☰

eLexikon

Bewährtes Wissen in aktueller Form

Main

Statz - Staubeinatmung

Bild 15.245: Statz - Staubeinatmungskrankheiten
Seite 15.245.
<
Überblick der Artikel
3 ArtikelTextanfang / Anzahl Wörter
Staubin der atmosphärischen Luft enthaltene Körperchen verschiedener Art, welche bei gewisser Größe / 605
Staub _2Die Verunreinigung der Luft durch kleine feste Körperchen unorganischen oder organischen Ursprungs / 1253
Staub _3die der Luft beigemengten Teilchen fester unorganischer und organischer Körper. (S. Atmosphäre. / 216

Seite 15.245

Staub

3 Seiten, 2'074 Wörter, 14'920 Zeichen



Staub,

in der atmosphärischen Luft enthaltene Körperchen verschiedener Art, welche bei gewisser Größe oder massenhafter Anhäufung dem bloßen Auge [* 2] sichtbar, aber auch in vollkommen rein erscheinender Luft immer noch nachweisbar sind. Man unterscheidet gröbere Stäubchen, die, von Winden [* 3] oder vom Kehrbesen aufgewirbelt, bei einigermaßen ruhiger Luft bald niederfallen; Sonnenstäubchen, die nur im Sonnenstrahl sichtbar sind und auch in scheinbar ruhiger Zimmerluft meist nicht zu Boden sinken; endlich unsichtbare Stäubchen, die nur künstlich nachweisbar sind und auch in ruhigster Luft sich schwebend erhalten.

Mineralien und Gestein

Bild 11.646a: Mineralien und Gesteine
* 4 Gesteine.

Der S. entsteht hauptsächlich durch die Verwitterung der Gesteine, [* 4] wodurch diese in feinste Teilchen zerfallen, auch die Vulkane [* 5] werfen Staubmassen aus, die in weite Entfernungen getragen werden; er entsteht ferner durch zahlreiche Verbrennungsprozesse, die Ruß und Asche liefern; in jedem S. finden sich auch Pollenkörner, [* 6] Sporen der Kryptogamen und Keime der niedersten Organismen. Endlich erzeugt der Mensch durch seine Thätigkeit beständig S. Aus Flüssigkeiten und von feuchten Oberflächen gelangen niemals Teilchen als S. in die Luft, solange sich jene Substrate in Ruhe befinden; wohl aber kann durch Verspritzen heftig bewegter Flüssigkeiten oder durch Schaumbildung ein solcher Übergang bewirkt werden.

In der Regel wird jedoch Austrocknung und nachfolgende Zerkleinerung die Veranlassung zum Zerstäuben von Pilzvegetationen in Flüssigkeiten und von gelösten nicht flüchtigen Substanzen sein. Die Zerkleinerung aber braucht nicht immer durch mechanische Wirkungen zu erfolgen, sie kann vielmehr auch eine Folge der geringen Bewegungen sein, welche durch Temperaturänderungen bedingt sind und leicht Zusammenhangstrennungen, Ablösungen von Partikelchen herbeiführen.

Wetter (Wetterkarten u

Bild 16.570: Wetter (Wetterkarten und Wetterberichte)
* 7 Wetter.

Landluft enthält weniger S. als Stadtluft, im Winter und Frühjahr und nach Regen ist die Luft ärmer an S. als im Sommer und Herbst und nach langer Dürre. 1 cbm Landluft enthält bei trocknem Wetter [* 7] 3-4,5, bei feuchtem 0,15 mg S., in Fabriken fand man bis 175 mg S. Aller S. besteht, seiner Bildung entsprechend, aus mineralischen und organischen Substanzen; unter letztern interessieren hauptsächlich die Keime niederster Organismen, welche unter den feinsten Staubteilen zu suchen sind.

Stets enthält die Luft Sporen von Schimmelpilzen, im März am wenigsten (5480 in 1 cbm), im Juni bis 54,460, nach Regen mehr als nach Trockenheit. An Bakterien ist die Luft im Winter arm (53), im Herbst am reichsten (121), nach Regen weniger reich als bei Dürre. Stadtluft enthält ungleich mehr Bakterien als Landluft. Die angegebenen Zahlen müssen bei der Unvollkommenheit der Methode, nach welcher sie gewonnen wurden, im allgemeinen als zu niedrig betrachtet werden. Der in der Luft vorkommende S. gelangt vorzüglich durch die Respirationsorgane zur Einwirkung auf den Menschen, wenn auch nur ein Teil des Staubes in den Respirationsorganen zurückbleibt; die feinsten Staubpartikelchen werden fast vollständig wieder ausgeatmet.

