Abstract
Assistive Technologien wie die 3D-gedruckte Prothese des Netzwerks e-NABLE, das ehrenamtliche Unterstützung für die Herstellung von Prothesen für Menschen mit fehlenden Gliedmaßen anbietet, ermöglichen Menschen mit Behinderungen eine verbesserte Teilhabe am Alltagsleben, indem sie körperliche Differenzen ausgleichen (sollen). Dabei prägen kulturelle Praktiken und gesellschaftliche Umstände das Verständnis von assistiver (Gesundheits-)Technik und Körper. Bei Kindern mit Behinderungen erfordert die Forschung einen sensiblen Ansatz. Der vorliegende Beitrag diskutiert geeignete Zugänge und Methoden für Interviews und ethnographische Gesprächsführung mit Kindern mit Körperdifferenzen an Händen und Armen, die eine e-NABLE Prothese verwenden, um somatechnische Erfahrungen unter Einsatz einer interdisziplinären Methode zu untersuchen. Dies geschieht im Rahmen des Projekts „Additive Manufacturing: Enabling-Technologien in der Kindheit“, das den Technikentwicklungsprozess, die Nutzung der 3D-gedruckten Prothesen bei Kindern sowie die damit verbundenen sozio-kulturellen Aspekte in den Blick nimmt. Diese umfassende Betrachtung hilft, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie die Kinder ihre Prothesen im Kontext ihrer Lebenswelten wahrnehmen und einsetzen. Dieser Beitrag fokussiert die Frage danach, wie ein ethnographisches Gespräch mit solchen Kindern angemessen durchgeführt werden kann. Da sozialwissenschaftliche Befragungsmethoden von Kindern an ihre Grenzen stoßen, wird ein interdisziplinärer Ansatz vorgestellt, der Methoden aus der Designforschung in die sozialwissenschaftlich-ethnographische Gesprächsführung integriert.