Gestern Nacht war ich am Hafen,
es ist eine schöne, friedliche Atmosphäre dort,
die Hafenanlagen und Kräne werfen ihre Lichtfinger
aufs Wasser, kleine Wellen platschen gegen die Kaimauern,
erzählen von Frieden und Unvergänglichkeit,
glätten ein wenig die Wogen in meinem Innern.
Dort drüben lag damals dieses Weltkriegs U-Boot, das man
heute irgendwo gegen Geld besichtigen kann.
Ich frage mich, wie sie sich damals wohl gefühlt haben,
dort unten, sich unter den Wellen versteckend,
immer in der Furcht vor dem Ping des ASDIC feindlicher Schiffe,
erst leise und entfernt, sich nähernd, dann klar und deutlich,
ein Ping, das sagt, wir haben euch gefunden,
ein Ping, das sagt, ihr seid zu langsam,
ein Ping, das bedeutet, dass es vorbei ist,
ein Ping, das bedeutet. dass die Bomben kommen
und sie für immer auf den Meeresgrund
schicken.
Aus dem Dunkel heraus nähern sich Schritte,
holen mich aus meinen Gedanken in die Realität
zurück. Eine Gestalt schält sich aus dem Dunkel,
wir gehen auf einander zu, ein kurzer Seitenblick,
dann sind wir auch schon aneinander vorbei.
Einen kurzen Moment verharre ich, denke darüber nach,
welche Motive wohl den Anderen zu diesem Zeitpunkt
an diesen Ort gebracht haben,
stelle mit grimmiger Erleichterung fest, dass es
zumindest nicht die Gier nach meiner Brieftasche
war.
Weiter draussen sehe ich die Lichter
eines auslaufenden Schiffes,
wohin es wohl fahren mag?
Ich glaube was mir an diesem Anblick immer so gefällt,
ist dieses langsame lautlose Entgleiten,
das für einen Abschied so viel angemessener
ist, als das ohrenbetäubende Dröhnen eines Flugzeugs,
das in wenigen Sekunden deinem Blickfeld
entschwindet.
In meinen Gedanken füge ich der Ladung
dieses Schiffes etwas hinzu,
ein kleines Bündel,das ich ganz behutsam
mit ihm auf die Reise schicke.
Die Lichter des Schiffes verblassen in der Ferne.
Mir ist kalt und ich gehe langsam wieder
zu meinem Auto zurück.
Und tief in meiner Seele spüre ich
ein klares und deutliches
Ping