Der S., welcher an den Wänden der Luftwege hängen bleibt, wird durch das Flimmerepithel, welches diese bedeckt, wieder aus dem Körper entfernt. Vermag das Epithel die Staubmassen nicht zu bewältigen, so entstehen krampfhafte Bewegungen, wie Räuspern, Husten etc., zur Herausbeförderung der staubhaltigen Schleimmassen. Reichen auch diese Hilfsmittel nicht mehr aus, so entstehen Störungen, welche je nach der Art des eingeatmeten Staubes verschieden charakterisiert sind.

Magenbiesfliege - Mage

Bild 11.63: Magenbiesfliege - Magenentzündung
* 8 Magen.

Nur mechanisch reizender S. erzeugt die Staubeinatmungskrankheiten (s. d.); S., welcher aus Partikelchen giftiger Substanzen besteht, erzeugt namentlich durch den in den Mund und in den Magen [* 8] gelangenden Anteil eigentümliche Krankheitserscheinungen, am wichtigsten aber sind die Keime solcher Organismen, welche als Krankheitserreger zu betrachten sind. Man muß annehmen, daß jene Keime ebensogut wie alle übrigen in Staubform auftreten können, und in der That sind mehrere derselben im S. nachgewiesen worden. Die Übertragung von Krankheiten durch den S. der Luft ist mithin sehr wohl möglich, sofern nur nicht jene Keime durch das Austrocknen ihre Entwickelungsfähigkeit einbüßen.

Vgl.   Renk, Die Luft (»Handbuch der Hygieine«, von Pettenkofer und Ziemssen, Tl. 1, Abt. 2, Leipz. 1886);

Tissandier, Les poussières de l'air (Par. 1877).

Ende Staub (0)
→ weiter zu Seite 15.245: Staubbach ⟹ s. Lütschine.
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Quelle: Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 15. Band, Seite 245 im Internet seit 2005; Text geprüft am 28.1.2008; publiziert von Peter Hug; Abruf am 23.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//staub/15_0245

◄◄ .     ►►

Menü
map
  • ⁝ Home
  • 🗁 öffne ...
  • 🗍 Seite 15.245
  • ? Seite
  • > Staub
  • ? Artikel
  • (kurz)
  • ∫ Portal
  • ☛ A – Z
  • ⮺ Bilder
  • ⚟ Blättern
  • ⛬ Index
  • ⣿ Inhalt
  • 📅 Datum
  • ∑ Übersicht
  • ♛ Werke
  • ✈ Themen
  • ⭳ Download
  • 📉 Statistik
  • Ω Symbol
  • ⌥ Option
  • © Original
  • + Ergänzung
  • ? Hilfe
  • ⁇ FAQ Fragen
  • ⛭ Technik
  • @ Kontakt
  • ⛉ Datenschutz
  • § Impressum

Siehe auch:

  • 15.245 Staubbach
  • 15.245 Staubbeutel
  • 15.245 Staubbilder
  • 15.245 Staubbrand
  • 15.245 Staubeinatmungskrankheiten
  • 15.246 Stäuben
  • 15.246 Staubewässerung
  • 15.246 Staubfaden
  • 15.246 Staubfiguren
  • 15.246 Staubgefäße
  • 15.247 Stäubling
  • 15.247 Staubregen
  • 15.248 Staubspritze
  • 15.248 Staubstrommethode
  • 18.894 Staub
  • 18.896 Staubexplosionen
  • 18.897 Staubsammler
  • 45.688 STAUBBACH
  • 45.689 STAUBBACH_3
  • 45.689 STAUBERNKANZEL
  • 45.689 STAUBHAUSEN
  • 45.689 STAUBISHUB
  • 65.273 Staub
  • 65.273 Staubbach
  • 65.273 Staubbäche
  • 65.273 Staubbeutel
  • 65.273 Staubbilder
  • 65.273 Staubblätter
  • 65.273 Staubbrand
  • 65.273 Staubeinatmungskrankheiten
  • 65.273 Staubexplosionen
  • 65.273 Staubfaden
  • 65.273 Staubfeuerung
  • 65.273 Staubfiguren
  • 65.273 Staubgefäße
  • 65.274 Staubinhalationskrankheiten
  • 65.274 Staublaus
  • 65.274 Stäubling
  • 65.274 Staubregen
  • 65.274 Staubsammler
  • 65.274 Staubspritze
  • 65.274 Staubverfahren

* 8 Bilder dazu:

  • 2Auge
  • 4Gesteine
  • 8Magen
  • 6Pollenkörner
  • 5Vulkane
  • 7Wetter
  • 3Winden
  • 1_Seite 15.245
Sie sind hier: eLexikon > Meyers > Band 15 > Seite 15.245 > Staub
-A     +A