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Quarz - Quase

Bild 13.498: Quarz - Quase
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QuarzMineral aus der Ordnung der Anhydride, kristallisiert hexagonal tetartoedrisch und tritt in / 521

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Quarz

521 Wörter, 4'216 Zeichen

Mineralogie und Geologie — Physiographie — Metalloïdoxyde



Quarz,

Mineral aus der Ordnung der Anhydride, kristallisiert hexagonal tetartoedrisch und tritt in sehr zahlreichen Formen (über 160 beschrieben) auf. Die Kristalle [* 3] sind ein- und aufgewachsen, zum Teil zu Gruppen und Drusen [* 4] vereinigt, mikroskopisch klein, aber auch von mehr als Klafterlänge, nicht selten auffallend verzerrt; außerdem findet sich der Quarz in stängeligen (zum Teil in freie Kristallspitzen auslaufenden) und faserigen Aggregaten, noch häufiger derb in körniger bis dichter (oder kryptokristallinischer) Zusammensetzung, häufig auch pseudomorph nach sehr vielen Mineralien [* 5] sowie als Versteinerungsmittel, in Geschieben (Kiesel, Quarzkiesel) und als Sand.

Strafverschärfungsgrün

Bild 65.406: Strafverschärfungsgründe - Strahlenbrechung
* 6 Strahlenbrechung.

Man findet ihn vollkommen durchsichtig bis kaum kantendurchscheinend, farblos und wasserhell, weiß oder durch verschiedene Beimengungen mannigfach gefärbt, mit Glasglanz, auf den Bruchflächen häufig fettglänzend, Härte 7, spez. Gew. 2,5-2,8 (rein 2,654), mit schwacher doppelter Strahlenbrechung [* 6] und Zirkularpolarisation, [* 7] rechts und links drehend. Er ist unlöslich in allen gewöhnlichen Lösungsmitteln;

heiße Kalilauge greift den kristallisierten Quarz wenig an, aber in Flußsäure löst er sich;

vor dem Lötrohr [* 8] ist er unschmelzbar;

im Porzellanofen schmilzt er zu einer weißen Masse, die sich wie Tridymit verhält;

in der Knallgasflamme läßt er sich zu Fäden ausziehen und schmilzt zu einem Glas [* 9] (Opal) vom spez. Gew. 2,2;

schmelzende Soda löst ihn unter Brausen zu einem klaren Glas auf. Er besteht aus Kieselsäureanhydrid SiO2 und enthält sehr häufig Eisenoxyd, Mangan, Thonerde, Magnesia, auch wohl Eisensäure, Nickeloxyd, Titanoxyd etc. Unter dem Mikroskop [* 10] zeigt er oft Einschlüsse der verschiedensten Art, namentlich Wassertröpfchen, Kochsalzlösung, flüssige Kohlensäure, Glaskörnchen etc. Der Quarz ist das häufigste Mineral, wesentlicher Gemengteil vieler wichtiger Felsarten und kommt in zahlreichen Varietäten vor.

Man unterscheidet:

Giovinazzo - Gips

Bild 58.13: Giovinazzo - Gips
* 11 Gips.

1) Bergkristall (s. Tafel »Mineralien und Gesteine«, [* 1] Fig. 1), wasserhell (edler Bergkristall), rauchgrau (Rauchtopas) bis schwarz (Morion), weingelb (Citrin), findet sich besonders in Quarzgängen, in Klüften und Höhlungen kristallinischer Silikatgesteine, in Erzgängen, in Quarzknollen im Mergel, im körnigen Kalk und Gips, [* 11] in losen Kristallen und Geschieben, bisweilen in sogen. Kristallkellern in sehr großen Kristallen. Fundorte: Alpen [* 12] (besonders St. Gotthard), Tirol, [* 13] Salzburg, [* 14] Kärnten, Elba, Ceylon, [* 15] Madagaskar [* 16] (Kristalle bis 8 m Umfang), Harz, Schemnitz, Offenbánya, Kongsberg, Grafschaft Schaumburg, Marmaroscher Komitat (»Schaumburger und Marmaroscher Diamanten«),

Rhein (»Rheinkiesel«). Man benutzt den Bergkristall und seine Varietäten als Schmuckstein, zu Luxusgefäßen, Lüstern, Gewichten, Linsen für optische Apparate etc.

2) Amethyst (s. d. und Tafel »Edelsteine«, [* 17] Fig. 4). 3) Gemeiner Quarz, kristallisiert, meist derb, eingesprengt, mit Eindrücken, zellig, zerhackt oder in körnigen und dichten Aggregaten, als Gerölle, Sand und Sandstein, findet sich namentlich weiß (hierher Fettquarz, Milchquarz), rauchgrau (Rauchquarz), rosenrot (Rosenquarz von Zwiesel, Sibirien), blutrot und undurchsichtig (roter Eisenkiesel, Hyacinth von Compostela), ockergelb und undurchsichtig (gelber Eisenkiesel von Iserlohn), [* 18] lauchgrün (Prasem von Breitenbrunn, durch mikroskopische Einschlüsse von strahlsteinartiger Hornblende [* 19] gefärbt), indigblau (Saphirquarz, Siderit von Golling in Salzburg, durch mikroskopische Einschlüsse von Krokydolithfasern gefärbt), durch zahlreiche Sprünge, auf denen Eisenoxyd abgeschieden ist, gelb und rot schillernd (Aventurin), faserig und eigentümlich schillernd, meist grünlich als pseudomorphe Bildung nach einem faserigen Mineral (Katzenauge).

4) Kryptokristallinischer Quarz, derb, dicht, mit schön muscheligem Bruch: a) Jaspis (s. d.); b) Hornstein (s. d.); c) Kieselschiefer (s. d.); d) Feuerstein (s. d.); e) Chalcedon (s. d.).

Achard (Louis Amédéc)

Bild 51.105: Achard (Louis Amédéc) - Achat
* 20 Achat.

5) Achat [* 20] (s. d.). Viele Quarzvarietäten dienen als Schmucksteine, zu Ornamenten, allerlei Luxusgegenständen, Spielwaren, Tischplatten, Reibschalen, als Probierstein etc., der gemeine Quarz zur Glas-, Porzellan- und Steingutfabrikation, als Zuschlag bei Hüttenprozessen etc.

Ende Quarz
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Quelle: Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 13. Band, Seite 498 im Internet seit 2005; Text geprüft am 14.8.2006; publiziert von Peter Hug; Abruf am 23.8.2026 mit URL:

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Siehe auch:

  • 13.491 Qua
  • 13.498 Quarzbrockenfels
  • 13.498 Quarzfels
  • 13.498 Quarzit
  • 13.498 Quarzschiefer
  • 13.498 Quarzziegel

* 20 Bilder dazu:

  • 20Achat
  • 12Alpen
  • 15Ceylon
  • 4Drusen
  • 17Edelsteine
  • 11Gips
  • 9Glas
  • 19Hornblende
  • 18Iserlohn
  • 3Kristalle
  • 8Lötrohr
  • 16Madagaskar
  • 10Mikroskop
  • 5Mineralien
  • 14Salzburg
  • 6Strahlenbrechung
  • 13Tirol
  • 7Zirkularpolarisation
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