Neigung
kommt mit der
Begierde (s. d.) darin überein, daß sie, wie diese, auf ein Abwesendes
gerichtet, mit dem
Trieb (s. d.), daß sie, wie dieser, bleibend ist; sie unterscheidet sich
aber von letzterm dadurch, daß der
Grund ihres Beharrens nicht, wie bei diesem, natürlich (in der
Natur
des leiblichen
Organismus gelegen, angeboren), sondern künstlich (durch wiederholte Befriedigung desselben Begehrens entstanden,
erworben), von der
Begierde dadurch, daß sie nicht selbst
Begehren, sondern bloß vorhandene
Disposition zu solchem ist. Wird
die letztere so stark, daß sie von der
Wirkung des
Triebes nicht mehr zu unterscheiden ist, so geht die
Neigung
in Hang, verschmäht sie zur Befriedigung selbst unerlaubte
Mittel nicht, in
Sucht (s.
Leidenschaft) über.