge. Spinozas Position legt nahe, daß es auf das ankommt, was in der Natur geschieht: Fragen zum Status der Gesetze und ihrer Beziehung zu Dingen und Ereignissen sollten sich folglich nicht mehr stellen