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Tooke - Topasbrack

Bild 65.902: Tooke - Topasbrack
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3 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
TopasMineral aus der Ordnung der Silikate (Andalusitgruppe), kristallisiert in säulenförmigen, / 357
Topas _2(frz. topaze; engl. Topaz), ein Schmuckstein von nicht seltenem Vorkommen, der aber wegen seines / 415
Topas _3ein Edelstein, der rhombisch, meist in achtflächigen, von Pyramiden und Domen begrenzten Säulen / 482

Seite 65.902

Topas

1'254 Wörter, 9'348 Zeichen

Mineralogie und Geologie — Physiographie — Geolithe


Titel
Elemente zu Topas:

1) oder mit Geradendfläche

Topas,

[* 1] ein Edelstein, der rhombisch, meist in achtflächigen, von Pyramiden und Domen begrenzten Säulen [* 3] ohne (s. nachstehende Abbildung 1) oder mit Geradendfläche (s. Abbildung 2) krystallisiert. An sich farblos, erscheint er oft weingelb, auch grün, blau, selten rosa. Er ist durchsichtig, hat Glasglanz und ist vollkommen spaltbar nach der Geradendfläche; sein spec. Gewicht beträgt 3,5, seine Härte 8. Vor dem Lötrohr [* 4] ist er unschmelzbar, von Salzsäure unangreifbar.

Mikroskop

Bild 11.601: Mikroskop
* 5 Mikroskop.

Die Analyse ergiebt 47,2 Proz. Thonerde, 27,7 Kieselsäure, 15,5 Fluoraluminium und 9,6 Fluorsilicium (mit 17,5 Fluor); er ist eine Mischung von 5 Molekülen Zweidrittel-Aluminiumsilikat mit 1 Molekül des analogen Kieselfluoraluminiums, 5 Al2SiO5 + Al2SiF10, worin aber ein Teil von F durch OH vertreten wird. Unter dem Mikroskop [* 5] zeigt er häufig Flüssigkeitseinschlüsse, darunter auch solche von flüssiger Kohlensäure. Der Topas findet sich unter anderm am Schneckenstein bei Gottesberg (im Topasfels, s. d.), zu Ehrenfriedersdorf, Schlaggenwald in Böhmen, [* 6] in Cornwall, zu Cairngorm in Schottland, namentlich schön aber im Ural und in Transbaikalien sowie bei Villarica in Brasilien, [* 7] zu Stoneham in Maine (fast durchsichtige, bis 6 cm lange Krystalle).

Nur ein parallel-stengliges Aggregat von Topas ist der Pyknit von Altenberg im Erzgebirge. Sehr merkwürdig sind die aus Tasmanien und aus Sachsen [* 8] bekannt gewordenen Quarzporphyre, deren Feldspat in Topas umgewandelt ist. Überhaupt sind einerseits die alten granitischen Gesteine, [* 9] andererseits die Zinnerzlagerstätten die Hauptheimat des Topas, ganz ausnahmsweise fand er sich mit Granat [* 10] in Höhlungen tertiärer Rhyolithe von Colorado und Utah. Auch kommt er losgelöst im Flußsande vor, wie die schönen wasserhellen Gerölle von aus Brasilien, die Pingos d'agoa, oder Gouttes d'eau (d. h. Wassertropfen) genannt werden.

Edelsteine

Bild 5.312a: Edelsteine
* 11 Edelsteine.

Die schön gefärbten und durchsichtigen Varietäten werden als Edelsteine [* 11] benutzt und erhalten gewöhnlich Treppen- oder Tafelschnitt, die wasserhellen Brillantschliff; die weniger schön gefärbten, z. B. die sächsischen, bekommen eine Goldfolie als Unterlage. Die gewöhnlichen weingelben Topas Sachsens haben heute kaum einen Marktpreis von 8 bis 10 M., während sie bei ihrem Bekanntwerden 1737 mit 300 M. bezahlt wurden. Der bedeutende Export der brasil. Topasgeschiebe läßt auch eine Preisbesserung des Topas nicht erwarten.

Zudem werden Amethyste und Rauchquarz in großer Menge durch Erhitzen gelb gemacht (wie auch die minder schönen Topas) und als Topas (Goldtopase, s. Edelsteinimitationen) verkauft. Die unbrauchbaren Steine (Topasbrack) dienen als Schleifpulver für andere Edelsteine. Der böhmische und falsche indische Topas ist nur gelblich gefärbter Bergkrystall (Citrin, s. Böhmische Steine), der falsche Topas ist gelber Flußspat [* 12] und der orientalische oder Saphirtopas ist gelber Saphir.

Die verschieden gefärbten echten Topas haben im Handel sehr verschiedene Bezeichnungen; so nennt man den meergrünen sibirischen Topas Aquamarin, den rosenroten brasilianischen und sibirischen brasilianischen Rubin, den bläulichen sibirischen brasilianischen Saphir, den goldgelben brasilianischen Topas schlechthin, den safrangelben indischen und brasilianischen indischen Topas, den sächsischen weingelben sächsischen Chrysolith. Die künstliche Herstellung von Topas ist noch nicht gelungen. Dagegen kann er durch Glasflüsse, denen Uranoxyd als Färbemittel zugesetzt ist, nachgeahmt werden. Eine Ersetzung des Topas durch minderwertige Steine dürfte infolge seines billigen Preises nur selten vorkommen.

[* 1] ^[Abb. 1.]

[* 1] ^[Abb. 2.]

Ende Topas (0)
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Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Quelle: Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 15. Band, Seite 900 [Suche = 65.902] im Internet seit 2005; Text geprüft am 15.8.2014; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//topas/65_0902

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Siehe auch:

  • 15.754 Top
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  • 65.902 Top
  • 65.902 Topasbrack
  • 65.903 Topasfels
  • 65.903 Topaskolibri

* 12 Bilder dazu:

  • 7Brasilien
  • 6Böhmen
  • 11Edelsteine
  • 12Flußspat
  • 9Gesteine
  • 10Granat
  • 4Lötrohr
  • 5Mikroskop
  • 8Sachsen
  • 3Säulen
  • 2_Seite 65.902
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