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Verjauchung - Verjüngu

Bild 16.134: Verjauchung - Verjüngung
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Verjüngung# in der Biologie die Erneuerung oder Fortpflanzung eines Lebewesens ohne vorhergegangene geschlechtli / 332
Verjüngung _2# in der Architektur das allmähliche Dünnerwerden eines Säulenschafts oder eines Pfeilers in / 71

Seite 16.134

Verjüngung

403 Wörter, 3'088 Zeichen

Land- und Forstwirtschaft — Forstwesen


Titel
Elemente zu Verjüngung:

1) die Verjüngung durch Entwickelung von Knospen, Schößlingen, Trieben

2) die Verjüngung durch Selbstteilung bei nachheriger oder schon vorher begonnener Sprossung findet sich namentlich

3) Hat man auch das Auftreten niederer Tiere in immer neuen

[16.135] Verjüngung in der Architektur das allmähliche Dünnerwerden

Verjüngung,

in der Biologie die Erneuerung oder Fortpflanzung eines Lebewesens ohne vorhergegangene geschlechtliche Erzeugung. Unter diesem Begriff faßt man indessen mannigfache, zum Teil recht verschiedene Vorgänge zusammen:

Knosos - Knospe

Bild 9.887: Knosos - Knospe
* 2 Knospen.

1) die Verjüngung durch Entwickelung von Knospen, [* 2] Schößlingen, Trieben, Ranken etc., die in Verbindung mit dem Mutterstock bleiben (wie beim Neuergrünen der zwei- und mehrjährigen Pflanzen, dem Weitersprossen der Stockkorallen etc.) oder sich auch neu (wie Stecklinge) einwurzeln können. So z. B. biegen sich die Brombeerranken abwärts, dringen mit der Spitze in den Boden ein und schlagen dort Wurzel; [* 3] ebenso biegt sich der nichtblühende Mittelzweig des dreiteiligen Stengels der Männertreu (Veronica Chamaedrys) im Herbst zum Boden und erzeugt durch Einwurzelung eine neue Pflanze.

Bei vielen tropischen Pflanzen, z. B. bei dem auf Bäumen keimenden heiligen Feigenbaum (Ficus religiosa), verjüngt sich der Stamm durch senkrecht herabsteigende Luftwurzeln, die zu ebenso vielen Stämmen und säulenförmigen Trägern des weit ausgebreiteten Laubdaches auswachsen. In andern Fällen lösen sich die Knöspchen (Sporen, Knollen, [* 4] Zwiebelchen) freiwillig von der Mutterpflanze ab und wurzeln selbständig im Boden, z. B. beim Scharbockkraut (Ranunculus Ficaria);



Verjüngung - Verkehrss

Bild 16.135: Verjüngung - Verkehrssteuern
* 5 Seite 16.135.

2) die Verjüngung durch Selbstteilung bei nachheriger oder schon vorher begonnener Sprossung findet sich namentlich bei niedern Pflanzen und Tieren, z. B. bei den Arten des Süßwasserpolypen (Hydra), welche pflanzenartig Knospen bilden, die sich ablösen und selbständig leben, bei Hydroidpolypen, aus denen Medusen absprossen, bei Ringelwürmern, namentlich Naiden, die sich durch Sprossung verlängern und dann in zwei und mehr Individuen zerfallen, bei Seesternen und andern Stachelhäutern, ¶

mehr

die sich freiwillig in mehrere Stücke teilen und sich dann durch Neusprossung zu ebenso vielen vollständigen Individuen ergänzen.

3) Hat man auch das Auftreten niederer Tiere in immer neuen, veränderten Gestalten (s. Metamorphose) sowie die Häutung, Mauserung, Geweiherneuerung der Tiere etc. zu den Verjüngungserscheinungen gerechnet, ja manche Biologen, wie z. B. Schultz-Schultzenstein, betrachteten alles Weiterwachstum durch Hinzufügung gleichartiger Glieder [* 6] als Verjüngung, und im weitern Sinn gehört auch die geschlechtliche Fortpflanzung hierher, die das Lebewesen auf seine Anfangsstufe zurückführt.

Vgl.   A. Braun, Betrachtungen über die Erscheinung der in der Natur (Leipz. 1851), und die einschlägigen Schriften von Schultz-Schultzenstein (s. d.).

Verjüngung,

in der Architektur das allmähliche Dünnerwerden eines Säulenschafts oder eines Pfeilers in der Richtung von unten nach oben;

Auge des Menschen

Bild 2.74a: Auge des Menschen
* 7 Auge.

in der Perspektive das allmähliche scheinbare Kleinerwerden entfernter Gegenstände in dem Grad, als sie sich vom Auge [* 7] entfernen.

Diese subjektive Erscheinung muß auch in der perspektivischen Zeichnung zum Ausdruck gelangen;

in verjüngtem Maßstab, [* 8] s. v. w. in verkleinertem Maßstab. - Bei den Zimmerleuten ist Verjüngung s. v. w. Abschrägung eines Holzstücks;

über forstliche s. Bestandsgründung.

Ende Verjüngung
→ weiter zu Seite 16.135: Verkalkung ⟹ s. Kalcination und Verhärtung.
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Quelle: Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 16. Band, Seite 134 im Internet seit 2005; Text geprüft am 9.1.2010; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//verjuengung

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Siehe auch:

  • 16.92 Ver
  • 16.135 Verjüngung
  • 66.218 Ver

* 8 Bilder dazu:

  • 7Auge
  • 6Glieder
  • 4Knollen
  • 2Knospen
  • 8Maßstab
  • 3Wurzel
  • 1_Seite 16.134
  • 5_Seite 16.135
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