Dear Kelly

Watched 11 Jul 2026

Andrew Callaghans Methode läuft sich immer sehr schnell tot und ist längst nicht so produktiv, wie er immer insinuiert. Denn Callahan verwechselt stets „Einordnung“ und „Framing“. Letzteres will er um jeden Preis vermeiden, dabei springt jedoch immer Ersteres über die Klinge.

Denn hier kommen wie sonst auch praktisch keine Expert:innen zu Wort, die Inhalt und Protagonist:innen einbetten in etwa den aktuellen Stand der psychologischen, soziologischen und politikwissenschaftlichen Forschung. Callaghan beruft sich zwar hier und da auf wissenschaftliche Erkenntnisse, stellt diese jedoch auf eine Ebene mit seinen eigenen, ganz persönlichen Beobachtungen, aus denen er dann eigene Theorien spinnt.

Callaghan ist ohne Frage kompetent und absolut nicht ahnungslos, was die Räume angeht, in die er sich begibt. Aber er ist nicht qualifiziert genug, daraus Schlussfolgerungen zu ziehen, die über Küchenpsychologie hinausgehen. Und darauf zu vertrauen, dass sein Publikum es wäre, ist fahrlässig und kein Journalismus.

Deshalb verpuffen viele von Callaghans Videos und auch dieser Film derart im Nichts – stets nach dem Muster: „Na ja, jetzt haben wir ja alles gezeigt, alles probiert, und es hat sich nichts geändert, jetzt ist das halt so, was willste machen? Bye!“ Aus Zuschauer:innensicht ist das unbefriedigend, aus journalistischer Perspektive – und diese Maßstäbe müssen hier unbedingt angelegt werden – ein eklatantes Versagen.

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