Abstract
Der Begriff „Metaphilosophie“ wird zum ersten Mal von Reinhold im Sinne einer abgeleiteten, von einer vorhergehenden Philosophie abhängigen Nachphilosophie gebraucht. Gegenwärtig versteht man darunter eine Philosophie der Philosophie. Es wird dafür plädiert, allen drei Bedeutungsdimensionen der Vorsilbe „metá-“ Rechnung zu tragen: Nachphilosophie,Mitphilosophie und Philosophiephilosophie. Keine Metaphilosophie wird der Allgemeinheit des Philosophie- und Metaphilosophiebegriffs gerecht. Das muss im Rahmen einer perspektivistischen Kritik, der Destruktion und Rekonstruktion metaphilosophischer Aussagen und Theorien, nachgewiesen werden. Dennoch ist die Metaphilosophie eine natürliche und notwendige Begleiterin der philosophischen Praxis. Ein ausdifferenziertes und perspektivistisches, zugleich auf Universalität und Inklusion ausgerichtetes Verständnis der Metaphilosophie – die der aktuellen Lage und den Anforderungen angemessene Meta-Metaphilosophie – kann sie dem Erfüllen ihres disziplinären Zwecks näherbringen.